Archiv der Kategorie 'Solidarität'

Donnerstag, 23. Januar 2013 // Kundgebungsreihe: Die Stadt gehört allen! Schluss mit der rassistischen Hetze!

17.00 Uhr: Gallus Ordnungsamt, Kleyerstaße 86

18.15 Uhr: Gutleutviertel, Jobcenter, Mannheimer Straße / Baseler Straße

19.15 Uhr: Leiziger Straße / Juliusstraße

Der Rassismus gegen Menschen aus Rumänien und Bulgarien spitzt sich zu. In Frankfurt wurde im Sommer 2012 eine Gruppe Migrant_innen aus Bulgarien gezwungen, ihr Haus in der Leipziger Straße zu verlassen, nachdem sich Bockenheimer Anwohner_innen in einem offenen Brief in rassistischer Manier um ihren »sozialen Frieden« in Bockenheim sorgten. Viele Menschen, die hierherkommen und sich aufgrund der gegebenen Asyl- und Migrationspolitik der BRD mit einem unsicheren Status und sehr wenig oder gar keinem Geld bewegen müssen, schlafen auf der Straße, in Parks, PKWs oder in leerstehenden Häusern. Wo die Stadt direkten Zugriff hat, werden sie sofort vertrieben. Wo dies nicht möglich ist – wie im Beispiel des verfallenen Industriegeländes an der Gutleutstraße, wo Menschen mangels besserer Alternativen leben – besteht das einzige Hilfsangebot der Stadt in einem Schlafplatz in der B-Ebene.

Dieses Zusammenspiel von staatlichem und gesellschaftlich etabliertem Rassismus und die Durchsetzung durch die Ordnungsbehörden ist nichts Neues. Was jedoch aktuell auffällt, ist eine zunehmende Hetze gerade gegen Migrant_innen aus dem osteuropäischen Raum. Besonders betroffen sind Sinti und Roma, die seit über 500 Jahren die Erfahrung von Ausgrenzung, Vertreibung und Verfolgung in Europa machen. Während des Nationalsozialismus wurden in Deutschland eine halbe Million Sinti und Roma ermordet.

Heute befeuern Politiker wie Horst Seehofer und Hans-Peter Friedrich mit Parolen wie »Wer betrügt, fliegt!« tiefsitzende Ressentiments. Ob in Medien, der Politik oder strukturell im Rechtssystem – Rassismus und Antiziganismus sind in allen Teilen der Gesellschaft vorhanden und sichtbar.

Ausgrenzung und Ausbeutung von Migrant_innen aus Osteuropa findet im Kontext deutscher Dominanzpolitik statt – auch Bulgarien und Rumänien stehen unter dem Verarmungsdiktat der Troika. Einige Arbeitgeber_innen nutzen zudem die prekäre Lage der Menschen aus, um sie auf Baustellen, in der Pflege, bei der Feldarbeit, in der Gebäudereinigung und der Fleischindustrie auszubeuten.
Nicht selten werden sie um ihre Löhne von teilweise ein oder zwei Euro pro Stunde noch betrogen. Unternehmer_innen steigern über diese prekäre Beschäftigung ihre Profite. Immobilienbesitzer_innen vermieten baufällige Wohnungen zu horrenden Mietpreisen an Migrant_innen und setzen diese »Zwischennutzungen« gewinnbringend ein, bis sie ihre Objekte sanieren und anschließend zu noch höheren Mietpreisen weiter vermieten können.

Wir setzen diesem System der Ausgrenzung und Ausbeutung etwas entgegen! Solidarisch kämpfen gegen Rassismus und Antiziganismus, ob im Stadtteil, auf dem Bau, im Immobiliensektor oder sonst wo!

Kommt zu den Kundgebungen vor dem Ordnungsamt im Gallus, vor dem Jobcenter am Baseler Platz und auf der Leipziger-/Juliusstraße. Für eine solidarische Gesellschaft! Die Stadt gehört allen!
 
 
Aufrufende:
Förderverein Roma e.V. // Krisengruppe // turn*left // Zukunft Bockenheim // Aktionsbündnis gegen Abschiebung Rhein-Main // Daimlerstrassen AG des Hanauer Sozialforums

Kundgebung anlässlich des 71. Jahrestages des Auschwitz-Erlasses


Foto: www.foerdervereinromaev.de

Anlässlich des 71. Jahrestages des Auschwitz-Erlasses führt der Förderverein Roma e. V. eine Kundgebung am 16. Dezember 2013, um 18.30 Uhr, Haus des Buches, ehemaliges Stadtgesundheitsamt Ffm., Braubachstraße 18-22 durch.

Am 16.12.42 ordnete »Reichsführer SS« Heinrich Himmler im sogenannten Auschwitz-Erlass die Massendeportation von Roma und Sinti in das Konzentrationslager Auschwitz an. Es soll »Ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager« eingewiesen werden, hieß es in dem Erlass.

Die Vorstufe zur späteren Vernichtung wurde durch die Erfassung aller im deutschen Reich lebenden Roma und Sinti geschaffen. Robert Ritter, Leiter der »Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes Berlin« und seine enge Mitarbeiter Eva Justin waren hierfür maßgeblich verantwortlich. Ihre sogenannten »rassenbiologischen« Untersuchungen registrierten minutiös über 20.000 Roma und Sinti. Sie leisteten damit die Voraussetzung für die spätere fabrikmäßige Vernichtung.

Ritter und Justin wurden nach 1945 im Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main als Medizinalrat und Psychologin beschäftigt. Obwohl bekannt war, welche zentrale Funktion beide während der NS-Zeit innehatten, bestanden keine Bedenken gegen die Anstellung. Ritter und Justin wurden für ihre Verbrechen nicht verurteilt.

Am 27.1.2000 wurde nach zehnjährigem Engagement und gegen die politische Mehrheit im Römer eine durch private Mittel finanzierte Mahntafel am ehemaligen Stadtgesundheitsamt angebracht.

In den Räumen des Stadtgesundheitsamtes befindet sich seit 2011 die Hauptgeschäftsstelle des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Nach einer Renovierungsphase und dem vorübergehenden Verschwinden der Tafel wurde diese erneut am 27.1.2012 an historischem Ort befestigt. Sie weist auf die Verbrechen hin, nennt die Namen der Täter und klagt die historische Verantwortung gegenüber den Roma und Sinti ein.

Weitere Infos: www.foerdervereinromaev.de

21. Dezember 2013 // Bundesweite Demonstration: Rote Flora verteidigen – Esso-Häuser durchsetzen! Gegen rassistische Zustände – Bleiberecht für alle!

Auftakt: 14 Uhr Rote Flora Hamburg

Mit einer bundesweiten und internationalen Demonstration am 21. Dezember in Hamburg wollen wir deutlich machen, dass mit massivem Widerstand zu rechnen ist, sollte versucht werden, die Rote Flora zu räumen. Inhaltliche Schwerpunkte sind die aktuellen Kämpfe um den Erhalt der Esso-Häuser, das Bleiberecht der Flüchtlinge und die radikale Kritik an Repression und Gefahrengebieten. (mehr…)

Mittwoch, 2. Oktober 2013, 21 Uhr // »Faites votre jeu!«-Barabend // Fête de la Résistance

solitanz * VOKÜ * installation
Zum Barabend (ausnahmsweise Mittwochs) im Oktober gibt es Musik von den Plattentellern, vegane VoKü und ein bisschen Kunst. (bis 2.00 Uhr)

Line up:

RUN X [BP] Paris, France
back to the roots, old school vinyl special, best of selected hard techno tracks

DXSAN / Berlin
finest vinyls from all the wrong places, from disco to techno and back …
 
 
Der Barabend findet aus Solidarität mit den Gleisblockierer_innen statt, die am 1. Mai 2013 erfolgreich den Naziaufmarsch in Frankfurt verhindert haben. Weitere Infos dazu findet ihr beim EA Frankfurt (ea-frankfurt.org) und bei der Roten Hilfe Frankfurt (rhffm.blogsport.eu).

28. September 2013 // »Wem gehört die Stadt?«-Aktionstag

Mit verschiedensten Aktionen und Veranstaltungen über den gesatem Tag und überall in der Rhein-Main-Region verteilt, soll ein Zeichen gegen die immer schneller voranschreitende Gentrifizierung und Verdrängung gesetzt werden.

Das Thema ›Stadt‹ ist derzeit in aller Munde, egal ob Gentrifizierung, Mieterhöhungen, fehlender bezahlbarer Wohnraum, Lärmbelästigung, hohe Verkehrstarife, noch höhere Eintrittspreise, racial profiling und die Zerstörung selbstverwalteter Zentren.

Mittlerweile erheben alle Parteien und Initiativen in Medien und Wahlkampfslogans den Anspruch, die offensichtlichen Schwierigkeiten der gegenwärtigen Stadtentwicklung erstens erkannt zu haben und zweitens auch lösen zu können. Die Losungen und Lösungen sind wie gehabt: wenig überzeugend und noch weniger glaubwürdig!

Dennoch kein rein Frankfurter Problem, die Lebensbedingungen in den kapitalistischen Metropolen werden sich immer ähnlicher wie z.B. Berlin, Hamburg, Madrid, Istanbul, Athen, Rio de Janeiro hinreichend belegen.

In Frankfurt und Umland ist die offizielle Linie klar: gut ist nur, was dem Standort dient. So wird die neoliberale Umgestaltung mit dem Verweis auf einen angeblich unsausweichlichen und alternativlosen Wettbewerb der Städte auf Kosten einen Großteils der hier lebenden Bevölkerung verangetrieben.

Mit dem Aktionstag wollen wir deutlich und unmißverständlich darauf hinweisen, dass die Frage »Wem gehört die Stadt?« längst nicht im Sinne der neoliberalen Herrschaften – lokal wie global – beantwortet ist, dass vielmehr Alternativen außerhalb der herrschenden Logiken denk- und vorallem machbar sind.

Wir wollen mit allen, die nicht nur an an einer kritischen Hinterfragung aktueller städtischer Entwicklungen, sondern auch an deren theoretischer wie aktionistischer Überwindung interessiert sind, diesen Tag phantasievoll gestalten. Wo die Stadtregierungen für die Verwaltung und Sicherung neoliberaler Interessen zuständig, setzen wir unsere Vorstellung eines guten Lebens für alle in Städten für alle!
 
 
DEZENTRALE AKTIONEN
11-16 Uhr, Achtet auf Ankündigungen!

STAFFEL: HANAU – MAINTAL – FFM
11 Uhr, Freiheitsplatz, Hanau

DEMONSTRATION
16 Uhr, Kaisersack/Bahnhof

RAVE
20 Uhr, Bockenheimer-Warte
 
 
Weitere Infos: 2809aktionstag.blogsport.eu

Demonstration anlässlich der Ermordung von Pavlos Fyssas

Freitag 20. September 2013, 17.30 Uhr, Café KoZ

Antifaschist von »Chrysi Avgi«-Nazis in Griechenland ermordet: Am Mittwoch, 18.9. wurde Pavlos Fyssas, ein antifaschistischer Hip-Hop Künstler, von Neofaschisten der Goldenen Morgenröte im Piräus bei Athen erstochen.

Die Polizei sah die Szene tatenlos mit an und griff erst ein, als die meisten Faschisten den Schauplatz verließen.

Bringt Transpis und Megaphone mit!

KEIN VERGEBEN! KEIN VERGESSEN!

Weitere Infos:
linksunten.indymedia.org
www.heise.de

Videodokumentation zur Räumung des Blauen Blocks in der Krifteler Straße

Am Freitag, den 6. September wurde das ehemalige Sozialrathaus im Frankfurter Gallusviertel besetzt. Am folgenden Tag wurde das Haus ohne Vorankündigung durch Zivilpolizisten und ein darauf folgendes Großaufgebot uniformierter Beamter gewaltsam geräumt.

Das Medienkollektiv ›Direct Media Action FFM‹ hat auf Grundlage von Zeugenaussagen und zugespieltem Material, welches vor Ort gedreht wurde, eine knapp 20minütige Dokumentation der Ereignisse erstellt. Zum Ausdruck kommt dabei, warum die Menschen vor Ort von einem Angriff von Nazis oder Hooligans ausgehen mussten.

Samstag, 22. Juni 2013, 13 Uhr // REP-Demo in Frankfurt ent­schlossen und kämp­ferisch stören!

Am 22.Juni um 14 Uhr wollen die Repub­likaner vom Willy-Brandt-Platz über Roß­markt und Zeil zum Pauls­platz demon­strieren.

NoTroika ruft dazu auf, die REP-Veran­stal­tung am 22. Juni ab 13 Uhr ent­schlos­sen und kämp­fe­risch zu stören!

Berichte in der FNP und FR.