Archiv der Kategorie 'Solidarität'

Samstag, 25. Februar 2017: Ausstellungen im Klapperfeld geschlossen // Kommt zur Antifa-Demo

Am kommenden Samstag, den 25. Februar 2017 bleiben die beiden Dauerausstellungen im Klapperfeld geschlossen.

Wer jetzt nicht weiß, was mit diesem Tag anzufangen ist, empfehlen wir die Demo »Make racists afraid again!«, die um 16 Uhr am Südbahnhof im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen beginnt.

Letzte Infos zur Demo und eine spannende Infoveranstaltung gibt es am Vorabend (Freitag, den 24. Februar) um 19 Uhr im Cafe KoZ (Campus Bockenheim). Eingeladen von turn*left berichten Genoss*innen der Antifa Klein-Paris und ihre Freund*innen bei der Veranstaltung »Wider dem rassistischen Normalzustand! Antifaschismus in Sachsen« über sächsischen Verhältnisse und ihre Strategien, nach über zwei Jahren mit (L)egida und Heidenau.

Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf von Antifa United Frankfurt (AUF) zur Demo am kommenden Samstag:

Make racists afraid again! Kampagne gegen Naziterror und Rassismus

Die letzten Jahre waren geprägt von einem Erstarken rassistischer, antisemitischer und sexistischer Bewegungen und Gewalt in Deutschland. Zu Beginn beinahe nur von PEGIDA und AfD propagierte Ressentiments finden immer mehr Anklang in der gesamten Gesellschaft und werden, aufgegriffen durch Politiker*innen, zunehmend Teil des politischen Diskurses. Das führt dazu, dass sich strukturierte (neu)rechte Gruppierungen immer mehr in Sicherheit wähnen und ihr Gedankengut durch Angriffe, Hetze, etc. ungehemmt ausleben. Als bisheriger negativer »Höhepunkt« dieser Entwicklung in Frankfurt ist der Angriff auf das selbstverwaltete Project Shelter, welches bis jetzt auch in der Zivilgesellschaft als antirassistische Initiative viel Zuspruch erhielt, zu sehen, . Bei dem Angriff auf das Café in der Bergerstrasse 307 wurde nicht »nur« eine Scheibe eingeschlagen und Teerfarbe versprüht. Vielmehr hinterließen die Nazis auch ein Bekenner- und Drohschreiben welches sich gegen Genoss*innen im Allgemeinen richtet. Der Vorfall steht am Ende einer Kette von Versäumnissen von linksradikalen Strukturen entsprechend auf Naziaktivitäten in und um Frankfurt in den letzten Jahren zu reagieren. So wurde auch das Denkmal für die in der Progromnacht 1938 niedergebrannte Synagoge in Rödelheim mit antisemitischen Inhalten besprüht und bekannte Nazis wie Marco Vogelsberger und Aktivisten des »Dritten Wegs« beteiligten sich an der antifeministischen, trans* und homofeindlichen »Demo für alle« in Wiesbaden. Auch zwei nicht aufgeklärte Anschläge auf Roma im letzten Jahr, denen eine sowieso schon antiziganistische Stimmung zugrunde liegt, lassen sich in diese Liste mit einreihen.
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Programm Juli 2016

Hier unser Juli-Programm. Das Programm-Heft könnt ihr euch hier als pdf herunterladen.

Programm

Freitag, 1. Juli 2016
19.00 Uhr // Konzert:
Grim-Gruselabend mit Lichtloch und TRVEFRYKT. (ohne e, außer jemand hat Bock auf ein Grimestep Beatboxset von Mr. D. Avid) Viel Black Metal, schärft also schon mal die Äxte und Schwerter. Corpse Paint gibt zusätzlich noch Preiserlass, wer aussieht wie einer von KISS kommt komplett kostenlos rein, allerdings auch 100 trveness Punkte ­abgezogen. Ach ja, Black Metal ist Krieg, wer also nicht grim-frostbytten an unserer Pforte steht kann gleich wieder nach Hause gehen. Es gibt ein korrektes Special, im Keller wird es einen Schminktisch geben! Aber mal im Ernst: Alle Menschen mit Sympathie für sexisitisches, ­antisemitisches, rassistisches, homo­phobes, transphobes oder ähnliches diskriminierendes Verhalten/Gedankengut können direkt zu Hause bleiben. Veranstaltende: Lichtloch (fb.com/Lichtloch)

Samstag, 2. Juli 2016
15.00 Uhr // Translation work in progress:
Seit dem 19. Januar 2015 kann die neue Dauer­ausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im Klapperfeld 1955–2002« in zweiten Stock des Klapperfelds jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr besucht werden. Der Prozess der Übersetzung und ­Recherche zu den Inschriften geht aber weiter. An jedem ersten Samstag im Monat arbeitet die Übersetzungsgruppe an den Über­setzungen und Besucher*innen sind herzlich ­eingeladen, sich daran zu beteiligen. Weitere Infos und Kontakt zur Übersetzungsgruppe: zweiterstock.klapperfeld.de (bis 18.00 Uhr)

Dienstag, 5. Juli 2016
21.00 Uhr // »Faites votre jeu!«-Barabend:
wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken in nettem Ambiente. (bis 1.00 Uhr)

Donnerstag, 7. Juli 2016
21.00 Uhr // Konzert: CESCHI
(Fake Four, soundcloud.com/ceschi), BLEUBIRD (Fake Four, soundcloud.com/bleubirdy) & DISCOCTRL (Audiolith, soundcloud.com/discoctrl). Hip-Hop at it‘s best boy. Show.off meets Knertz.

Sonntag, 17. Juli 2016
17.00 Uhr // Konzert:
Es ist Sonntag, das Wochenende ist wieder viel zu schnell vergangen und der Montag steht fast vor der Tür. Was gibt es besseres, als die aufkommende schlechte Laune mit lauter Musik zu feiern? Am Start sind: LENTIC WATERS (lenticwaters.bandcamp.com // düster-hardcore/screamo aus münster), OLD SOUL (oldsoulband.bandcamp.com // verträumte postrock-passagen treffen auf screamo-/blackmetal-geballer. michigan, us. vielleicht die letze chance die band mal zu sehn) & TUER (tuergrindcore.bandcamp.com // crustiger grindcore aus fribourg, ch)… Für die Extraportion Sonntagsfeeling haben wir Kaffee und Waffeln gemacht!

Montag, 18. Juli 2016
19.00 Uhr // »Kein Friede ohne uns« Buchvorstellung und Speakerstour zur Gefängnis­situation und dem Konflikt in Kolumbien: Álvaro Giraldo
ist seit 2008 Aktivist im »­Solidaritätskomitee für politische Gefangene« – CSPP. Er betreut juristisch und humanitär Männer und Frauen im Knast und kämpft gegen willkürliche Verhaftungen, Kriminalisierung von sozialen Protesten und »Verschwindenlassen«. Katherine Rendón, Anwältin, unterstützt das CSPP seit 10 Jahren in juristischen Fragen. Sie forscht zur Geschichte des politischen Delikts als Strafbestand seit dem 19. Jahrhundert. Die beiden werden das Buch »Ich würde es ­wieder tun – Texte aus dem kolumbianischen Knast« vorstellen. Wir wollen gemeinsam aus dem Buch lesen, um über die Haftbedingungen zu erfahren, über das politische und ökonomische System zu diskutieren und uns mit den Gründen des sozialen und bewaffneten Konfliktes in ­Kolumbien vertraut zu machen. Darüber hinaus werden die aktuellen Friedensgespräche ­zwischen ­Regierung und Guerillaguppen, die von einer Offensive gegen die soziale und politische Opposition begleitet werden, kritisch beleuchtet. Eine Veranstaltung der Interventionistischen Linken (iL), und der CSPP (Solidartitätskomitee für politische Gefangene) und der Roten Hilfe Frankfurt. Mehr Info: www.textosdelacarcel.org

Mittwoch, 20. Juli 2016
19.00 Uhr // Konzert: KARINA KVIST
(screamo (tanzig), www.facebook.com/karinakvistcore // karinakvist.bandcamp.com), MASADA (screamo (dramatisch), masadapunx.tumblr.com // masadapunx.bandcamp.com) & LOST BOYS (screamo (schiebt), ohsoverylost.bandcamp.com // www.facebook.com/Lost_Boys-2031365930421325/). Pls no sexist, racist, antisemitic, ­homophobic scum! (Beginn: 20 Uhr) Veranstaltende: Lichtloch (fb.com/Lichtloch)

Donnerstag, 4. August 2016
20.00 Uhr // Infoveranstaltung: »Sommer, Sonne, Antifa!«
– Das siebte B.A.S.H.-Camp steht vor der Tür. Bei der Veranstaltung gibt es einen kleinen Überblick über das Programm, die Anreise und weiteres Organisatorisches. Weitere Infos gibt es hier: antifabash.noblogs.org

Klapperfeld-Sommerfest

Samstag, 6. August 2015 // ab 15 Uhr // 8 Jahre »Faites voitre jeu«

An­fang Au­gust jährt sich die Be­set­zung des ehe­ma­li­gen JuZ Bo­cken­heim und damit die ­Geburtsstunde der In­itia­ti­ve »Fai­tes votre jeu!« zum achten Mal. Um das ge­büh­rend zu ­fei­ern, laden wir alle Freun­d_in­nen, ­Un­ter­stüt­zer_in­nen und In­ter­es­sier­ten am Sams­tag, den 6. ­Au­gust ab 15 Uhr zu unserem Som­mer­fest ein.

Im Hof wird es Kinderprogramm und verschiedene ­Essensstände mit Gegrilltem, Snacks, Salat, Waffeln, Kuchen und Getränken geben. Gegen Nachmittag wird Lenki Balboa (Berlin) Hip-Hop, Rap, Dancehall & Future Bass im Hof auflegen. Um 17 Uhr lässt das Rattern einer ­Bingo-Trommel die Herzen höher schlagen. Zu gewinnen gibt es nur großartiges und weil queer mehr als pink & glitzer ist, spielen wir nicht mit Zahlen sondern mit 90 (un)möglichen Begriffen aus den Bereichen queerer Geschichte, Theorie und Subkultur. Um 16, 17, 18, 19 und 20 Uhr können Interessierte an Füh­rungen durch die Dauer­ausstellungen und das Gebäude teilnehmen und sich über die Geschichte des Klapperfelds und die Arbeit von »Faites votre jeu!« informieren.

Später am Abend, gegen 21 Uhr, beginnt das Konzert im Keller. Dulac, das Berliner Post-Punk-Trio kommt mal wieder zurück in hiesige Gefilde und bringt den Keller mit ihren Pop-Sommer-Hymnen und hipshaking Gitarrenriffs zum Tanzen (dulacdulacdulac.bandcamp.com). Gloom Sleeper aus Bielefeld spielen auch Post-Punk, aber mit deutlichem New-Wave/Goth-Einschlag (gloomsleeper.bandcamp.com). Holt den Rotwein raus, es wird melodisch-melancholisch. Und direkt aus einem der hauseigenen Proberäume des Klapperfelds verdrehen euch schließlich Ufosekte Kopf und Beine. Something with Punk and a synthesizer (ufosekte.wordpress.com). Das Jazzpunk-Trio Hendrique-Dieter Johannson begibt sich in neue Gefilde der Unter­haltungsmusik. Dabei reduzieren sie die auf dem Speedway von Pop und Punk liegen gebliebenen Stücke auf ihren Warenkern. Es wird heiß…

Weitere Infos in Kürze!

Feste Termine im Klapperfeld

Wöchentliches Plenum
Jeden Dienstag von 19.30 Uhr bis 22.00 Uhr

Neue Plenumsstruktur:
1. und 3. Dienstag im Monat: Besprechung von Anfragen und Organisatorischem
2. , 4. und 5. Dienstag im Monat: Keine Besprechung von Anfragen.

Auf dem Plenum diskutieren wir, was gerade im Klapperfeld geht, welche Veranstaltungen wir organisieren wollen, wie die Räume gemeinsam genutzt werden sollen und alles weitere, was das Klapperfeld als selbstverwaltetes Zentrum betrifft. Alle die Lust haben, das Klapperfeld aktiv mitzugestalten, sind dazu herzlich eingeladen. Wenn ihr eine Veranstaltung oder ein Projekt im Klapperfeld machen wollt, bitten wir euch mit eurer Anfrage zum 1. oder 3. Plenumstermin im Monat zu kommen. An den übrigen Plenumsterminen werden keine Anfragen besprochen.

Dauerausstellungen zur Geschichte des Klapperfelds
Geöffnet: jeden Samstag von 15.00 bis 18.00 Uhr
Die Ausstellung zur Geschichte des Klapperfelds während des Nationalsozialismus und die Ausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizei­gewahrsam im Klapperfeld 1955–2002« können auch während allen öffentlichen ­Veranstaltungen im Klapperfeld besucht werden. Gruppen, die die Ausstellung außerhalb der regulären ­Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin für eine Führung vereinbaren. Ruft einfach an (0163 9401683) oder schreibt uns (info@klapperfeld.de).

Öffentliche Probe »Rhythms of Resistance«
Jeden Montag 18.30 Uhr
RoR Frankfurt ist Teil eines internationalen Netzwerks und nutzt Samba als kreative, laute und politische Aktionsform. Du hast Spaß am Musikmachen und willst lieber fetzige Grooves statt Novemberblues? Dann komm zur nächsten Probe – Einsteiger_innen willkommen!

»Wem gehört die Stadt?«-Logo

Die Initiative »Faites votre jeu!« ist Teil des Netzwerks »Wem gehört die Stadt?«. Aus linker emanzipa­torischer Perspektive wollen wir die immer weiter voranschreitenden Verdrängungs- und Gentrifizierungs­prozesse in Frankfurt thematisieren und gemeinsame Handlungsoptionen entwickeln. Weitere Infos sowie die Termine der Netzwerk-Treffen findet ihr auf: wemgehoertdiestadtffm.net

Banner – klapperfeld.de

Ausstellung bleibt am Samstag, den 20. Juni 2015 geschlossen. Beteiligt euch an den Blockaden der Rassist_innen-Demo von Widerstand Ost/West!

Achtung: Die beiden Dauerausstellungen im Klappfeld zur Geschichte des Polizeigefängnisses während der Zeit des Nationalsozialismus und »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im Klapperfeld 1955–2002« bleiben am Samstag, dem 20. Juni 2015 geschlossen!

Wir rufen euch stattdessen dazu auf, euch an den Blockaden der Rassist_nnen-Demo in der Frankfurter Innenstadt zu beteiligen! Weitere Infos findet ihr auf antifa-frankfurt.org!

Campus für Alle! Stadt für Alle!

Demo am 3. April 2014 um 18 Uhr
Start: Bockenheimer Warte

Frankfurt ist im Umbruch: Flächendeckende Mieterhöhungen und Luxus-Neubauprojekte machen ein Stadtviertel nach dem anderen für immer mehr Menschen unbezahlbar. Ein »Recht auf Stadt« gilt nur noch als exklusives Gut für Wenige. Zu diesem Ergebnis hat geführt, dass Stadtentwicklung in Frankfurt nicht politisch gestaltet, sondern Marktmechanismen überlassen wird. Dagegen wollen wir demonstrieren. Wir fordern die Stadt auf, ihre politischen Spielräume zu nutzen, um ein vielfältiges urbanes Leben für alle Bewohner*innen Frankfurts zu ermöglichen. Die Möglichkeiten dazu, wie z.B. Mietpreisobergrenzen oder die Verhinderung von Wohnraumzweckentfremdung werden nicht ausgeschöpft. Die gegenwärtige Situation in Frankfurt ist darüber hinaus von zwei parallelen Entwicklungen geprägt. Erstens ist der Büroimmobilienmarkt aufgrund des hohen Leerstandes kein attraktives Feld mehr für Kapitalinvestitionen. Zweitens wird nach der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 vermehrt in Betongold in Form von hochpreisigem Wohnraum investiert. Wohnraum wird in der Folge als hochpreisiges Anlageobjekt geschaffen, bei dem der angenommene Tausch- oder Marktwert vor dem gesellschaftlichen Gebrauchswert des Wohnraums steht. Anstatt immer wieder auf »den« Markt als die Grenze des Machbaren zu verweisen, muss die Erkenntnis in den Römer einziehen, dass die Bedingungen des Makrtes (politisch) gestaltet werden können und auch gestaltet werden müssen.

Es sind jedoch nicht nur sog. institutionelle Investoren, die für diese preistreibende Entwicklung verantwortlich gemacht werden können. So schafft auch die städtische Wohungsbaugesellschaft ABG Holding mit dem Verweis auf »den« Markt durch Neubau und (energetische) Sanierungen immer mehr hochpreisigen Wohnraum. Auch wurden in den letzten 10 Jahren in Frankfurt durch Planungsrecht (Europaviertel) oder unter städtischer Beteiligung (Westhafen, Rebstock, Riedberg) mit dem Verweis auf »die Mittelschicht« immer mehr hochpreisige Wohnquartiere geschaffen. Gleichzeitig zu steigenden Mieten in Stadteilen wie bspw. Gutleut und Gallus oder Ostend und Bahnhofsviertel ist der Bestand an gefördertem Wohnraum seit Jahren stark rückläufig und inzwischen weit unter den notwendigen Bedarf gesunken.

Auch in Bockenheim zeigt sich diese Entwicklung: Mit dem Umzug der Universität entsteht hier ein neues Quartier, das den Stadtteil grundlegend verändern wird. Doch anstelle einer sozialen und nachhaltigen Gestaltung des Areals bestimmen kurzfristige Renditeerwartungen die Planung. Beim sogenannten »Kulturcampus« steht nicht – wie es der Name etwa suggeriert – die Schaffung kultureller Räume im Vordergrund; vielmehr plant die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding hier vor allem hochpreisiges Wohnen (40%) oder bietet ihre Grundstücke gleich privaten Investoren für den Bau von Büros an (60%).Frankfurt braucht angesichts eines strukturellen Leerstands von über zwei Millionen Quadratmeter nicht mehr Büros, sondern bezahlbaren Wohnraum und nicht-kommerzielle Freiräume für alle!

Doch wo, wie im Philosophicum, solidarischer, selbstverwalteter und günstiger Wohnraum mit Ausstrahlung für die ganze Stadt möglich wäre, droht dies an der Markt- und Renditeorientierung der städtischen ABG zu scheitern. Sollte dieses Grundstück mit Unterstützung der Parteien im Römer an den meistbietenden Investor verkauft werden, wird dies maßgeblich die Chancen aller anderen gemeinschaftlichen Wohnprojekte auf den Campus negativ beeinflussen. Auch die gegenwärtig noch existierenden Student*innenwohnheime drohen dieser Politik zum Opfer zu fallen. Gleiches gilt für das Studierendenhaus mit dem Café KoZ und der Uni-KiTa, in dem die Initiative »Offenes Haus der Kulturen« die für den Campus Bockenheim charakteristische Kultur der Selbstverwaltung weiterentwickeln möchte. Darüber hinaus droht unter den gegebenen Bedingungen die Chance ungenutzt zu bleiben, mit der Realisierung des Konzepts des Fördervereins Roma auf dem Kulturcampus ein deutliches und benötigtes Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen. Diesem Vorhaben, das eine Bereicherung für den Stadtteil sein könnte, wird von Stadt und ABG jedoch mit Ressentiments begegnet.

Was in Bockenheim passiert, ist ein Signal für ganz Frankfurt. Wir werden nicht weiter zusehen, wie in einem Viertel nach dem anderen die Bevölkerung ausgetauscht wird und immer mehr Menschen mit niedrigem Einkommen aus Wohnquatieren vertrieben werden. Wir werden nicht akzeptieren, dass selbst dort, wo, wie in Bockenheim, konkrete und sinnvolle Alternativen vorhanden sind, Stadtentwicklung hauptsächlich für und von Investoren gemacht wird. Wir wollen eine Stadt, in der niemand ausgegrenzt oder verdrängt wird, eine Stadt voller Vielfalt, Freiräume und Kultur: einen Campus für Alle! Eine Stadt für Alle!

Am 3. April wird in der Stadtverordnetenversammlung über die Offenlegung des Bebauungsplan für das Campusgelände entschieden. Um der Notwenidgkeit einer sozialen und nachhaltigen Nutzung des Campusareals Nachdruck zu verleihen, möchten wir gemeinsam in einer kraftvollen Demonstration von der Bockenheimer Warte zum Römer ziehen. Wir nehmen uns das Recht auf Stadt.

Wir nehmen uns das Recht auf Stadt!

Donnerstag, 20. Februar 2014, 17 Uhr // Campus für Alle! Kundgebungen und Rundgang, Bockenheimer Warte

Bockenheim ist im Umbruch. Die Universität zieht weg, ein neues Quartier entsteht und wird den Stadtteil grundlegend verändern. Nur wenigen Bestandsgebäuden wird bisher eine Chance auf Erhalt eingeräumt, der erste Neubau des»Kulturcampus« hinter dem Bockenheimer Depot setzt Maßstäbe: Es wird vor allem teuer (qm-Preis ab 12,50 € Kaltmiete) und sozialer Wohnungsbau wird reduziert.

Auf dem zentralen Campus zielt die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding als Eigentümerin in die gleiche Richtung: Das erste verkaufte Grundstück (Bockenheimer Landstraße, Ecke Senckenberganlage) soll nun doch nicht der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zur Verfügung gestellt werden, sondern wird einem privaten Investor ausgerechnet für den Bau von Büros angeboten. Bürohochhäuser auf dem Gelände des gesprengten AfE-Turms sollen folgen. Und das in einer Stadt, die bereits über zwei Millionen Quadratmeter leerstehende Bürofläche hat.

Frankfurt braucht nicht mehr Büros, sondern Wohnraum; Wohnraum, der bezahlbar ist und unterschiedliche Wohnformen ermöglicht. Über zwanzig Gemeinschaftsprojekte haben sich bei der ABG Holding für Wohnen auf dem »Kulturcampus« beworben. Aber dem Förderverein Roma wird schon jetzt signalisiert, dass es kein Interesse an einer Realisierung seines Wohnprojekts gibt. Dringend benötigter studentischer Wohnraum ist bisher nicht vorgesehen und die Zukunft der bestehenden Wohnheime ist nicht gesichert.

Der Campus Bockenheim steht seit Jahrzehnten für eine Kultur der Selbstverwaltung. Das Studierendenhaus mit dem Café KOZ muss in diesem Sinne erhalten werden.

Auch die Projektgruppe Philosophicum will ein Bestandsgebäude des alten Campus erhalten. Zusammen mit dem Mietshäuser Syndikat (www.syndikat.org) soll im Philosophicum ein Projekt entstehen, in dem 150 Menschen solidarisch, selbstverwaltet und bezahlbar wohnen können. Darüberhinaus werden von hier aus vielfältige offene Angebote in den Stadtteil wirken. Doch auch für das Philosophicum fordert die ABG einen rein rendite-orientierten Kaufpreis, der jede soziale Nutzung verhindert. Mit der Entscheidung über die Zukunft des Philosophicums wird ein Präzedenzfall für die Realisierungsmöglichkeiten aller weiteren Wohnprojekte auf dem Campus geschaffen.

Wir werden verhindern, dass Bockenheim ein zweites Europa-Viertel wird und fordern dauerhaft bezahlbaren Wohnraum für selbstverwaltete Projekte in Bockenheim!

Campus für Alle!

Der Rundgang geht einmal um den Campus herum. An umkämpften Orten wird es Kundgebungen geben und die verschiedenen Projekte stellen sich vor. Im Anschluss findet um 19 Uhr die Vorstellung des Bebauungsplans durch Ortsbeirat und Stadtplanungsamt im Studierendenhaus statt.

Veranstaltende:
Offenes Haus der Kulturen, AStA der Uni Frankfurt, Förderverein Roma e.V., Initiative Zukunft Bockenheim, projektgruppe philosophicum, Gruppen aus dem Netzwerk »Wem gehört die Stadt?«

Donnerstag, 23. Januar 2013 // Kundgebungsreihe: Die Stadt gehört allen! Schluss mit der rassistischen Hetze!

17.00 Uhr: Gallus Ordnungsamt, Kleyerstaße 86

18.15 Uhr: Gutleutviertel, Jobcenter, Mannheimer Straße / Baseler Straße

19.15 Uhr: Leiziger Straße / Juliusstraße

Der Rassismus gegen Menschen aus Rumänien und Bulgarien spitzt sich zu. In Frankfurt wurde im Sommer 2012 eine Gruppe Migrant_innen aus Bulgarien gezwungen, ihr Haus in der Leipziger Straße zu verlassen, nachdem sich Bockenheimer Anwohner_innen in einem offenen Brief in rassistischer Manier um ihren »sozialen Frieden« in Bockenheim sorgten. Viele Menschen, die hierherkommen und sich aufgrund der gegebenen Asyl- und Migrationspolitik der BRD mit einem unsicheren Status und sehr wenig oder gar keinem Geld bewegen müssen, schlafen auf der Straße, in Parks, PKWs oder in leerstehenden Häusern. Wo die Stadt direkten Zugriff hat, werden sie sofort vertrieben. Wo dies nicht möglich ist – wie im Beispiel des verfallenen Industriegeländes an der Gutleutstraße, wo Menschen mangels besserer Alternativen leben – besteht das einzige Hilfsangebot der Stadt in einem Schlafplatz in der B-Ebene.

Dieses Zusammenspiel von staatlichem und gesellschaftlich etabliertem Rassismus und die Durchsetzung durch die Ordnungsbehörden ist nichts Neues. Was jedoch aktuell auffällt, ist eine zunehmende Hetze gerade gegen Migrant_innen aus dem osteuropäischen Raum. Besonders betroffen sind Sinti und Roma, die seit über 500 Jahren die Erfahrung von Ausgrenzung, Vertreibung und Verfolgung in Europa machen. Während des Nationalsozialismus wurden in Deutschland eine halbe Million Sinti und Roma ermordet.

Heute befeuern Politiker wie Horst Seehofer und Hans-Peter Friedrich mit Parolen wie »Wer betrügt, fliegt!« tiefsitzende Ressentiments. Ob in Medien, der Politik oder strukturell im Rechtssystem – Rassismus und Antiziganismus sind in allen Teilen der Gesellschaft vorhanden und sichtbar.

Ausgrenzung und Ausbeutung von Migrant_innen aus Osteuropa findet im Kontext deutscher Dominanzpolitik statt – auch Bulgarien und Rumänien stehen unter dem Verarmungsdiktat der Troika. Einige Arbeitgeber_innen nutzen zudem die prekäre Lage der Menschen aus, um sie auf Baustellen, in der Pflege, bei der Feldarbeit, in der Gebäudereinigung und der Fleischindustrie auszubeuten.
Nicht selten werden sie um ihre Löhne von teilweise ein oder zwei Euro pro Stunde noch betrogen. Unternehmer_innen steigern über diese prekäre Beschäftigung ihre Profite. Immobilienbesitzer_innen vermieten baufällige Wohnungen zu horrenden Mietpreisen an Migrant_innen und setzen diese »Zwischennutzungen« gewinnbringend ein, bis sie ihre Objekte sanieren und anschließend zu noch höheren Mietpreisen weiter vermieten können.

Wir setzen diesem System der Ausgrenzung und Ausbeutung etwas entgegen! Solidarisch kämpfen gegen Rassismus und Antiziganismus, ob im Stadtteil, auf dem Bau, im Immobiliensektor oder sonst wo!

Kommt zu den Kundgebungen vor dem Ordnungsamt im Gallus, vor dem Jobcenter am Baseler Platz und auf der Leipziger-/Juliusstraße. Für eine solidarische Gesellschaft! Die Stadt gehört allen!
 
 
Aufrufende:
Förderverein Roma e.V. // Krisengruppe // turn*left // Zukunft Bockenheim // Aktionsbündnis gegen Abschiebung Rhein-Main // Daimlerstrassen AG des Hanauer Sozialforums

Kundgebung anlässlich des 71. Jahrestages des Auschwitz-Erlasses


Foto: www.foerdervereinromaev.de

Anlässlich des 71. Jahrestages des Auschwitz-Erlasses führt der Förderverein Roma e. V. eine Kundgebung am 16. Dezember 2013, um 18.30 Uhr, Haus des Buches, ehemaliges Stadtgesundheitsamt Ffm., Braubachstraße 18-22 durch.

Am 16.12.42 ordnete »Reichsführer SS« Heinrich Himmler im sogenannten Auschwitz-Erlass die Massendeportation von Roma und Sinti in das Konzentrationslager Auschwitz an. Es soll »Ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager« eingewiesen werden, hieß es in dem Erlass.

Die Vorstufe zur späteren Vernichtung wurde durch die Erfassung aller im deutschen Reich lebenden Roma und Sinti geschaffen. Robert Ritter, Leiter der »Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes Berlin« und seine enge Mitarbeiter Eva Justin waren hierfür maßgeblich verantwortlich. Ihre sogenannten »rassenbiologischen« Untersuchungen registrierten minutiös über 20.000 Roma und Sinti. Sie leisteten damit die Voraussetzung für die spätere fabrikmäßige Vernichtung.

Ritter und Justin wurden nach 1945 im Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main als Medizinalrat und Psychologin beschäftigt. Obwohl bekannt war, welche zentrale Funktion beide während der NS-Zeit innehatten, bestanden keine Bedenken gegen die Anstellung. Ritter und Justin wurden für ihre Verbrechen nicht verurteilt.

Am 27.1.2000 wurde nach zehnjährigem Engagement und gegen die politische Mehrheit im Römer eine durch private Mittel finanzierte Mahntafel am ehemaligen Stadtgesundheitsamt angebracht.

In den Räumen des Stadtgesundheitsamtes befindet sich seit 2011 die Hauptgeschäftsstelle des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Nach einer Renovierungsphase und dem vorübergehenden Verschwinden der Tafel wurde diese erneut am 27.1.2012 an historischem Ort befestigt. Sie weist auf die Verbrechen hin, nennt die Namen der Täter und klagt die historische Verantwortung gegenüber den Roma und Sinti ein.

Weitere Infos: www.foerdervereinromaev.de

21. Dezember 2013 // Bundesweite Demonstration: Rote Flora verteidigen – Esso-Häuser durchsetzen! Gegen rassistische Zustände – Bleiberecht für alle!

Auftakt: 14 Uhr Rote Flora Hamburg

Mit einer bundesweiten und internationalen Demonstration am 21. Dezember in Hamburg wollen wir deutlich machen, dass mit massivem Widerstand zu rechnen ist, sollte versucht werden, die Rote Flora zu räumen. Inhaltliche Schwerpunkte sind die aktuellen Kämpfe um den Erhalt der Esso-Häuser, das Bleiberecht der Flüchtlinge und die radikale Kritik an Repression und Gefahrengebieten. (mehr…)