Archiv der Kategorie 'Pressemitteilungen'

Pressemitteilung, 20.10.2017: Hessischer CDU-Wissenschaftsminister Boris Rhein bedrängt und nötigt mit Saufkumpanen Nutzer*innen des Klapperfelds

Wie verschiedene, zu diesem Zeitpunkt noch anwesende Nutzer*innen des Klapperfelds übereinstimmend berichteten, kam es am Montagabend, den 16. Oktober 2017 zu einem Vorfall, an dem auch der hessische CDU-Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein beteiligt war.

Einer der Anwesenden beschrieb den Vorfall wie folgt: »Gegen 22:40 Uhr klopfte und klingelte es an der Tür. Wir hatten das massive Auftreten von Neurechten und Neonazis auf der Buchmesse und ihre teils gewalttätigen Angriffe noch sehr präsent. Deshalb schauten wir zunächst durch ein Fenster und sahen eine Gruppe von etwa 10 Männern im Alter zwischen Ende 20 und etwa 70 Jahren. Ihrem Kleidungsstil nach zu urteilen, schienen sie einem eher konservativen Milieu zu entstammen. Da die Männer bemerkt hatten, dass wir uns im Gebäude aufhielten, forderten sie lautstark Einlass, hämmerten gegen die Tür und klingelten Sturm. Dies hielt etwa 20 Minuten an. Als einer der Männer durch die Scheibe schaute, war ich mir sicher, dass es sich um den ehemaligen Innenminister Boris Rhein handelte.«

Eine weitere Anwesende ergänzte: »Da wir zunächst annehmen konnten, dass es sich nicht um gewalttätige Neonazis handelte, sondern ›nur‹ um eine Gruppe betrunkener CDUler, beschlossen wir, die Tür zu öffnen und mit der Gruppe zu reden. Sofort schrien mehrere der offensichtlich teils stark alkoholisierten Männer gleichzeitig auf uns ein: Was wir hier machen würden? Wieso sie nicht rein dürften? Dass dies ein öffentlicher Ort sei und sie das Recht hätten, sich umzuschauen und die Ausstellung zu sehen. Da nur Boris Rhein uns namentlich bekannt war, sprachen wir hauptsächlich ihn an. Der uns bedrängenden und pöbelnden Gruppe erklärten wir, wir könnten nur dann auf Fragen antworten, wenn nur eine Person redet. Die Situation beruhigte sich etwas aber Boris Rhein forderte weiterhin vehement Einlass. Immer wieder riefen seine Begleiter lautstark dazwischen. Wir verwiesen auf die Öffnungszeiten und machten auf unser Hausrecht aufmerksam. Als Law-and-Order-Politiker müsste er doch verstehen, dass es auch hier gewisse Regeln gebe und er um diese Uhrzeit und in diesem Zustand auch im MMK oder an anderen Ausstellungsorten in Frankfurt keinen Einlass erhalte. Da die Diskussion sich im Kreis zu drehen schien, boten wir der Gruppe Flyer mit Informationen zum Projekt, den Ausstellungen und den Öffnungszeiten an und schlossen die Tür, um diese zu holen. Offensichtlich bestand daran kein ernsthaftes Interesse, denn als wir nach wenigen Minuten zurückkamen, hatte sich die Gruppe – abgesehen von zwei älteren Männern – aufgelöst. Diese verlangten jetzt Zugang zur Toilette. Wir verwiesen sie an die Restaurants in der Umgebung, die zu dieser Zeit noch geöffnet haben, drückten ihnen die Flyer in die Hand und schlossen die Tür. Erst dann hatte der Spuk ein Ende.«

Maja Koster, eine Vertreterin der Initiative »Faites votre jeu!«, die im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld seit 2009 ein selbstverwaltetes Zentrum betreibt, ordnete diesen Vorfall im Sinne einer nach rechts rückenden Gesellschaft ein, in der Orte alternativer und linker Politik und Kultur zunehmend bedrängt und angegriffen werden: »Nicht erst seit den Ergebnissen der Bundestagswahl und den Vorfällen auf der Buchmesse ist ein deutlicher Rechtsruck zu spüren. Zuletzt wurden während der Proteste gegen den G20 Gipfel in Hamburg die Pressefreiheit eingeschränkt, das Demonstrationsrecht teilweise außer Kraft gesetzt und die legitimen Proteste gegen den Gipfel kriminalisiert und im Nachgang genutzt, um eine bundesweite Angriffswelle auf linke Strukturen starten, die sich auch in Frankfurt in der Bedrohung linker Zentren wie dem Klapperfeld äußerte. Während CDU-Innenminister De Maiziere die linke Medienplattform linksunten.indymedia.org verbieten ließ, äußert sich diese gesellschaftliche Stimmung auf der Straße in der Zunahme von Angriffen auf alles, was nicht ins rechte Weltbild passt. In diesem Kontext sehen wir auch, dass der hessische CDU-Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein mit seinen Saufkumpanen im Klapperfeld Anwesende Nutzer*innen bedrängt und nötigt.«

Christopher Schneider, ebenfalls im Klapperfeld aktiv, ging auf einen anderen Aspekt des ungebetenen Besuches ein: »Innenminister Peter Beuth und sein Verfassungsschutz werden ja nicht müde gegen linke Zentren zu hetzen und zu behaupten, das Klapperfeld sei ein ›Rückzugsraum für politisch motivierte Gewalttäter‹. Mit seinem nächtlichen Besuch hat Beuths Parteifreund und Vorgänger Rhein offengelegt, dass diese öffentlich gebetsmühlenartig wiederholte ›Gefahrenprognose‹ nicht mal von der hessischen CDU-Spitze ernst genommen wird. Es entlarvt das Geschwätz von VS, Beuth und Co. als das, was es ist: Rechte Hetze und Diffamierung von linken und emanzipatorischen Strukturen.«

Abschließend erklärte Maja Koster: »Dieser zunächst humoristisch erscheinende Vorfall offenbart, wie fließend die Grenzen zwischen den vermeintlichen Biedermännern wie Rhein und Co. und dem rechten Mob auf der Straße sind. Einmal mehr wird deutlich, dass linke Zentren in Zeiten einer neurechten reaktionären Formierung und der deutlich spürbaren Zunahme von Menschenfeindlichkeit und rechter Gewalt als Gegenpol und Orte der Organisierung gebraucht und verteidigt werden müssen.«

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Pressemitteilung, 08.09.2017 – Jugendorganisation der Frankfurter FDP will Erstwählerparty im von »Faites votre jeu!« ­betriebenen, autonomen Zentrum ­Klapperfeld veranstalten

Am Sonntag, den 3. September hat die Initiative »Faites votre jeu!« eine Anfrage von Julia Aicher, der amtierenden ­Kreisvorsitzenden der Jungen Liberalen Frankfurts (JuLis Frankfurt), erhalten. In ihrer E-Mail heißt es, die JuLis ­Frankfurt seien eine »politische Jugendorganisation und würde sehr gerne eine Erstwählerparty veranstalten«. Als Veranstaltungsort wollen sie das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld nutzen, in dem die Initiative »Faites votre jeu!« ein autonomes Zentrum betreibt. Maja Koster, eine Vertreterin der Initiative zeigte sich verwundert über die Anfrage: »Während die Frankfurter FDP um den Stadtverordneten Uwe Schulz seit Wochen gegen linke Zentren in Frankfurt hetzt, scheint die Jugendorganisation der Partei weniger Berührungsängste zu haben.«

Nach den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg hatte die FDP mit Anträgen in Ortsbeiräten und der Stadt­verordneten­versammlung versucht, Stimmung gegen die seit mehr als drei Jahrzehnten besetzte Au in Rödelheim, das Café ExZess in Bockenheim und das Klapperfeld in der Frankfurter Innenstadt zu machen. Unter anderem fordert die FDP die schnellstmögliche Räumung des Klapperfelds. »Offensichtlich versucht die Frankfurter FDP am rechten Rand auf Stimmenfang zu gehen, macht sich mit ihrem Pauschalangriff auf Linke die Argumentation von Rechtspopulist*innen und Nazis zu eigen und spielt damit genau diesen in die Hände.«, konterte Maja Koster.

»Schön, dass Julia Aicher und die JuLis den Angriff ihrer Partei auf linke Strukturen nicht mitmachen ­wollen. Sonst würden sie wohl kaum auf die Idee kommen, die Räume ­unseres ­Zentrums für eine ihrer Veranstaltungen nutzen zu wollen.«, ergänzte Jens Radenbach, der sich wie Koster schon lange im ­Klapperfeld engagiert. »Allerdings würden wir erwarten, die ­JuLis nicht nur bei uns feiern wollen, sondern ihren Genoss*innen in der FDP eine klare Absage erteilen und sich auch öffentlich von deren rechter Stimmungsmache distanzieren.«

Maja Koster ging noch auf einen anderen Aspekt ein der JuLis-Anfrage ein: »Wie absurd der Räumungsforderungen der ­Frankfurter FDP sind, wird durch die Anfrage ihrer Jugendorganisation einmal mehr deutlich: Ganz offensichtlich gibt es in Frankfurt einen ­eklatanten Mangel am Räumen, die von Gruppen oder Einzelpersonen ohne bürokratischen und/oder finanziellen Aufwand genutzt werden können. Seit unserem Einzug vor acht Jahren ist das Klapperfeld zu einem der wenigen Orte in Frankfurt geworden, in denen genau das möglich ist: Unsere Räume werden für kritische, politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Selbstverwaltet und unkommerziell organisiert wurden mittlerweile zwei Dauer­ausstellungen zur Geschichte des Ortes eingerichtet – eine mit dem ­Schwerpunkt auf die NS-Vergangenheit und eine weitere zur Abschiebehaft. Außerdem finden hier verschiedenste Veranstaltungen statt: von Zeitzeug*innengesprächen, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theater­aufführungen bis hin zu Bar­abenden und Konzerten. Augenscheinlich braucht es nicht weniger, sondern mehr autonome Zentren.«

Abschließend stellte Jens Radenbach klar: »Die plumpe Stimmungsmache gegen linke Zentren werden wir nicht weiter ­hinnehmen und die Anträge der FDP gehören endlich auf den Müllhaufen. Rechte Populist*innen wie Uwe Schulz ­treiben die gesellschaftliche ­Spaltung weiter voran und lenken von wirklich wichtigen Themen ab: Hetze und Gewalt gegen Geflüchtete, rasant voranschreitende ­Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen, Armut, Verdrängung und Gentrifizierung… Um nur einige zu nennen die für die FDP kein ­Thema zu sein scheinen aber an Orten wie dem Klapperfeld, der Au und dem ExZess diskutiert werden können.«

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Pressemitteilung, 04.08.2016 – Initiative »Faites votre jeu!« feiert achten Geburtstag – Sommerfest am 6. August ab 15 Uhr

Mittlerweile sind acht Jahre vergangen, seit die Initiative »Faites votre jeu!« das ehemalige Jugendzentrum in Bockenheim ­besetzte und dort ein selbstverwaltetes Zentrum einrichtete. Allerdings hatte die Stadt Frankfurt andere Pläne für das Gebäude. Nach Räumungsdrohungen und Strafanzeigen kam es nach zähen Verhandlungen zum Angebot eines Ersatzobjekts: dem ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld. Maja Koster, aktiv bei »Faites votre jeu!«, erinnert sich: »Während die Stadt ihr Angebot feierte und die regionale Presse bereits vermeldete ›Hausbesetzer müssen in den Knast‹, begannen innerhalb unserer Initiative nächtelange Diskussionen. Für uns stellte sich die Frage, ob man ein selbstverwaltetes Zentrum und unseren damit verbundenen Anspruch an eine emanzipatorische Politik und Kultur an einem Ort fortführen kann, der über 100 Jahre ein Ort der Repression war.«

Im Klapperfeld wurden von 1886 bis 2002 Menschen inhaftiert. Auch die Gestapo nutzte diesen Ort zwischen 1933 und 1945. Das Klapperfeld bedeutete für viele Menschen lange Zeit Unterdrückung, Folter und Mord. Koster ergänzt: »Ernst genommen ­wurden wir mit unseren Bedenken damals nur von Wenigen. Während unsere Zweifel in der Presse auf ein ›Hausbesetzern ist Gefängnis zu klein‹ herunter gespielt wurden, zeigten die Vertreter_innen der Stadt, kein Verständnis für derartige Bedenken. Letztendlich einigten wir uns auf den Umzug. Für uns jedoch war klar, dass wir unser Projekt nur fortsetzen können, wenn wir uns mit der Geschichte des Hauses auseinandersetzen.«

In den letzten sieben Jahren ist das Klapperfeld zu einem wichtigen Zentrum geworden. Die Räume werden für kritische, ­politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Selbstverwaltet und unkommerziell organisiert wurden mittlerweile zwei Dauerausstellungen zur Geschichte des Ortes eingerichtet – eine mit dem Schwerpunkt auf die NS-Vergangenheit und eine ­weitere zur Abschiebehaft. Außerdem finden verschiedenste Veranstaltungen statt: von Zeitzeug_innengesprächen, ­Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden und Konzerten. Anlässlich des achten Geburtstags und der mittlerweile sieben Jahre im Klapperfeld resümiert Koster: »Trotz aller Bedenken sind wir ­mittlerweile gerne im Klapperfeld. Neben der Gestaltung eines selbstverwalteten, sozialen Raums wird auch die ­Auseinandersetzung mit der Geschichte kontinuierlich fortgeführt.«

Großes Sommerfest am Samstag, den 6. August 2016 ab 15 Uhr im Klapperfeld

Um das nunmehr achtjährige Bestehen von »Faites votre jeu!« gebührend zu feiern, lädt die Initiative ­Freund_­innen, ­Unterstützer_­innen und Interessierte am Samstag, den 6. August ab 15 Uhr zu ihrem Sommerfest ein. Im Hof wird es ­verschiedene ­Essensstände mit Gegrilltem, Snacks, Kuchen und Getränken geben. Gegen ­Nachmittag wird ­Lenki Balboa (Berlin) Hip-Hop, Rap, Dancehall & Future Bass im Hof auflegen. Um 17 Uhr lässt das Rattern einer ­Bingo-Trommel die Herzen höher schlagen. Zu gewinnen gibt es nur großartiges und weil queer mehr als pink & glitzer ist, spielen wir nicht mit Zahlen sondern mit 90 (un)möglichen Begriffen aus den Bereichen queerer Geschichte, Theorie und ­Subkultur. Das Jazzpunk-Trio Hendrique-­Dieter Johannson begibt sich anschließend in neue Gefilde der Unterhaltungsmusik – dabei reduzieren sie die auf dem ­Speedway von Pop und Punk liegen gebliebenen Stücke auf ihren Warenkern.

Um 16, 17, 18, 19 und 20 Uhr können Interessierte an Füh­rungen durch die ­Dauerausstellungen und das Gebäude ­teilnehmen und sich über die Geschichte des Klapperfelds und die Arbeit von »Faites votre jeu!« informieren. Darüber hinaus werden verschiedene Workshops angeboten: Bei einem Übersetzungsworkshop um 16 Uhr gibt der AK 2. Stock eine kurze ­Einführung, wie bisher bei den Übersetzungen für die Ausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in ­Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im Klapperfeld 1955–2002« vorgegangen wurde – anschließend sind alle ­Interessierten ­aufgerufen, selbst mit Dokumentationslisten, Kugelschreiber und Klebepunkten auf die Suche nach noch unübersetzten ­Inschriften zu ­gehen. Die Frankfurter Gruppe des transnationalen Netzwerks »Rhythms of Resistance« nutzen trommeln als ­politische ­Aktionsform – beim Trommelworkshop um 17 Uhr geben sie Einblicke in das Netzwerk und laden euch ein, mit ihnen zu trommeln. ­Informationen rund um die Verschlüsselung von Computer, Handy und Co. gibt es beim Crypto-Stand.

Später am Abend, gegen 21 Uhr, beginnt das Konzert im Keller. Dulac (dulacdulacdulac.bandcamp.com), das Berliner Post-Punk-Trio kommt mal wieder zurück in hiesige Gefilde und bringt den Keller mit ihren Pop-Sommer-Hymnen und ­hipshaking Gitarrenriffs zum Tanzen. Gloom Sleeper (gloomsleeper.bandcamp.com) aus Bielefeld spielen auch Post-Punk, aber mit ­deutlichem New-Wave/Goth-Einschlag. Holt den Rotwein raus, es wird melodisch-melancholisch. Und direkt aus einem der hauseigenen Proberäume des Klapperfelds verdrehen euch schließlich Ufosekte (ufosekte.wordpress.com) Kopf und Beine. Something with Punk and a synthesizer.

Website der Initiative »Faites votre jeu!«: faitesvotrejeu.blogsport.de
Website zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld: www.klapperfeld.de
Pressekontakt: 0157 83644064 | faitesvotrejeu[ät]yahoo[punkt]com

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Pressemitteilung, 30.07.2014 – Initiative »Faites votre jeu!« feiert sechsten Geburtstag – Sommerfest am 2. August ab 15 Uhr

Mittlerweile sind sechs Jahre vergangen, seit die Initiative »Faites votre jeu!« das ehemalige Jugendzentrum in Bockenheim ­besetzte und dort ein selbstverwaltetes Zentrum einrichteten. Allerdings hatte die Stadt Frankfurt andere Pläne für das ­Gebäude. Nach Räumungsdrohungen und Strafanzeigen kam es nach zähen Verhandlungen zum Angebot eines Ersatzobjekts: dem ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld. Maja Koster, aktiv bei »Faites votre jeu!«, erinnert sich: »Während die Stadt ihr Angebot feierte und die regionale Presse bereits vermeldete ›Hausbesetzer müssen in den Knast‹, begannen innerhalb unserer Initiative nächtelange Diskussionen. Für uns stellte sich die Frage, ob man ein selbstverwaltetes Zentrum und unseren damit verbundenen Anspruch an eine emanzipatorische Politik und Kultur an einem Ort fortführen kann, der über 100 Jahre ein Ort der Repression war.«

Im Klapperfeld wurden von 1886 bis 2003 Menschen inhaftiert. Auch die Gestapo nutzte diesen Ort zwischen 1933 und 1945. Das Klapperfeld bedeutete für viele Menschen lange Zeit Unterdrückung, Folter und Mord. Koster ergänzt: »Ernst genommen ­wurden wir mit unseren Bedenken damals nur von Wenigen. Während unsere Zweifel in der Presse auf ein ›Hausbesetzern ist Gefängnis zu klein‹ herunter gespielt wurden, zeigten die Vertreter_innen der Stadt, kein Verständnis für derartige Bedenken. Letztendlich einigten wir uns auf den Umzug. Für uns jedoch war klar, dass wir unser Projekt nur fortsetzen können, wenn wir uns mit der Geschichte des Hauses auseinandersetzen.«

In den letzten vier Jahren ist das Klapperfeld zu einem wichtigen Zentrum geworden. Die Räume werden für kritische, politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Selbstverwaltet und unkommerziell organisiert wurde eine Dauerausstellung zur ­Geschichte des Ortes eingerichtet und es finden verschiedenste Veranstaltungen statt: von Zeitzeug_innengesprächen, ­Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden und Konzerten. Anlässlich des sechsten Geburtstags und der mittlerweile fünf Jahren im Klapperfeld resümierte Koster: »Als wir vor sechs Jahren das JUZ besetzten, hätte sich niemand von uns vorstellen können, wie sich unser Projekt entwickelt. Trotz aller Bedenken, sind wir mittlerweile gerne im Klapperfeld. Neben der Gestaltung eines selbstverwalteten, sozialen Raums wird auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte kontinuierlich fortgeführt.« ­

Großes Sommerfest am Samstag, den 2. August 2013 ab 15 Uhr im Klapperfeld

Um das nunmehr sechsjährige Bestehen von »Faites votre jeu!« gebührend zu feiern, lädt die Initiative alle Freund_innen, Unterstützer_innen und Interessierte am Samstag, den 2. August ab 15 Uhr zu ihrem Sommerfest ein.

Im Hof wird es Kinderbespaßung und verschiedene Essenstände mit Gegrilltem von Vegan bis Fleisch, Salat, Waffeln, Kuchen und Getränken geben. Bei der Tombola können ebenso ­tolle wie außergewöhnliche Preise gewonnen werden. Gegen Nachmittag werden Image Ctrl (imagectrl.bandcamp.com) aus Berlin im Hof des Klapperfelds loslegen. Zu hören gibt es feinsten HipHop – erst live und später von den Plattentellern.

Um 16, 18 und 20 Uhr können Interessierte an Führungen durch die Dauerausstellung und das Gebäude teilnehmen und sich über die Geschichte des Klapperfelds und die Arbeit von »Faites votre jeu!« informieren.

Später am Abend, gegen 22 Uhr, beginnt das Konzert im Keller. Mit dabei sind dieses Jahr Derby Dolls aus Tübingen, die mit ihrem Frühpunk-Sound teil­weise an alte NDW-Bands erinnern (erstetheketontraeger.bandcamp.com/album/ett-013-derby-dolls-s-t-ep). Kenny Kenny Oh Oh aus Leipzig/Berlin machen Riot Grrrl-Punk mit emanzipatorischem Anspruch (­kennykennyohoh.bandcamp.com). Und Lambs aus Köln runden das Paket mit ihrem DIY-Punk ab. Die einen nennen es Deutschpunk, die anderen Punk mit deutschen Texten, was auch immer, you decide (lambs.bandcamp.com)! Kurzfristig sind auch noch Danger!Danger! aus Tübingen mit dazugekommen (dangerdangerdanger.bandcamp.com). Mit ihrem flotten wütenden Punk werden sie den Abend im Keller eröffnen.
 
 
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Website zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld: www.klapperfeld.de
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Pressemitteilung, 07.11.2013 – Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus, die seit 2003 von der Amadeu Antonio Stiftung organisiert werden, bietet die Initiative »Faites votre jeu!« rund um den 9. November im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld ein breites Angebot an Veranstaltungen an. Ziel ist es, sich gegen Antisemitismus zu organisieren, zu vernetzen und Diskussionen über verschiedene Facetten der Problems zu initiieren.

»Wir freuen uns darüber den Dokumentarfilm ›Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma‘abarot‹ nach der erfolgreichen Premieren­woche im Oktober schon am Freitag, den 8. November 2013 im Klapperfeld zeigen zu können.«, so Maja Koster von »Faites votre jeu!«. Die Film­vor­füh­rung beginnt um 19.​30 Uhr und m Anschluss besteht die Möglichkeit zum Ge­spräch mit den ­Ma­cher_in­nen des Films.

Der Film erzählt die Lebensgeschichten von fünf Personen, die zwei Dinge teilen: Sie alle sind als Kinder in Deutschland geboren und aufgewachsen und wurden als Juden und Jüdinnen ab 1933 von den Nazis verfolgt – und sie alle leben im gemeinschaftlich-sozialistisch organisierten Kibbuz Ma‘abrot in Israel. Wann, wie und warum sie dorthin kamen, erzählen die Protagonist_innen auf eindrückliche Weise. Wenn sie vom Leben im Kibbuz berichten, spürt man ihre Begeisterung und Leidenschaft (Weitere Infos zum Film: www.docview.org).

In Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung der Frankfurter Jüdinnen und Juden, bietet die Initiative am Samstag, den 9. November 2013 um 14 Uhr eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung zur Geschichte des ehemaligen Polizei­gefängnisses Klapperfeld mit einem Schwerpunkt zu den Pogromen im November 1938 an.

Am 14. November 2013 um 19.30 Uhr wird apl. Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer sein Buch »Indoktrination: Rassismus und Antisemitismus in der Nazi-Schülerzeitschrift ›Hilf mit!‹ (1933-1944)« vorstellen. Dabei wird es einerseits um die antisemitischen und rassistischen Denkmuster gehen, andererseits aber auch um die Frage von deren Vermittlung. Denn in der hochprofessionell gemachten Schülerzeitschrift stand die antisemitische und rassistische Hetze nicht unmittelbar im Vordergrund, sondern wurde bewusst dosiert zwischen vielen Artikeln, die eine deutsche Idylle beschworen, untergemischt.
 
Weitere Infos zu den Aktionswochen gegen Antisemitismus finden sie auf: faitesvotrejeu.blogsport.de und www.aktionswochen-gegen-antisemitismus.de

Pressekontakt: 0163 9401683 | info[ät]klapperfeld.de

Öffnungszeiten der Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds: jeden Samstag: 15-18 Uhr
 
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Pressemitteilung, 03.09.2013 – Pressekonferenz zum ›Tag des offenen Denkmals‹ im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld am 4. September 2013 – »Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?«

Am 8. September 2013 beteiligt sich die Initiative »Faites votre jeu!« erstmals am ›Tag des offenen Denkmals‹, der dieses Jahr ­unter dem Motto »Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?« stattfindet. Bereits im Vorfeld informiert die ­Initiative gemeinsam mit dem städtischen Denkmalamt bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 4. September 2013 um 14 Uhr im Klapperfeld über den ›Tag des offenen Denkmals‹ und stellt die Besonderheiten des ehemaligen Polizeigefängnisses vor.

Im ehemaligen Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße 5 wurden von 1886 bis 2003 Menschen inhaftiert. Zwischen 1933 und 1945 nutzte die Polizei und die Gestapo diesen Ort im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung. Ab den 1980er Jahren wurde das Klapperfeld neben der Ingewahrsamnahme auch als Abschiebeknast genutzt. Maja Koster, eine Vertreterin der Initiative: »Wir freuen uns am ›Tag des offenen Denkmals‹ teilnehmen zu können. Das Klapperfeld als selbstverwalteter, sozialer Raum ist zu einem wichtigen Zentrum in der Frankfurter Innenstadt geworden, in dem kontinuierlich emanzipatorische Politik und Kultur organisiert wird. Gleichzeitig informieren wir Interessierte seit unserem Einzug mit unserer Dauerausstellung, pädagogischen Angeboten, Gastausstellungen und verschiedensten Veranstaltungen über die 115jährige Repressions- und Gewaltgeschichte des Klapperfelds und darüber hinaus.«

Das Gebäude ist formell noch nicht als Denkmal in die Liste der Kulturdenkmäler eingetragen. VertreterInnen der Initiative ­sprechen über die Geschichte des Gebäudes und ihr Nutzungskonzept, Lorena Pethig, Konservatorin im städtischen Denkmalamt, stellt seine Besonderheiten vor.

Anschließend wird um 15.30 Uhr der 1941 erbaute Hochbunker in der Goldsteinstraße 302, Ecke Tränkweg besichtigt, der seit 2012 als Einzelkulturdenkmal unter Denkmalschutz steht. Andrea Hampel, Leiterin des Denkmalamtes stellt das Gebäude vor. Für die Pressekonferenz wird um Voranmeldung per E-Mail an K.Bek@denkmalpflege-hessen.de gebeten.

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Pressekontakt: 0163 9401683 | faitesvotrejeu[ät]yahoo.com
 
 
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Pressemitteilung, 29.07.2013 – Initiative »Faites votre jeu!« feiert fünften Geburtstag

Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen, seit die Initiative »Faites votre jeu!« das ehemalige Jugendzentrum in Bockenheim besetzte und dort ein selbstverwaltetes Zentrum einrichteten. Allerdings hatte die Stadt Frankfurt andere Pläne für das Gebäude. Nach Räumungsdrohungen und Strafanzeigen kam es nach zähen Verhandlungen zum Angebot eines Ersatzobjekts: dem ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld. Maja Koster, aktiv bei »Faites votre jeu!«, erinnert sich: »Während die Stadt ihr Angebot feierte und die regionale Presse bereits vermeldete ›Hausbesetzer müssen in den Knast‹, begannen innerhalb unserer Initiative nächtelange Diskussionen. Für uns stellte sich die Frage, ob man ein selbstverwaltetes Zentrum und unseren damit verbundenen Anspruch an eine emanzipatorische Politik und Kultur an einem Ort fortführen kann, der über 100 Jahre ein Ort der Repression war.«

Im Klapperfeld wurden von 1886 bis 2003 Menschen inhaftiert. Auch die Gestapo nutzte diesen Ort zwischen 1933 und 1945. Das Klapperfeld bedeutete für viele Menschen lange Zeit Unterdrückung, Folter und Mord. Koster ergänzt: »Ernst genommen wurden wir mit unseren Bedenken damals nur von Wenigen. Während unsere Zweifel in der Presse auf ein ›Hausbesetzern ist Gefängnis zu klein‹ herunter gespielt wurden, zeigten die Vertreter_innen der Stadt, kein Verständnis für derartige Bedenken. Letztendlich einigten wir uns auf den Umzug. Für uns jedoch war klar, dass wir unser Projekt nur fortsetzen können, wenn wir uns mit der Geschichte des Hauses auseinandersetzen.«

In den letzten vier Jahren ist das Klapperfeld zu einem wichtigen Zentrum geworden. Die Räume werden für kritische, politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Selbstverwaltet und unkommerziell organisiert wurde eine Dauerausstellung zur ­Geschichte des Ortes eingerichtet und es finden verschiedenste Veranstaltungen statt: von Zeitzeug_innengesprächen, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden und Konzerten. Anlässlich des fünften Geburtstags und der mittlerweile vier Jahren im Klapperfeld resümierte Koster: »Als wir vor fünf Jahren das JUZ besetzten, hätte sich niemand von uns vorstellen können, wie sich unser Projekt entwickelt. Trotz aller Bedenken, sind wir mittlerweile gerne im Klapperfeld. Neben der Gestaltung eines selbstverwalteten, sozialen Raums wird auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte kontinuierlich fortgeführt.« ­

Die geschichtspolitische Auseinandersetzung der Initiative »Faites votre jeu!« geht weiter

Aktuell arbeitet die Initiative unter anderem an einer Online-Datenbank zu den zwischen 1933 und 1945 im Klapperfeld ­Inhaftierten. Jüngstes Ergebnis der Forschungsarbeit der Initiative ist der pünktlich zum Jubiläum erscheinende Bericht »Haft­bedingungen von Frauen im Klapperfeld während der NS-Zeit«. Hier werden ausgehend von Zeitzeuginnen-Berichten die Haftbedingungen im Klapperfeld beschrieben. Der Blick ist dabei auf frauenspezifische Aspekte während der Haft gerichtet. Ausgehend von den im NS vorherrschenden Geschlechterbildern werden Hauptgründe für die Inhaftierung von Frauen erläutert und deren Deportationswege vom Klapperfeld in andere Gefängnisse und Lager aufgezeigt.

Großes Sommerfest am Samstag, den 3. August 2013 ab 15 Uhr im Klapperfeld

Um das nunmehr fünfjährige Bestehen von »Faites votre jeu!« gebührend zu feiern, lädt die Initiative alle Freund_innen, Unterstützer_innen und Interessierte am Samstag, den 3. August ab 15 Uhr zu ihrem Sommerfest ein.

Im Hof wird es Kinderbespaßung und verschiedene Essenstände mit Gegrilltem von Vegan bis Fleisch, Salat, Waffeln, Kuchen und Getränken geben. Bei der Tombola können ebenso tolle wie außergewöhnliche Preise gewonnen werden. Gegen Nachmittag wird der Sänger der Band »I Refuse« mit seinem Soloprojekt »White Boy Problems« (whiteboyproblems.blogsport.de) im Hof des Klapperfelds loslegen.

Um 16, 18 und 20 Uhr können Interessierte an Führungen durch die Dauerausstellung und das Gebäude teilnehmen und sich über die Geschichte des Klapperfelds und die Arbeit von »Faites votre jeu!« informieren.

Später am Abend gegen 22 Uhr geht es mit der Band »Zustände« (zustaende.bandcamp.com) im Keller weiter. Frisch aus Mannheim mit ihrem Demo-Tape im Gepäck erobern sie die Bühne – rotzig, punkig mit fieser garage Kante. Danach legen »Hysterese« (youtu.be/E1I9VS8471w) mit ihrem düsteren, treibendem Punkset nach. Nachdem sie ihre erste Platte veröffentlich haben, haben sie ganz Europa bereist und beehren nun auch das Klapperfeld und feiern mit uns.

Neben der bereits erwähnten Forschungsarbeit erscheint außerdem eine Jubiläumsbroschüre, zu der verschiedene Gruppen, Institutionen und Einzelpersonen Anekdoten, Berichte und Erlebisse aus fünf Jahren »Faites votre jeu!« beigetragen haben.

Weitere Infos zum Sommerfest und der Initiative »Faites votre jeu!« finden Sie unter faitesvotrejeu.blogsport.de.

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Pressemitteilung, 06.06.2013 – Ausstellungseröffnung und Auftaktveranstaltung zur Medieninstallation »Blackbox Abschiebung« am 11. Juni 2013 um 19 Uhr im ehemaligen Polizei- und Abschiebegefängnis Klapperfeld

Jedes Jahr werden etwa 10.000 Menschen aus der Bundesrepublik Deutschland abgeschoben. Wie ihr Leben weitergeht, nachdem sie mitten aus ihrem Alltag gerissen wurden, bleibt oft im Verborgenen. Aus der realen »Blackbox Abschiebung« finden ihre Geschichten nur selten in die BRD zurück. Eine Medieninstallation im ehemaligen Polizei- und Abschiebegefängnis in der Klapperfeldstraße 5 ermöglicht Einblicke in Lebensrealitäten, die meist im Dunkeln bleiben:
Neun Personen, die abgeschoben worden sind, berichten in selbst gedrehten Videointerviews und Digitalkamera-Aufnahmen von ihrer Abschiebung und dokumentieren als Reporter_innen ihr Leben nach der Abschiebung.

Die Aufnahmen wurden von den Abgeschobenen zurück nach Deutschland geschickt, wo der Filmemacher Ralf Jesse daraus das Programm für die Installation zusammenstellte. Nachdem »Blackbox Abschiebung« seit 2010 in zahlreichen Städten gezeigt wurde, ist die Medieninstallation vom 11. bis zum 30. Juni erstmals in Frankfurt am Main zu sehen. Während dieser Zeit wird auch der ehemalige Abschiebetrakt des Klapperfeld-Gefängnisses zugänglich sein, der noch bis vor 10 Jahren genutzt wurde.

Zur Eröffnung wird der Journalist, Radiomoderator und Autor Miltiadis Oulios (Köln/Düsseldorf) am Dienstag, den 11. Juni, um 19 Uhr sein Buch »Blackbox Abschiebung. Geschichten und Bilder von Leuten, die gerne geblieben wären« vorstellen, das im Frühjahr 2013 im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Darin dokumentiert er die Medieninstallation und unternimmt den Versuch, eine Theorie der Abschiebung zu entwickeln. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Maja Koster von der Initiative »Faites votre jeu!«, die das Klapperfeld seit 2009 als selbstverwaltetes Zentrum nutzt, hofft auf Resonanz: »Durch die Medieninstallation und die Auftaktveranstaltung möchten wir dazu beitragen, dass eine breitere Öffentlichkeit für die Konsequenzen der Abschiebungspolitik geschaffen wird. Vergangene Ausstellungen im Klapperfeld rund um das Thema Migrationspolitik wie etwa die Ausstellung ›EUropäische Grenzen. Traces to and through Europe‹ Anfang des Jahres sind bereits auf großes Interesse gestoßen. Insbesondere die Zellen des noch bis 2003 genutzten Abschiebetrakts zeugen eindrücklich davon, unter welch miserabelsten Bedingungen Menschen mitten in Frankfurt auf ihre Abschiebung warten mussten. Doch was die Abschiebung für die Betroffenen hier bedeutete, ob und wie ihr Leben danach weiterging, konnte bislang nicht erforscht werden. Das Projekt ›Blackbox Abschiebung‹ eröffnet eine seltene Möglichkeit, um die Absurdität des Abschiebesystems und seine weitreichenden Folgen zu thematisieren – und zwar aus der Perspektive von Menschen, die selbst Erfahrungen damit machen mussten.«

Neben der Medieninstallation gibt es im Juni noch zahlreiche andere Veranstaltungen im Klapperfeld: eine Kunstaustellung (die ab dem 22. Juni parallel zur Medieninstallation geöffnet ist), vier Konzerte, einen Kinoabend, eine Sommerlounge, Seminare, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen.

Weitere Informationen unter: blackbox.klapperfeld.de
Pressekontakt: 0163 9401683 | blackbox[ät]klapperfeld.de

Öffnungszeiten der Ausstellung
vom 11. bis zum 30. Juni 2013: jeden Dienstag & Donnerstag: 17 – 19 Uhr
Außerdem an folgenden Tagen:
Samstag, 22.6.: 16 – 21 Uhr | Sonntag, 23.6.: 13 – 18 Uhr | Samstag, 29.6.: 15 – 20 Uhr | Sonntag, 30.6.: 10 – 14 Uhr

– Eintritt frei, Spenden erwünscht! –

Anhang:
Flyer zur Ausstellung »Blackbox Abschiebung«

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11. bis 30. Juni 2013: Ausstellung Blackbox Abschiebung im ehemaligen Abschiebeknast Klapperfeld