Archiv für Oktober 2015

Programm Oktober 2015

Hier unser Oktober-Programm. Das Programm-Heft könnt ihr euch hier als pdf herunterladen. Die Print-Version gibt es wie immer im Klapperfeld und an anderen ausgewähten Orten.

Programm

Freitag, 2. Oktober 2015
21.00 Uhr // Konzert: Love music, hate germany
– es spielen auf: EIN GUTES PFERD (eingutespferd.bandcamp.com), VARAN (varan.bandcamp.com) und TE:RS (ters.bandcamp.com). Wir sparen uns die Mühe, Genre-Labels zu verteilen – hört‘s euch einfach an und kommt rum. Das Konzert beginnt nach der Demo gegen die Einheitsfeierlichkeiten (Beginn: 19 Uhr, Kaisersack – weitere Infos unter: www.grenzenueberwinden.de). Veranstaltende: Antifa Kritik & Punkrock gegen Deutschland (akkffm.blogsport.de)

Samstag, 3. Oktober 2015
15.00 Uhr und 16.30 Uhr // Öffentliche Führungen durch die Ausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im ­Klapperfeld 1955–2002«:
Während unter dem Motto »Grenzen überwinden« um die Ecke vom ­Klapperfeld in der Frankfurter Innenstadt die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit begangen werden, lädt der Arbeitskreis 2. Stock dazu ein, sich anhand der Inschriften von Abschiebe­gefangenen mit der Aktualität von Grenzen und Bewegungsunfreiheit auseinanderzusetzen Weitere Infos zur Ausstellung und Kontakt zum Arbeitskreis: zweiterstock.klapperfeld.de (Dauer jeweils ca. 30 Minuten; die Ausstellung ist von 15 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet)

Dienstag, 6. Oktober 2015
19.00 Uhr // »Faites votre jeu!«-Fragestunde:
Ihr habt Bock im Klapperfeld mitzumachen, wisst aber nicht wie? Jeden ersten Dienstag im Monat beantworten Aktive von »Faites votre jeu!« eure Fragen um euch den Einstieg ins Plenum zu erleichtern! (anschließend Plenum)
21.00 Uhr // »Faites votre jeu!«-Barabend: wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken in nettem Ambiente. (bis 1.00 Uhr)

Sams­tag, 10. Oktober 2014
ab 10.00 Uhr // Sub­bot­nik! Bau­tag im Knast: Klap­per­feld fit für den Winter zu ma­chen!

Montag, 12. Oktober 2015
19.30 Uhr // Lesung mit Alke Jenss (Hrsg.): »Der Staat in Lateinamerika. Kolonialität, Gewalt, Transformation«:
Im Zuge politischer Transformationsprozesse der letzten Jahre ist der Staat im lateinamerikanischen Kontext wieder in den Mittelpunkt öffentlicher Debatten gerückt. ­Obwohl die Veränderungen auch hierzulande kommentiert werden, spielen lateinamerikanische Theorien kaum eine Rolle. Das will dieser Band ändern und staatstheoretische Perspektiven aus Lateinamerika einem deutschsprachigen Publikum zugänglich machen. Die Übersetzung ihrer ­Arbeiten soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern Impulse für einen tatsächlichen Dialog ­zwischen hiesigen und lateinamerikanischen Debatten geben. Nicht zuletzt bieten die lateinamerikanischen Erfahrungen trotz aller Unterschiede wichtige Hinweise für das Verständnis und die Analyse europäischer Krisenprozesse. Veranstaltende: Faites votre jeu! & Verlag Westfälisches Dampfboot / Weitere Infos zur Lesung und zur GegenBuchMasse: gegenbuchmasse.de

Mittwoch, 14. Oktober 2015
19.30 Uhr // Lesung mit Marcus Balzereit: »Therapeutisierung und Soziale Arbeit«:
Ziel des Handbuchs ist es, den gesellschaftlichen Prozess der Therapeutisierung kritisch zu ­analysieren und dessen Folgen für die Soziale Arbeit zu reflektieren. Therapeutische ­Perspektiven und Praktiken bestimmen in zunehmendem Maße die gesellschaftliche Wahrnehmung und ›­Bearbeitung‹ von politisch-ökonomischen, sozialen und kulturellen Konfliktverhältnissen. ­Spezifische Angebote und Verfahren ‚therapeutisierender‘ Sinndeutungen und kurativer Interventionen, die ursprünglich auf spezifische institutionelle Settings und die ­professionelle Beziehung von Therapeut und Patient beschränkt waren, haben mittlerweile nahezu alle gesellschaftlichen Sphären, Institutionen, Politikbereiche und (Berufs-)Rollen durchdrungen. Veranstaltende: ­Faites votre jeu! / Weitere Infos zur Lesung und zur GegenBuchMasse: gegenbuchmasse.de

Donnerstag, 15. Otober 2015
19.30 Uhr // Lesung mit Silke Hünecke (Edition Assemblage): »Überwindung des Schweigens. Erinnerungspolitische Bewegung in Spanien«:
In dem Buch geht es um die erinnerungspolitische Bewegung im spanischen Staat, die seit der Jahrtausendwende erstarkt ist und deren Fokus auf die franquistische Repression und die antifranquistischen ­Widerstände gerichtet ist. Konkret geht es um die erinnerungspolitischen Aktivist*innen und deren Beweggründe, sowie um Interventionen, Strukturen und Perspektiven der Bewegung. Bis ins Jahr 2000 wurde diese Vergangenheit weitestgehend ignoriert, marginalisiert und verdrängt: ins Private oder ins Exil. Zurückzuführen ist dies maßgeblich auf die franquistische Repression und das dadurch erzeugte Angstklima sowie den Pakt des Schweigens des Postfranquismus. Die zentralen Forderungen der erinnerungspolitischen Bewegungen lauten Würde, Wahrheit, Erinnerung und Gerechtigkeit. Nach einem Jahrzehnt kontinuierlicher Interventionen lässt sich feststellen, dass die Bewegung einen maßgeblichen Beitrag zum Bruch mit dem gesellschaftspolitischen Schweigen und zur Dekonstruktion des Angstklimas geliefert hat. Veranstaltende: Faites votre jeu! & Edition Assemblage / Weitere Infos zur Lesung und zur GegenBuchMasse: gegenbuchmasse.de
21.00 Uhr // Konzert: RVIVR (Pop-Punk, USA, rvivr.bandcamp.com) & NAIVE (Postpunk, Köln, naivepunx.bandcamp.com) (Beginn: 22 Uhr)

Mittwoch, 21. Oktober 2015
19.00 Uhr // Sanctuary City. Migrantische Kämpfe um Rechte in der Stadt:
Im nordamerikanischen Kontext ist die Stadt häufig nicht nur Ort, sondern auch Mittel von migrantischen Kämpfen um soziale und politische Rechte. An zahlreichen Orten haben Bewegungen ihre Städte erfolgreich aufgefordert, sich als Sanctuary (Ort der Zuflucht) zu begreifen. Diese Städte stellen sich politisch, rechtlich oder praktisch gegen das Migrationsregime ihres Nationalstaats. Sie gewähren ihren Bewohner_innen unabhängig vom Aufenthaltsstatus Zugang zu Diensten und Einrichtungen und lassen die Polizei auf routinemäßige Kontrollen des Aufenthaltsstatus verzichten. Die kanadische Stadt Toronto verfügt infolge der Kampagne eines breiten aktivistischen Netzwerks seit 2013 über eine entsprechende Richtlinie. In der Veranstaltung berichten Ayesha Basit und Nathan Prier von No One is Illegal Toronto (toronto.nooneisillegal.org) von Erfolgen und Widersprüchen dieser Strategie und ordnen die Entwicklung aus antirassistischer und ‑kolonialer Perspektive ein. In der Diskussion wollen wir auch nach möglichen Anknüpfungspunkten für die Frankfurter Verhältnisse fragen: Wie kann der Forderung nach einer »neuen Frankfurter Praxis« (Project.Shelter) weiter Nachdruck ­verliehen werden. Die Veranstaltung wird in englischer Sprache stattfinden. Im Anschluss Soli-­Barabend zur Unterstützung von No One is Illegal Toronto (toronto.nooneisillegal.org) und Project.Shelter Frankfurt (projectshelterffm.tumblr.com) Veranstaltende: AK Kritische Geographie (ffm.kritische-geographie.de), ­Interventionistische Linke Frankfurt (frankfurt.radikallinks.org), Netzwerk kritische Migrations- und Grenz­regimeforschung (kritnet.org)

Freitag, 23. Oktober 2015
22.00 Uhr // Soliparty gegen Repression: DJ’s: krautkontrol & vladimir komarow (pop/80s). VeranstalterInnen: spontanes Solikomitee (bis 4 Uhr)

Montag, 27. Oktober 2015
20.00 Uhr // Soli-Barabend für den Wiederaufbau von Kobanê. (bis 1.00 Uhr)

Freitag, 30. Oktober 2015
19.30 Uhr // Lesung und Diskussion mit Autor*innenkollektiv Loukanikos: »History is unwritten. Linke Geschichtspolitik und kritische Wissenschaft. Ein Lesebuch«:
In History is unwritten diskutieren historisch Forschende, Autor*innen, Künstler*innen und politische Initiativen, wie ein emanzipatorischer Umgang mit Geschichte heute aussehen könnte. Ob Kolonialismus im Kasten oder Tränen in der Wissenschaft, ob Rosa Luxemburg oder Subcomandante Marcos, ob Ausgraben und Erinnern oder Kämpfen und Zweifeln – zusammen ergeben die Beiträge einen vielfältigen Eindruck von einer Linken, die sich um die Vergangenheit scheren muss, wenn sie etwas von der Zukunft will. Die Publikation ist die erweiterte Dokumentation der gleichnamigen Konferenz in Berlin 12/2013. Veranstaltende: Faites votre jeu! & Edition Assemblage / Weitere Infos zur Lesung und zur GegenBuchMasse: gegenbuchmasse.de

Freitag, 31. Oktober 2015
ab 14.30 Uhr // Crossing Bridges 2015: Participation, Party & Politics, Intercultural Exchange, Art & Culture (Open End). Weitere Infos und Veranstaltende: theplayground.de/crossingbridges2015.html

Dienstag, 3. November 2015
21.00 Uhr // Barabend: Lateinamerikanischer Rock, (Post-)Punk, New Wave, …
Dass in Süd- und Mittelamerika nicht nur zu Salsa, Tango und Samba getanzt wird, sondern sich v.a. in den 1980er Jahren (eine Zeit, in der in zahlreichen lateinamerikanischen Ländern Militärdiktaturen herrschten) eine vielfältige (Post)Punk-, Rock-, New Wave-Szene entwickelte und bis heute eine ambitionierte Rockmusik-Szene exisitiert, wissen nur wenige… Dass extrem geile Bands dieser Genres aus Kolumbien, Venezuela, México, Argentinien, Chile, Uruguay, usw. (1980er Jahre bis heute) hierzulande kaum einer kennt, soll geändert werden! Deshalb: Kommt vorbei und überzeugt euch, dass nicht alles, was euch Spanisch vorkommt, Buena Vista Social Club sein muss (Cuba Libre darf natürlich trotzdem getrunken werden). Mit Musik von DJane: Katy Kambalache (»Einlass« bis 0 Uhr) Veranstaltende: Kambalache

Ausstellung: Raus von hier!

Samstags, 15–18 Uhr // Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im Klapperfeld 1955–2002: Im zweite Stock des Klapperfelds ­befinden sich 16 Einzel- und 2 Sammel­zellen, in denen in den letzten Jahrzehnten der Nutzung des Gefängnisses bis zu seiner Schließung im Jahr 2002 überwiegend Abschiebegefangene inhaftiert waren. Diese Zellen sind in dem Zustand belassen, in dem sie sich befanden, als »Faites votre jeu!« 2009 das Gebäude als selbstverwaltetes Zentrum zu nutzen begann: Auf Türen, Wänden, Tischen und Stühlen sind Inschriften in über 30 Sprachen zu entdecken, welche die Inhaftierten in insgesamt fünf Jahrzehnten hier hinterlassen haben. Den Besucher*innen stehen Broschüren mit über 1.000 Übersetzungen zur ­Verfügung. Zusätzlich ­vermittelt eine Audioinstallation einen akustischen Zugang zu den ­Inschriften. Weitere Infos: zweiterstock.klapperfeld.de

Feste Termine im Klapperfeld

Wöchentliches Plenum
Jeden Dienstag von 19.30 Uhr bis 22.00 Uhr
Auf dem Plenum diskutieren wir, was gerade im Klapperfeld geht, welche Veranstaltungen wir organisieren wollen, wie die Räume gemeinsam genutzt werden sollen und alles weitere, was das Klapperfeld als selbstverwaltetes Zentrum betrifft. Alle die Lust haben, das Klapperfeld aktiv mitzugestalten, sind dazu herzlich eingeladen.

Erweiterte Dauerausstellung
Geöffnet: jeden Samstag von 15.00 bis 18.00 Uhr
Den Kern der Ausstellung stellt die Rolle des Gefängnisses während des Nationalsozialismus dar. Weitere Ausstellungsteile richten den Blick zudem auf die Entstehung des Klapperfelds im 19. Jahrhundert, die Funktion des Gefängnisses in der Weimarer Republik und die Nutzung des Klapperfelds durch die US-Army während der Entnazifizierung. Die Ausstellung kann während allen öffentlichen Veran­staltungen im Klapperfeld besucht werden sowie jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr. Gruppen oder Schulklassen, die die Ausstellung außerhalb der regulären Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin für eine Führung vereinbaren. Ruft einfach an (0163 9401683) oder schreibt uns eine E-Mail (info[ät]klapperfeld.de).

Fahrradwerkstatt der Halftentlassenenhilfe
Jeden Montag von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Alle Menschen, die an ihren Zweirädern schrauben wollen, können jeden Montag ab 14 Uhr vorbeikommen. Weitere Infos unter: faitesvotrejeu.blogsport.de/2012/07/20/fahrradwerkstatt-im-klapperfeld/

Öffentliche Probe »Rhythms of Resistance«
Jeden Montag 18.30 Uhr
RoR Frankfurt ist Teil eines internationalen Netzwerks und nutzt Samba als kreative, laute und politische Aktionsform. Du hast Spaß am Musikmachen und willst lieber fetzige Grooves statt Novemberblues? Dann komm zur nächsten Probe – Einsteiger_innen willkommen!

»Wem gehört die Stadt?«-Logo

Die Initiative »Faites votre jeu!« ist Teil des Netzwerks »Wem gehört die Stadt?«. Aus linker emanzipa­torischer Perspektive wollen wir die immer weiter voranschreitenden Verdrängungs- und Gentrifizierungs­prozesse in Frankfurt thematisieren und gemeinsame Handlungsoptionen entwickeln. Weitere Infos sowie die Termine der Netzwerk-Treffen findet ihr auf: wemgehoertdiestadtffm.net

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