Donnerstag, 20. Februar 2014, 17 Uhr // Campus für Alle! Kundgebungen und Rundgang, Bockenheimer Warte

Bockenheim ist im Umbruch. Die Universität zieht weg, ein neues Quartier entsteht und wird den Stadtteil grundlegend verändern. Nur wenigen Bestandsgebäuden wird bisher eine Chance auf Erhalt eingeräumt, der erste Neubau des»Kulturcampus« hinter dem Bockenheimer Depot setzt Maßstäbe: Es wird vor allem teuer (qm-Preis ab 12,50 € Kaltmiete) und sozialer Wohnungsbau wird reduziert.

Auf dem zentralen Campus zielt die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding als Eigentümerin in die gleiche Richtung: Das erste verkaufte Grundstück (Bockenheimer Landstraße, Ecke Senckenberganlage) soll nun doch nicht der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zur Verfügung gestellt werden, sondern wird einem privaten Investor ausgerechnet für den Bau von Büros angeboten. Bürohochhäuser auf dem Gelände des gesprengten AfE-Turms sollen folgen. Und das in einer Stadt, die bereits über zwei Millionen Quadratmeter leerstehende Bürofläche hat.

Frankfurt braucht nicht mehr Büros, sondern Wohnraum; Wohnraum, der bezahlbar ist und unterschiedliche Wohnformen ermöglicht. Über zwanzig Gemeinschaftsprojekte haben sich bei der ABG Holding für Wohnen auf dem »Kulturcampus« beworben. Aber dem Förderverein Roma wird schon jetzt signalisiert, dass es kein Interesse an einer Realisierung seines Wohnprojekts gibt. Dringend benötigter studentischer Wohnraum ist bisher nicht vorgesehen und die Zukunft der bestehenden Wohnheime ist nicht gesichert.

Der Campus Bockenheim steht seit Jahrzehnten für eine Kultur der Selbstverwaltung. Das Studierendenhaus mit dem Café KOZ muss in diesem Sinne erhalten werden.

Auch die Projektgruppe Philosophicum will ein Bestandsgebäude des alten Campus erhalten. Zusammen mit dem Mietshäuser Syndikat (www.syndikat.org) soll im Philosophicum ein Projekt entstehen, in dem 150 Menschen solidarisch, selbstverwaltet und bezahlbar wohnen können. Darüberhinaus werden von hier aus vielfältige offene Angebote in den Stadtteil wirken. Doch auch für das Philosophicum fordert die ABG einen rein rendite-orientierten Kaufpreis, der jede soziale Nutzung verhindert. Mit der Entscheidung über die Zukunft des Philosophicums wird ein Präzedenzfall für die Realisierungsmöglichkeiten aller weiteren Wohnprojekte auf dem Campus geschaffen.

Wir werden verhindern, dass Bockenheim ein zweites Europa-Viertel wird und fordern dauerhaft bezahlbaren Wohnraum für selbstverwaltete Projekte in Bockenheim!

Campus für Alle!

Der Rundgang geht einmal um den Campus herum. An umkämpften Orten wird es Kundgebungen geben und die verschiedenen Projekte stellen sich vor. Im Anschluss findet um 19 Uhr die Vorstellung des Bebauungsplans durch Ortsbeirat und Stadtplanungsamt im Studierendenhaus statt.

Veranstaltende:
Offenes Haus der Kulturen, AStA der Uni Frankfurt, Förderverein Roma e.V., Initiative Zukunft Bockenheim, projektgruppe philosophicum, Gruppen aus dem Netzwerk »Wem gehört die Stadt?«