Donnerstag, 12. September 2013, 19 Uhr // Von Chile lernen: Neoliberalismus und Protest

Vortrag und Diskussion mit Carlos Pérez Soto
Moderation: Thomas Seibert

Der 11. September kennt viele Ereignisse. 1973 stürzte das Militär die sozialistische Regierung Chiles unter Salvador Allende. Mit brutalen wirtschaftlichen Reformen wandelte Diktator Pinochet Chile anschließend zum Musterland des Neoliberalismus. Auch der Sturz der Diktatur und die Einführung der Mehrparteiendemokratie in den 1990er Jahren konnten daran nicht mehr rütteln. Im Gegenteil: der chilenische Marxist Carlos Pérez Soto sagt, dass der neoliberale Exzess im »demokratischen Chile« noch stärker vorangetrieben wurde. Für Soto ist der Neoliberalismus kein exklusiver Auswuchs der kapitalistischen Logik, sondern eine grundlegend neue Kombination, ein Bündnis zwischen den Interessen der kapitalistischen und der bürokratischen Klasse, das in der repräsentativen Demokratie seine Legitimation und Stabilisierung findet. In Zeiten der EU-Troika-Politik diskutieren wir diese chilenische Erfahrung und Möglichkeiten des Widerstands – in Chile und hier. Blockupy 2014 kommt.

Carlos Pérez Soto ist Physiker, Kommunist, Philosoph, Antipsychiatrie-Aktivist, Hegelianer. Er lebt und lehrt in Santiago de Chile. Thomas ist auch ein marxistischer Philosoph und Aktivist und lebt in Rödelheim.