Archiv für August 2013

Programm September 2013

Hier unser September-Programm. Das Programm-Heft könnt ihr euch hier als pdf herunterladen. Die Print-Version gibt es wie immer im Klapperfeld und an anderen ausgewähten Orten.

UNTERSTRICHENE TERMINE WURDEN NACHTRÄGLICH ERGÄNZT ODER DIE INFOS GEHEN ÜBER DAS PRINT-PROGRAMM HINAUS!

Programm

Samstag, 31 August 2013
21.00 Uhr// Konzert: Torpedo Holiday
(soundcloud.com/torpedoholiday) kommen aus Hamburg und was sie da fabrizieren, klingt etwas nach Turbostaat mit viel Herz und Verstand. Lost Girls (lostgirls.bandcamp.com) sind eine Punkband aus Marburg. Andalucía (andaluciaandalucia.blogspot.com) – die zwei aus Münster beschreiben sich selbst als »noisepunkwhatever two-piece band« und komplettieren damit unseren Abend.

Dienstag, 3. September 2013
21.00 Uhr // Barabend in der »Sushi-Bar«
– wie immer mit gediegener Musik und angemessenen Getränken in nettem Ambiente. Dazu gibt es leckere, günstige Vokü von unserer Küchencrew. (bis 1.00 Uhr)

Donnerstag, 5. September 2013
19.00 Uhr // turn*left-Kino im Knast:
An ersten Donnerstag jeden Monat wird im Klapperfeld ein Überraschungsfilm gezeigt.

Sonntag, 8. September 2013
10.00 Uhr // Tag des offenen Denkmals:
In diesem Jahr beteiligt sich die Initiative »Faites votre jeu!« am Tag des offenen Denkmals, der unter dem Motto »Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?« stattfindet. Das Klapperfeld ist bis 18 Uhr geöffnet und um 10, 12, 14 und 16 Uhr können Interessierte an Führungen durch das ehemalige Polizeigefängnis teilnehmen und sich über die Arbeit von »Faites votre jeu!« und die Geschichte des Gebäudes informieren lassen. Weitere Infos zum Tag des des offenen Denkmals auf: www.tag-des-offenen-denkmals.de

Dienstag, 10. September 2013
21.00 Uhr // Konzert:
Musikalisch bewegen wir uns dieses mal in die Powerpop/Punk-Richtung. Wer auf poppigen, schnellen aber auch melodischen Punk steht, ist bei den Sweatshop Boys (Haifa/Tel Aviv, sweatshopboyspunk.bandcamp.com) genau an der richtigen Stelle. Sun Sick (Marseille, sunsick.bandcamp.com) ergänzen durch ihren etwas härteren Sound den Abend. Um das ganze abzurunden haben wir noch unsere Freunde von Dulac (Wiesbaden, dulacdulacdulac.blogspot.de) drauf gepackt. Wie immer wird alles mit kalten Getränken, Musik aus der Dose und netten Menschen abgerundet. Kommt zahlreich, das wird Spitze! Veranstaltende: When The Shit Hits The Fan

Samstag, 21. September 2013
21.00 Uhr // Konzert: LENTIC WATERS
(lenticwaters.bandcamp.com) dürften der ein oder anderen mittlerweile ein Begriff sein…düsterer Screamo-Hardcore, bei dem sich atmosphärische und schwere Parts mit chaotischem metallischem Geballer abwechseln. Dann beehren uns noch WØLFENSTEIN (wolfensteinpunx.bandcamp.com) aus der Stuttgarter Ecke, deren Hardcore/Punk kracht ebenfalls ganz schön nach vorn. Und anstatt wieder nur kopfnickend in der vierten Reihe zu stehen, dürft ihr euch beim Deutschpunk von SCHEISSE DIE BULLEN (scheissediebullen.bandcamp.com) endlich mal wieder zu ’nem Pogo und ’ner Bierdusche hinreißen lassen. Geile Melodien, Wut und Hass und Attitüde und dabei nie zu stumpf. Veranstaltende: K-Gruppe (www.facebook.com/kgruppeffm)

Sonntag, 22. September 2013
13.00 Uhr // Mitbringbrunch von der *kantine:
Der monatliche Mitbringbrunch der *kantine diesmal außnahmsweise nicht am 3. sondern am 4. Sonntag des Monats. Für Kaffee und ein paar (vegane) Basics ist gesorgt. Je mehr ihr zusätzlich mitbringt, desto mehr gibt‘s zu essen. Bei schönem Wetter im Hof.
14.00 Uhr // »Faites votre jeu!«-Sommerlounge: Parallel zum Mitmachbruch der *kantine gibt es auch noch entspannte Musik, leckere Cocktails und andere Kaltgetränke im Hof des Klapperfelds. (Bei weniger schönem Wetter in der »Sushi-Bar«.) (bis 22:00 Uhr)

Donnerstag, 3. Oktober 2013
21.00 Uhr // Konzert:
An diesem Tag haben wir zwei Bands aus Amerika zu Gast. ИO / / / sé (noxse.bandcamp.com) haben gerade erst ihre Platte rausgebracht. Wer auf Leatherface und die alten Sachen von Against Me! steht wird hier voll auf die Kosten kommen. Dazu kommen noch Big Eyes (bigeyes.bandcamp.com). Etwas seichter, aber dafür mit eingängen Gitarrenriffs und schönen Melodien. Wie immer wird alles mit kalten Getränken, Musik aus der Dose und netten Menschen abgerundet. Veranstaltende: When The Shit Hits The Fan

Feste Termine im Klapperfeld

Wöchentliches Plenum
Jeden Dienstag von 19.30 Uhr bis 22.00 Uhr
Auf dem Plenum diskutieren wir, was gerade im Klapperfeld geht, welche Veranstaltungen wir organisieren wollen, wie die Räume gemeinsam genutzt werden sollen und alles weitere, was das Klapperfeld als selbstverwaltetes Zentrum betrifft. Alle die Lust haben, das Klapperfeld aktiv mitzugestalten, sind dazu herzlich eingeladen.

Erweiterte Dauerausstellung
Geöffnet: jeden Samstag von 15.00 bis 18.00 Uhr
Den Kern der Ausstellung stellt die Rolle des Gefängnisses während des Nationalsozialismus dar. Weitere Ausstellungsteile richten den Blick zudem auf die Entstehung des Klapperfelds im 19. Jahrhundert, die Funktion des Gefängnisses in der Weimarer Republik und die Nutzung des Klapperfelds durch die US-Army während der Entnazifizierung. Die Ausstellung kann während allen öffentlichen Veran­staltungen im Klapperfeld besucht werden sowie jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr. Gruppen oder Schulklassen, die die Ausstellung außerhalb der regulären Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin für eine Führung vereinbaren. Ruft einfach an (0163 9401683) oder schreibt uns eine E-Mail (info[ät]klapperfeld.de).

Öffentliche Probe »Rhythms of Resistance«
Jeden Montag 18.30 Uhr
RoR Frankfurt ist Teil eines internationalen Netzwerks und nutzt Samba als kreative, laute und politische Aktionsform. Du hast Spaß am Musikmachen und willst lieber fetzige Grooves statt Novemberblues? Dann komm zur nächsten Probe – Einsteiger_innen willkommen!

Fahrradwerkstatt
Wenn ihr eure Fahrräder fit machen wollt, könnt ihr gerne vorbei kommen. Vereinbart einfach vorher eine Termin mit unseren Schrauber_innen: fahrradwerkstatt.fvj[ät]googlemail.com

Fahrradwerkstatt der Halftentlassenenhilfe
Jeden Montag ab 14 Uhr
Alle Menschen, die an ihren Zweirädern schrauben wollen, sind herzlich eingeladen. Weitere Infos unter: faitesvotrejeu.blogsport.de/2012/07/20/fahrradwerkstatt-im-klapperfeld/

»Wem gehört die Stadt?«-Logo

Die Initiative »Faites votre jeu!« ist Teil des Netzwerks »Wem gehört die Stadt?«. Aus linker emanzipa­torischer Perspektive wollen wir die immer weiter voranschreitenden Verdrängungs- und Gentrifizierungs­prozesse in Frankfurt thematisieren und gemeinsame Handlungsoptionen entwickeln. Weitere Infos sowie die Termine der Netzwerk-Treffen findet ihr auf: www.wemgehoertdiestadt.net

Banner – klapperfeld.de

Samstag, 31 August 2013, 21 Uhr// Konzert: Torpedo Holiday, Lost Girls & Andalucía

Torpedo Holiday (soundcloud.com/torpedoholiday) kommen aus Hamburg und was sie da fabrizieren, klingt etwas nach Turbostaat mit viel Herz und Verstand. Lost Girls (lostgirls.bandcamp.com) sind eine Punkband aus Marburg. Andalucía (andaluciaandalucia.blogspot.com) – die zwei aus Münster beschreiben sich selbst als »noisepunkwhatever two-piece band« und komplettieren damit unseren Abend.

Veranstaltende: K-Gruppe (facebook.com/kgruppeffm)

Meinhofs letzte Stunden – Ich, Ulrike, schreie!

www.journal-frankfurt.de, 21.08.2013

Von Miriam Mandryk


Foto: © Dirk Ostermeier

Seit zwei Jahren lebt die gebürtige Frankfurterin als Schauspielerin in Marseille. Nun kehrt Miriam Meurers mit einem Stück über die letzten Stunden Ulrike Meinhofs im Stammheimer Gefängnis nach Frankfurt zurück.

»Ich bin nicht Ulrike Meinhof«, konstatiert Miriam Meurers, um gleich der häufig gestellten Frage nach der Identifikation mit der Rolle weitestgehend aus dem Wege zu gehen. Denn die 31-jährige Schauspielerin wird in den nächsten Tagen an verschiedenen Orten in Frankfurt eine Rolle spielen, die ihr, so sagt sie, körperlich und auch psychisch viel abverlangt.

Eingeschlossen in »weiße Stille« und ein »Grab des Schweigens« – in einem Theater-Monolog schreit Miriam in der Rolle der Ulrike Meinhof voller Wut, Wahnsinn und Verzweiflung aus dem Stammheimer Gefängnis ihre Anklagen gegen »diese Sozialdemokratie, die sich anschickt, mich umzubringen«. Das Stück zeigt eine mechanische Wiederholung, eine Choreografie der Gefangenschaft Ulrike Meinhofs, die sich bis zur geistigen Erschöpfung immer weiter um sich selbst dreht. Dennoch bleibt bis zum Ende der Versuch, sich zu befreien – mit Gesten und Worten, die letzten Stunden Ulrike Meinhofs, die sich am 9. Mai 1976 in ihrer Zelle in der »Waschmaschine Stammheim« erhängte, beschreibend.

Autor dieses fiktiven Monologs, den die Sozialpädagogin zusammen mit dem französischen Regisseur Antoine Meunier in ein packendes Stück, eine sich endlos drehende Performance, verwandelt, ist Dario Fo, Enfant terrible des linken italienischen Theaters.

Erstmals wird Miriam hier in Frankfurt dieses Stück auf deutsch, und nicht wie sonst, auf französisch spielen. Seit zwei Jahren ist sie Mitglied der Theater-Company Théâtre de l‘Arnaque in Marseille, wo die gebürtige Frankfurterin mit französischen Wurzeln am 2. August 2011 im Rahmen des internationalen Austauschprogramms über die Uni Frankfurt ihre Zelte aufschlug. Seither lebt und arbeitet Miriam als Schauspielerin in der französischen Hafenstadt. »Ich hatte schon immer den Wunsch, nach Frankreich zu gehen. Meine Mutter kommt aus der Nähe von Marseille und ich habe hier als Kind viel Zeit verbracht und diese sehr genossen. Vor zwei Jahren habe ich dann meine Koffer gepackt und bin nach Marseille gezogen.« Eigentlich wollte sie dort ihr Studium beenden, »doch ich habe gemerkt, dass ich einfach nur Theater spielen will und nichts anderes«, sagt sie mit leuchtenden Augen. Sie und ihre Company-Kollegen des Théâtre de l‘Arnaque spielen häufig »auf Hut« – freier Eintritt für alle, nur wer kann und will, gibt nach der Vorstellung, wenn der Hut die Runde macht, was er kann und mag. »Wir wollen Theater für jeden zugänglich und soziale Realitäten wieder ins Bewusstsein rücken,« erklärt Miriam das Credo der Company. Häufig proben sie in besetzten Häusern und bespielen öffentliche Plätze, bewegen sich dabei zwischen zeitgenössischer Kunst, theatralem »Clowntum« und sozialer Realität.

Dass es schwierig werden könnte, sich in der Theaterszene durchzuschlagen, daran habe sie eigentlich nie gedacht, sagt Miriam. Sie will einfach nur Theater spielen. Und so gibt sie Kurse im Theateratelier und mimt als Statistin schwerkranke Patienten für Examensprüfungen in Krankenhäusern, um sich etwas dazu zu verdienen. »Allein von der Schauspielerei am Theater leben zu können, ist absoluter Luxus, vor allem in einer so unglaublich armen Stadt wie Marseille«, weiß sie heute, lässt sich aber von ihrem Traum und ihrer Passion nicht abbringen. »Wenn ich längere Zeit nicht spiele, bin ich völlig aufgedreht und meine Freunde sagen dann häufig, ich solle endlich mal wieder auf die Bühne, um mich abzureagieren.«

Und Theater spielen wird sie nun auch hier, in ihrer Heimatstadt, im Cafè Wiesengrund, im Club Voltaire und in der für dieses Stück womöglich aufregendsten Location: dem alten Polizeigefängnis im Klapperfeld. Miriam ist aufgeregt und gespannt auf die Reaktionen des Publikums. »Sicherlich werden die Leute hier völlig anders reagieren, als in Frankreich«, vermutet sie. »Gerade hier in Frankfurt gibt es bestimmt noch einige Leute, die sich an die Zeit der R.A.F. erinnern, die mit den Mitgliedern zusammen studiert oder sie anderweitig gekannt haben. Ulrike Meinhof soll ja, wie mir erzählt wurde, auch öfter im Club Voltaire gewesen sein. Das ist total spannend, aber auch eine riesige Herausforderung, denn ich werde häufig, wenn ich das Stück gespielt habe, mit der Person Ulrike Meinhof assoziiert und das ist ungeheuer schwierig für mich.« Und dennoch lässt sich Miriam immer wieder neu auf diese Rolle ein, so auch hier in Frankfurt.

25. August, 20:00 Uhr: Klapperfeld
27. August, 20:00 Uhr: Café Wiesengrund
29. August, 20:00 Uhr: Club Voltaire

Der Eintritt ist kostenlos. Wer mag, kann nach der Vorstellung seinen ganz persönlichen Beitrag in den Hut werfen.

Sonntag, 25. August 2013, 20 Uhr // Theater: Ich Ulrike, schreie… Waschmaschine Stammheim

Das Théâtre de l‘Arnaque präsentiert

»Ich, Ulrike, schreie…
Waschmaschine Stammheim«

nach einem Text von Franca Rame und Dario Fo
eine Präsentation von Miriam Meurers und Antoine Meunier

Weitere Aufführungen:

Dienstag, 27. August, 20:00 Uhr:
Café Wiesengrund (www.wiesengrund-ffm.de)

Donnerstag, 29. August, 20:00 Uhr:
Club Voltaire (www.club-voltaire.de)

11. August 2013, ab 15 Uhr // Ravebotta-Sommerlounge

Flotze 2.0, Maus, Herr Schmidt and Sir Rätz serve relaxed House and Dub Techno Trax at Klapperfeld in Frankfurt Klapperfeldstraße 5.

More Infos on ravebotta.de

Dienstag, 6. August 2013, 21 Uhr // Vokü zum Barabend im Klapperfeld

Heute gibt zum Barabend wieder leckere Vokü mit »Pasta Mists«. Also bringt eure Feund_innen und Hunger mit!

Ansonsten Barabend in der »Sushi-Bar« – wie immer mit gediegener Musik und angemessenen Getränken in nettem Ambiente. (bis 1.00 Uhr)

Freies Spiel und kritischer Ernst

Kulturprojekt »Faites votre jeu« feiert fünfjähriges Bestehen / Geschichte des alten

Frankfurter Rundschau, 05.08.2013 (download pdf)


Party im ehemaligen Gefängnishof. (Foto: Michael Schick)

Von Christina Lenz

Polizeigefängnisses erforscht Die Initiative »Faites votre jeu« gestaltet seit fünf Jahren den öffentlichen Raum mit kulturellem Leben und kritischem Denken. Mehrere hundert Menschen feierten am vergangenen Samstag das fünfjährige Bestehen im sogenannten »Klapperfeld«.

Angefangen hatte alles 2008, als eine kleine Gruppe von politischen Aktivisten das ehemalige JUZ Bockenheim besetzte. Zwar billigte die Stadt die Aneignung nicht, bot der Gruppe aber nach zermürbenden, öffentlich und medial geführten Debatten ein Ersatzobjekt an: das ehemalige Polizeigefängnis an der Klapperfeldstraße, kurz »Klapperfeld«. Das Gebäude hatte unter anderem als Gestapo-Gefängnis gedient und war in den 80er Jahren als Abschiebegefängnis genutzt worden. »Das Klapperfeld soll ein offener Ort für alternative Kultur sein, jenseits von ökonomischen Zwängen«, sagt Jörg Schmidt, seit Beginn bei »Faites votre jeu« dabei, das Kulturprojekt.

Die Gäste tummeln sich auf dem immer noch von Stacheldraht umsäumten Hof des ehemaligen Polizeigefängnisses. »Wir wollen möglichst viel von der Geschichte des Gebäudes erhalten, keine Spuren verwischen«, erklärt Schmidt. Die schwierige Gratwanderung zwischen lebensfroher Kulturszene und einem verantwortungsvollen Umgang mit dem bedrückenden Areal ist auch an diesem Nachmittag spürbar. Es werden einerseits mehrere Führungen durch die Gefängniszellen angeboten, andererseits wird bei Punk-Konzerten auch richtig gefeiert.

Die linke Gruppe habe sich anfangs den Kopf über eine angemessene Nutzung des Gebäudes zerbrochen. »Lassen sich Kultur, Kunst und Feste einfach umtopfen in Räume, in denen Menschen gefoltert und eingesperrt wurden? Das war für uns keine leichtfertige Entscheidung,« erzählt Sarah vom Arbeitskreis Geschichte.

Unermüdlich hat die Gruppe die Geschichte dieses Ortes erforscht: Diverse Stadtarchive und Suchregister wurden nach Akten durchforstet, Zeitzeugen ausführlich befragt. Viele Vorgänge wären ohne die Arbeit nie ans Licht gekommen. Zum Beispiel, dass die Frankfurter Polizei zur NS-Zeit neben der Gestapo aktiv in die Inhaftierung und Deportationen von Juden und Oppositionellen verwickelt war. Eine Dauerausstellung und unzählige Einzelausstellungen bilden die Geschichte der Unterdrückung ab. Keine städtische Initiative hatte Vergleichbares für den Ort je geleistet. Es habe vielmehr Pläne gegeben, das Gebäude zu einem Hotel zu machen oder sogar abzureißen, um den Innenstadtbereich aufzuwerten und das »Mikroklima des Stadtteils zu verbessern«, erzählt Schmidt.

Inzwischen beherbergt das Gebäude Ateliers, Proberäume, Sportgruppen und sogar eine Garten AG. Film- Vortrags- und Musikprojekte werden hier verwirklicht, Barabende veranstaltet und Schulklassen regelmäßig durch das Gebäude und seine Geschichte geführt. Im Moment arbeitet der Arbeitskreis Geschichte daran, die vielen Inschriften von Abschiebehäftlingen zu übersetzen, um auch auf diesen Abschnitt der Geschichte des Ortes besser aufmerksam zu machen.

Freitag, 9. August 2013, 20 Uhr // ›Hambacher Forst‹-Infotour

Infos, Geschichte(n) und Aktuelles
zur Besetzung & Soli-Vokü

Der Hambacher Forst, einst größter Wald der Region zwischen Köln und den Niederlanden, wird von RWE für den Braunkohletagebau gerodet. Dabei werden nicht nur der Wald, sondern auch ganze Dörfer und die Gesundheit von Menschen zerstört.

Um das zu verhindern wurde der Hambacher Forst im April 2012 von Kohlegegner_innen besetzt. Die Besetzung besteht seit ihrer Räumung im November 2012 auf einer Wiese am Rande des Waldes weiter. Bei dem Kampf gegen RWE geht es um mehr als nur den Wald und Umsiedlung. Es geht um Abbau und Verstromung von Kohle und den weltweiten Widerstand dagegen, Klima, Gesundheit, und nicht zuletzt darum, ein selbstbestimmtes Leben und Alternativen zu Zerstörung und Unterdrückung zu erkämpfen.

Eine Gruppe von Aktivist_innen berichtet über die Geschichte und die Gründe der Besetzung und informiert über weitere Aktionen, wie z.B. das Ende August stattfindende Klimacamp.

Des weiteren wird es auch eine kleine Soli-Vokü geben.

Weitere Infos: hambacherforst.blogsport.de