Archiv für Juni 2013

Freitag, 21, Juni 2013, 18 Uhr // »Sommerzeit-Traurigkeit«-Minifest

Die K.Gruppe Ffm läutet schon mal den Sommer ein…

Es spielen auf zum Tanze:
AFTERLIFE KIDS (90’s bremo-mosh-hardcore, berlin, afterlifekidsmosh.bandcamp.com), HENRY FONDA (scenester-slaying powerviolence, berlin, henryfonda.bandcamp.com), KISHOTE (emoviolence/hc, bielefeld, kishote.bandcamp.com), MAHLSTROM (weltschmerz-hc, stuttgart-area, mahlstrom.bandcamp.com) & FJØRT (melodischer screamo/post-hc, aachen, fjort.bandcamp.com).

Wir starten den Abend um 18 Uhr im Hof mit einer Art ­Sommerlounge, es gibt vegane Burger, Pommes, Bowle, Kuchen und so leckeren Krams…Pünktlich um 20 Uhr geht’s dann mit den Bands los. Yippieh!

22. bis 30. Juni 2013 // Ausstellung: Fabian Rheindorf – Autonomie und Kontingenz, Acryl ab 2010

Vernissage am Samstag, den 22. Juni 2013 um 17 Uhr

Öffnungszeiten vom 22. bis 30. Juni 2013:
Samstag, 16 – 21 Uhr, Sonntag, 13 – 18 Uhr,
Dienstag, 17 – 19 Uhr, Donnerstag, 17 – 19 Uhr,
Samstag, 15 – 20 Uhr, Sonntag, 10 – 14 Uhr (Finissage)

Der Künstler ist meist anwesend
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Abgeschobene erzählen

Frankfurter Rundschau, 11.06.2013 (downlaod pdf)


Zellentrakt im Frankfurter Klapperfeld. (Foto: Andreas Arnold)

Von Marie-Sophie Adeoso

Nadire und ihre Familie hatten nur eine halbe Stunde Zeit, zu packen. Mitten in der Nacht hatte die Polizei an die Wohnungstür geklopft, erzählt die Neunjährige. Nun wohnt sie im Kosovo, abgeschoben aus Deutschland, wo sie so gerne zur Schule ging; wo ihre Freunde leben, die sie »ganz doll« vermisst.

Der Dokumentarfilmer Ralf Jesse hat Nadires Geschichte und die anderer abgeschobener oder von Abschiebung bedrohter Menschen aufgezeichnet. In der seit 2010 durch verschiedene Städte tourenden Medieninstallation »Blackbox Abschiebung« sind Videoaufnahmen in Dauerschleife auf einem Fernseher zu sehen, der in einem Wohnzimmer steht.

Es könnte das Wohnzimmer der Abgeschobenen sein, in dem sie einst lebten, ehe die Polizei sie holte. Nun dringen ihre Geschichten aus der »Blackbox« heraus zu den Zuhörern vor, die so zur Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Asyl, Aufenthaltsrecht und Abschiebung gezwungen sind.

Die Initiative »Faites votre jeu!« hat die Installation ins Klapperfeld geholt. Ein passender Ort, denn in dem ehemaligen Gefängnis saßen einst Abschiebehäftlinge ein. Zur Eröffnung liest der Autor Miltiadis Oulios aus seinem auf dem Projekt beruhenden Buch »Blackbox Abschiebung«. msa

Blackbox Abschiebung, 11.-30.6., Klapperfeldstraße 5, Frankfurt, Lesung am 11.6., 19 Uhr, geöffnet Di und Do 17-19 Uhr, sowie 22.6. (16-21 Uhr), 23.6. (13-18 Uhr), 29.6. (15-20 Uhr), 30.6. (10-14 Uhr), blackbox.klapperfeld.de

11. bis 30. Juni 2013: Ausstellung Blackbox Abschiebung im ehemaligen Abschiebeknast Klapperfeld

Dienstag, 11. Juni 2013, 21 Uhr // Konzert mit BLACKBIRD RAUM, BATTENKILL RAMBLERS und SOMEWHERE SAFE

Ein Abend voller Akustikbands, noch dazu in der gemütlichen Sushibar! BLACKBIRD RAUM (facebook.com/blackbirdraum) kommen aus Santa Cruz, USA und was sie da fabrizieren, beschreiben sie selbst als »music influenced by anarcho-punk and metal on acoustic instruments«. Ob auf riesigen Folkfestivals oder in den kleinsten Squats, ihre Shows sind mittlerweile legendär. Dazu spielen in mittlerweile neuer Besetzung BATTENKILL RAMBLERS (battenkill-ramblers.bandcamp.com) ihren mitreißenden Oldtime-Country-Bluegrass-Folk. Den Abend starten werden SOMEWHERE SAFE, ein Akustik-Pop-Punk-Duo mit Ecken und Kanten aus Ffm, mit ihrer allerersten Show. Be there or be square!

Veranstaltende: K-Gruppe (facebook.com/kgruppeffm)

Tod in Flüchlingsunterkunft

Am 30. Mai starb der Geflüchtete Adams Bagna in einer sogenannten Gemeinschaftsunterkunft in Bernburg. Dies ist der zweite Todesfall in einer Flüchtlingsunterkunft in Sachen-Anhalt binnen eines Monats. Wir veröffentlichen hier deshalb eine Stellungnahme der Antirassistischen Vernetzung Sachsen-Anhalt vom 6. Juni.

Stellungnahme zum erneuten Tod eines Flüchtlings in Sachsen-Anhalt, in Trauer um Adams Bagna!

Der nigerische Flüchtling Adams Bagna stirbt am 30.5.2013. Die Todesursache ist bisher ungeklärt. Können schlechte Unterbringung und mangelnde Versorgung von chronischem Asthma als wesentliche Gründe herangezogen werden?

Nach dem bisher ungeklärten Tod von Cosmo Saizon in Bitterfeld machten Organisationen wie der Flüchtlingsrat und das Antirassistische Netzwerk erneut auf eine mangelnde Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen aufmerksam (1).
Die Vorwürfe einer unzureichenden medizinischen Versorgung wiesen politische Akteure genannt sei hier Bernhard Böddeker, Dezernent für Sicherheit, Ordnung und Kommunales und stellvertretender Landrat im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, als unbegründet zurück (2).
Nun erhärtet ein weiterer Todesfall eines Flüchtlings in Bernburg die massive Kritik der Organisationen an der gesundheitsgefährdenden Unterbringung sowie der mangelhaften Gesundheitsversorgung.

Adams Bagna, ein Flüchtling aus Nigeria, starb am 30.5.2013. Er lebte in der Gemeinschaftsunterkunft Bernburg und litt an chronischem Asthma. Er soll aufgrund akuter Atemnot aus dem Zimmer gegangen und auf dem Flur zusammengebrochen sein, so berichteten Mitbewohner. Ein Reanimationsversuch des Rettungsdienstes blieb erfolglos. Die genaue Todesursache wird noch ermittelt, heisst es.

Beide Todesfälle stehen jedoch im Zusammenhang verschiedener Benachteiligungen, denen Flüchtlinge in Deutschland ausgesetzt sind. Die beiden Gemeinschaftsunterkünfte Bernburg und Friedersdorf, in denen die Flüchtlinge jeweils leben mussten, standen bereits letzten Herbst in öffentlicher Kritik. Mitglieder des Sozial- und Gesundheitsausschusses hatten sich »entsetzt« über die Situation im Lager Friedersdorf gezeigt (3). Bernburg erregte durch die permanente Kakerlaken-Plage besonders negatives Aufsehen. Grünen-Politiker Sören Herbst war gegenüber Mdr-Info am 18.9.2012 »erschüttert«. Die desolaten Zustände in Friedersdorf und Bernburg zogen zahlreiche Flüchtlingsproteste nach sich.

In Bernburg richtete sich der Protest vor allem gegen den permanenten Schimmel in den Zimmern, sowie die eingesetzte Schädlingsbekämpfung, die stark gesundheitsschädlich ist. Viele Flüchtlinge klagten über Atembeschwerden. Den Aussagen wurde nicht geglaubt. Nun ist Adam Bagna, ein chronischer Asthmatiker, plötzlich umgefallen und gestorben. Dies wirft viele Fragen auf. Ein Zusammenhang mit der Schädlingsbekämpfung erscheint schlüssig (4).

In Friedersdorf blockierten Flüchtlinge bereits den Eingang der Gemeinschaftsunterkunft und demonstrieren seit einem halben Jahr fast durchgängig gegen die Zustände im Lager (5). Böddeker bezeichnete das Lager als eine „Standardunterkunft“, welche in Ordnung sei. Die aufgebrachten Reaktionen verschiedener Mitglieder des Sozial- und Gesundheitsausschusses (6) des Kreistages dürften ausreichen, um zu verdeutlichen, dass es sich bei den Behauptungen von Böddeker um Verleugnung von Tatsachen handelt. Wie eine überbelegte Barackensiedlung mitten im Wald, mit heruntergekommenen Möbeln, schlechten Sanitäranlagen und ohne die Beratung von ausgebildete Sozialpädagog_innen, dem Standard entsprechen kann, ist nicht verständlich.
Beide GUs befinden sich in desolatem Zustand. Diese Form der Unterbringung verursacht bei den Flüchtlingen gesundheitliche und psychische Probleme.

Doch nicht nur die Unterbringung sondern auch die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen stellt ein Problem dar. Daher widersprechen wir den Aussagen von Herrn Böddeker hiermit erneut vehement. Er behauptet, dass es eine Gleichbehandlung von Flüchtlingen gäbe.
Wie kann hier jedoch von einer Gleichbehandlung gesprochen werden, wenn die Ungleichbehandlung bereits im Aslybewerberleistungsgesetz (AsylLG) gesetzlich verankert ist. Im § 4 des AsylLG wird ausdrücklich benannt, dass nur eine Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzen finanziert wird. Damit fallen alle chronischen Beschwerden aus der Standardbehandlung heraus. Eine Sondergenehmigung durch das Sozialamt ist dabei von Nöten.
Böddeker behauptet weiterhin, dass es bei der Beantragung beim Sozialamt „noch nie Probleme“ gegeben habe. Wie er zu dieser Behauptung kommt, ist für uns, die regelmäßig mit Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt sprechen, kaum zu verstehen. Im Landkreis Wittenberg wurden Behandlungen von chronischen Rückenschmerzen in der Regel nicht übernommen. Fälle, in denen Zähne eher gezogen werden, als dass es eine Füllung finanziert wird, sind uns ebenso bekannt. Psychotherapie wird ebenfalls kaum genehmigt. Zusätzlich gab es schon zahlreiche Beschwerden, in denen ein männlicher Sachbearbeiter genaue Angabe von intimen Gründen für den Besuch eines Frauenarztes brauchte, um diesen zu genehmigen. Die Liste von Problemen ist lang.

Der Tod von Cosmo Saizon und der Tod von Adams Bagna erhärten die Kritik an der menschenunwürdigen Unterbringung und einer mangelhaften Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen in Deutschland. Es wird deutlich, dass es sich hier nicht um kleine Probleme handelt, sondern lebensgefährliche und tödliche Ausmaße annimmt.
Nach zwei Todesfällen in Gemeinschaftsunterkünften in Sachsen-Anhalt innerhalb weniger Wochen wäre es an der Zeit eine unabhängige Untersuchung der Lebens- und Todesumstände der beiden Flüchtlinge durchzuführen. Stattdessen weisen Verantwortliche jede Kritik von sich und machen weiter wie bisher.

Wir fordern die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes und eine gesetzliche Gleichstellung von allen Flüchtlingen! Dezentrale und menschenwürdige Unterbringung aller Flüchtlinge in Deutschland!

Quelle: no lager halle

16. Frankfurter Gegenuni beginnt

www.journal-frankfurt.de, 07.06.2013

Im Juni steht die 16. Frankfurter Gegenuni an. Dort planen Aktivisten des IvI ein vielfältiges Programm. Die Veranstaltungen werden in ganz Frankfurt stattfinden, da das IvI nicht mehr zur Verfügung steht.

Seit nun mehr zwei Monaten steht das Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI) nach der Räumung leer. Doch die Aktivisten feierten dort am vergangenen Mittwoch einen Barabend. Spontan versammelten sich 50 bis 60 Personen im Garten des Kettenhofweges 130 um zu feiern. Schon kurze Zeit später beendeten, laut den Aktivisten, Polizisten den Abend. Davon wollen sich die Leute jedoch nicht beeindrucken lassen. Im Sommer wird die 16. Gegenuni, eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe, vom 10. bis 23. Juni angeboten. Die Veranstaltungen werden an verschiedenen Frankfurter Orten stattfinden. Das reicht von Abendevents im Mousonturm, im Studierendenhaus oder auch im Tanzhaus West. Sabine Winter vom IvI erzählt: »Wir haben die Gegenuni schon länger vorbereitet und sind froh darüber, dass es so viele Unterstützer gibt. Es hat die Arbeit deutlich erschwert, keine eigenen Räume zur Verfügung zu haben. Für die weitere Programmplanung des Instituts kann es natürlich keine Lösung sein, Veranstaltungen quer über die Stadt verstreut machen zu müssen.« Neben den Events sollen auch Aktionen und Workshops im öffentlichen Raum stattfinden. Zum Beispiel ist eine Queer-Tagsüber-Party im Klapperfeld geplant. Der inhaltliche Rahmen der diesjährigen Gegenuni ist das Motto des Instituts »Theorie-praxis-party«. Hierbei wird die eigene Arbeit der Aktivisten reflektiert und es geht um die Entwicklung neuer politischer Perspektiven. Aber auch aktuelle politische Fragen stehen zur Diskussion.

Ein Sprecher der Vorbereitungsgruppe der Gegenuni, Benjamin Walter, äußert sich zur aktuellen Lage wie folgt: »Eine sinnvolle kontinuierliche Arbeit braucht feste Räume. Wir fordern die Stadt auf, ein Ersatzobjekt zu finden und uns nicht weiter in dieser Unsicherheit festzuhalten. Es kann nicht sein, dass wir jeden Tag an einem neuen Platz unser Zelt aufschlagen müssen. Dennoch freuen wir uns natürlich sehr auf das tolle Programm und laden alle Interessierten dazu ein.«

Mehr Infos zur diesjährigen Gegenuni finden Sie unter ivi.copyriot.com im Netz.

Clément von Nazis ermordet

Gedenkkundgebung am Freitag, den 07. Juni 2013 um 17 Uhr auf der Konstabler Wache (Ffm)

NI OUBLI! NI PARDON!
Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Am Mittwoch den 05.06. wurde der 18-Jährige Antifaschist Clément Méric in Paris von Faschist_innen ermordet. Auf einer viel belebten Fußgängerzone lauerten die Nazis ihm auf, um ihn anschließend so zu traktieren, dass er wenige Stunden später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Klar ist: Solche Taten sind keine Ausrutscher von einzelnen, etwas übereifrigen Nazis. Vielmehr ist Mord seit jeher zugleich Mittel und Zweck des Faschismus. In Frankreich geschieht dies vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Klimas, welches geprägt ist von seit Monaten andauernden homophoben Mobilisierungen, bei denen auch gewalttätige Übergriffe an der Tagesordnung sind. So konnten sich die Faschist_innen durch diese Formierung der Reaktion gestärkt fühlen und neues Selbstbewusstsein schöpfen.

Wir werden unseren antifaschistischen Kampf solange fortsetzen, bis sowohl der Faschismus als auch seine Wurzeln endgültig überwunden sind – dies sind wir nicht zuletzt seinen Opfern schuldig!

Klar ist zudem auch: In unserem Kampf gegen den Faschismus können wir uns nicht auf den Staat verlassen. Wie jeder von den Bullen durchgeprügelte Naziaufmarsch und nicht zuletzt die rassistischen Mordserie des NSU gezeigt hat, unterstützt dieser indirekt – wenn nicht sogar direkt – solche Taten.
Der Mord an Clément reiht sich ein in eine lange Liste von Morden an AntifaschistInnen in ganz Europa. So erinnern wir heute auch an die Morde an Günter Sare, Stanislav Markelov, Anastasia Baburova,Timur Kacharava, Feodor Filatov, David Cesare (Dax), Renato Biagetti, Carlos Palomino, Jan Kucera, Thomas Schulz, Silvio Meier und vielen weiteren.

On est ensemble, on n’oubliera pas –
Wir stehen zusammen, niemand wird vergessen!

Radiobeitrag: Radio-X, 02.06.2013, Knallfabet

Radio-X (UKW 91.8 Mhz), 02.06.2013 (12.00 Uhr bis 13.00 Uhr)
Sendung: Knallfabet

Hier der Audiomitschnitt der einstündigen Sendung als Stream und zum Download (Die Musik zwischen den Interviews wurde entfernt):

Teil 1:

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Teil 2:

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Teil 3:

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Teil 4:

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Teil 5:

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