Veranstaltungsreihe anlässlich der Blockaden der Nazi-Kundgebung am 1. Mai 2013 in Frankfurt

Am 1. Mai 2013 wollen Nazis in Frankfurt eine Kundgebung abhalten. Wir rufen euch dazu auf, euch an den Blockaden der Nazi-Kundgebung zu beteiligen und den Nazis den Tag so mieß und ungemütlich wie möglich zu machen. Den von uns unterstützten Aufruf zu den Blockaden findet ihr hier.

Teil der Mobilisierung gegen die Nazi-Kundgebung ist eine Veranstaltungsreihe, bei der Nazis und ihre Strukturen beleuchtet, aber auch der Widerstand gegen sie sowie verschiedene Aspekte antifaschistischer Politik thematisiert werden:

Montag, 8. April 2013, 19.30 Uhr:
Neonazis und ihre Strukturen im Rhein Main Gebiet

Ort: Cafe ExZess (Leipzigerstraße 91, Frankfurt)

Im Zuge dieser Veranstaltung werden die Strukturen und Zusammenhänge von Neonazis im Rhein-Main-Gebiet vorgestellt und diskutiert. Im Fokus stehen rechte Parteien wie NPD und »die Rechte« und parteilose Neonazis der so genannten »freien Kameradschaften« sowie ihre Schnittstellen. Welche Gruppierungen gibt es, wie treten sie auf? Gibt es Verbindungen zum Rechtsterrorismus? Inhaltliche Schwerpunkte und Strategien der Neonazis werden genauso diskutiert wie inner-rechte Konfliktfelder.

Dienstag, 16. April 2013, 19.30 Uhr:
Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik

Faites votre jeu! (Klapperfeldstraße 5, Frankfurt)

Teile des Herausgeber_innenkollektivs lesen auf dem bald erscheinenden Buch Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politiken.

Feministische Antifa oder Frauen-Antifa Gruppen entstanden in den frühen 1990er Jahren, meist als Reaktion auf einen fortgesetzten Sexismus in männlich dominierten Antifa-Zusammenhängen. Heute gibt es nur noch wenige solcher Fantifa-Gruppen und auch in der antifaschistischen „Geschichtsschreibung“ spielen sie kaum eine Rolle. Das Buch Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politik will das ändern. Es geht den Spuren nach, lässt Aktivistinnen zu Wort kommen, beleuchtet aktuelle feministische Antifa-Arbeit, erläutert inhaltliche Schwerpunkte, fragt nach, was aus Fantifa-Gruppen wurde, eröffnet einen Blick auf die Möglichkeiten männlicher antisexistischer Handlungsräume und diskutiert die fortgesetzte Notwendigkeit feministischer Perspektiven in antifaschistischer Politik. Interviews mit Aktivistinnen werden ausführlich durch das Herausgeber_innenkollektiv eingeführt und durch Originaldokumente illustriert. Die vergangenen und aktuellen Debatten um Feminismus, Antisexismus und Antifaschismus sollen so zusammengebracht werden.

Anschließend Barabend!

Montag, 22. April 2013, 19.30 Uhr:
Neonazis 2.0? – Rechte, rassistische und antisemitische Inhalte im Internet

Ort: Cafe ExZess (Leipzigerstraße 91, Frankfurt)

Die meisten Jugendlichen verbringen viel Zeit im Internet, wo sie vor allem surfen oder sich in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Myspace austauschen. Auch Rechte haben das »Weltnetz«, wie sie es nennen, für sich entdeckt um ihre menschenverachtende Inhalte zu propagieren. Links nach Rechts führen über einen Klick auf diverse Hatesites. Es gibt aber neben gezielter Propaganda auch rassistische und antisemitische Kommentare und sonstige menschenverachtende Inhalte im Internet, abgegeben von ganz »normalen« Menschen im Schutz vermeintlicher Anonymität.

Über Neonazis 2.0 und rechte, rassistische und antisemitische Inhalte im Internet allgemein wie über mögliche Gegenstrategien wird der Referent Lucius Teidelbaum in einem Vortrag aufklären. Im Anschluss soll es noch ausreichend Raum für Fragen und Diskussion geben.

Veranstalter_innen: AAF & Autonome Antifa [f]

Freitag, 26. April 2013, 19.30 Uhr:
Staat und Nazis Hand in Hand? Untersuchung einer offenen Beziehung
NSU und kein Ende…

Ort: Campus Bockenheim (Hoersaal IV, Mertonstraße, Frankfurt)

Am 17. April wird in München der Prozess gegen Beate Zschäpe, die einzige noch Lebende der drei Hauptverdächtigen der »Zwickauer Terrorzelle«, sowie gegen vier ihrer Unterstützer beginnen. Vor mehr als einem Jahr ist die Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) als solche öffentlich geworden. Bis dahin wurden die Attentate in der Presse als »Döner-Morde« gehandelt.

Seit der Aufdeckung des NSU geht quasi wöchentlich ein neuer Eklat durch die Medien – der Verfassungsschutz wußte dies, der Verfassungsschutz wußte das; der Verfassungsschutz sah zu, der Verfassungsschutz schaute weg. Die Schlussfolgerung der Meldungen bleibt dabei weitgehend gleich: Pleiten, Pech und Pannen. Bis weit in die linke Bewegung geht die These vom Staatsversagen.

Was ist dran: Sind Staat und Öffentlichkeit (in diesem Fall leider auch die Antifa) auf dem rechten Auge blind gewesen? Oder anders gefragt: Wie viel oder wenig Staat ist nötig, damit die Nazis, im Geiste von Leitkultur, demagogischen »Integrationsdebatten« und einer rassistischen Abschiebe- und Abschreckungspolitik ihre entsprechende »Praxis« entwickeln können? Und was sind die Konsequenzen, die wir daraus ziehen?

Auf dem Podium:
Katharina König, Die Linke, Thüringischer Landtag / NSU-Untersuchungsausschuss
Apl. Prof. Benjamin Ortmeyer, Goethe-Universität / Forschungsstelle NS-Pädagogik
Detlef Zumwinkel, Autor für Konkret u. a.
Autonome Antifa Aktivist_in

Eine Veranstaltung vom AStA der Gothe-Uni, AAF & Autonome Antifa [f]

Dienstag, 30. April 2013, 19.30 Uhr:
Infoveranstaltung Stürmische Zeiten

Ort: Cafe ExZess (Leipzigerstraße 91, Frankfurt)

Aktuelle Infos zu der Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch der NPD in Frankfurt am Main am 1. Mai.
Ab 19.00 Uhr: Kneipenabend mit VoKü und Pennplatzbörse

Montag, 5. Mai 2013, 20.00 Uhr:
Nachbereitungstreffen

Ort: Cafe ExZess (Leipzigerstraße 91, Frankfurt)
 
 
Weitere Infos: stuermischezeiten.blogsport.eu

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