Archiv für Februar 2013

Programm März 2013

Hier unser März-Programm. Das Programm-Heft könnt ihr euch hier als pdf herunterladen. Die Print-Version gibt es wie immer im Klapperfeld und an anderen ausgewähten Orten.

UNTERSTRICHENE TERMINE WURDEN NACHTRÄGLICH ERGÄNZT ODER DIE INFOS GEHEN ÜBER DAS PRINT-PROGRAMM HINAUS!

Programm

Dienstag, 5. März 2013
21.00 Uhr // Barabend in der »Sushi-Bar«
– wie immer mit gediegener Musik, angemessenen Getränken und kleine Speisen in nettem Ambiente. (bis 1.00 Uhr)

Dienstag, 12. März 2013 (Veranstaltung zu den Solidaritätstagen)
20.00 Uhr // Denn sie wissen, was sie tun: Krieg, Folter & ihre Befürworter_innen: Seit 2001 dauert der so genannte »Krieg gegen den Terror« schon an. Dieser Krieg schützt den Weltmarkt und die »westliche Lebensweise« in den Wohlstandsinseln der Welt. Er ist nicht lokal begrenzt. Krieg heißt Folter – und Folter ist Krieg gegen die Gesellschaft. Folter ist ein Synonym für Diktaturen – und so versuchen ihre demokratischen Befürworter_innen eine Revision der Sprache, um das Folterverbot zu revidieren. Veranstaltet von Libertad! (www.libertad.de)

Mittwoch, 13. März 2013 (Veranstaltung zu den Solidaritätstagen)
20.00 Uhr // Film & Diskussion: »A Good Day to Die«: Dennis Banks war 1968 der Mitbegründer des American Indian Movement (A.I.M.) um die Aufmerksamkeit auf die Notlage der indigenen Bevölkerung in Minneapolis, Minnesota zu lenken. Der Film bietet Einblicke in Dennis Banks‘ Leben, beginnend mit frühen Erfahrungen in Internatsschulen, über seine Militärzeit in Japan, die Zeit im ›Stillwater State Prison‹ und die anschließende Gründung einer Bewegung, die durch konfrontative Aktionen das Leben der indigenen Bevölkerung für immer veränderte. Veranstaltet von Free Leonard Peltier (www.leonardpeltier.de)

Donnerstag, 14. März 2013 (Veranstaltung zu den Solidaritätstagen)
20.00 Uhr // Folterprotokolle & Kronzeugenlügen – Sechs Monate RZ-Prozess in Frankfurt: Der Prozess gegen Sonja und Christian läuft nun seit sechs Monaten. Es ist also an der Zeit für einen Rückblick zum bisherigen Verlauf, für eine vorläufige (politische) Beurteilung und für Prognosen – aus der Sicht des Solikomitees und der Anwält_innen. Veranstaltet vom Solikomitee für die Freiheit von Sonja & Christian (www.verdammtlangquer.org)

Freitag, 15. März 2013 (Veranstaltung zu den Solidaritätstagen)
20.00 Uhr // Von 1848, über die Pariser Commune zum Aktionstag 18.März: Welche Bedeutung hatte dieses Datum in der Geschichte der Klassenkämpfe. Die Daten 1848, 1871, 1923 stehen für Kämpfe, Aufbrüche, Niederlagen und Solidarität. Darauf bezieht sich der bundesweite Aktionstag. Warum reicht ein Aktionstag nicht, ist aber ein Anfang? Was ist seit der Ausrufung 1996 geschehen? Wie können wir Solidarität in den Alltag einbinden. Veranstaltet von Libertad! (www.libertad.de)
21.00 Uhr // Konzert mit Hell & Back (Altherren-Pockrock, facebook.com/hellandbackpunkrock), Turn Away (Modern-Hardcore a la Verse, facebook.com/turnawayhc) und Eye Shot Emily (Hardcore-Punk aus Hanau, eyeshotemily.tumblr.com). Einlass 20 Uhr. Weitere Infos auf facebook.com/kgruppeffm

Dienstag, 19. März 2013
20.00 Uhr // Buchvorestellung »Mit Pfeil, Kreuz und Krone: Nationalismus und autoritäre Krisenbewältigung in Ungarn« mit Holger Marcks. Veranstaltende: campusantifa.blogsport.de | Weitere Infos zur Lesung

anschließend // Soli-Barabend zur Unterstützung der Verhinderung der Nazi-Kundgebung am 1. Mai in Frankfurt

Mittwoch, 20. März 2013 (Veranstaltung zu den Solidaritätstagen)
20.00 Uhr // Film & Diskussion: »Hinter diesen Mauern« (BRD 1996, 70 min., von Heike Kleffner und Jule Burjes): Mumia Abu-Jamal, der schon als 15jähriger in der Black Panther Party aktiv und seit Anfang der 1970er Jahre für seine engagierte Radioberichterstattung bekannt war, wurde 1982 in einem skandalös unfairen Prozess zum Tode verurteilt, weil er angeblich einen Polizisten ermordet hatte. Der Film dokumentiert durch ein Interview mit Abu-Jamal, durch Gespräche mit Weggefährten, Familienangehörigen, Prozessbeteiligten und Archivmaterial wesentliche Teile seiner Biografie, den Prozessverlauf und den langen Kampf um Leben und Freiheit von Mumie Abu-Jamal. Es wird auch aktuelle Informationen zu Mumie und seiner Situation geben. Veranstaltet von Free Mumie Rhein-Main (www.freiheit-fuer-mumia.de)

Solidaritätstage: Ausstellung

10. bis 20. März 2013:
Lagerwelten & Gefängnisindustrie // Bilder von und für Gefangene

Geöffnet am
10.3.: 13-16 Uhr | 12.-15.3.: 18-20 Uhr | 16.-18.3.: 13-16 Uhr | 19.+20.3.: 18-20 Uhr

In der Ausstellung wird der Versuch gemacht Aspekte von Repression und Verfolgung mit Ausdrücken der Solidarität zu verbinden. Dabei ist es weniger eine geschlossene Ausstellung als ein Ensemble verschiedener Elemente. In türkischen Gefängnissen erstellte Bilder und Skizzen gefangener kurdischer Aktivist_innen sind ebenso zu sehen, wie in einzelnen Zellen des ehemaligen Polizeigefängnis auf die Situation von politischen Gefangenen in den USA eingegangen wird. Es wird deutlich, dass der (us-amerikanische) Gefängnisindustriekomplex global zu finden ist. Mit der Ausstellung »Die Verlagerung der Welt« wird aufgezeigt, dass Kasernierung, Uniformierung und Vernichtung Ausdruck der Despotie der Moderne sind. Das Lager ist kein neutraler Ort – weder geschichtlich noch geografisch; das Lager aber als Ort kapitalistischer Selektion und Zurichtung hat viele Gesichter. Plakate und Grafiken aus Frankreich verweisen aus aktuelle Anlässe von Solidarität mit Sonja und Christian. Zudem ist die Dauerausstellung zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfelds zu den genannten Zeiten geöffnet.

Beteiligte Gruppen: Cuban 5 | Free Leonard Peltier, Support Native American Resistance | Free Mumia Rhein-Main | Libertad! | Rote Hilfe Frankfurt/Main | Solikomitee für Sonja und Christian | Tayad Komitee | Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. (YXK)

Weitere Infos zu den »Solidaritätstagen gegen staatliche Unterdrückung« und der Ausstellung, den Veranstaltungen und den Aktionen: www.solidays.noblogs.org & solitage.klapperfeld.de

Feste Termine im Klapperfeld

Wöchentliches Plenum
Jeden Dienstag von 19.30 Uhr bis 22.00 Uhr
Auf dem wöchentlichen Plenum diskutieren wir, was gerade im Klapperfeld geht, welche Veranstaltungen wir organisieren wollen, wie die Räume gemeinsam genutzt werden sollen und alles weitere, was das Klapperfeld als selbstverwaltetes Zentrum betrifft. Alle die Lust haben, das Klapperfeld aktiv mitzugestalten, sind dazu herzlich eingeladen.

Erweiterte Dauerausstellung
Geöffnet: jeden Samstag von 15.00 bis 18.00 Uhr
Im September eröffnete die erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des ehemaligen Polizei­gefängnisses Klapperfeld. Den Kern der Ausstellung stellt weiterhin die Rolle des Gefängnisses während des Nationalsozialismus dar. Neu entstandene Ausstellungsteile richten den Blick zudem auf die Entstehung des Klapperfelds im 19. Jahrhundert, die Funktion des Gefängnisses in der Weimarer Republik und die Nutzung des Klapperfelds durch die US-Army während der Entnazifizierung. Die Ausstellung kann während allen öffentlichen Veran­staltungen im Klapperfeld besucht werden sowie jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr. Gruppen oder Schulklassen, die die Ausstellung außerhalb der regulären Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin für eine Führung vereinbaren. Ruft einfach an (0163 9401683) oder schreibt uns eine E-Mail (info[ät]klapperfeld.de).

Öffentliche Probe »Rhythms of Resistance«
Jeden Montag 18.30 Uhr
RoR Frankfurt ist Teil eines internationalen Netzwerks und nutzt Samba als kreative, laute und politische Aktionsform. Du hast Spaß am Musikmachen und willst lieber fetzige Grooves statt Novemberblues? Dann komm zur nächsten Probe – Einsteiger_innen willkommen!

Fahrradwerkstatt
Wenn ihr eure Fahrräder fit machen wollt, könnt ihr gerne vorbei kommen. Vereinbart einfach vorher eine Termin mit unseren Schrauber_innen: fahrradwerkstatt.fvj[ät]googlemail.com

Fahrwerkstatt der Haftentlasssenenhilfe
Die Fahrwerkstatt der Haftentlasssenenhilfe geht in die Winterpause und ist ab dem Frühjahr wieder für euch da. Achtet bitte auf die Ankündigungen in unserem Programm.

»Wem gehört die Stadt?«-Logo

Die Initiative »Faites votre jeu!« ist Teil des Netzwerks »Wem gehört die Stadt?«. Aus linker emanzipa­torischer Perspektive wollen wir die immer weiter voranschreitenden Verdrängungs- und Gentrifizierungs­prozesse in Frankfurt thematisieren und gemeinsame Handlungsoptionen entwickeln. Weitere Infos sowie die Termine der Netzwerk-Treffen findet ihr auf: www.wemgehoertdiestadt.net

Banner – klapperfeld.de

Erneute Besetzung im Frankfurt!

Heute, am Freitag den 22. Februar wurde erneut ein Haus in Frankfurt besetzt. Diesmal im Großen Hirschgraben 17-19 in der Nähe der Hauptwache. Wir freuen für die Besetzer_innen und uns sehen uns bestimmt vor Ort!

Weitere Infos gibt’s bei recessffm.wordpress.com

Tag X+1 Demo

Am Tag nach der Räumung!
18 Uhr Kaisersack

Nehmt ihr uns das IvI ab..

Am frühen morgen des 15.2.2013 fand die Gerichtsverhandlung gegen die erfundene GbR IvI statt. Die Verhandlung dauerte stolze fünfzehn Minuten und endete mit einem Versäumnisurteil gegen die nicht erschienene GbR, das eine sofortige Räumung des IvI ermöglicht. Das heißt eine Räumung des seit 2003 besetzten Hauses in Bockenheim ist ab jetzt täglich möglich. Am Tag nach der Räumung rufen wir dazu auf, sich an der überregionalen Demonstration unter dem Motto »IvI geht weiter! Wir nehmen uns was wir brauchen!« zu beteiligen. Wir wünschen uns eine kraftvolle, entschlossene Demonstration, um unserer Wut Ausdruck zu verleihen.

This is a story that must be told..

Das Institut für vergleichende Irrelevanz wurde 2003 im Rahmen der Student_innenproteste besetzt. Seit dem nimmt sich kritisches Denken hier Zeit und Raum. Unter dem Motto Theorie*Praxis*Party finden im IvIautonome Tutorien und Lesekreise, Veranstaltungen zu verschiedensten Themen, aber auch Barabende, Partys und Konzerte statt.

Neun Jahre lang haben hier viele Menschen einen Raum gefunden, in dem sie sich gerne aufhalten, abseits von Antisemitismus, Sexismus, Rassismus, Homo*Transphobie und heteronormativer Scheiße. Im Februar 2012 wurde durch die Uni Frankfurt bekannt, dass das Gebäude an die stadtbekannte Immobilienfirma Franconofurt AG für den Spottpreis von ca. einer Million Euro verkauft wurde.

Francono who?

Die Immobilienfirma Franconofurt AG ist in Frankfurt dafür bekannt Häuser zu kaufen, sie dann zu sanieren und umzubauen und dadurch die Mieten ins Unermessliche steigen zu lassen. So werden eben alle, die nicht das Geld dazu haben, aus ihren Wohnungen und Häusern verdrängt und sind gezwungen in Randstadtteile zu ziehen, die im Rahmen von Stadtumstrukturierung noch nicht »aufgewertet«; wurden. Der charismatische Vorstandssprecher der Franconofurt AG, Christian Wolf, lässt tief blicken, wenn er davon spricht, dass er Leute kenne, die das Problem mit solchen Störenfrieden längst mit einem Baseballschläger gelöst hätten. Während er sich selber gönnerhaft zu profilieren sucht, der ja nicht zu solchen Mitteln greifen würde, ist er nicht müde geworden dem IvI für jede Veranstaltung der letzten Monate den Gerichtsvollzieher auf den Hals zu hetzen oder wiederholt Bautrupps los zu schicken, welche die Infrastruktur des Instituts (z.B. Strom und Wasserleitungen) beschädigen und die Nutzer_innen einschüchtern sollten.

IvI geht weiter…

Es wäre ein Irrglaube von Seiten der Stadt Frankfurt, Parteien, Franconofurt AG und anderen Arschlöchern zu glauben, dass wir das Projekt aufgeben. Selbstverwaltete Projekte mit soziokulturellem Anspruch wie das IvI finden in Frankfurt kaum noch Raum. Sie passen nicht in das scheinheilige, gepflegte Bild der Stadt. Mehrere Tausend Zwangsräumungen in den vergangenen Jahren, der Bau der neuen EZB und der Umzug des Campus Bockenheim auf den IG-Farben Campus zeigen wo es hingehen soll. Doch wir werden weiter für unsere Sache einstehen, gegen Gentrifizierung, für autonome Zentren, eben gegen die Gesamtscheiße!

Kommt alle am Tag nach der Räumung nach Frankfurt!
Die Stadt gehört uns allen! Für die Erhaltung und Schaffung selbstorganisierter Räume!

Flyer als pdf: download

Samstag, 23. Februar 2013, 18 Uhr // Vernetzungstreffen für Betroffene von Blockupy 2012

Seit mehreren Monaten werden Bußgeldbescheide wegen „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“ bei Blockupy verschickt. Massenweise Leute haben Aufenthaltsverbote für Frankfurt während der Aktionstage bekommen.

Der EA Frankfurt und die Rote Hilfe Frankfurt laden alle, die im Rahmen von Blockupy mit Verfahren überzogen werden oder sich nachträglich gegen Aufenthaltsverbote wehren wollen, am 23.2.2013 um 18 Uhr im Klapperfeld zu einem Vernetzungstreffen ein. Bei dem Treffen soll es Informationen zum rechtlichen Umgang mit der Repression und einen Überblick über den Stand der Dinge geben.

Damit die Menschen mit ihrem Ärger nicht alleine bleiben, laden wir euch zu diesem Treffen ein, in der Hoffnung, dass eine bessere Vernetzung untereinander stattfindet. Eine Vorgabe jedoch, wie, ob und mit welchem Ziel die Betroffenen sich vernetzen, können und wollen wir nicht machen.

Wir bieten euch den Raum und Informationen an, aber ob ihr eine Party organisiert, um Geld zu sammeln oder euch politisch wehren wollt, ist eure Diskussion und Entscheidung. Deshalb bitten wir euch, eigene Vorschläge und Pläne zu entwickeln und mitzubringen, damit es möglich wird, sich politisch gegen die laufenden Ordnungswidrigkeitsverfahren zu organisieren.

Deswegen bitten wir alle diejenigen, die bisher Bußgeldbescheide erhalten und Einspruch eingelegt haben, sich bei EA oder Roter Hilfe zu melden, um einen Überblick zu erhalten, wieviele Menschen sich gegen die Bußgelder mit rechtlichen
Mitteln wehren.

Es ist und bleibt sinnvoll sich gegen Repression zu wehren! Das hat zuletzt eine Entscheidung des Amtsgerichts Gießen gezeigt, das die Freiheitsentziehung gegen die Insassen einer der drei Berliner Busse, die im Vorfeld von Blockupy von der Polizei auf der Autobahn gestoppt wurden, im Fall mehrerer KlägerInnen für rechtswidrig erklärt hat. Einer der Busse musste im Frankfurter Vorort Eschborn stoppen und dort stundenlang anhalten. Nachdem die Betroffenen ein Aufenthaltsverbot für die Frankfurter Innenstadt erhalten hatten und sich vom Eschborner Rathaus weg bewegen wollten wurden sie festgenommen. Ca. 20 von ihnen nahm die Poilizei in Gießen in Gewahrsam (die anderen kamen nach Wiesbaden) und bis in die Nacht festgehalten. Jetzt erhalten die KlägerInnen von der Frankfurter Polizei jeweils 500 Euro Schmerzensgeld aufgrund der rechtswidrigen Freiheitsentziehung. Eine weitere Klage gegen das über 7 Stunden andauernde Festhalten eines weiteren Berliner Busses in einer Autobahnmeisterei steht kurz vor der Einreichung.

In diesem Sinne: Sand ins Getriebe.

EA-Frankfurt + Rote Hilfe Frankfurt

Das Treffen richtet sich insbesondere an Gruppen und Einzelpersonen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Delegierte aus anderen Städten sind selbstverständlich herzlich willkommen.

EILMELDUNG: Räumungstitel gegen IvI verhängt!

UPDATE #1 (15.02.2013, 16:30 Uhr):
Heute, 21, Campus Bockenheim, Neue Mensa: Rave gegen den Umzug und für Solidarität mit dem IvI. IvI bleibt!

Das Gericht hat gegen das Institut für vergleichende Irrelevanz ein Räumungsurteil verhängt und der GbR-Konstruktion zugesagt. Ab jetzt könnte das ivi jederzeit geräumt werden! Bleibt solidarisch, kommt im Ivi vorbei!

EA-Nummer: 069 79828095
Ticker: https://twitter.com/ivi_frankfurt

Live-Schaltungen auf Radio Dreyecksland und FSK

Darum gehts:
Richter entscheiden über IvI
Räumungsklage gegen Hausbesetzer wird vor Gericht verhandelt

Ge­sell­schaft­recht­li­ches Gut­ach­ten zum IvI des Arbeitskreises kritischer Jurist_innen an der Uni Frankfurt

Stürmische Zeiten! Naziaufmarsch am 1. Mai verhindern, befreite Gesellschaft erkämpfen!

Am 1. Mai 2013 wollen Neo-Nazis aus ganz Deutschland unter dem Motto ‚Raus aus dem Euro – Gegen Euro und Großkapital‘ eine Kundgebung an der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main abhalten. Die Werbetrommeln rühren sie mit einer völkischen „Kritik“ am Kapitalismus. Dies mit allem zu verhindern was notwendig ist, steht außer Frage, dennoch wäre es ein Trugschluss zu glauben, dass Antisemitismus, Homophobie und andere menschenfeindliche Ideologien nur von Neo-Nazis vertreten werden. Es sind Ideologien, die nicht das Gegenteil dieser vermeintlich ach so menschenfreundlichen Gesellschaft darstellen, sondern in ihr angelegt sind. Dementsprechend gehören sowohl diese Ideologien, als auch die sie reproduzierende Gesellschaft bekämpft.

Gegen reaktionäre Kapitalismuskritik und jeden Antisemitismus

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Demonstrationen und Kampagnen, in denen Neo-Nazis gegen ‚die Globalisierung‘, ‚den Euro‘ oder ‚die Großbanken‘ wetterten. Mit Slogans wie ‚Global dient dem Kapital – Sozial geht nur national‘ oder ‚Kapitalismus – Feind der Völker‘ versuchen sie, eine kapitalismuskritische Position für sich zu beanspruchen. Dabei spielen sie sich als ‚Anwalt der kleinen Leute‘ auf und setzen mit ihrer Propaganda an Ressentiments an, die bereits in weiten Bevölkerungsteilen verankert sind. Der ‚kleine, arbeitsame Deutsche‘ soll verteidigt werden gegen das ‚große Geld, die Heuschrecken und Spekulanten‘. Hier schlägt sich die alte antisemitische Weltanschauung nieder, nach der die Wirtschaft in gutes, ’schaffendes Kapital‘ (deutsche Industrie, Handwerk etc.) und böses, ‚raffendes Kapital‘ (Finanzmarkt, Banken etc.) gespalten sei. Die NPD und ihre Volksgenoss_innen haben also nichts gegen die Grundprinzipien der kapitalistischen Produktionsweise: Lohnarbeit und Ausbeutung. Arbeit ist ihnen vielmehr ein Muss, das Alle zum Wohle der ‚deutschen Volksgemeinschaft‘ zu leisten haben. Die reaktionäre Kapitalismuskritik der Neo-Nazis kennt somit keine Klassen, sondern nur das ‚deutsche Volk und seine Feinde‘. Sie haben nur mit jenen ein Problem, die Einkommen beziehen, das ihrer Ansicht nach nicht aus eigener produktiver Arbeit resultiert – und das sei vor allem bei (jüdischen) ‚Spekulanten‘ und (ausländischen) Erwerbslosen der Fall. Die ‚Kapitalismuskritik‘ richtet sich somit nicht gegen das ausbeuterische System des Kapitalismus, sondern gegen bestimmte Personengruppen, die für das ‚Elend des deutschen Volkes‘ verantwortlich erklärt werden.
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Pressemitteilung, 11.02.2013 – Großes Interesse an Gastausstellung »EUropäische Grenzen« – Die Schau ist noch bis zum 15. Februar im ehemaligen Abschiebegefängnis Klapperfeld zu sehen

Am 17. Januar öffnete die Ausstellung »EUropäische Grenzen: : Traces to and through Europe« im Klapperfeld ihre Türen: Seither besuchten über 850 Personen die Ausstellung im ehemaligen Frankfurter Abschiebegefängnis und die begleitend stattfindenden Lesungen, Diskussions­runden und Filmvorführungen.

Die Ausstellung sowie das umfangreiche Begleitprogramm thematisieren die Auswirkungen europäischer Migrationspolitik. Kernstück der Ausstellung ist eine Fotoreihe über die Mittelmeerinsel Lampedusa und deren Schiffsfriedhof, auf dem sich die Boote stapeln, mit denen Menschen nach Europa zu gelangen versuchten. Die Fotoreihe wird ergänzt durch Bilder zur Situation von sogenannten »Illegalen« in Calais, durch die Ausstellung »Traces from Lesvos through Europe« des Netzwerks Welcome to Europe sowie durch Radiofeatures und Kurzfilme. Auch der ehemalige Abschiebetrakt des Gefängnisses, der noch bis vor zehn Jahren genutzt wurde, ist zugänglich und für die meisten BesucherInnen besonders eindrucksvoll.

Nun gehen Ausstellung und Begleitprogramm in die letzte Woche:
Am Dienstag, den 12. Februar findet um 19 Uhr eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel »Migration, Arbeit und ­institutionelle Ausgrenzung« statt (ebenfalls im Klapperfeld). Experten berichten dabei von ihrer gewerkschaftlichen Arbeit und die Soziologin Agnieszka Satola geht auf den Zusammenhang von staatsbürgerschaftlichem Status, Geschlecht und Arbeitsbedingungen ein. Am Freitag, 15. Februar schließt die Veranstaltungsreihe um 18 Uhr mit einer Finissage am Ausstellungsort: Der Ethnologe Gilles Reckinger liest aus seinem neuen Buch »Lampedusa. Begegnungen am Rande Europas«.

Die Ausstellung ist noch geöffnet am Mittwoch, 13. Februar von 10 – 13 Uhr sowie am Donnerstag, 14. Februar von 17 – 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.

Ausstellung »Europäische Grenzen: Traces to and through Europe«, ehemaliges Polizei- und Abschiebegefängnis ­Klapperfeld, Klapperfeldstraße 5, 60313 Frankfurt am Main. Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Weitere Informationen finden sich unter: grenzen.klapperfeld.de
Pressekontakt: Katharina Vester | Telefon: 0163 9401683 | E-Mail: grenzen@klapperfeld.de

 
 
Anhang:
Fotografien der Ausstellung »EUropäische Grenzen: Traces to and through Europe« zur freien Verwendung im Rahmen der Bericht­erstattung (Quellenangabe: EUropäische Grenzen); Download: grenzen.klapperfeld.de/fotos_ ausstellung.zip
Fotografien des Schiffsfriedhofs auf Lampedusa zur freien Verwendung im Rahmen der Bericht­erstattung (Quellenangabe: ­LOVIS e.V.); Download: grenzen.klapperfeld.de/fotos_ lampedusa.zip
 
 
Pressemitteilung als pdf: download

17.01. bis 15.02.2013: Ausstellung »EUropäische Grenzen: Traces to and through Europe« im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Zwischen Ankunft und Abschiebung

Frankfurter Rundschau, 11.02.2013 (downlaod pdf)


Teilnehmerinnen stellen die Enge in der Asylbewerber-Unterkunft in Oberursel nach. (Foto: Jülich)

Im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld zeigt eine Schau Fotos und Filme von Europas Grenzen und dokumentiert die Lebenssituation von Flüchtlingen

Von Alicia Lindhoff

Das »Bildungskollektiv Bleiberecht« will auf die Lebensbedingungen von Asylbewerbern aufmerksam machen und bietet einen Stadtrundgang unter dem Titel »Leben ohne Papiere« an.
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Zum Stadtrundgang unter dem Titel »Leben ohne Papiere« wurde geladen – doch am Samstagvormittag bleibt die Gruppe, die sich im Klapperfeld versammelt hat, um etwas über die Situation von Illegalen und Asylbewerbern in Frankfurt zu erfahren, die meiste Zeit über im ehemaligen Gefängnis selbst. Lediglich drei Stationen im Umkreis von etwa 300 Metern stehen auf dem Programm.

Das hängt auch mit der Kälte zusammen, die draußen herrscht. Doch selbst, wenn es wärmer wäre, hätte sich der »Rundgang« nicht in wesentlich größerem Radius bewegt. Aylin, eine der beiden jungen Frauen, die das Ganze anleiten, erklärt das so: »Es ist kein klassischer Rundgang, denn die Menschen, um die es geht, müssen meist sehr isoliert leben und haben keine Orte in der Stadt, an denen sie sich aufhalten können.« Sie und ihre Mitstreiter vom »Bildungskollektiv Bleiberecht« haben das Projekt eigentlich für Schülergruppen konzipiert. Mit denen suchen sie symbolische Orte in der Innenstadt auf, die für verschiedene Stationen stehen, die Flüchtlinge in Deutschland durchlaufen.

Das beginnt in der B-Ebene der Konstablerwache mit dem Thema »Ankunft, Wohnen und Mobilität«. Die 26-jährige Aylin und ihre Kollegin Silvia berichten, dass Flüchtlinge, die es bis nach Hessen schaffen, zunächst in die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen kommen und von dort anhand eines Quotensystems auf die verschiedenen Landkreise verteilt werden. Dort ist die Unterbringung entweder dezentral in eigenen Wohnungen oder in Lagern möglich. Nebenbei bemerkt Aylin, dass in Hessen gerade die beiden reichsten Kreise – der Hochtaunus- und der Main-Taunus-Kreis – die meisten Asylbewerber in Lagern unterbringen. So etwa im »berüchtigten« Lager in Oberursel, wo zum Teil zwei Menschen in einem neun Quadratmeter großen Zimmer leben müssten, und wo die Bewohner nur knapp 40 Euro »Taschengeld« pro Monat bekämen. Zum Thema »Mobilität« gehört vor allem die Residenzpflicht, die es Menschen ohne festen Aufenthaltsstatus unter Strafe verbietet, den Landkreis zu verlassen, dem sie zugeteilt wurden. »Wer in Frankfurt wohnt, kann zum Beispiel keine Bekannten in Mainz besuchen«, veranschaulicht Aylin.

So geht es weiter zu Themen wie »Arbeit und Ausbildung«, »Recht und Asyl« und letztlich »Abschiebung«.

Letztere ist die wohl berührendste Station, denn es geht nicht nur darum, wie Menschen oft nach Jahren in Deutschland von einem Tag auf den anderen gezwungen werden, in ihr Herkunftsland zurückzukehren – häufig über den Frankfurter Flughafen. Es geht auch um Abschiebehaft, in die Menschen genommen werden können, damit sie der Abschiebung nicht zu entkommen versuchen – allerdings ohne dass tatsächlich eine Straftat vorliegt. Das Klapperfeld hat noch bis in die 2000er-Jahre hinein als Abschiebegefängnis gedient. Die Initiative »Faites votre jeu!«, die es seit 2009 nutzt, beließ die Zellen im selben Zustand, in dem sie sie vorgefunden hatte. Und der ist erschütternd: Die Zellen sind winzig, heruntergekommen und dunkel – die Wände voller trauriger Botschaften von Rumänen, Nigerianern und Kosovaren, die hier auf ihre Ausweisung warteten. Die 23-jährige Sarah ist erschüttert: »Ich wusste nicht, dass die Zellen in so schlechtem Zustand waren – und wie lange das Klapperfeld trotzdem noch genutzt wurde.«

Die Schüler, mit denen Aylin und ihre Kollegen ihre Tour gemacht haben, waren weniger beeindruckt: »Ich habe den Eindruck, für viele, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben, ist es einfach zu weit weg von ihrem eigenen Leben.«

Leben ohne Papiere

Das »Bildungskollektiv Bleiberecht« bietet den Rundgang »Leben ohne Papiere« zu symbolischen Orten wieder am Samstag, 13. April, und am Freitag, 24. April, für Einzelpersonen an. Los geht es an beiden Tagen um 10 Uhr vor dem Klapperfeld, Klapperfeldstraße 5. Infos zu Buchungen für Schülergruppen gibt es unter lebenohnepapiere.antira.info

Die Ausstellung »Europäische Grenzen: Traces to and through Europe«, zu dessen Rahmenprogramm der Rundgang gehörte, ist zum letzten Mal in dieser Woche geöffnet – am Mittwoch, 13. Februar, von 10 bis 13 Uhr, und am Donnerstag, 14. Februar, von 17 bis 20 Uhr. Mehr Informationen unter klapperfeld.de

17.01. bis 15.02.2013: Ausstellung »EUropäische Grenzen: Traces to and through Europe« im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld