»GEGEN BUCH MASSE«-Veranstaltungen 2012

Anlässlich der Buchmesse findet in Frankfurt jedes Jahr die »GEGEN BUCH MASSE« statt. Das Ziel dieser Veranstaltung ist, linken Autor_innen und Verlagen ein Forum für kritische Gedanken bieten.

An verschdienen Orten in Frankfurt finden deshalb während der Buchmesse Lesungen statt, die kritischen, emanzipatorischen Gedanken ein Forum bieten sollen. Wie in den letzten vier Jahren – erst im ehemaligen Jugendzentrum in Bockenheim und dann im Klapperfeld – ist die Initiative »Faites votre jeu!« natürlich auch dieses Jahr mit von der Partie.

Hier jetzt die Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen bei uns im Klapperfeld (alle anderen Veranstaltungen findet ihr unter www.gegenbuchmasse.de):

Mittwoch, 10. Oktober 2012, 19.00 Uhr

Im Land der Frühaufsteher

Paula Bulling und Maman Salissou Oumarou; Avant-Verlag

»Im Land der Frühaufsteher« ist eines der meist beachteten deutschen Graphic-Novel-Debüts des Jahres 2012. Die Comic-Reportage von Paula Bulling erzählt in einprägsamen und kunstvollen Bildern über die Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen in Deutschland. Die Berliner Künstlerin hat im Laufe mehrerer Jahre die Flüchtlingspolitik in Sachsen-Anhalt in etlichen Gesprächen und Begegnungen mit Asylbewerber_innen in Halle, Halberstadt und Möhlau (Wittenberg) dokumentiert. In sieben Kapiteln erzählt sie vom Leben in Asylbewerber_innenheimen, alltäglichem Rassismus, dem Tod eines Flüchtlings wie auch von der Suche nach einer angemessenen erzählerischen Haltung als weiße Künstlerin.

Paula Bulling wird ihr Comicdebüt gemeinsam mit Maman Salissou Oumarou vorstellen und die Ausstellung zum Buch eröffnen. Der Filmemacher Oumarou ist sowohl Protagonist des Buches, als auch kritischer Begleiter seiner Entstehung gewesen.

Weitere Infos unter landderfruehaufsteher.klapperfeld.de
 
 
Freitag, 12. Oktober 2012, 19.00 Uhr

Dublin II in der Krise?

Möglichkeiten und Grenzen politischer und juridischer Intervention
Buch-Preview

Die Dublin II-Verordnung regelt, dass immer der EU-Staat für den Asylantrag eines Flüchtlings zuständig ist, über welchen die Einreise in die EU stattgefunden hat. Durch diese Zuständigkeitsbestimmung entziehen sich die nordeuropäischen Länder ihrer Verantwortung, was zu dramatischen Verhältnissen in den Ländern an den EU-Außengrenzen führt. Doch inzwischen lässt sich von einer Krise der Dublin II-Praxis sprechen. Im Vortrag werden diese Krise erläutert, sowie Möglichkeiten widerständiger politischer und juridischer Intervention gegen diese Praxis dargestellt. Anhand des Prozesses der gesellschaftlichen und juridischen Auseinandersetzung werden wir zeigen, wie eine Veränderung der Dublin II-Praxis im Sinne einer Stärkung des Flüchtlingsschutzes möglich wurde und wo die Grenzen solcher Strategien liegen. Ein den Vortrag vertiefender Artikel wird in der Abschlusspublikation des Forschungsprojekts »Staatsprojekt Europa« (www.staatsprojekt-europa.eu) Anfang 2013 veröffentlicht.