Archiv für August 2012

Jeden ersten Dienstag im Monat: Barabend in der Sushi-Bar!

Liebe Leute, es gibt was zu feiern: Vor kurzem haben wir die »Sushi-Bar«, den neuen Barraum im Erdgeschoss des Klapperfelds, (fast) fertig gestellt und laden für den kommenden Dienstag, den 4. September zur feierlichen Eröffnung. Begleitet wird der zeremonielle Akt von gediegener Musik, angemessenen Getränken und kleinen Speisen. Also kommt vorbei!

Und das Beste: Die Sushi-Bar ist ab jetzt jeden ersten Dienstag im Monat von 21 bis 1 Uhr geöffnet!

Freitag, 24. August 2012, 
23 Uhr // »SciFi HiFi«

Gesellschaft für Kopfhörkino präsentiert einen Klassiker und einen Neueren SciFi Film. Live und tanzbar neu vertont und visuell geremixt. Mit Sounds von Kend Heuschrik & Pienzig sowie Bildern von Val Pastel und P. Toast.

Feiern hinter Gittern

Frankfurter Rundschau, 12.08.2012

Von Hanning Voigts


Die Initiative »Faites votre jeu!« verwaltet das Klapperfeld nicht nur als Autonomes Zentrum, sondern auch als Ausstellungsraum, in dem die Geschichte des Gebäudes seit 1886 aufgearbeitet wird. Foto: Andreas Arnold

Beim Sommerfest der Initiative »Faites votre jeu« im ehemaligen Gefängnis erleben die Besucher neben einem bunten Programm auch die Geschichte eines Ortes, der stets für die Repression stehen wird.

Die Botschaft ist kurz, mit Bleistift an die Wand gekritzelt. »Soner Schmitt, 25.7.96, Abschiebung Istanbul«. Vermutlich war es ein Abschiebehäftling, der sich auf diese Weise in der Zelle verewigt hat, in diesem erbärmlich schmalen Raum mit Wänden aus nacktem Beton.

Unwillkürlich stellt man sich die Frage, was Soner Schmitt für ein Mensch war, was aus ihm geworden sein mag.

Es sind Details wie dieses, die eine Führung durch das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld ebenso bedrückend wie beeindruckend machen.

Rund 20 Interessierte führt Sarah von der Initiative »Faites votre jeu« an diesem Samstagnachmittag durch das verwinkelte Gebäude. Seit 2009 nutzt die Gruppe den ehemaligen Knast für linke Politik und Kultur, seit die Stadt ihn als Ersatzobjekt für ein im August 2008 besetztes Jugendzentrum angeboten hat. Heute feiert »Faites votre jeu« sein vierjähriges Bestehen mit einem Sommerfest. Es gibt Bier und Gegrilltes, Führungen, eine Tombola und Kinderprogramm.

Vom Klapperfeld nach Auschwitz

Doch es wird nicht nur unbeschwert gefeiert. Das würde an diesem Ort, der durch Gitter und Stacheldraht an seinen ursprünglichen Sinn erinnert, auch schwerfallen. Seit seiner Errichtung 1886 war das Klapperfeld ein Polizeigefängnis, in den 1980er Jahren saßen hier Gegner der Startbahn West ein, noch bis 2001 Abschiebehäftlinge. Während des Nationalsozialismus herrschte hier die Gestapo.

Sarah erzählt vom Schicksal einiger Inhaftierter, vom Gewerkschafter und KPD-Mitglied Hans Schwert etwa, der im Keller des Klapperfeld von den Nazis gefoltert wurde. Oder von Cäcilie Breckheimer, die 1943 im Klapperfeld inhaftiert wurde, weil sie Jüdin war. Von hier aus wurde sie ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt und dort ermordet. Eine Ausstellung mit Zeitzeugen-Interviews erinnert heute an ihr Schicksal und die Geschichte des Hauses.

»Immer ein Ort der Repression«

Johannes von »Faites votre jeu« erzählt davon, was es bedeutet, an so einem Ort Veranstaltungen und Ausstellungen zu machen. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass man das Haus nur unter der Bedingung nutzen könne, sich intensiv mit dessen Geschichte zu befassen, sagt der 36-Jährige.

»Es war gleichermaßen eine Zumutung wie eine Herausforderung, schließlich war das hier immer ein Ort der Repression.« Die Aktivisten durchsuchten das Haus, führten Interviews und stießen auf zum Teil sensationelle Dokumente, etwa Listen aus den 40er Jahren mit den Namen deportierter Juden.

»Faites votre jeu« hofft, bleiben zu können

Obwohl sich heute harmlose Dinge wie Ateliers, Proberäume und eine Fahrradwerkstatt im Klapperfeld befänden, habe er hier noch oft ein mulmiges Gefühl, sagt Johannes. »Die Ambivalenz bleibt.« Deshalb gräbt die Initiative weiter in der Geschichte des Hauses, aktuell führt sie Interviews mit hier inhaftierten Startbahn-West-Gegnern. »Es gibt noch viel zu tun«, sagt Johannes. Die Initiative hoffe daher, langfristig im Klapperfeld bleiben zu können. Draußen hört man Musik und Gelächter, die Sonne scheint in de Raum. Durch dicke Gitterstäbe.

Zur Fotostrecke über das Sommerfest

Fotostrecke: Sommerfest im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Frankfurter Rundschau, 12.08.2012


Die Initiative »Faites votre jeu!« lud am Samstag zum Sommerfest ins ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld in Frankfurt.
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Sommerfest im Klapperfeld

www.journal-frankfurt.de, 09.08.2012

Die Intitiative »Faites votre jeu!« lädt am Samstag zum Sommerfest ins Klapperfeld. Ihren 4. Geburtstag feiert die Iniative mit Live-Musik und informiert über ihre eigene und die Geschichte des Knasts.

Am 2. August 2008 war es, als die Aktivisten der Initiative »Faites votre jeu!« das ehemalige Jugendzentrum in Bockenheim besetzten, um dort ein selbstverwaltetes, alternatives Begegnungszentrum einzurichten. Da die Stadt allerdings andere Pläne hatte, mussten die Aktivisten schon bald wieder weichen. Im Polizeigefängnis Klapperfeld fanden sie eine neue Bleibe, die ob ihrer Geschichte allerdings umstritten war. Hatte doch selbst die Gestapo den Knast als solchen genutzt. Vergangenes und Zukunft fest im Blick hat »Faites votre jeu!« inzwischen seinen Frieden mit dem Klapperfeld gemacht. Selbstverwaltet und unkommerziell, mit Platz für Kunst und Diskussionen, Kultur und Politik ist das Zentrum zur beliebten Anlaufstelle für Alternative geworden.

Wer die Initiative und das Klapperfeld noch nicht kennt, hat am Samstag, 11. August, beim Sommerfest ab 16 Uhr beste Gelegenheit dies zu ändern. Im Knast-Hof bietet die Intitiative einige Leckereien und eine Tombola an. Die Frankfurter Band #4 gibt ein unplugged-Konzert, gegen 22 Uhr treten zudem DiskoCrunch aus Hamburg und die Frankfurter The Stars‘ Tennisballs im Keller des Gebäudes auf. Um 17, 18 und 19 Uhr bietet die Initiative Fürhungen durch die Daueraustellung an, die sich mit der Geschichte von »Faites votre jeu!« und des Gefängnisses auseinandersetzt. Das Lebenswerk des Künstlers Stephan Kaczor wird in der Ausstellung »Aus Resten eine Welt« in den oberen Stockwerken des Knasts von 17 bis 20 Uhr zugänglich sein. (ges)

Pressemitteilung, 08.08.2012 – Initiative »Faites votre jeu!« feiert vierjähriges Bestehen mit großem Sommerfest am Samstag, den 11. August 2012

Am 2. August 2008 besetzen Aktivist_innen der Initiative »Faites votre jeu!« das ehemalige Jugendzentrum in Bockenheim und richteten dort ein selbstverwaltetes Zentrum ein. Allerdings hatte die Stadt Frankfurt andere Pläne für das Gebäude. Nach Räumungsdrohungen und Strafanzeigen kam es nach zähen Verhandlungen zum Angebot eines Ersatzobjekts: dem ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld. Maja Koster, aktiv bei »Faites votre jeu!«, erinnert sich: »Während die Stadt ihr Angebot feierte und die regionale Presse bereits vermeldete ›Hausbesetzer müssen in den Knast‹, begannen innerhalb unserer Initiative nächtelange Diskussionen. Für uns stellte sich die Frage, ob man ein selbstverwaltetes Zentrum und unseren damit verbundenen Anspruch an eine emanzipatorische Politik und Kultur an einem Ort fortführen kann, der über 100 Jahre ein Ort der Repression war.«

Im Klapperfeld wurden von 1886 bis 2003 Menschen inhaftiert. Auch die Gestapo nutzte diesen Ort zwischen 1933 und 1945. Das Klapperfeld bedeutete für viele Menschen lange Zeit Unterdrückung, Folter und Mord. Koster ergänzt: »Ernst genommen wurden wir mit unseren Bedenken damals nur von Wenigen. Während unsere Zweifel in der Presse auf ein ›Hausbesetzern ist Gefängnis zu klein‹ herunter gespielt wurden, erklärten die Vertreter_innen der Stadt, kein Verständnis für derartige Bedenken zu haben. Letztendlich einigten wir uns auf den Umzug. Für uns jedoch war klar, dass wir unser Projekt nur fortsetzen können, wenn wir uns mit der Geschichte des Hauses auseinandersetzen.«

Seit dem Umzug ist das Klapperfeld für viele Menschen zu einem wichtigen Zentrum geworden. Die Räume werden für kritische, politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Selbstverwaltet und unkommerziell organisiert wurde eine Dauerausstellung zur Geschichte des Ortes eingerichtet und es finden verschiedenste Veranstaltungen statt: von Zeitzeug_innengesprächen, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden und Konzerten.

Um das nunmehr vierjährige Bestehen von »Faites votre jeu!« gebührend zu feiern, lädt die Initiative alle Freund_innen, Unterstützer_innen und Interessierte am kommenden Samstag ab 16 Uhr zu ihrem Sommerfest ein. Im Hof wird es verschiedene Essenstände mit Gegrilltem, Salat, Waffeln, Kuchen und Getränken geben. Bei der Tombola können ebenso tolle wie außer­gewöhnliche Preise gewonnen werden. Außerdem wird #4 (Frankfurt, facebook.com/nmbr4) ein Unplugged-Konzert unter freiem Himmel geben. Um 17, 18 und 19 Uhr können Interessierte an Führungen durch die Dauerausstellung und das Gebäude teilnehmen und sich über die Geschichte des Klapperfelds und die Arbeit von »Faites votre jeu!« informieren. In den Ausstellungsräumen in den oberen Stockwerken kann außerdem von 17 bis 20 Uhr die Ausstellung »Aus Resten eine Welt« besucht werden, die das Lebenswerk von Stephan Kaczor (19.05.1954 – 17.04.2009) zeigt. Später am Abend, gegen 22 Uhr, werden dann im Keller des Gebäudes die Bands DiskoCrunch (Hamburg, myspace.com/diskocrunch) und The Stars’ Tennisballs (Frankfurt, myspace.com/thestarstennisballs) ein Konzert geben.

Weitere Infos zum Sommerfest und der Initiative »Faites votre jeu!« finden Sie unter faitesvotrejeu.blogsport.de.

Anhang:
Flyer zum »Faites votre jeu!«-Sommerfest

Pressemitteilung als pdf: download

Hausbesetzung in Mainz!

Heute Abend, am 3. August wurde ein Haus in der Oberen Austraße 7 in Mainz besetzt. Wir wünschen den Besetzer_innen viel Erfolg! Aktuelle Infos findet ihr auf: sqtmz.phoenix.uberspace.de