Archiv für Januar 2012

Pressemitteilung 26.01.2012 ­– Ausstellung »Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.« vom 29. Januar bis zum 11. Februar 2012 im Klapperfeld zu Gast

Die Initiative »Faites votre jeu!« präsentiert vom 29. Januar bis zum 11. Februar 2012 die Ausstellung »Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.«. Im Klapperfeld wird sie erstmals in deutscher Übersetzung zu sehen sein. Ihren Auftakt hatte die Ausstellung im Oktober 2011 im spanischen Burgos, um anlässlich des 75. Jahres­tages der Eröffnung des Konzentrationslagers1 San Pedro de Cardeña den Gefangenen und ihrem Kampf gegen den Faschismus ein Denkmal zu setzen.

Das Konzentrationslager San Pedro de Cardeña war von Ende 1936 bis Anfang 1940 in Betrieb. In dem zum Lager umfunktionierten Kloster waren tausende Antifaschisten eingekerkert, die vor allem im Norden des Landes gefangen genommen worden waren. Viele von ihnen wurden in die siebzehn Zwangsarbeiter-Bataillone gezwungen, die das Lager verließen. Ab April 1938 wurden Gefangene aus den Internationalen Brigaden hauptsächlich nach San Pedro de Cardeña verlegt: Insgesamt etwa tausend internationale Gefangene mit mehr als vierzig verschiedenen Nationalitäten. Einige von ihnen, vor allem Briten, konnten gegen faschistische Gefangene ausgetauscht werden, der größte Teil jedoch wurde in das Zwangsarbeiterbataillon Nr. 75, das nur für Ausländer vorgesehen war, eingegliedert. Andere wurden von den Faschisten hingerichtet, einige endeten im Konzentrations­lager von Miranda de Ebro und viele Deutsche wurden an die Gestapo übergeben.

Mit zum Teil unveröffentlichten Fotos und Dokumenten stellt die Ausstellung Biographien und Erfahrungen von inhaftierten Interbrigadisten dar und thematisiert so die Geschichte des Konzentrationslagers.

Bereits im letzten Jahr waren die Ausstellung »Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus« und die Fotoausstellung »Carabanchel: Ein franquistisches Gefängnis« im Klapperfeld zu sehen2. Maja Koster von »Faites votre jeu!« sagte in Bezug darauf: »Mit der aktuellen Gastausstellung möchten wir an die Doppelausstellung anknüpfen, die wir anlässlich des 75. Jahrestages des Beginns des Spanischen Bürgerkriegs gezeigt hatten. Damit wollen wir dazu beitragen, die Erinnerung an den Kampf der Internationalen Brigaden gegen den Faschismus wach zu halten.«

Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 29. Januar 2012 um 14 Uhr wird Nacho García, einer der Initiator_innen der Ausstellung und Verfasser des Blogs »The Jaily News« (http://thejailynews.blogspot.com/) zu Gast sein und im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung um 15 Uhr einen Vortrag zu San Pedro de Cardeña halten. Dabei wird er einen Schwerpunkt auf die deutschen Inhaftierten legen. Zur Motivation die Ausstellung zu konzipieren und umzusetzen sagte er: »Die Ausstellung soll eine der Geschichten ans Licht bringen, die sonst nicht erzählt werden. Die Geschichte von hunderten Kämpfern unterschiedlicher Herkunft, die dem Ruf zum Kampf für Freiheit und gegen Faschismus im Spanischen Bürgerkrieg gefolgt sind und im letzten Abschnitt ihres Kampfes die Erfahrung des Konzentrationslagers machen mussten. Erinnern soll die Ausstellung aber auch daran, das viele ihren Kampf sowohl im Lager selbst – die Gefangenen organisierten unter anderem eine klandestine Universität – als auch nach ihrer Haftzeit, zum Beispiel in der französischen Résistance, fortsetzen.«

Die Ausstellung ist bis zum 11. Februar an folgenden Tagen geöffnet:
Mittwoch von 10-13 Uhr; Freitag von 15-18 Uhr; Samstag von 15-18 Uhr

Während der Öffnungszeiten kann auch die erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds besucht werden. Gruppen oder Schulklassen, die die Ausstellungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin vereinbaren (0163 9401683 oder info[ät]klapperfeld.de). Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.

Weitere Informationen und Materialen finden Sie unter: http://www.klapperfeld.de/gefaengnisundwiderstand/

  1. In Spanien gibt es auf politischer und historischer Ebene eine Kontroverse, ob San Pedro de Cardeña als Gefängnis oder Konzentrationslager einzuordnen sei. Aufgrund der Haftbedingungen und des politischen Hintergrunds haben sich die Austellungsmacher_innen entschieden, San Pedro de Cardeña als Konzentrationslager einzuordnen. [zurück]
  2. http://www.klapperfeld.de/de/archiv/pressemitteilungen/166-pressemitteilung--ausstellung-rumkaempfte-vergangenheit-die-erinnerung-an-den-spanischen-buergerkrieg-und-den-franquismusl-und-fotoausstellung-rcarabanchel-ein-franquistisches-gefaengnisl-vom-18-september-bis-zum-6-oktober-im-klapperfeld.html [zurück]

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Ausstellung im Klapperfeld: Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.

Veranstaltungshinweise

In den nächsten Tagen gibt es in Frankfurt und Umgebung einige Veranstaltungen auf die wir euch gerne hinweisen möchten:

Gedenken an ermordete Roma

Zum Jahres­tag der Befrei­ung des Ver­nichtungs­lagers Auschwitz vor 67 Jahren durch die Rote Armee ruft der Förder­verein Roma zum Geden­ken an die bis zu 500.000 ermor­deten Roma und Sinti auf. Dabei soll auch die Gedenk­platte, die auch die im Gesund­heits­amt Ffm nach 1945 tätigen »Rasse­forscher« Robert Ritter und Eva Justin als TäterInnen benennt, wieder angebracht werden.

Am 27. Januar um 11:00 Uhr am ehemaligen Stadt­gesund­heits­amt in der Braubach­straße 8-22. Weitere Infos findet ihr auf der Website des Förderverin Roma e.V.

Namenslesung im IG Farben Foyer

Wie jedes Jahr organisiert die Initiative Studierender am IG Farben Campus am Tag der Befreiung von Auschwitz die Namenslesung der noch erhaltenen »Überstellungslisten« von Buna/Monowitz nach Birkenau, im Foyer des IG Farben Hauses. In den Listen befinden sich die Namen derer die von der IG Farben und der SS ins Gas geschickt wurden. Die Initiative freut sich über Interessierte die sich die Namenslesung anhören möchten oder an dem kleinen Infotisch sich austauschen oder weitergehend informieren möchten.

Die Lesung findet am 27. Januar zwischen 12.30 und 16.30 Uhr statt.

Staatliche Unterstützung für Nazis beenden – Verfassungschutz auflösen

Das Netzwerk Frankfurter Anti­faschsist_innen auf zur Demon­stration gegen Verfas­sungs­schutz und Nazi­terror. Die Demons­tration richtet sich gegen die Verleug­nung und Bana­lisierung der Nazi-Morde sowie gegen die staat­liche Aufbauhilfe für Nazi-Strukturen durch V-Leute, wie sie zuletzt im Zu­sammen­hang mit den NSU-Morden deut­lich geworden ist. Im Aufruf werden das Verbot von NPD und Verfas­sungs­schutz sowie ein Ende der Straf­verfahren gegen Anti­faschist_innen gefordert. Die Demons­tration dient auch der Mob­ilisierung zur Bloc­kade des des jähr­lichen Nazi­aufmarschs in Dresden am 18. Februar, zu dem das Bündnis Busse organisiert.

Die Demo startet am 28. Januar um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof/Kaisersack.

Hinweis: Da wir es an diesem Tag für wichtiger halten, uns an der Demo gegen Nazis und ihre Unterstützer_innen beim Verfassungsschutz zu beteiligen, bleibt die Dauerausstellung im Klapperfeld am diesem Tag ausnahmsweise geschlossen. Auch der für diesen Tag angekündigte Bautag findet nicht statt. Alle, die unsere Ausstellung an diesem Tag nicht besuchen können, möchten wir auf die Ausstellungseröffnung am folgenden Tag im Klapperfeld hinweisen:

Ausstellungseröffnung: »Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.«

Die Ausstellung mit Fotos, Biographien und Doku­menten zum Konzen­trations­lager San Pedro de Cardeña in Burgos, Spanien ist vom 29. Januar bis 11. Februar im Klap­perfeld zu Gast.

Die Eröff­nungs­veran­staltung findet am 29. Januar um 14:00 Uhr im Klapperfeld statt. Weitere Infos auf: http://www.klapperfeld.de/gefaengnisundwiderstand/

Ausstellung im Klapperfeld: Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.

Banner für die Ausstellung »Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.«

Wenn ihr wollt, könnt ihr die Ausstellung »Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.« gerne auf euren Websites verlinken. Dafür könnt ihr die hier abgebildeten Banner verwenden – einfach den Code unter den Bannern kopieren und an der entsprechenden Stelle eurer Website einfügen. Danke!

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Ausstellung im Klapperfeld: Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.

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Ausstellung im Klapperfeld: Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.

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Ausstellung im Klapperfeld: Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.

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Weitere Infos und Materialen zur Ausstellung findet ihr hier:
www.klapperfeld.de/gefaengnisundwiderstand/

Offener Brief zu Polizeigewalt bei der Demonstration im Gedenken an den 7. Todestag von Oury Jalloh

UnterzeichnerInnen:
Initiative Faites votre jeu! (Frankfurt a.M.)
Aktionsbündnis gegen Abschiebungen Rhein-Main
frankfurt.postkolonial

Wir verurteilen hiermit aufs Schärfste das massive gewalttätige Vorgehen der Polizei bei der Demonstration im Gedenken an Oury Jalloh in Dessau am 7. Januar 2012. Darüber hinaus fordern wir eine lückenlose Aufklärung der Verstrickungen staatlicher Institutionen in die Vertuschung und Beförderung rechter Gewalttaten bzw. rechter Tendenzen in der Polizei.

Bei der friedlichen Demonstration in Gedenken an den 7. Todestag des in Polizeigewahrsam in Dessau verbrannten Afrikaners Oury Jalloh kam es am Samstag den 07.01.2012 zu heftigen Gewaltausbrüchen von PolizeibeamtInnen. Zahlreiche DemonstrantInnen wurden durch Schläge und den Einsatz von Pfefferspray verletzt. Die führenden Aktivisten der Oury-Jalloh-Kampagne Komi Edzro, Mbolo Yufanyi und Mouctar Bah gerieten besonders ins Visier der Beamten. Mouctar Bah, Initiator der »Initiative in Gedenken an Oury Jalloh«, wurde mehrmals von der Polizei in Gesicht und auf den Kopf geschlagen bis er schließlich bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, wo er stationär behandelt wurde.
Die Polizei begründete die gewalttätigen Eingriffe damit, dass die Verwendung des Begriffs »Oury Jalloh, das war Mord« einen Straftatbestand darstelle. Bereits im Vorfeld der Demonstration hatten Beamte Herrn Bah als Anmelder der Demonstration aufgesucht und ihm gedroht, dass er für jegliche Verwendung des Wortes Mord im Zusammenhang mit dem Fall Oury Jalloh zur Verantwortung gezogen werde. Diese Vorgehensweise der Polizei entbehrt jeglicher juristischen Grundlage. Wie die Mitteldeutsche Zeitung (MDZ) schreibt, hatte bereits im Jahr 2006 das Magdeburger Oberverwaltungsgericht mit Verweis auf die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit entschieden, dass dieser Satz keine Beleidigung, Verleumdung oder ähnliches darstelle (MDZ, 09.01.2012). Auf die Aufforderung der vor Ort anwesenden Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte, Prof. Dr. Fanny-Michaela Reisin, konnte keiner der anwesenden PolizistInnen einen gerichtlichen Beschluss in der Sache vorlegen.

Dieser willkürliche und brutale Übergriff von PolizeibeamtInnen ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass auch in Deutschland selbst grundlegende Rechte – insbesondere gegenüber Schwarzen Menschen – oftmals vollständig ignoriert werden.

Der Fall Oury Jallohs selbst kann als Präzedenzfall dafür herangezogen werden, wie Polizei und Justiz Hand in Hand dafür sorgen, dass Polizeigewalt vertuscht wird und straflos bleibt. Dies erkannte auch der Vorsitzende Richter Manfred Steinhoff in seiner Urteilsbegründung zum Fall Oury Jalloh, die mit einem vorläufigen Freispruch der beschuldigten Beamten endete. „Das hat mit Rechtsstaat nichts mehr zu tun“, sagte er und beschwerte sich über fehlerhafte Ermittlungen und offensichtliche Falschaussagen von als Zeugen einberufenen Polizeibeamten (AFP, 07.12.2008). Da der Bundesgerichtshof die Urteilsbegründung und Beweisführung ebenfalls anzweifelte befindet sich der Fall derzeit in Revision. Das Vorgehen der Polizei bei der Demonstration am 07.01. gegenüber den führenden Aktivisten der »Initiative im Gedenken an Oury Jalloh«, die eine vollständige Aufklärung des Falles fordert, lässt sich vor diesem Hintergrund nur als Einschüchterungsversuch interpretieren.

Hinzu kommt, dass schon in der Vergangenheit gerade das sehr bedenkliche Verhalten der Dessauer Polizei und des Staatsschutzes in Sachsen-Anhalt rechte Gewalttaten deckte und damit förderte. Schon vor dem Fall Oury Jalloh war das Dessauer Polizeirevier polizeiintern in Kritik geraten, weil es vor allem Schwarze Menschen schikanierte. Um einen Imageschaden zu vermeiden, wurde das Revier angewiesen, »das polizeiliche Vorgehen gegen MigrantInnen auf ein Notwendiges« zu beschränken. Ermittlungen gegen Beamte folgten nicht. Auch die so genannte »Staatsschutzaffäre« in Sachsen-Anhalt im Jahr 2007 lässt an einem ernsthaften Aufklärungsinteresse rechter Gewalttaten zweifeln. Damals hatte Dessaus Polizeivizepräsident Hans-Christoph Glombitza in einer Besprechung drei Staatsschützern mitgeteilt, dass sie ja »nicht alles sehen« müssten. Die durch ihre Ermittlungserfolge im neonazistischen Milieu bekannt gewordenen rechten Umtriebe in Dessau würden das Sicherheitsbedürfnis der Menschen empfindlich stören und auch kein gutes Licht auf das Land Sachsen-Anhalt werfen.
Anstatt das Land durch Vertuschung vor angeblichen Imageschäden schützen zu wollen, ist es an der Zeit politisch sowie juristisch alle möglichen aufklärenden Maßnahmen zu ergreifen. Angesichts der sich wiederholenden Skandale um Polizei und Verfassungsschutz, zuletzt ihre Verstrickungen im Fall des Nationalsozialistischen Untergrundes, müssen sich die staatlichen Institutionen dem verstärkten Eindruck einer Zusammenarbeit von staatlichen Akteuren und Neonazis entschieden entgegenstellen, wollen sie nicht jegliche demokratische Glaubwürdigkeit verlieren.

Wir fordern Justiz, Polizei und das Innenministerium von Sachsen-Anhalt, sowie sämtliche Politiker_innen in Bund und Ländern zu einer vollständigen Aufklärung von Polizeigewalt auf. Die Straflosigkeit von Polizeibeamten in Deutschland muss ein Ende haben. Wir fordern unabhängige Ermittlungskommissionen sowie ein Ende von Rasterfahndung und anderen rassistisch begründeten Schikanen!

In diesem Sinne: Brecht das Schweigen! (Slogan der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.)

Links:
http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/
http://thevoiceforum.org/node/2372
http://www.amnestypolizei.de/

Offener Brief als pdf: download

Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.

Ausstellung vom 29. Januar bis 11. Februar im Klapperfeld

Ausstellung mit Fotos, Biographien, Dokumenten etc. zum Konzentrationslager San Pedro de Cardeña, Burgos, Spanien

Ausstellungseröffnung am 29.01.2012 um 14 Uhr

Eröffnungsveranstaltung mit Nacho García, Initiator der Ausstellung und Verfasser des Blogs »The Jaily News« (http://thejailynews.blogspot.com/), am 29.01.2012 um 15 Uhr. Dabei wird er einen Schwerpunkt legen auf die deutschen Inhaftierten in San Pedro.

Die Ausstellung ist außerdem geöffnet an folgenden Terminen:
Mittwoch, 1. Februar, 10-13 Uhr
Freitag, 3. Februar, 15-18 Uhr
Samstag, 4. Februar, 15-18 Uhr
Mittwoch, 8. Februar, 10-13 Uhr
Freitag, 10. Februar, 15-18 Uhr
Samstag, 11. Februar, 15-18 Uhr

Die Ausstellung »Gefängnis und Widerstand« versucht, eine von diesen Geschichten an Licht zu bringen, die nicht erzählt werden. Die Geschichte von hunderten Kämpfern unterschiedlicher Herkunft, die dem Ruf zum Kampf für die Freiheit und gegen den Faschismus im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 gefolgt sind.

Als letzten Abschnitt ihres Kampfes in Spanien mussten sie die Erfahrung des Konzentrationslagers machen. Doch sowohl im Lager selbst – die Gefangenen organisierten unter anderem eine klandestine Universität – als auch nach ihrer Haftzeit, zum Beispiel in der französischen Résistance, setzten sie ihren Kampf fort.

Das Konzentrationslager San Pedro de Cardeña war von Ende 1936 bis Anfang 1940 in Betrieb. In dem zum Lager umfunktionierten Kloster waren tausende republikanische Antifaschisten eingesperrt, die vor allem im Norden des Landes gefangengenommen worden waren. Viele von ihnen wurden in die siebzehn Zwangsarbeiter-Bataillone gezwungen, die das Lager verließen.
Ab April 1938 wurden Gefangene aus den Internationalen Brigaden hauptsächlich nach San Pedro de Cardeña verlegt: Insgesamt etwa tausend internationale Gefangene mit mehr als vierzig verschiedenen Nationalitäten. Einige von ihnen, vor allem Briten, konnten gegen faschistische Gefangene ausgetauscht werden, der größte Teil jedoch wurde in das Zwangsarbeiterbataillon Nr. 75, das nur für Ausländer vorgesehen war, eingegliedert. Andere wurden von den Faschisten hingerichtet, einige endeten im Konzentrationslager von Miranda de Ebro und viele Deutsche wurden an die Gestapo übergeben.

In der im Klapperfeld zu sehenden Ausstellung werden zum Teil unveröffentlichte Fotos sowie Dokumente aus verschieden Archiven gezeigt, die es ermöglichen, die Biographien und Erfahrungen von einigen der inhaftierten Interbrigadisten nachzuvollziehen.
Die Ausstellung wurde im Oktober 2011 in Burgos das erste Mal gezeigt, um zum 75. Jahrestag der Eröffnung des Lagers San Pedro de Cardeña den Gefangenen und ihrem Kampf gegen den Faschismus ein Denkmal zu setzen. Nun ist sie das erste Mal in deutscher Übersetzung zu sehen.

Weitere Infos und Materialen zur Ausstellung findet ihr hier:
www.klapperfeld.de/gefaengnisundwiderstand/

Ausstellung im Klapperfeld: Die Internationalen Brigaden in San Pedro de Cardeña. Gefängnis und Widerstand.