Archiv für Dezember 2011

Radiobeitrag: Radio Z, 23.12.2011, Stoffwechsel

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Radio Z, 23.12.2011 (16.00 Uhr bis 18.00 Uhr)
Sendung: Stoffwechsel

Hier der Mitschnitt eines Interviews zur Arbeit der Initiative »Faites votre jeu!« und dem ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld in der Sendung »Stoffwechsel« beim freien Radiosender »Radio Z« aus Nürnberg (Die Musik zwischen den Interview wurde entfernt):

Teil 1:

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Teil 2:

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Unterstützung für »Faites votre jeu!«

Neuer Förderverein setzt sich für den Erhalt des ehemaligen Polizeigefängnisses im Klapperfeld ein

Frankfurter Neue Presse, 16.12.2011 (download pdf)


Im Keller sind Interviews mit ehemaligen Häftlingen des Polizeigefängnisses zu sehen. Foto: Martin Weis

Der Verein zur »Förderung geschichtspolitischer Auseinandersetzung« unterstützt ab sofort die Initiative »Faites votre jeu!«.

Innenstadt. Die Zukunft des ehemaligen Polizeigefängnisses in der Klappergasse ist ungewiss. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das Gebäude abgerissen und das Areal neu bebaut werden soll, wenn sich ein Investor findet. Das will der neu gegründete Verein zur »Förderung geschichtspolitischer Auseinandersetzungen« verhindern. Die Gründungsmitglieder wollen ihren Zusammenschluss als Förderverein für die Initiative »Faites votre jeu!« verstanden wissen.

Vorsitzender ist der Sozialarbeiter Walter Schmidt. Er habe seit Mitte 2009 mit Interesse die Aktivitäten der Initiative »Faites votre jeu!« verfolgt, die das ehemalige Polizeigefängnis als selbstverwaltetes Zentrum führt und eine Dokumentation zur Geschichte des Klapperfelds in der Zeit des Faschismus erarbeitet hat. Diese wird als Dauerausstellung gezeigt, außerdem werden Konzerte, Lesungen und diverse andere Veranstaltung geboten.

»Die Befragung der letzten noch lebenden Zeitzeugen und die Forschung zu den aus dem Klapperfeld Deportierten in Verbindung mit der Etablierung eines sozialen Raums haben mich davon überzeugt, dass die Mitglieder der Initiative ihr Projekt mit großem Engagement und Potenzial verfolgen«, lobt Schmidt. Sie bearbeiteten einen bisher vernachlässigten Teil der lokalen Geschichte. Darüber hinaus hätten die Mitglieder der Initiative mit der derzeitigen Nutzung einen Raum für Menschen geschaffen, die sich selbstbestimmt treffen, organisieren oder politische und kulturelle Initiativen entwickeln. »Dies mit dem Förderverein zu unterstützen erscheint mir eine sinnvolle und notwendige Aufgabe zu sein«, betont Schmidt.

Ende November haben er und seine Mitstreiter den Verein gegründet. Der Verein will eine möglichst große Zahl von Fördermitgliedern gewinnen, durch Spenden und Beiträge sollen die Ziele des Vereins realisiert werden. Die Anerkennung des gemeinnützigen Charakters des Vereins ist beim Finanzamt Frankfurt beantragt.

Ziele des Vereins sind die Förderung der Forschung zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld sowie die wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung mit diesem Themengebiet. Unterstützt werden soll ferner die antifaschistische Erinnerungsarbeit, vor allem zum ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld, die Auseinandersetzung mit Strukturen, die zur Verfolgung und Repression aufgrund von politisch, »rassischen«, religiösen, nationalen oder sonstigen sozialen Gründen oder Zuschreibungen führen und geführt haben. Und natürlich setzt sich der Verein für den Erhalt des ehemaligen Polizeigefängnisses ein.

Maja Koster von »Faites votre jeu!« freut sich über den Förderverein. »Mit dessen Gründung ist ein weiterer Schritt gemacht, um die Arbeit unserer Initiative zu verstetigen und sicherzustellen, dass diese auch in Zukunft unabhängig weitergeführt werden kann.« Die langfristige Nutzung durch die Initative und der damit verbundene Erhalt des Klapperfelds als Ort kritischer historisch-politischer Auseinandersetzung sei einzig durch Abriss- oder Umnutzungspläne bedroht, die immer wieder ins Spiel gebracht würden.

Die Website des Fördervereins ist unter http://www.geschichtspolitischeauseinandersetzung.org erreichbar. Dort gibt es weitere Informationen zum Verein und die Möglichkeit, mit dem Verein Kontakt aufzunehmen. (red)

Freitag, 16.Dezember 2011, 18.30 Uhr // Kundgebung anlässlich des Jahrestages des Auschwitz-Erlasses


Foto: www.foerdervereinromaev.de

Der Förderverein Roma e. V. führt am 16. Dezember 2011, 18.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Stadtgesundheitsamt Ffm., Braubachstraße 18-22, durch.

Am 16.12.42 ordnete »Reichsführer SS« Heinrich Himmler im sogenannten Auschwitz-Erlass die Massendeportation von Roma und Sinti in das Konzentrationslager Auschwitz an. Es soll »Ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager« eingewiesen werden, hieß es in dem Erlass.

Die Vorstufe zur späteren Vernichtung wurde durch die Erfassung aller im deutschen Reich lebenden Roma und Sinti geschaffen. Robert Ritter, Leiter der „Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes Berlin“ und seine enge Mitarbeiter Eva Justin waren hierfür maßgeblich verantwortlich. Ihre sogenannten »rassenbiologischen« Untersuchungen registrierten minutiös über 20.000 Roma und Sinti. Sie leisteten damit die Voraussetzung für die spätere fabrikmäßige Vernichtung.

Ritter und Justin wurden nach 1945 im Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main als Medizinalrat und Psychologin beschäftigt. Obwohl bekannt war, welche zentrale Funktion beide während der NS-Zeit Inne hatten, bestanden keine Bedenken gegen die Anstellung. Ritter und Justin wurden für ihre Verbrechen nicht verurteilt.

Am 27.1.2000 wurde die durch private Mittel finanzierte Mahntafel am ehemaligen Stadtgesundheitsamt angebracht. Die Behörde ist mittlerweile umgezogen und am Gebäude in der Braubachstraße finden Renovierungsarbeiten statt. Die Tafel befindet sich zurzeit in der Geschäftsstelle des Förderverein Roma e. V. und soll nach Beendigung der Arbeiten wieder an historischem Ort angebracht werden.

Weitere Infos auf: www.foerdervereinromaev.de

Förderverein zur Unterstützung der Initiative ›Faites votre jeu!‹ und dem Erhalt des Klapperfelds gegründet

Ende November haben Unterstützer_innen der Initiative ›Faites votre jeu!‹ in den Räumen des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld in Frankfurt am Main den ›Verein zur Förderung geschichtspolitischer Auseinandersetzung‹ gegründet. Die Website des Vereins findet ihr unter: www.geschichtspolitischeauseinandersetzung.org
 
 
Logo: Verein zur Förderung geschichtspolitischer Auseinandersetzung
 
 
Hier die Pressemitteilung zur Vereinsgründung:

Presseerklärung: Förderverein zur Unterstützung der Initiative ›Faites votre jeu!‹ und dem Erhalt des Klapperfelds gegründet

Ende November haben Unterstützer_innen der Initiative ›Faites votre jeu!‹ in den Räumen des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld in Frankfurt am Main den ›Verein zur Förderung geschichtspolitischer Auseinandersetzung‹ gegründet.

Zweck und Ziele des Vereins sind

  • die Förderung der Forschung zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld in Frankfurt am Main und die wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung mit diesem Themengebiet,
  • die Unterstützung antifaschistischer Erinnerungsarbeit, insbesondere zum ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld,
  • die Auseinandersetzung mit Strukturen, die zur Verfolgung und Repression aufgrund von politisch, »rassischen«, religiösen, nationalen oder sonstigen sozialen Gründen oder Zuschreibungen führen und geführt haben sowie
  • die Verständigung der Menschen jenseits von nationalen, staatlichen oder kulturellen Grenzziehungen und entsprechende Solidaritätsarbeit.

Die Ziele des Vereins sollen verwirklicht werden insbesondere

  • durch den Erhalt des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld und
  • durch die Förderung und Durchführung von Veranstaltungen, Ausstellungen, Forschungstätigkeiten, Publikationen sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Der Verein will eine möglichst große Zahl von Fördermitgliedern gewinnen, durch Spenden und Beiträge sollen die Ziele des Vereins realisiert werden. Die Anerkennung des gemeinnützigen Charakters des Vereins ist beim Finanzamt Frankfurt beantragt.

Als Vorsitzender des Vereins wurde der 63-jährige Sozialarbeiter Walter Schmidt gewählt. Seine Beweggründe: »Ich habe seit Mitte 2009 mit Interesse die Aktivitäten der Initiative ›Faites votre jeu!‹ verfolgt, die das ehemalige Polizeigefängnis als selbstverwaltetes Zentrum führt und interessante Beiträge insbesondere zur Geschichte des Klapperfelds in der Zeit des Faschismus erarbeitet hat. Die Befragung der letzten noch lebenden Zeitzeugen und die Forschung zu den aus dem Klapperfeld Deportierten1 in Verbindung mit der Etablierung eines sozialen Raums haben mich davon überzeugt, dass die Mitglieder der Initiative ihr Projekt mit großem Engagement und Potential verfolgen. Sie bearbeiten einen bisher vernachlässigten Teil der lokalen Geschichte. Darüber hinaus haben sie mit der derzeitigen Nutzung einen Raum für Menschen geschaffen, die sich selbst­bestimmt treffen, organisieren oder politische und kulturelle Initiativen entwickeln. Dies mit dem Förderverein zu unterstützen erscheint mir eine sinnvolle und notwendige Aufgabe zu sein.«

Maja Koster von ›Faites votre jeu!‹ begrüßte die Bildung des Fördervereins und erklärte: »Mit der Gründung des Fördervereins ist ein weiterer Schritt gemacht, um die Arbeit unserer Initiative zu verstetigen und sicher­zustellen, dass diese auch in Zukunft unabhängig weitergeführt werden kann. Die langfristige Nutzung durch ›Faites votre jeu!‹ und der damit verbundene Erhalt des Klapperfelds als sozialer Raum und Ort kritischer historisch-politischer Auseinandersetzung ist einzig durch Abriss- oder Umnutzungspläne bedroht, die immer wieder von Verantwortlichen auf Seiten der Stadt ins Spiel gebracht werden.«

Die Website des Fördervereins ist unter www.geschichtspolitischeauseinandersetzung.org erreichbar. Dort finden sich weitere Informationen zum Verein und die Möglichkeit, mit dem Verein Kontakt aufzunehmen. Sobald die Gemeinnützigkeit anerkannt ist, können sich alle, die Interesse an einer Fördermitgliedschaft haben, dort die entsprechenden Unterlagen und einen Antrag auf Fördermitgliedschaft herunterladen.

Presserechtlich verantwortlich: Walter Schmidt
Erreichbar über Telefon (0152 | 37 22 56 12) und E-Mail (vorstand[ät]geschichtspolitischeauseinandersetzung.org)

  1. Siehe hierzu Pressemitteilung der Initiative »Faites votre jeu!« vom 21.07.2011: http://www.klapperfeld.de/de/archiv/pressemitteilungen/165-pressemitteilung--verschollen-geglaubte-deportationslisten-entdeckt-polizeigefaengnis-klapperfeld-hatte-zentrale-funktion-fuer-deportationen-aus-frankfurt.html[zurück]

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