»GEGEN BUCH MASSE«-Veranstaltungen 2011

Anlässlich der Buchmesse findet in Frankfurt jedes Jahr die »GEGEN BUCH MASSE« statt. Das Ziel dieser Veranstaltung ist, linken Autor_innen und Verlagen ein Forum für kritische Gedanken bieten.

An verschdienen Orten in Frankfurt finden deshalb während der Buchmesse Lesungen statt, die kritischen, emanzipatorischen Gedanken ein Forum bieten sollen. Wie in den drei Jahren – erst im ehemaligen Jugendzentrum in Bockenheim und dann im Klapperfeld – ist die Initiative »Faites votre jeu!« natürlich auch dieses Jahr mit von der Partie.

Hier jetzt die Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen bei uns im Klapperfeld (alle anderen Veranstaltungen findet ihr unter www.gegenbuchmasse.de):

Dienstag, 11. Oktober 2011, 20.00 Uhr

Die Anderen Geschichten – Los Otros Cuentos

Erzählungen von Subcomandante Marcos
RedAktion (Hrsg.), Übersetzung Katja Rameil; Unrast Verlag

Das Recht glücklich zu sein

Der Kampf der zapatistischen Frauen in Chiapas/Mexiko
Nikola Siller, Dorit Siemers; Eigenverlag Zwischenzeit e.V.

»Es ist nicht notwendig, die Welt zu erobern, es reicht, sie neu zu schaffen. Heute. Durch uns.« Auf eine Reise in das rebellische Mexiko von linksunten laden Nikola Siller, Susanne Wenthe und Ulrike Röding mit den Anderen Geschichten und reich bebilderten Berichten vom Zapatistischen Frauentreffen ein. Ausgehend von einer Lesung ausgewählter Texte wollen wir mit dem Publikum ins Gespräch kommen – weniger über Aktuelles, mehr Grundsätzliches, Hintergründe zu Fragen des Aufstandes, der Würde, den Forderungen und der Frage nachgehen, was das alles mit uns zu tun hat. Die politischphilosophischen Botschaften der Erzählungen und der Wirklichkeiten in Chiapas können dort wie hier als Anregungen für eine radikal-emanzipatorische Praxis gelesen werden.

Mittwoch, 12. Oktober 2011, 20.00 Uhr

abrisse.

innen- und außenansichten einsperrender institutionen

projekt baul_cken; edition assemblage

Ausgehend von einer gesamtgesellschaftlichen Utopie, in der die Institution Knast keinen Platz hat, zeichnet das projekt baul_cken grundlegende kritische Positionen zum Thema Gefängnisse auf. Berücksichtigt werden dabei die unterschiedlichen Sichtweisen von Gefangenen, Aktivist_innen aus verschiedenen Ländern und Antwält_innen, die über eine isolierte Betrachtung der Institution Gefängnis hinaus weisen. Die Vielfalt der behandelten Themen reicht von Arbeit im Knast über »Resozialisierung« und Sicherheitsverwahrung bis hin zur Situation weiblicher Gefangener.

Das Buchprojekt ist aus dem Kontakt mit Gefangenen und einer daraus entstandenen Umfrage zum Thema Gefängnisse entstanden. Das projekt baul_cken liest Auszüge und berichtet von der Entstehung des Buches.

Donnerstag, 13. Oktober 2011, 20.00 Uhr

Die Veranstaltung fällt leider wegen Krankheit aus!

Rassismus auf gut Deutsch

Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen
Adibeli Nduka-Agwu, Antje Lann Hornscheidt (Hrsg.); Brandes & Apsel Verlag

Die Beiträge dieses Bandes tragen dazu bei, unbewussten oder »gut gemeinten« Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken mit konkreten Beispielen aufzudecken, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie und wodurch Sprache rassistisch aufgeladen wird und welche Alternativen es gibt. Die Präsentation macht deutlich, wie und wo sich Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken ausdrückt und wie dies verändert werden kann. Konkrete Beispiele und Argumentationsstrategien werden vor- und zur Diskussion gestellt.Dem Buch liegt ein Ansatz zugrunde, dass Rassismus die deutsche Gesellschaft grundlegend strukturiert und dass damit rassistische Sprachhandlungen normalisiert sind.

Freitag, 14. Oktober 2011, 20.00 Uhr

Gegen die Arbeit

Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936 – 38
Michael Seidman; Graswurzelrevolution

Die spanische Revolution 1936 – 1939 und die sozialen Bewegungen im Frankreich der Volksfront-Regierung bilden noch immer wichtige Bezugspunkte von Bewegungen, die Kapitalismus und jede Herrschaft aufheben wollen. Aber stimmen unsere Wahrnehmungen und „Lehren“, die aus den vielfältigen individuellen und kollektiven Formen des damaligen Arbeiterwiderstands gezogen wurden?

Michael Seidmans Buch zeigt, dass in Spanien wie in Frankreich unter unterschiedlichen Bedingungen radikale Praktiken der Arbeitsverweigerung anhielten, ja sogar aufblühten. Revolution hieß für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Barcelona und Paris nicht mehr, sondern weniger arbeiten. Die Aufhebung der Lohnarbeit rückt durch diese Studie wieder ins Blickfeld der Gesellschaftsutopie. Zwangsläufig konzentriert sich Seidman dabei auf den Kern der spanischen Revolution, nämlich die Abläufe in den Betrieben. Das Buch veranschaulicht, dass sich aktuelle Diskussionen zur Kritik der wachstums-, profit- und produktionsorientierten Wirtschaft auf eine lange, untergründig verlaufende proletarische Verweigerungstradition beziehen können.


1 Antwort auf “»GEGEN BUCH MASSE«-Veranstaltungen 2011”


  1. 1 Rund um die Buchmesse 2011 | STADTKIND Pingback am 02. Februar 2014 um 18:39 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.