Archiv für September 2011

»GEGEN BUCH MASSE«-Veranstaltungen 2011

Anlässlich der Buchmesse findet in Frankfurt jedes Jahr die »GEGEN BUCH MASSE« statt. Das Ziel dieser Veranstaltung ist, linken Autor_innen und Verlagen ein Forum für kritische Gedanken bieten.

An verschdienen Orten in Frankfurt finden deshalb während der Buchmesse Lesungen statt, die kritischen, emanzipatorischen Gedanken ein Forum bieten sollen. Wie in den drei Jahren – erst im ehemaligen Jugendzentrum in Bockenheim und dann im Klapperfeld – ist die Initiative »Faites votre jeu!« natürlich auch dieses Jahr mit von der Partie.

Hier jetzt die Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen bei uns im Klapperfeld (alle anderen Veranstaltungen findet ihr unter www.gegenbuchmasse.de):

Dienstag, 11. Oktober 2011, 20.00 Uhr

Die Anderen Geschichten – Los Otros Cuentos

Erzählungen von Subcomandante Marcos
RedAktion (Hrsg.), Übersetzung Katja Rameil; Unrast Verlag

Das Recht glücklich zu sein

Der Kampf der zapatistischen Frauen in Chiapas/Mexiko
Nikola Siller, Dorit Siemers; Eigenverlag Zwischenzeit e.V.

»Es ist nicht notwendig, die Welt zu erobern, es reicht, sie neu zu schaffen. Heute. Durch uns.« Auf eine Reise in das rebellische Mexiko von linksunten laden Nikola Siller, Susanne Wenthe und Ulrike Röding mit den Anderen Geschichten und reich bebilderten Berichten vom Zapatistischen Frauentreffen ein. Ausgehend von einer Lesung ausgewählter Texte wollen wir mit dem Publikum ins Gespräch kommen – weniger über Aktuelles, mehr Grundsätzliches, Hintergründe zu Fragen des Aufstandes, der Würde, den Forderungen und der Frage nachgehen, was das alles mit uns zu tun hat. Die politischphilosophischen Botschaften der Erzählungen und der Wirklichkeiten in Chiapas können dort wie hier als Anregungen für eine radikal-emanzipatorische Praxis gelesen werden.

Mittwoch, 12. Oktober 2011, 20.00 Uhr

abrisse.

innen- und außenansichten einsperrender institutionen

projekt baul_cken; edition assemblage

Ausgehend von einer gesamtgesellschaftlichen Utopie, in der die Institution Knast keinen Platz hat, zeichnet das projekt baul_cken grundlegende kritische Positionen zum Thema Gefängnisse auf. Berücksichtigt werden dabei die unterschiedlichen Sichtweisen von Gefangenen, Aktivist_innen aus verschiedenen Ländern und Antwält_innen, die über eine isolierte Betrachtung der Institution Gefängnis hinaus weisen. Die Vielfalt der behandelten Themen reicht von Arbeit im Knast über »Resozialisierung« und Sicherheitsverwahrung bis hin zur Situation weiblicher Gefangener.

Das Buchprojekt ist aus dem Kontakt mit Gefangenen und einer daraus entstandenen Umfrage zum Thema Gefängnisse entstanden. Das projekt baul_cken liest Auszüge und berichtet von der Entstehung des Buches.

Donnerstag, 13. Oktober 2011, 20.00 Uhr

Die Veranstaltung fällt leider wegen Krankheit aus!

Rassismus auf gut Deutsch

Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen
Adibeli Nduka-Agwu, Antje Lann Hornscheidt (Hrsg.); Brandes & Apsel Verlag

Die Beiträge dieses Bandes tragen dazu bei, unbewussten oder »gut gemeinten« Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken mit konkreten Beispielen aufzudecken, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie und wodurch Sprache rassistisch aufgeladen wird und welche Alternativen es gibt. Die Präsentation macht deutlich, wie und wo sich Rassismus in alltäglichen Sprachpraktiken ausdrückt und wie dies verändert werden kann. Konkrete Beispiele und Argumentationsstrategien werden vor- und zur Diskussion gestellt.Dem Buch liegt ein Ansatz zugrunde, dass Rassismus die deutsche Gesellschaft grundlegend strukturiert und dass damit rassistische Sprachhandlungen normalisiert sind.

Freitag, 14. Oktober 2011, 20.00 Uhr

Gegen die Arbeit

Über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936 – 38
Michael Seidman; Graswurzelrevolution

Die spanische Revolution 1936 – 1939 und die sozialen Bewegungen im Frankreich der Volksfront-Regierung bilden noch immer wichtige Bezugspunkte von Bewegungen, die Kapitalismus und jede Herrschaft aufheben wollen. Aber stimmen unsere Wahrnehmungen und „Lehren“, die aus den vielfältigen individuellen und kollektiven Formen des damaligen Arbeiterwiderstands gezogen wurden?

Michael Seidmans Buch zeigt, dass in Spanien wie in Frankreich unter unterschiedlichen Bedingungen radikale Praktiken der Arbeitsverweigerung anhielten, ja sogar aufblühten. Revolution hieß für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Barcelona und Paris nicht mehr, sondern weniger arbeiten. Die Aufhebung der Lohnarbeit rückt durch diese Studie wieder ins Blickfeld der Gesellschaftsutopie. Zwangsläufig konzentriert sich Seidman dabei auf den Kern der spanischen Revolution, nämlich die Abläufe in den Betrieben. Das Buch veranschaulicht, dass sich aktuelle Diskussionen zur Kritik der wachstums-, profit- und produktionsorientierten Wirtschaft auf eine lange, untergründig verlaufende proletarische Verweigerungstradition beziehen können.

Mittwoch, 28. September 2011, 19.30 Uhr // 15-M – Bericht über eine neue Protestbewegung in Spanien

Seit dem 15. Mai rebelliert in Spanien eine neu entstandene soziale Bewegung gegen miserable Jobaussichten, die Sozialpolitik der Regierung, die schlechten Zukunftsperspektiven der Jugend und die Krise im Allgemeinen. Im ganzen Land besetzten die »indignados«, die Empörten, zentrale Plätze und trugen auf Nachbarschafts- und Stadtteilversammlungen Forderungen der Bevölkerung zusammen. Was steckt hinter ihren Forderungen nach radikaler Demokratisierung? Wie organisiert sich die Bewegung? Und wie geht sie weiter?

Ein Teilnehmer aus Madrid berichtet

Franco-Ausstellung im Klapperfeld

Im ehemaligen Polizeigefängnis wird in zwei Schauen an die Zeit des Faschismus in Spanien erinnert

Frankfurter Neue Presse, 19.09.2011 (download pdf)

Der Beginn des spanischen Bürgerkriegs ist ziemlich genau 75 Jahre her. Im Klapperfeld wird nun darauf und auf die Zeit des Franquismus zurückgeblickt. In der Fotoschau steht passend zum Ausstellungsort ein Gefängnis im Mittelpunkt.


Das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld hat sich mittlerweile zur Kulturstätte gemausert.

Innenstadt. Als Ergebnis einer zweiwöchigen Reise ins spanische und französische Baskenland sowie nach Katalonien hat die AG Geschichtspolitik des Vereins Grenzenlos eine Ausstellung zur Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und des Franquismus entwickelt. Auf insgesamt 17 Tafeln wird zudem kurz die Geschichte einzelner Regionen (Baskenland, Katalonien und Südfrankreich) im Bürgerkrieg und danach vorgestellt und dann auf spezifische Erinnerungsorte und -projekte eingegangen. Der Fokus liegt auf der Darstellung unterschiedlicher erinnerungspolitischer Zugänge.

Mit der Ausstellung wird neben dem Bürgerkrieg vor allem die umkämpfte Erinnerung im spanischen Staat thematisiert, deren unterschiedliche Akteure beleuchtet werden. Der Beginn des Bürgerkriegs jährte sich im Juli 2011 zum 75. Mal. Mit dem letztlich siegreichen Putsch der Militärs um General Francisco Franco fand die Spanische Republik ihr Ende. Als weltweites Symbol des Aufbruchs und als vorweggenommener Kampf gegen den Faschismus ging mit der Republik auch ein Stück Hoffnung unter.

Heftige Repressionen

Dem Sieg der Franco-Truppen im Frühjahr 1939 folgte Repression, die in den Gebieten besonders heftig war, in denen die Arbeiterbewegung und die sich vom groß-spanischen Nationalismus distanzierenden Unabhängigkeitsbewegungen am stärksten waren. Erst nach dem Tod Francos fand die Diktatur 1977 ihr Ende und ging in eine parlamentarische Monarchie über.

Doch der Übergang zur Demokratie wurde mit der Straffreiheit der franquistischen Täter und einem staatlich gepflegten Vergessen erkauft. Dieses Schweigen dauerte bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, als mehr und mehr Menschen nach dem Schicksal ihrer Verwandten fragten.

Parallel zu „Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus“ ist, neben einem Begleitprogramm, das aus einem Vortrag und zwei Dokumentarfilmen besteht, auch eine Fotoausstellung zu sehen. Sie erinnert an das franquistische Gefängnis Carabanchel.

Gefangene bauen selbst

Kurz nach Ende des Krieges entschied Franco, im Madrider Stadtteil Carabanchel ein neues Gefängnis für 2000 politische Häftlinge bauen zu lassen. Als Zwangsarbeiter mussten die Gefangenen ihr Gefängnis selbst bauen, das im Juni 1944 fertiggestellt wurde. Während der fast 40 Jahre dauernden Diktatur wurde Carabanchel zum Symbol der Repression, die all diejenigen traf, die für die Republik oder die soziale Revolution gekämpft hatten. Viele zum Tode Verurteilte verbrachten hier ihre letzten Stunden. Doch die Haftbedingungen waren für alle miserabel.

Auch nach Ende des Faschismus wurde das Gefängnis weiter genutzt. Erst am 11. September 1998 wurde es geschlossen. Kurz vor dem Abriss 2008 ist Arantxa Ramos noch einmal in das Gefängnis gelangt und hat die Reste einer Periode fotografiert, die dem Vergessen preisgegeben wird. Ihre von Hand entwickelten Fotografien sprechen trotz der Geschichte, die sie verkörpern, eine eigene Sprache.

Geöffnet haben die Ausstellungen im ehemaligen Polizeigefängnis, Klapperfeldstraße 5, bis zum 6. Oktober dienstags und donnerstags von 17 bis 20 Uhr, mittwochs von 10 bis 13 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Gruppen und Schulklassen können auch außerhalb der Öffnungszeiten einen Termin erhalten. Weitere Infos auch zum Begleitprogramm gibt es unter http://www.klapperfeld.de im Internet. (red)

Lieber Hans, alles Gute zu deinem 104. Geburtstag!


Hans Schwert

Heute wird Hans Schwert 104 Jahre alt. An dieser Stelle möchten wir ihm gratulieren und danken! Hans Schwert kämpfte als Antifaschist, Gewerkschafter und Kommunist gegen die Nazis. Nach dem Machtantritt der NSDAP im Jahre 1933 setzte er seinen Widerstand im Untergrund fort. Im August 1936 wurde er verhaftet. Bis zur Befreiung durch die Alliierten saß Hans Schwert in verschiedenen Gefängnissen, davon ein Jahr im Klapperfeld.

Auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs führte er sein politisches Engagement fort. Als Zeitzeuge berichtete er über seine Erfahrung als Gewerkschafter und Kommunist in den 20er und 30er Jahren und von der Verfolgung durch die Nationialsozialist_innen. Noch im Alter von 99 Jahren hielt er am 7. Juli 2007 auf dem Römerberg eine Rede, um gegen einen an diesem Tag stattfindenden Aufmarsch von Neonazis im Stadtgebiet zu demonstrieren. Im vorletzten Jahr nahm er am 8. Mai an einer Gedenkfeier vor dem Nieder Friedhof anlässlich des Jahrestags der Befreiung vom Faschismus teil.

Das Interview mit Hans Schwert kann auf der Website zur Geschichte des Klapperfelds und in unserer Ausstellung angesehen werden: http://www.klapperfeld.de/de/ausstellung/zeitzeuge-hans-schwert.html

Ausstellungen: Umkämpfte Vergangenheit & Carabanchel

Ausstellung
Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus

Im Juli 2011 jährte sich der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs zum 75. Mal. Mit dem letztlich siegreichen Putsch der Militärs um General Francisco Franco fand die Spanische Republik ihr Ende. Als weltweites Symbol des Aufbruchs und als vorweggenommener Kampf gegen den Faschismus ging mit der Republik auch ein Stück Hoffnung unter. Dem Sieg der Franco-Truppen im Frühjahr 1939 folgte lang anhaltende Repression, die in den Gebieten besonders heftig war, in denen die Arbeiter_innen­bewegung und die sich vom groß-spanischen Nationalismus distanzierenden Unabhängigkeitsbewegungen am stärksten waren. Erst nach dem Tod Francos fand die Diktatur 1977 ihr Ende und ging unter Beteiligung der alten Eliten aus Militär, Verwaltung, Wirtschaft und Polizei in eine parlamentarische Monarchie über. Doch der Übergang zur bürgerlichen Demokratie wurde mit der Straffreiheit der franquistischen Täter_innen und einem staatlich gepflegten Vergessen erkauft. Dieses Schweigen hatte von Anfang an Risse. Es dauerte aber bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, bis sich die Unzufriedenheit steigerte, mehr und mehr Menschen nach dem Schicksal ihrer Verwandten fragten und überall im Land erinnerungspolitische Gruppen entstanden, die Massengräber exhumieren und den Kampf gegen das Vergessen antreten.

Als Ergebnis einer zweiwöchigen Reise ins spanische und französische Baskenland sowie Katalonien hat die AG Geschichtspolitik des Vereins Grenzenlos e.V. eine Ausstellung zur Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und des Franquismus entwickelt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Erinnerung an Bürgerkrieg und Franquismus.

Auf insgesamt 17 Tafeln wird neben der Geschichte des Bürgerkriegs im Allgemeinen kurz die Geschichte einzelner Regionen (Baskenland, Katalonien und Südfrankreich) im Bürgerkrieg und danach vorgestellt und dann auf spezifische Erinnerungsorte und -projekte eingegangen. Der Fokus liegt auf der Darstellung unterschiedlicher erinnerungspolitischer Zugänge, die je nach politischem Kräftegewicht und regionaler Geschichte variieren. Mit der Ausstellung wird neben dem Bürgerkrieg vor allem die umkämpfte Erinnerung im spanischen Staat thematisiert, deren unterschiedliche Akteure beleuchtet werden.

Weitere Infos auf www.umkaempftevergangenheit.blogsport.de und www.verein-grenzenlos.net

Fotoausstellung
Carabanchel: Ein franquistisches Gefängnis

Der Kampf der putschenden Militärs und Faschist_innen gegen die Spanische Republik war von Anfang an durch brutale Repression gegenüber dem politischen Gegner gekennzeichnet. Auch nach Ende des Krieges waren Massentötungen, Konzentrationslager, Zwangsarbeit, Folter und Gefängnis die Antwort des «Neuen Staates» auf die republikanische Tradition.

Kurz nach Ende des Krieges entschied Generalísimo Franco, im Madrider Stadtteil Carabanchel ein neues Männergefängnis für 2000 politische Häftlinge bauen zu lassen. Als Zwangsarbeiter mussten die Gefangenen ihr Gefängnis selbst bauen, das im Juni 1944 fertiggestellt wurde. Während der fast vierzig Jahre dauernden Diktatur (1939-75) wurde Carabanchel zum Symbol der Repression, die all diejenigen traf, die für die Republik oder die soziale Revolution gekämpft hatten. Viele zum Tode Verurteilte verbrachten in Carabanchel ihre letzten Stunden. Doch die Haftbedingungen waren auch für die anderen Häftlinge miserabel. Zur Folter und den Misshandlungen durch die Wärter kamen Epidemien, die sich aufgrund der schlechten hygienischen Zustände rasch ausbreiteten.

In den letzten Jahren des franquistischen Regimes und während des Übergangs zur bürgerlichen Demokratie war Carabanchel Ort zahlreicher Häftlingsaufstände. Beschlossen auf offenen Versammlungen, forderten die Gefangenen unter anderem Amnestie, eine Reform des Strafrechts und die Entlassung faschistischer Gefängnisfunktionäre.

Auch nach Ende des Faschismus wurde das Gefängnis weiter genutzt. Erst nachdem der Direktor öffentlich eingestanden hatte, dass die Zustände in Carabanchel untragbar seien, wurde das Gefängnis am 11. September 1998 geschlossen – 54 Jahre nach seiner Eröffnung.

Trotz der Proteste ehemaliger Häftlinge und verschiedener Organisationen, die im ehemaligen Gefängnis ein «Zentrum der Erinnerung» einrichten wollten, wurde Carabanchel 2008 abgerissen.

Kurz zuvor ist Arantxa Ramos noch einmal in das Gefängnis gelangt und hat die Reste einer Periode fotografiert, die dem Vergessen preis­gegeben wird. Ihre von Hand entwickelten Fotografien sprechen trotz der Geschichte, die sie verkörpern, eine eigene Sprache. Sie tragen keine Erklärungen, sondern stehen für sich, geben Raum für die «Erinnerung» an die Repression unter dem franquistischen Regime.

Öffnungszeiten

18. September – 6. Oktober 2011

Ausstellungseröffnung: Die Ausstellung «Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus» und die Fotoausstellung «Carabanchel: ein franquistisches Gefängnis» werden am Sonntag, den 18. September 2011 um 14 Uhr im Klapperfeld eröffnet.

Dienstag, Donnerstag: 17 – 20 Uhr
Mittwoch: 10 –13 Uhr
Samstag, Sonntag: 15 – 18 Uhr

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Während der Öffnungszeiten kann auch die erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds besucht werden.

Gruppen oder Schulklassen, die die Ausstellungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin vereinbaren. Ruft einfach an (0163 9401683) oder schreibt uns eine E-Mail: info[ät]klapperfeld.de

Begleitprogramm

Zur Zeit laufen noch Anfragen für weitere Begleitveranstaltungen. Sobald neue Termine feststehen, werden sie hier online gestellt.

Sonntag, 18. September 2011
20.30 Uhr // Open-Air-Kino im Knasthof: Der Film handelt von einem jungen englischen Kommunisten der 1936 nach Spanien geht, um an der Seite der Republikaner_innen gegen Francos Faschist_innen zu kämpfen.
Dort angekommen, muss er jedoch feststellen, dass ein Teil seiner Genoss_innen lieber interne Machtkämpfe führt, als für die Freiheit zu kämpfen – und auch der Krieg ist nicht so, wie er ihn sich immer vorgestellt hat. Trost und neue Hoffnung findet er nur in der Liebe zu einer Kämpferin der kommunistischen Miliz. Der Film schafft die Gratwanderung zwischen Lovestory und der Rekonstruktion historischer Ereignisse. (108 min, Englisch, Spanisch, Katalanisch mit deutschen Untertiteln) Filmbeginn bei Dämmerung, bei schlechtem Wetter drinnen.

Montag, 19. September 2011
18.30 Uhr // Vortrag und Diskussion mit Benjamin Ortmeyer: »Deutschland im Spanischen Bürgerkrieg«.
Ein Überblick über Vorgeschichte und Verlauf des Spanischen Bürgerkriegs mit einem Schwerpunkt auf der Rolle des NS-Regimes und den Internationalen Brigaden andererseits. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zu den beiden Gastausstellungen zum Spanischen Bürgerkrieg und Franquismus im Klapperfeld.

Sonntag, 25. September 2011
20.00 Uhr // Dokumentarfilm: Zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs 1936 verließen mehr als 300 Juden Palästina, um in den Internationalen Brigaden gegen den Faschismus zu kämpfen.
Viele von ihnen waren jüdische Kommunisten und davon überzeugt, dass der Faschismus nicht nur das größte Übel für die Juden, sondern der Menschheit überhaupt sei. Ihr Einsatz stieß in der zionistischen Gemeinschaft sowie in der Kommunistischen Partei auf Widerstand und auch die Familien der Freiwilligen verstanden diesen Einsatz oft nicht. In der Dokumentation kommen unter anderem Menschen zu Wort, die gerade erst dem Nationalsozialismus in Deutschland entkommen waren, und weitere der letzten heute noch lebenden Freiwilligen und deren Familienangehörigen zu Wort. (56 min, deutsche Synchronfassung)

Donnerstag, 29. September 2011
20.00 Uhr // Dokumentarfilm: Der Film behandelt die Spanische Revolution und wirft einen Blick auf die anarchistische Bewegung in Spanien.
Der Film zeigt bislang wenig bekannte Seiten der radikalen gesellschaftlichen Veränderungen, die sich während des Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 in jenen Gebieten zutrugen, die in der Hand der Republikaner_innen waren. 30 Aktivist_innen der Spanischen Revolution berichten als Zeitzeug_innen aus den Reihen der Anarchist_innen über ihre Erfahrungen. (95 min, deutsche Synchronfassung)

Weitere Informationen auf www.klapperfeld.de/spanienausstellung

Banner | Ausstellungen im Klapperfeld | 16. September – 6. Oktober 2011: Unkämpfte Vergangenheit & Carabanchel

Pressemitteilung 13.09.2011 ­– Ausstellung »Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus« und Fotoausstellung »Carabanchel: Ein franquistisches Gefängnis« vom 18. September bis zum 6. Oktober im Klapperfeld

Im Juli diesen Jahres jährte sich der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs zum 75. Mal. Aus diesem Anlass eröffnet die Initiative »Faites votre jeu!« am Sonntag, 18. September 2011 um 14 Uhr zwei Gastausstellungen die sich mit der Erinnerung an den spanischen Bürgerkrieg und dem Franquismus beschäftigen.

Als Ergebnis einer zweiwöchigen Reise ins spanische und französische Baskenland sowie Katalonien hat die AG Geschichtspolitik des Vereins Grenzenlos e.V. (www.verein-grenzenlos.net) die Ausstellung »Umkämpfte Vergangenheit. Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus« entwickelt. Auf insgesamt 17 Tafeln wird neben der Geschichte des Bürgerkriegs im Allgemeinen kurz die Geschichte einzelner Regionen (Baskenland, Katalonien und Südfrankreich) im Bürgerkrieg und danach vorgestellt und auf spezifische Erinnerungsorte und -projekte eingegangen. Der Fokus liegt auf der Darstellung unterschiedlicher erinnerungspolitischer Zugänge, die je nach politischem Kräftegewicht und regionaler Geschichte variieren. Mit der Ausstellung wird neben dem Bürgerkrieg vor allem die umkämpfte Erinnerung im spanischen Staat thematisiert, deren unterschiedliche Akteur_innen beleuchtet werden.

Die Fotoausstellung »Carabanchel: Ein franquistisches Gefängnis« zeigt die Fotografien die Arantxa Ramos von einem Gefängnis gemacht hat, dessen Bau Generalísimo Franco kurz nach Ende des Krieges im Madrider Stadtteil Carabanchel angeordnet hatte. Als Zwangsarbeiter mussten die Gefangenen ihr Gefängnis, das für 2000 politische Häftlinge ausgelegt war, selbst bauen. Im Juni 1944 wurde es fertiggestellt. Während der fast vierzig Jahre dauernden Diktatur wurde das Männergefängnis zum Symbol der Repression, die all diejenigen traf, die für die Republik oder die soziale Revolution gekämpft hatten. Viele zum Tode Verurteilte verbrachten dort ihre letzten Stunden. Die Haftbedingungen waren miserabel – zur Folter und den Misshandlungen durch die Wärter kamen Epidemien, die sich aufgrund der schlechten hygienischen Zustände rasch ausbreiteten. In den letzten Jahren des franquistischen Regimes und während des Übergangs zur bürgerlichen Demokratie war Carabanchel Ort zahlreicher Häftlingsaufstände. Beschlossen auf offenen Versammlungen, forderten die Gefangenen unter anderem Amnestie, eine Reform des Strafrechts und die Entlassung faschistischer Gefängnisfunktionäre.

Auch nach Ende des Faschismus wurde das Gefängnis weiter genutzt. Erst nachdem der Direktor öffentlich eingestanden hatte, dass die Zustände in Carabanchel untragbar seien, wurde das Gefängnis am 11. September 1998 geschlossen – 54 Jahre nach seiner Eröffnung. Trotz der Proteste ehemaliger Häftlinge und verschiedener Organisationen, die im ehemaligen Gefängnis ein »Zentrum der Erinnerung« einrichten wollten, wurde Carabanchel 2008 abgerissen. Kurz zuvor ist Arantxa Ramos noch einmal in das Gefängnis gelangt und hat die Reste einer Periode fotografiert, die dem Vergessen preisgegeben wird. Ihre von Hand entwickelten Fotografien tragen keine Erklärungen, sondern stehen für sich, geben Raum für die »Erinnerung« an die Repression unter dem franquistischen Regime. Nachdem die Ausstellung zuvor in Paris zu sehen war, ist sie jetzt im Klapperfeld zu Gast. Die Fotografin wird bei der Eröffnung anwesend sein.

Maja Koster von »Faites votre jeu!« erklärte: »Der Übergang zur bürgerlichen Demokratie in Spanien wurde mit der Straffreiheit der franquistischen Täterinnen und Täter und einem staatlich gepflegten Vergessen erkauft. Dieses Schweigen hatte zwar von Anfang an Risse, aber es dauerte bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts, bis sich die Unzufriedenheit steigerte, mehr und mehr Menschen nach dem Schicksal ihrer Verwandten fragten und überall im Land erinnerungspolitische Gruppen entstanden, die Massengräber exhumieren und den Kampf gegen das Vergessen antreten. Wir hoffen mit den beiden Ausstellungen einen kleinen Beitrag zu diesem Kampf zu leisten.«

Die beiden Ausstellungen können vom 18. September bis zum 6. Oktober 2011 zu den folgenden Öffnungszeiten besucht werden:

Dienstag, Donnerstag: 17 – 20 Uhr
Mittwoch: 10 –13 Uhr
Samstag, Sonntag: 15 – 18 Uhr

Während der Öffnungszeiten kann auch die erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds besucht werden. Gruppen oder Schulklassen, die die Ausstellungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin vereinbaren (0163 9401683 oder info[ät]klapperfeld.de). Das Begleitprogramm und weitere Infos zu beiden Ausstellungen findet Sie hier: www.klapperfeld.de/spanienausstellung

Anhang:
Flyer zur Ausstellung

Pressemitteilung als pdf: download