Archiv für August 2011

2. bis 4. September 2011 // Die Sterne zum Tanzen bringen!

Europa als Staat – linke Kritiken, linke Politiken
Diskussionsveranstaltung, Book-Release-Party

2. September 2011, 19.30 Uhr

Anfang September erscheint das Europa-Buch von JungdemokratInnen / Junge Linke, dass die EU aus verschiedenen Perspektiven einer radikaldemokratischen Kritik unterzieht. Nach einer theoretischen »Wurzelbehandlung« zu Beginn, geht es u.a. mit Grenzen, Bildung, Arbeit, Migration, Datenschutz und Lobbyismus weiter. Der Hintergrund des Buches ist, dass wir (wie auch andere) in der EU eine starke Ebene von Staatlichkeit entstehen sehen, die im Verhältnis zu ihrer Herrschaftsausdehnung noch viel zu wenig Beachtung in den Debatten linker und emanzipatorischer Kräfte findet.

Deshalb soll der Abend neben der book-release-party auch eine Teil zur inhaltlichen Debatte beitragen. Jenseits einer trockenen Podiumsdiskussion werden wir uns die EU als entstehende Staatlichkeit anschauen, diskutieren und uns die Frage stellen: Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen für emanzipatorische Kräfte? An den inhaltlichen Teil schließen französische Chansons, Musik & Tanz, Theke & Pink Gin Tonic an.

decolonising our minds
Radikaldemokratisches Wochenende

3. und 4. September 2011

Samstag und Sonntag (03./04.09.) finden im Rahmen eines anschließenden »Radikaldemokratischen Wochenendes« von JungdemokratInnen / Junge Linke statt. Diesmal wollen wir den Schwerpunkt auf die Themen Postkolonialismus & Kritisches Weißsein legen. Dazu hat sich in diesem Jahr ein Bundesarbeitszusammenhang innerhalb von JD/JL gebildet. Mit gutem Grund, denn Rassismus ist nicht nur am rechten gesellschaftlichen Rand zu finden. Rassismus ist mit als selbstverständlich anerkannten Praktiken und Worten tief im gesellschaftlichen Bewußtsein verankert.

Koloniale Vergangenheiten und die Geschichte geopolitischer Kräfteverhältnisse spielen bei der Reproduktion von Hierarchien zwischen dem »Wir« und dem »Anderen« bzw. »Fremden« auch im alltäglichen Leben eine entscheidende Rolle. Zivilgesellschaftliche Akteure mahnen zu Toleranz und Akzeptanz, jedoch bleiben dabei nicht nur die eben genannten historischen Kontexte meist unthematisiert, auch der Toleranzbegriff selbst wird selten Kritik unterzogen, obwohl die Kategorien, die die Trennlinien zwischen Tolerierten und Tolerierenden markieren, nicht natürlich gegeben, sondern gesellschaftlich konstruiert sind.

Samstag, ab 10 Uhr

  • Postkolonialismus zum Einstieg
  • Diskussion zum Redebeitrag der queer-Palästinenser_innen auf dem tCSD

Samstag, ab 14 Uhr

  • Postkolonialer Feminismus
  • Anit-muslimischer Rassismus und Rechtspopulismus

Samstag, ab 19.30 Uhr

  • Offenes Treffen: Schule und Uni ohne Militär

Sonntag, ab 10 Uhr bis ca. 14 Uhr

  • Treffen der bundesweiten Arbeitszusammenhänge von JD/JL Geschlechterverhältnisse, Dada – Kunst und Gesellschaft, Wirtschaft und Soziales
  • Diskussion zum Postdevelopment-Ansatz aus herrschaftskritischer Perspektive

Den Flyer könnt ihr hier herunterladen: download pdf

Weitere Infos auf:
www.jdjl.org
www.sternezumtanzenbringen.jdjl.org

Die Teilnahme am ganzen radikaldemokratischen Wochenende kostet 16 Euro inkl.Unterbringung, Verpflegung und bundesweiter Fahrtkostenerstattung. Teilnahme an der book-release-Veranstaltung am Freitag ist kostenfrei.

Brand in der Metzgerstraße – Hilfe dringend benötigt!

Metzgerstraße in Hanau

Im autonomen Kulturzentrum Metzgerstraße in Hanau hat ein Brand in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli erheblichen Schaden angerichtet.

Die Aufräum- und Renovierungsarbeiten laufen, allerdings wird Unterstützung dringend benötigt. Diesen Monat ist Bauen daher nicht im Klapperfeld, sondern in Hanau angesagt!

Benötigt wird Hilfe jeder Art:

  • Arbeitskraft
  • Know Kow (insbesondere für die notwendigen Dacharbeiten)
  • Baumaterialien (bitte abklären, was benötigt wird)
  • Spenden

Wer mitmachen möchte kann sich unter folgender Mailadresse melden und sich auch auf die Mailingliste setzen lassen: infoladen_hanau[ät]gmx.net ([ät] gegen @ tauschen)

Geldspenden sind auf folgendem Konto gerne gesehen:

Kultur- und Sport Verein Schwarz-Rot e.V.
Kto. Nr.: 819 46 23
BLZ: 506 500 23
Sparkasse Hanau

Nähere Infos: download pdf

Donnerstag, 25 August 2011, 19 Uhr // Endstation Abschiebehaft

Staatlicher Rassismus in Deutschland am Beispiel des Abschiebegefängnisses in Ingelheim (bei Mainz)

Vortrag und Diskussion

Eine Mobilisierunsgveranstaltung zur Demo gegen den Abschiebeknast

Abschiebegefängnisse sind rassistische staatliche Einrichtungen, die dazu dienen, in Deutschland unerwünschte Menschen bis zur geplanten Abschiebung festzuhalten. Bis zu 18 Monaten werden die Betroffenen dort inhaftiert, bevor sie abgeschoben werden. Die Menschen werden nicht etwa für ein Verbechen eingesperrt, sondern einzig und allein deswegen, weil sie sich »illegal« hier aufhalten und man befürchtet, sie könnten untertauchen.

Im ersten Teil des Vortrags werden wir uns mit den rechtlichen Bedingungen, unter denen Flüchtlinge in Deutschland leben, genauer befassen. Dabei wollen wir die Abschiebehaft als eine von vielen rassistischen Maßnahmen neben anderen wie etwa Sammelvorführungen, der Residenzpflicht oder dem Arbeitsverbot für Flüchtlinge genauer einordnen. Ein Überblick über die Geschichte der Abschiebehaft und der Ausländergesetzgebung soll diesen ersten Teil abrunden.

Am Beispiel des rheinland-pfälzischen Abschiebegefängnisses Ingelheim bei Mainz soll die rassistische staatliche Praxis der Abschiebehaft im zweiten Teil genauer untersucht werden. Wir wollen betrachten, welche Akteure an den rassistischen Maßnahmen gegen Flüchtlinge und Migrant_innen beteiligt sind, was Abschiebehaft für die Betroffenen bedeutet und welche Möglichkeiten der Intervention es für Außenstehende gibt.

Anschließend gibt es noch die Möglichkeit zur Diskussion und ausführliche Informationen zur bevorstehenden Demonstration gegen das Abschiebegefängnis in Ingelheim am Samstag, den 3. September um 14 Uhr, über die man sich auch im Internet unter wegmitdemknast.blogsport.de informieren kann.

Referieren werden Aktivist_innen des Aktionsbündnisses Abschiebehaft abschaffen!

Der Eintritt ist frei. Das Aktionsbündnis freut sich aber über Spenden.