Archiv für Februar 2011

Ab Freitag, 4. März 2011, ab 17 Uhr // Fotoausstellung: Ach wie gut, dass niemand weiß …

Flyer: Fotoausstellung – Ach wie gut, dass niemand weiß ...

Vier Studentinnen der Fachschule für Gestaltung aus Frankfurt, möchten mit ihrer Ausstellung im Klapperfeld auf immer wiederkehrende Konflikte junger Erwachsener aufmerksam machen, welche ein jeder kennt aber zu wenig zur Sprache gebracht werden.

Vernissage:
Freitag, 4. März 2011, ab 17 Uhr

Öffnungszeiten:
Samstag, 05. und Sonntag, 06. März 2011
Freitag, 11. bis Sonntag, 13. März 2011
jeweils 15 bis 19 Uhr

Eintritt frei, Spenden willkommen!

Weitere Infos auf der Website zum Projekt: www.punkt-projekt.com

Aufenthalt im Nirgendwo

Eine aktuelle Ausstellung im früheren Klapperfeld soll die jüngste Vergangenheit des Gebäudes thematisieren.

Frankfurter Rundschau, 16.02.2011 (download pdf)


Es gibt viel zu viele Grenzen, auf die unsichtbaren stößt man jetzt im alten Klapperfeld. (Foto: Schüler)

Von Danijel Majic

Es sind alles andere als reizvolle Motive, die der Fotograf festgehalten hat. Leere Landschaften, Felder, Gestrüpp. Eintönige Bilder in Schwarz-Weiß, was die Trostlosigkeit noch unterstreicht. Ein Nirgendwo, das man gerne hinter sich lassen würde. Kein Hinweis verrät, dass einige der Fotos nur wenige Kilometer von der pulsierenden Millionenmetropole Berlin entstanden sind.

Was der Fotograf zeigen wollte, ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Die Bilder zeigen den Grenzbereich des Landkreises Oberhavel, nördlich der Hauptstadt. Eine Verwaltungsgrenze, die für die meisten Einwohner keinerlei Bedeutung hat. Für Asylbewerber und Ausländer mit Duldung aber bedeutet jede Überquerung der imaginären Grenzlinie den Schritt in die Illegalität. Deutschland endet für diese Menschen an den Grenzen des Landkreises, in dem sie untergebracht worden sind.

»Die Idee ist, diese unsichtbaren Grenzen sichtbar zu machen«, sagt Sebastian Vogel von der Kulturinitiative »Faites votre jeu«. »Residenzpflicht – Invisible borders« nennt sich die Wanderausstellung, die derzeit im ehemaligen Polizeigewahrsam Klapperfeld gastiert. In Deutschland sind etwa 124000 Menschen von einer derartigen Regelung betroffen. Sie sind verpflichtet, die Grenzen des jeweiligen Landkreises oder Bundeslandes nicht zu überschreiten. Die Folgen sind teilweise absurd. »Manche machen sich schon strafbar, wenn sie sich in den Zug setzen, um zum Amt zu fahren«, erläutert Sebastian Vogel, »weil die Strecke über einen anderen Landkreis führt.«

Das Konzept zu der Ausstellung geht auf die Diplomarbeit eines Architekturstudenten zurück. Seit dem 5. Februar ist sie in dem ehemaligen Gefängnis nahe der Konstablerwache zu sehen. Ein passender Ort, denn in seiner langen Geschichte, geprägt von Grausamkeiten, bildeten Jahre der Nutzung als Abschiebegefängnis den Abschluss.

Das hat Spuren hinterlassen: Ein Stockwerk über der Ausstellung liest man an den Wänden die Botschaften derjenigen, die seinerzeit in die Gruppen und Einzelzellen gepfercht wurden. Hunderte Graffitis bedecken die dunklen Wände, zwischen denen die Inhaftierten auf ihre Abschiebung warten mussten. »Unsere Idee, diese Ausstellung herzuholen, soll auch diese jüngste Vergangenheit des Gebäudes thematisieren«, erklärt Jörg Schmidt, Sprecher von »Faites votre jeu«.

Auch der Aufenthalt von »Faites votre jeu« ist begrenzt

Seit ihrem Umzug aus dem zuvor von ihnen besetzten Jugendzentrum Bockenheim ins Klapperfeld 2009 bemüht sich die Kulturinitiative, die Historie des Polizeigewahrsams greifbar zu machen. Eine Dauerausstellung im Keller befasst sich mit den Jahren der Nazi-Zeit, als die Männer der SS im Klapperfeld folterten und mordeten. »Die NS-Zeit bleibt auch weiterhin der Schwerpunkt«, sagt Schmidt. Doch gelte es eben auch, jüngere Kapitel aufzuarbeiten.

Wie lange »Faites votre jeu« dafür allerdings noch Zeit bleibt, steht derzeit in den Sternen. Im August läuft der Überlassungsvertrag zwischen der Initiative und der Stadt aus. Was danach passiert, ist ungewiss: Im vergangenen August sorgte eine Studie des Stadtplanungsamtes zur künftigen Gestaltung der Innenstadt für Aufregung.

Darin war unter anderem vom Abriss des einstigen Gefängnisses zugunsten eines Wohnhochhauses die Rede. Ähnlich irritierend sind die immer wieder aufkeimenden Diskussionen über den Bau eines neuen Justizzentrums, dem das Klapperfeld ebenfalls zum Opfer fallen könnte. Aus Sicht von Bürgermeisterin Jutta Ebeling, mit der seinerzeit der Umzug ins Klapperfeld vereinbart wurde, besteht allerdings kein Grund zur Besorgnis. »Derzeit liegen uns keine Pläne vor, so dass wir auch erst mal nicht tätig werden«, erklärte Referentin Irene Khateeb im Büro der Bürgermeisterin gegenüber der FR.

Aus Sicht des Bildungsdezernats steht somit einer Verlängerung des Vertrages um weitere zwei Jahre wohl nichts im Wege. Für Jörg Schmidt ist das allerdings eine viel zu kurze Perspektive: »Es geht uns nicht um anderthalb Jahre.« Die Gruppe will drinbleiben; ein Ersatzobjekt werde man nicht akzeptieren.

Redefine Criticism

Kapitalismus, Krise, Integration

Seit dem Zusammenbruch des realexistierenden Sozialismus Anfang der 1990er Jahre und der damit einhergehenden Spekulation über das »Ende der Geschichte« (Francis Fukuyama), schien die Marxsche Theorie praktisch und theoretisch endgültig widerlegt. Dabei hätte gerade dieser Zusammenbruch die Möglichkeit geboten, den alten Marx neu zu entdecken – und zwar jenseits ideologischer Vorstellungen der staatssozialistischen Parteien.

Angesichts der großen Relevanz ökonomischer Krisen im Marxschen Werk schien sich dieses Desinteresse mit der »Finanzkrise« schlagartig gewendet zu haben. Das anfängliche Interesse verschwand allerdings aus den Debatten bevor der Kapitalismus in seiner grundsätzlichen Funktionsweise dargestellt worden ist. Stattdessen gewinnen inzwischen reaktionäre Krisenerklärungen (z.B. Sarrazin-Thesen) zunehmend an Bedeutung.

Während Sarrazin und andere reaktionäre Kräfte die gesellschaftlichen Verhältnisse als unüberwindbare Naturkonstante erklären, analysiert eine grundsätzliche Kapitalismuskritik diese als überwindbar. Gerade deshalb ist eine Kritik, der es ums Ganze geht, für eine emanzipatorische Überwindung der Verhältnisse unabdingbar.

Um die Waffen der Kritik zu schärfen laden wir am 26. – 27. März zu einer Tagung ein. Auf dem Programm stehen: Einführung in die Kapitalismuskritik, Marxsche Krisentheorie sowie mögliche reaktionäre und emanzipatorische Perspektiven.

Vorwissen ist nicht nötig!

Programm:

26. März 2011
Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie (Inkatan)
Emanzipatorische Perspektiven in der Krise (Christian Frings)
Diskussion: Die autonome antifa [f] stellt Thesen zu emanzipatorischer Praxis und mögliche Strategien gegen reaktionäre Tendenzen zur Diskussion

27. März 2011
Workshop: Marxsche Krisentheorie (Nadja Rakowitz, Thomas Gehrig)

Veranstaltende: frankfurt.umsganze.de

Weitere Infos folgen in Kürze!

Ein Gefühl wie im Gefängnis

In der Frankfurter Rundschau ist heute ein längerer Artikel zum Thema Residenzpflicht in Hessen erschienen. Auch wenn auf die aktuelle Wanderausstellung zum Thema im Klapperfeld leider nicht eingegangen, ist der Artikel trotzdem sehr interessant. Hier der Link zum Artikel in der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau und zum pdf des Artikels – natürlich könnt ihr den Artikel auch einfach hier lesen.

Vollständiger Artikel:

(mehr…)

Audiomitschnitt der Veranstaltung »Die Residenzpflicht – Innerdeutsche Grenzen im europäischen Kontext«

Auf www.klapperfeld.de steht jetzt der Audiomitschnitt der des Vortrags und der Diskussion von und mit Kasm Cesmedi »Die Residenzpflicht – Innerdeutsche Grenzen im europäischen Kontext« online.

In unserem Veranstaltungsarchiv könnt ihr euch neben dieser Aufnahme noch viele weitere Mitschnitte von Veranstaltungen anhören und herunterladen die im Klapperfeld stattgefunden haben.

Der Vortrag mit Kasm Cesmedi war Teil des Begleitprogramm der Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« die noch bis zum 24. Februar im Klapperfeld zu sehen ist. Weitere Infos zur Ausstellung und die Termine der übrigen Begleitveranstaltungen findet ihr hier: www.klapperfeld.de/invisibleborders/

Pressemitteilung 07.02.2011 ­– Erfolgreiche Eröffnung der Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« / Begleitprogramm hat begonnen

Am Samstag, dem 5. Februar 2010 eröffneten »Faites votre jeu!« und die Gruppe »No Border Ffm« im Klapperfeld in Frankfurt am Main die Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders«. Die Ausstellung widmet sich auf anschauliche Weise der restriktiven deutschen Asylpolitik. Vor allem die Auswirkungen der im Hinblick auf Bewegungsfreiheit und Menschenwürde höchst fragwürdigen Residenzpflicht werden hier nachvollziehbar. Die Ausstellung wird bis zum 24. Februar zu sehen sein.

Über 80 Besucher_innen verschafften sich in einer begehbaren Installation aus Infowänden, Architekturmodellen, Audio- und Video­features einen Eindruck vom beklemmenden Alltag von Flüchtlingen in Deutschland. Die Ausstellung beschreibt die abstrakten Techniken zur Überwachung von Raum und Bewegung, wie etwa der Beschränkung des Aufenthalts für Menschen im Asylverfahren oder mit Duldung auf den jeweiligen Landkreis oder das Bundesland – die sogenannte Residenzpflicht. Ausführlich kommen auch die Betroffenen selbst zu Wort. Sie berichten, was es bedeutet, der deutschen »Ausländerpolitik« ausgesetzt zu sein, aber auch wo im Alltag Widerstand geleistet werden kann und muss. Dieser doppelte Zugang ermöglicht es auch Menschen, die nicht selbst von der Residenzpflicht betroffen sind, deren Auswirkungen nachzuvollziehen und das Ausmaß der Ausgrenzung zu begreifen. Während der Öffnungs­zeiten der Wanderausstellung, die in den Ausstellungsräumen im ersten Stock zu sehen ist, ist auch der unverändert erhaltene zweite Stock erstmals geöffnet. Da dass Klapperfeld ab den 1980er Jahren bis zur Schließung 2003 auch zur Inhaftierung von Abschiebehäftlingen genutzt wurde, können sich die Besucher_innen dort ein Bild von den Bedingungen der Abschiebehaft machen.

Eine Besucherin sagte anlässlich der Eröffnung: »Die deutsche Asylpraxis dient in erster Linie dazu, die Asylsuchenden systematisch aus der Deutschen Mehrheitsgesellschaft auszuschließen. Die Ausstellung und die Zellen des auch als Abschiebeknast genutzten ehemaligen Gefängnisses machen auch für nicht Betroffene sichtbar, welchem System der Ausgrenzung und Stigmatisierung die Betroffenen ausgesetzt sind.«

Auch am zweiten Ausstellungstag war das Interesse groß. Mehr als 50 besuchten am Sonntagnachmittag die Wanderausstellung. Am Sonntagabend begann außerdem das Begleitprogramm zur Wanderausstellung, das sich kritisch mit dem Themenkomplex ›Asylpolitik‹ beschäftigt. Bei dieser ersten von insgesamt sechs Begleitveranstaltungen sprach Rex Osa, ein Aktivist von The Voice Refugee Forum, über die Repression gegen Flüchtlinge und Asylsuchende in der BRD und die Notwendigkeit von Widerstand bis zur Abschaffung von rassistischen Sondergesetzen wie der Residenzpflicht.

Die weiteren Begleitveranstaltungen finden an den folgenden Terminen statt (weitere Infos: www.klapperfeld.de/invisibleborders/):

Mittwoch, 9. Februar 2011,
19.30 Uhr // »Die Residenzpflicht – Innerdeutsche Grenzen im europäischen Kontext«
Vortrag von Kasm Cesmedi zu Residenzpflicht und zur Abschiebung von Roma aus Deutschland in die Staaten des ehemaligen Jugoslawien.

Mittwoch, 16. Februar 2011,
19.30 Uhr // »Asylsuchende auf der Weiterflucht in Europa – aktuelle Entwicklungen zur Dublin-II-Verordnung«
Vortrag und Diskussion von und mit Maria Bethke und Dominik Bender. Beide sind hauptberuflich mit der Beratung von Flüchtlingen befasst.

Samstag, 19. Februar 2011
20.00 Uhr // »Reise ohne Rückkehr – Endstation Frankfurter Flughafen«
Ein Film über den sudanesischen Flüchtling Aamir Ageeb, der 1999 an Bord einer Lufthansa Maschine abgeschoben werden sollte, sich wehrte,und dabei von BGS Beamten erstickt wurde. Der Regisseur Güclü Yaman wird bei der Vorführung anwesend sein. Infos zum Film auf: www.journeyofnoreturn.com

Mittwoch, 23. Februar 2011,
20.00 Uhr // »Residenzpflicht und Bleiberecht aus Perspektive eines Betroffenen« Hassan Khateeb
, aktiv bei Jugendliche ohne Grenzen (www.jogspace.net), berichtet über den Irrsinn deutscher Bleiberechtsregelungen. Er und seine Familie waren 17 Jahre lang geduldet und permanent von Abschiebung bedroht, erst im Oktober 2010 haben sie Aufenthaltsrecht bekommen.

Donnerstag, 24. Februar 2011,
20.00 Uhr // »Die europäische Grenzschutzagentur FRONTEX und die südlichen Außengrenzen der EU«
Vortrag von Sebastian Schaurer & Fabian Wagner. In Kooperation mit dem Forschungsprojekt »Staatsprojekt Europa« (www.staatsprojekt-europa.eu).

»Residenzpflicht – Invisible Borders« – 5. Februar – 24. Februar 2011
Öffnungszeiten:
Di & Do: 17 – 20 Uhr; Mi: 10 – 13 Uhr; Sa & So: 15 – 18 Uhr (Eintritt frei, Spenden erwünscht!)

Anhang:
Fotos der Ausstellungseröffnung zur freien Verwendung
(wenn Sie weiteres Bildmaterial benötigen, können Sie uns gerne kontaktieren)

Pressemitteilung als pdf: download

Impressionen von der Eröffnung der Ausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders«

Hier einige Eindrücke von der Ausstellungseröffnung »Residenzpflicht – Invisible Borders« am Samstag, den 5. Februar 2011.

»Residenzpflicht – Invisible Borders«
5. Februar – 24. Februar 2011
Ehemaliges Polizeigefängnis Klapperfeld
Klapperfeldstraße 5
60313 Frankfurt

Öffnungszeiten: Dienstag & Donnerstag: 17 – 20 Uhr; Mittwoch: 10 – 13 Uhr; Samstag & Sonntag: 15 – 18 Uhr

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Asyl-Ausstellung im Klapperfeld

www.journal-frankfurt.de, 03.02.2011

Von Franziska Jung


Foto: Faites votre jeu

Die Wanderausstellung »Residenzpflicht – Invisible Borders« macht im ehemaligen Abschiebegefängnis Klapperfeld Station. Gezeigt werden die Umstände, unter denen Asylbewerber in Deutschland leben.

Nassfeuchter Geruch, von der Zeit zerfressenes, metallenes Interieur und eingeritzte Inschriften in den schweren Eisentüren der leeren Zellen – die Insignien der Insassen lassen vermuten wie ein Aufenthalt in dem ehemaligen Abschiebeknast Klapperfeld gewesen sein muss. Wenn man die Ausstellungsräume und verlassenen Gefängniszellen im zweiten Stock betritt, kann man kaum glauben, dass hier bis 2003 noch Menschen inhaftiert waren.

Die Dokumentation im Klapperfeld an der Konstablerwache zeigt die Umstände unter denen Flüchtlinge und Asylbewerber während ihres Aufenthalts und der sich oftmals anschließenden Abschiebehaft in Deutschland leben. Die Ausstellung stammt aus Berlin, die Fälle spielen in Brandenburg – jetzt macht die Schau Station in Frankfurt.

In zwei ehemaligen Sammelzellen des Gefängnisses zeigt »Faites votre jeu«, in einer begehbaren Installation aus Infowänden, Architekturmodellen, Audio- und Videofeatures, Material über den Alltag von Flüchtlingen in Deutschland. Die Auflagen der Bundesregierung verbietet es mit Hilfe der sog. »Residenzpflicht« Menschen im Asylverfahren oder mit dem Status »Duldung« den jeweiligen Landkreis oder das Bundesland zu verlassen. »Unabhängig davon, ob sie die Vorgaben verstehen oder nachvollziehen können, machen sich die Asylbewerber mit der Übertretung einer Grenze strafbar und können somit neben Bußgeldern unverzüglich inhaftiert oder abgeschoben werden«, berichtet Steffen Pflüger von der Gruppe »No Borders Ffm«.

In den einzelnen Stationen der Ausstellung melden sich auch Betroffene via Audio- und Videofeatures selbst zu Wort und berichten von den Erfahrungen, die sie während ihres Aufenthalts in Deutschland machen mussten.

Die Ausstellung beschreibt dabei den Weg der Flüchtlinge vom Moment der Einreise in die Bundesrepublik bis hin zur häufig unumgänglichen Abschiebehaft. »Ein System mit kompliziertes Anträgen, Beschränkungen, Nachweisen, Anhörungen und Verfügungen macht es den Flüchtlingen, die oftmals nur ihrer eigenen Muttersprache mächtig, nahezu unmöglich zu verstehen, auf was sie sich da eingelassen haben«, erzählt Maja Kloster von Faites votre jeu.

Die Authentizität des Gebäudes setzt die Ausstellung besonders in Szene, da Betroffenen noch bis vor wenigen Jahren genau in diesen Zellen desselben Stockwerks gesessen haben. »Die Ausstellung zeigt keine längst vergangenen bedauernswerten Einzelfälle vielmehr führt sie vor Augen unter welchen miserablen Bedingung en die Menschen während ihrer Zeit als Asylbewerber in Deutschland leben müssen«, so Steffen Pflüger.

»Wir wollen mit dieser Ausstellung in diesem Gebäude Aufklärung betreiben. Wir sind froh, dass wir nun auch eine Ausstellung bei uns zu Gast haben, die einen Bezug zum jüngeren Teil der Geschichte des Klapperfelds herstellt«, so Maja Kloster.

Neben der Ausstellung, die am 5. Februar eröffnet wird, soll mit Filmen und Vorträgen das Thema Asylpolitik vertieft werden.

Residenzpflicht – Invisible Borders, Ausstellung im Klapperfeld 5, Frankfurt, Eröffnung: 5.2., 15 Uhr, Öffnungszeiten: 6.-24. Februar, Di+Do 17-20, Mi 10-13, Sa-So 15-18 Uhr, Eintritt frei

Homepage: www.klapperfeld.de