Archiv für Oktober 2010

Samstag, 30. Oktober 2010, 12 Uhr // Abschiebungen über den Frankfurter Flughafen verhindern lernen

Dies ist eine Einladung mit uns zusammen zu lernen, Abschiebungen über Frankfurt gemeinsam zu verhindern und das Gelernte danach in die Tat umzusetzen.

Wir wollen uns am Samstag den 30.10 einen Tag Zeit nehmen, um uns gegenseitig beizubringen, was alles getan werden kann, um Abschiebungen über den Frankfurter Flughafen zu verhindern. Zu tun gibt es genug – die Zahl von statistisch gesehen 10 Abschiebungen am Tag über den Frankfurter Flughafen macht die Runde. Vor allem wird es um Abschiebungen gehen, bei denen bekannt ist, dass die betroffene Person sich wehren wird.

Es gibt viele Punkte, an denen versucht werden kann eine solche Abschiebung zu verhindern – z. B. durch Anrufe bei Behörden oder Fluggesellschaften, Pressearbeit, Gesprächen am Checkin oder mit der Crew, durch Passagiere, die Öffentlichkeit im Flugzeug herstellen oder gar den Abflug des Flugzeugs verhindern. Mit Menschen, die schon bei mehreren Abschiebungsverhinderungen Erfahrungen gesammelt haben, werden wir versuchen, uns an so vielen dieser Punkte wie möglich handlungsfähig zu machen. Dafür wollen wir schon existierende Aktionsmaterialien wie Flyer usw. zugänglich machen und unseren Vorhaben anpassen. Situationen, die bei Verhinderungsversuchen von Abschiebungen entstehen können, werden wir wenn möglich mit Rollenspielen ausprobieren.Wir werden uns zudem Zeit nehmen, um generell über, Anti-Abschiebeaktionen nachzudenken. Sei es gegen einzelne Fluggesellschaften (so führt z. B. SAFI Airways im Augenblick die ersten Direktflüge von Frankfurt nach Kabul durch und kürzlich stoppte ein, afghaniseher Flüchtling seine Abschiebung durch Flucht aus dem Flugzeug). Oder sei es generell mit Aktionen, die die Aufmerksamkeit der Reisenden schärft, um ihnen zu helfen unfreiwillige Passagiere zu unterstützen.

Wenn sich am Ende einige von uns in der Lage und motiviert fühlen, zu versuchen Abschiebungen über Frankfurt gemeinsam zu verhindern, wäre ein Ziel des Treffens erreicht. Damit wir besser planen können, wieviele Menschen da sein werden, schreibt doch eine kurze Nachricht an noborderffm[ät]riseup.net, wenn ihr vorhabt zu kommen.

Sa, 30.10.10, 12:00-18:00,
im ehemaligen Abschiebeknast Klapperfeld – Klapperfeldstraße 5.

Eine Veranstaltung von noborderffm (noborderffm.blogsport.de)

Dienstag, 26. Oktober 2010, 21.00 Uhr // ipunkt-Soli-Barabend

ipunkt-Soli-Bararbend

Räume statt Träume

Live on Stage:
Four Hout Fellas
+21-Centurypunkrockcrew

ipunkt. – das ist eine neue Kulturinitiative in Neu Isenburg. Wir sind eine offene Gruppe, die Lust hat, sich am Stadtinhalt zu beteiligen, etwas zu bewegen und mitzugestalten. »Antifaschistisch, antisexistisch und antikapitalistisch« beschreiben unser Selbstverständnis. Wir wünschen uns Freiräume, die eine Alternative zu Profit und Konsum darstellen, eine Möglichkeit zur Selbstorganisation ohne Hierarchien bieten und sich dem Ausverkauf der Kultur und der Individualität entgegensetzen. Räume statt Träume – für ein selbstverwaltetes KUZ in Neu-Isenburg!

Sonntag, 24. Oktober 2010, 13.00 Uhr // Flohmarkt im Klapperfeld

Am Sonntag, 24. Oktober 2010 um 13 Uhr findet zum ersten Mal ein Flohmarkt im Klapperfeld statt.

Alle Standbetreiber_innen können ab 12.30 Uhr mit dem Aufbau beginnen. Wer bis jetzt noch keinen Stand bei uns angemeldet hat, kann trotzdem gerne mit seinen Sachen vorbeikommen.

Für Kaffee ist gesorgt, Kuchenspenden sind erwünscht!

Standgebühr: frei (Spenden erwünscht!)

Gedenktafel für Günter Sare im Gallus bereits wieder entfernt


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Wie die Frankfurter Rundschau gestern berichtete, ist die Gedenktafel die in der Nacht vom 12. zum 13. Oktober von der »Autonomen Gruppe zur Erinnerung an Günter Sare« im Gallus angebracht worden war leider schon wieder entfernt worden (siehe auch: Gedenktafel zur Erinnerung an Günter Sare und seine Tötung vor 25 Jahren).

Günter Sare starb am 28. September 1985 bei einem Wasser­werfer­einsatz der hes­sischen Polizei. Günter hatte an einer Kund­gebung gegen eine Wahl­kampf­veran­staltung der NPD im Bürger­haus Gallus teil­genom­men. Zahl­reiche Demons­trant_innen hatten versucht, den Zugang zum Haus Gallus zu blockieren. Bis zu seinem Tod war Günter Sare auch in dem ehemaligen Jugendzentrum in Bockenheim aktiv, das später, im August 2008 von »Faites votre jeu!« bestetzt wurde.


Gedenktafel am ehemaligen JUZ in Bockenheim

An dieser Stelle wollen wir auch die Stadt Frankfurt noch mal an ihr Versprechen erinnern, die Gedenktafel, die seit 1985 am JUZ Bockenheim an Günter erinnerte, auch nach den Umbauarbeiten zu einem Verwaltungsgebäude hängen zu lassen. Da die Gedenktafel zur Zeit nicht mehr am Gebäude zu sehen ist, gehen wir davon aus, dass diese nach Abschluss der Bauarbeiten bestimmt wieder angebracht wird.

Hier der kurze Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 16. Oktober 2010:

Wut zu Widerstand

Frankfurter Rundschau, 16.10.2010 (download pdf)

Zum Gedenken an Günter Sare wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch an der Ecke Hufnagelstraße und Frankenallee von Unbekannten eine Tafel, bestehend aus sechs bedruckten Fliesen, angebracht. Nicht für lange: Die Fliesen liegen nun auf dem Trottoir, immerhin unzerstört. Wer sie demontiert hat, weiß niemand. Die Stadt will es nicht gewesen sein. Der 36-jährige Sare hatte am 28. September 1985 an einer Demo gegen die NPD in Frankfurt teilgenommen und war dabei von einem Wasserwerfer überrollt und getötet worden. Auf den Gedenktafeln steht: »Nichts ist vergessen! Wandelt Trauer und Wut in Widerstand!« prmz (Foto: Monika Müller)


Die Erklärung der Gruppe zur Anbringung der Tafel findet ihr hier:
http://www.antifa-frankfurt.org/Sare/sare-gedenkplatte2.html

Eine umfassende Dokumentation zum Tode von Günter Sare findet ihr hier:
http://www.antifa-frankfurt.org/Sare/sare-dokumentation.html

Bei Indymedia ist außerdem ein Artikel zur Aktion veröffentlicht worden:
http://de.indymedia.org/2010/10/291977.shtml

Stadt lehnt Museum im Klapperfeld ab

Ein Abriss des ehemaligen Polizeigewahrsams steht derzeit aber nicht zur Debatte

Frankfurter Neue Presse, 15.10.2010 (download pdf)


Derzeit wird eine Foto- und Videoausstellung über die Geschichte des Klapperfelds gezeigt.

Frankfurt. Auf Anregung der SPD hat sich der Ortsbeirat 1 (Bahnhof, Gallus, Gutleut, Innenstadt) für den Erhalt des ehemaligen Polizeigewahrsams ausgesprochen und den Magistrat gebeten, gemeinsam mit der Kulturinitiative «Faites votre jeu» ein Konzept für die Erweiterung der Foto- und Videoausstellung in den Kellerräumen zu entwickeln. Doch dazu sieht das Kulturdezernat keine Möglichkeit: Nicht für alle wünschenswerten, spannenden und interessanten Themen könne das Dezernat mit den gegebenen Ressourcen ein kommunales Museum finanzieren, erklärt der Magistrat.

Abriss möglich

Weiter heißt es in der Stellungnahme, dass die ideelle Unterstützung der Kulturinitiative dadurch «keinen Abbruch erleiden wird». Gleichwohl hat das Bildungsdezernat eine Nutzung der Räume ursprünglich nur bis August 2011 vereinbart. Zudem gehört das Polizeigefängnis zu einem Innenstadtkonzept, das an zwölf geeigneten Standorten neuen Wohn- und öffentlichen Aufenthaltsraum vorsieht. «Demnach könnte anstelle des Polizeigewahrsams ein 35 bis 40 Meter hohes Wohnhochhaus gebaut werden», erklärt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats, auf Anfrage dieser Zeitung. Doch bislang bestehe noch kein Handlungsbedarf. «Deshalb sehen wir auch kein Problem, eine über 2011 hinausgehende Nutzung im Klapperfeld für die Kulturinitiative zu vereinbaren», erklärt Irene Khateeb, persönliche Referentin der Bürgermeisterin und Bildungsdezernentin Jutta Ebeling (Grüne). Gedacht sei an einen überschaubaren Zeitraum von ein- bis eineinhalb Jahren.

Seit Juli 2009 hat sich die vorwiegend aus jungen Erwachsenen bestehende Initiative ausführlich mit der Geschichte des Polizeigewahrsams auseinandergesetzt. Entstanden ist eine Foto- und Videodokumentation vor allem zur Nutzung als Untersuchungsgefängnis während des Naziregimes und als ehemalige Haftanstalt für Abschiebehäftlinge. Als selbstverwaltetes Zentrum veranstaltet «Faites votre jeu» darüber hinaus Diskussionen, Lesungen, Theater- und Barabende.

Einige Mitglieder befürchten, ein städtisches Museumskonzept könnte diese Unabhängigkeit gefährden. Im Gegenzug verweist das Kulturdezernat auf die umfangreiche Sammlung des Instituts für Stadtgeschichte und des Kriminalmuseums im Polizeipräsidium, das aus einer Uniform- und Lehrmittelsammlung beschlagnahmter Tatwerkzeuge entstanden ist. Hinzu kämen kriminalhistorische Führungen der Kulturothek.

Kulturinitiative hofft

Der Ortsbeirat wird sich zum Erhalt oder Abriss des Polizeigewahrsams neu positionieren müssen. «Im Hinblick auf die im Innenstadtkonzept des Stadtplanungsamtes formulierten Pläne, das Klapperfeld abreißen zu wollen, bleibt zu hoffen, dass das nicht umgesetzt wird», heißt es auf der Homepage der Kulturinitiative. Der Sprecher der Grünen im Ortsbeirat 1, Andreas Laeuen, sieht bau- und planungstechnische Schwierigkeiten, will aber Geschichte und Zukunft an diesem Standort vereinbaren. «Es wäre wünschenswert, wenigstens ein Teil des Gebäudes als Zeugnis der Frankfurter Stadt- und Kriminalgeschichte zu erhalten», erklärt er. got

Mittwoch, 27. Oktober 2010, 19.30 Uhr // Davidstern und Lederball – Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball


Foto vom Titel des Buches: Dietrich Schulze-Marmeling (Hrsg.): Davidstern und Lederball – Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball

Vortrag von und Diskussion mit Dietrich Schulze-Marmeling, Autor und Fußballhistoriker; Veranstaltende: Arbeitskreis Geschichte

Jüdische Bürger spielten im deutschen und internationalen Fußball einst eine bedeutende und prägende Rolle – als Funktionäre, Mäzene, Trainer und / oder Spieler. So u.a. bei Bayern München, Eintracht Frankfurt, 1.FC Nürnberg, Austria Wien, MTK Budapest oder AS Rom.

Die nationalsozialistische Machtübernahme in Deutschland und der folgende Vernichtungsfeldzug gegen die deutschen und europäischen Juden bedeuteten eine Zäsur. Anschließend gerieten die Leistungen jüdischer Fußballenthusiasten für Jahrzehnte in Vergessenheit – zumal in Deutschland. Wer hier 1933 aus der Geschichte herausgeschrieben wurde, blieb in der Regel auch nach 1945 außen vor.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht der FC Bayern München, der schon in den Jahren der Weimarer Republik zur Avantgarde des deutschen Fußballs gehörte. Der bürgerlich-liberale und weltoffene Klub beschäftigte ausländische Trainer, betrieb eine vorzügliche Nachwuchsarbeit, spielte »modernen« Fußball und war ein Verfechter der Legalisierung des Profisports. Als der FC Bayern 1932 seinen ersten nationalen Titel gewann, waren Präsident, Trainer und Jugendleiter Juden. Anhand des FC Bayern soll auch der schwierige und lange Weg einiger deutscher Vereine zu ihrer eigenen Geschichte skizziert werden.

Dietrich Schulze-Marmeling arbeitet als Autor und Fußballhistoriker. Seine letzte Buchveröffentlichung »Barca oder die Kunst des schönen Spiels« wurde kürzlich von der Deutschen Akademie für Fußballkultur für den »Fußball-Kulturpreis 2010 – Fußballbuch des Jahres« nominiert. Im Frühjahr 2010 erscheint von ihm »Der FC Bayern und die Nazis – Vom Aufstieg und der Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur«.

Gedenktafel zur Erinnerung an Günter Sare und seine Tötung vor 25 Jahren


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Günter Sare starb am 28. September 1985 bei einem Wasser­werfer­einsatz der hes­sischen Polizei. Günter hatte an einer Kund­gebung gegen eine Wahl­kampf­veran­staltung der NPD im Bürger­haus Gallus teil­genom­men. Zahl­reiche Demons­trant_innen hatten versucht, den Zugang zum Haus Gallus zu blockieren.

Die »Autonome Gruppe zur Erinnerung an Günter Sare« hat 25 Jahre nach seinem Tod in der Nacht vom 12. zum 13. Oktober eine Gedenktafel zur Erinnerung an Günter Sare an der Frankenallee, Ecke Huf­nagel­straße, angebracht.

Die Erklärung der Gruppe findet ihr hier:
http://www.antifa-frankfurt.org/Sare/sare-gedenkplatte2.html

Eine umfassende Dokumentation zum Tode von Günter Sare findet ihr hier:
http://www.antifa-frankfurt.org/Sare/sare-dokumentation.html

Bei Indymedia ist außerdem ein Artikel zur Aktion veröffentlicht worden:
http://de.indymedia.org/2010/10/291977.shtml

Ein Ort der Erinnerung

Geschichte: Erweiterte Dauerausstellung im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld in Frankfurt eröffnet

Main-Echo Aschaffenburg, 13.10.2010 (download pdf)


Ort der Ausgrenzung seit langer Zeit: das ehemalige Polizeigefängnis in der Frankfurter Klapperfeldstraße. Heute werden die Räume von der Kulturinitiative »Faites votre jeu!« bespielt, die auch eine sehenswerte Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses konzipiert hat. Foto: dpa

FRANKFURT. Ende April letzten Jahres zog die Initiative »Faites votre jeu!« in das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld in Frankfurt. Bereits im Juli 2009 präsentierte der Arbeitskreis erste Ergebnisse seiner geschichtspolitischen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Institution. Im August fand die Eröffnung des ersten Teils der Dauerausstellung zum Klapperfeld statt. Darüber hinaus waren immer wieder Referenten zu geschichtspolitischen Themen und Zeitzeugen zu Gast.

Vielfältiges Programm

Neben einem Ort der Erinnerung ist das Klapperfeld auch zu einem wichtigen Zentrum geworden. Die Räume werden für kritische politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Das Programm ist vielfältig, und so besuchten im letzten Jahr nicht nur jüngere Menschen das ehemalige Polizeigefängnis. Es finden verschiedenste Veranstaltungen von Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden und Konzerten statt.

Kürzlich eröffnete der Arbeitskreis die erweiterte Dauerausstellung zur Geschichte des Gebäudes. Den Kern stellt weiterhin die Rolle des Polizeigefängnisses während des Nationalsozialismus dar. Neu entstandene Ausstellungsteile richten den Blick zudem auf die Entstehung des Klapperfelds im 19. Jahrhundert, die Funktion des Gefängnisses in der Weimarer Republik und die Nutzung des Klapperfelds durch die US-Army während der Entnazifizierung.

Parallel dazu gibt es derzeit die Wanderausstellung »Frauen im Konzentrationslager 1933 bis 1945: Moringen – Lichtenburg – Ravensbrück« vom Studienkreis Deutscher Widerstand und der Lagergemeinschaft Ravensbrück zu sehen. Diese zeichnet die Biografien von Frauen nach, die in Konzentrationslagern inhaftiert waren und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Widerstand der Gefangenen.

Widerstand im Extremfall

Die Ausstellung stellt auf 22 Tafeln die Biografien von 51 Frauen vor, die in der NS-Zeit aus rassistischen, politischen, weltanschaulichen, religiösen und sozialen Gründen verfolgt wurden. Einen weiteren Zugang ermöglichen Lesemappen. Sie beschäftigen sich mit dem Widerstehen unter den Extrembedingungen der Konzentrationslager, mit medizinischen Experimenten an Frauen, mit der Situation von Kindern und Jugendlichen in Ravensbrück, mit der weitgehend tabuisierten Frage der Zwangsprostitution, mit der »Topographie des Terrors«, mit Tätern und mit der Befreiung von Ravensbrück. In Vitrinen können Handarbeiten und Gegenstände, die in Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück gefertigt wurden, betrachtet werden.

Im Hinblick auf die im Innenstadtkonzept des Stadtplanungsamtes formulierten Pläne, das Klapperfeld abreißen zu wollen, bleibt zu hoffen, dass das nicht umgesetzt wird. Denn durch die Initiative ist das Gebäude nicht nur zu einem weiteren Anziehungspunkt in der Frankfurter Off-Kulturszene geworden, sondern erweist sich auch noch als Hort der Geschichte, die doch allenthalben von Neubauten droht weggewischt zu werden. red

Geöffnet bis 31. Oktober Dienstag 16 bis 19 Uhr, Samstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 15 bis 18 Uhr.


Performance statt Gefängnisalltag: Im Klapperfeld gibt es heute Kunst zu sehen. Foto: red

Stichwort: Das Klapperfeld in Frankfurt

Der heutige Standort des ehemaligen Polizeigefängnisses in der Klapperfeldstraße 5 war schon lange Zeit Ort der Ausgrenzung. Bereits im 16. Jahrhundert befand sich hier ein Pest- und später ein Armen-, Waisen- und Zuchthaus. 1866 wurde Frankfurt kurz nach Beginn des Preußisch-Österreichischen Krieges von der preußischen Armee besetzt und dann durch Preußen annektiert. 1886 wurde das Polizeigefängnis zusammen mit dem damals an die Zeil grenzenden Polizeipräsidium fertiggestellt. Die Flur- und Straßenbezeichnung setzte sich umgangssprachlich als Name für das Gefängnis durch. Ab 1933 wurde das Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße unter anderem von der Frankfurter Gestapo genutzt, wo sie inhaftierte, verhörte, folterte und mordete. Schon Ende der 1950er Jahre war über eine Schließung diskutiert worden, doch erst im November 2001 ist das Gefängnis offiziell geschlossen worden. Das Untersuchungsgefängnis soll abgebrochen werden und durch einen Büro-Neubau ersetzt werden.