Zwei Leserbriefe in der Frankfurter Rundschau

Frankfurter Rundschau, 28.05.2010 (download pdf)


Ein Ort für Kreative – das Klapperfeld. (Bild: Andreas Arnold)

Um die Zukunft des Klapperfeld gibt es ein Tauziehen, FR vom 19. Mai

Schreckliche Ereignisse

Vor einigen Jahren war ich auf der Kanalinsel Jersey und besuchte dort eine Gedenkstätte namens »German Underground Hospital«, wo während des Dritten Reiches in einem Bergstollen Hunderte Kriegsgefangene von der deutschen Besatzung umgebracht wurden. In der Ausstellung ist auch eine Dokumentation von Jugendlichen, die festgenommen und nach Frankfurt in das Gefängnis Klapperfeldgasse deportiert wurden. Diese 17 und 18 Jahre alten Jungen wurden von der Gestapo in diesem Gefängnis ermordet, weil sie Straßenschilder in den Besatzungsgebieten übermalt hatten. Das Ganze ist mit Fotos und Protokollen aus der Zeit dokumentiert.

Als ich dort auf Jersey das Gefängnis Klapperfeldgasse sah, lief es mir kalt den Rücken runter, dass in diesem Gebäude unschuldige Jugendliche brutalst ermordet wurden. Wann immer ich seitdem an dem Gebäude vorbei fahre, denke ich an diese schrecklichen Ereignisse, die wir nie vergessen dürfen.

In diesem Zusammenhang, sollte über die moralische Nutzung des ehemaligen Gefängnisses nachgedacht werden.

Paul Werner Hildebrand, Frankfurt

Anziehungspunkt auch für Ältere

Selten, dass ich mit Jungsozialisten Übereinstimmung feststellen kann. Aber ihre Unterstützung für das autonome Kulturprojekt im Knast findet meine volle Zustimmung.

Selbst schon etwas vorgerückteren Alters, gehe ich immer mal wieder gern ins Klapperfeld. Die regelmäßigen Veranstaltungen mit Leuten vom Fritz-Bauer-Institut, die Ausstellung der Roma-Union oder auch die Dauerausstellung zur Geschichte des Klapperfelds von der Initiative selbst sind auch für ältere Frankfurter immer ein Anziehungspunkt.

Dieser Treffpunkt für (vorwiegend, aber nicht nur) jüngere Frankfurter, den »faites votre jeu« auch mit viel Eigeninitiative und Eigenarbeit im Innnenausbau geschaffen hat, muss es in dieser Form auch noch nach dem Auslaufen des bisherigen Mietvertrags im März 2011 weiter geben.

Walter Schmidt, Frankfurt