Archiv für April 2010

Montag, 24. Mai 2010 // Infoveranstaltung und Konzert zu Gunsten antifaschistischer Strukturen in Russland mit »What we feel« und »Stage Bottles«

17.30 Uhr // Einlass / Grillen (Vegan & mit Fleisch)
18.00 Uhr // Infoveranstaltung: Dokumentation »Prinzip nenavisti«
(Prinzip Hass; 26min, Russisch mit deutschen Untertiteln); Anschließend informieren »What we feel« über Nazistrukturen und -gewalt in Russland und die dortige Antifa-Arbeit.
20.00 Uhr // Konzert: Stage Bottles (Streetpunk aus Frankfurt; www.stagebottles.de) What we feel (Hardcore aus Russland; www.myspace.com/wwfhc) Danach Punkrock-Barabend mit Marcel von den Stage Bottles

Die Info-Veranstaltung und das Konzert finden im Hof statt und beginnen pünktlich. Bei Regen muss das Konzert leider in die Halle des Café ExZess (Leipziger Straße 91, 60487 Frankfurt) verlegt werden. Schaut dafür bitte ein bis zwei Tage vorher auf die Website: www.faitesvotrejeu.tk

Text auf der Rückseite des Flyers:

10. Oktober 2008: Fjedor Filatov, Mitbegründer der »Moskauer Trojan Skin Bewegung« wird vor seinem Haus in Moskau von einer Gruppe Nazis aufgelauert und erstochen. 19. Januar 2009: Der libertäre Aktivist und Anwalt Stanislav Markelov und die Antifaschistin und Journalistin Anastasia Baburova werden nach einer Pressekonferenz in Moskau von Nazis auf offener Straße erschossen. 16. November 2009: Der 26-jährige Antifaschist Iwan Chutorskoi wird in seinem Hauseingang erschossen…

Während Nazis in Russland Menschen auf offener Straße ermorden, kriminalisiert der russische Staat aktive Antifaschist_innen durch ein so genanntes »Extremismus-Gesetz«. Auch die antifaschistische Hardcore-Band »What we feel« ist davon betroffen und seit ihrer Gründung vor fünf Jahren hat sich die Situation für die Band zunehmend verschlechtert.

Da »What we feel« mit zu den bekanntesten Bands gehört, die sich in Russland gegen Faschismus und Unterdrückung stark gemacht haben, gelten sie nun als eine Band, die »Extremisten« unterstützt. Dies hat für sie und ihre Unterstützer_innen weitreichende Konsequenzen. Auf fast allen Konzerten sahen sich die Konzertveranstalter, die Konzertbesucher und sie selbst massiver Repression durch die Staatsgewalt ausgesetzt: Angefangen vom Erscheinen der Polizei, weil anonym vor einer Bombe am Veranstaltungsort gewarnt wurde, verbunden mit der Evakuierung der gesamten Umgebung und Absage der Veranstaltung, über direkte Drohungen der Polizei gegen die Veranstaltenden bis hin zu erkennungsdienstlichen Maßnahmen gegen Besucher_innen, die in der neuen »Extremist_innen«-Datenbank landeten. Einige Clubs wurden geschlossen. Einige Leute, die Konzerte organisierten oder besuchten, bekamen massive Probleme mit der Polizei und dem Geheimdienst. Darüber hinaus wurde die Band ständig von Nazis bedroht und mussten immer auf der Hut vor ihnen sein. Die russische Hardcoreszene hatte es trotzdem und auch Dank »What we feel« geschafft, sich gegen den Naziterror zur Wehr zu setzen und immer selbstbewusster Veranstaltungen durchzuführen, ohne sich einschüchtern zu lassen. Doch durch die aktuelle Repression des Staates sehen »What we feel« absolut keine Möglichkeit, weiter aktiv zu bleiben. Deshalb wird sich die Band nach dieser Tour leider auflösen.

Mit dieser letzten Tour möchte sich die Band bei ihren Unterstützer_innen und Fans bedanken. Die gesamten Einnahmen werden antifaschistischen Strukturen in Russland zugutekommen. Weitere Infos zum Konzert und der Infoveranstaltung im »Klapperfeld« findet ihr auf: www.faitesvotrejeu.tk

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Artikel zur Situation russischer Antifaschist_innen ist in der aktuellen AStA-Zeitung:

Ein ausführlicher Artikel zur Situation russischer Antifaschist_innen ist in der aktuellen AStA-Zeitung der Uni-Frankfurt erschienen. Dieser ist auch auf unserer Website im Pressespiegel zu finden:
http://faitesvotrejeu.blogsport.de/2010/04/26/zwei-artikel-in-der-asta-zeitung-der-goethe-uni-ausgabe-april-2010/

Zwei Artikel in der AStA-Zeitung der Goethe-Uni (Ausgabe April 2010)

AStA-Zeitung der Goethe-Uni, Ausgabe April 2010

In der aktuellen Ausgabe der AStA-Zeitung der Goethe-Universität sind zwei Artikel zu finden, die »Faites votre jeu!« und das »Klapperfeld« betreffen. Die Artikel könnt ihr hier als pdf herunterladen:

Frankfurter Innenstadtkonzept: Pläne zum Abriss des »Klapperfelds« und andere Katastrophen (Seite 36-37)

Ein ausführlicher Beitrag zum sogenannten »Innenstadtkonzept« des Frankfurter Stadtplanungsamtes und den darin formulierten Abrissplänen des ehemaligen Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße.

Artikel als pdf: download

Kein Licht am Ende des Tunnels: Naziterror und antifaschistische Arbeit in Russland (Seite 38-39)

Ein umfangreicher Artikel über faschistisch und rassistisch motivierte Gewalt in Russland und der Situation für russische Antifaschist_innen. Außerdem der Hinweis auf eine Infoveranstaltung und ein Konzert zu Gunsten antifaschistischer Strukturen in Russland am Montag, dem 24. Mai 2010 im »Klapperfeld«.

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Autonomes Zentrum in Köln seit über einer Woche besetzt

»Es ist soweit! Eure Geduld wurde nun Lange genug strapaziert. Das Lange Sehnen und Träumen hat ein Ende. Es hat reelle Formen angenommen: Köln hat ein AZ! …oder doch vorerst: das AZ hat ein Haus. – Nun braucht es eure Unterstützung! Klartext: Mit dem heutigem Datum wurde das Gebäude in der Wiersbergstraße 44 besetzt!«
pyranha.blogsport.de

Am Abend des 16. Aprils 2010 haben mehr als 100 Aktivist_innen & Freund_innen der Kampagne »Pyranha – Für ein autonomes Zentrum« ein leerstehendes Gebäude in Köln-Kalk besetzt um dort ein Autonomes Zentrum aufzubauen. In den ersten beiden Tagen der Besetzung wurde die seit Jahren leerstehende Großkantine gereinigt und die Infrastruktur weitestgehend instandgesetzt. Neben den Instandsetzungsarbeiten fanden auch jetzt schon einige öffentliche Veranstaltungen und Workshops statt, unter anderem ein Streetart-Workshop, ein Jonglage-Workshop, Infoveranstaltungen und eine Arbeitslosenberatung. In der letzten Woche veranstalteten die Besetzer_innen eine Bau- & Kreativwoche, um das Gebäude für ein selbstverwaltetes Zentrum nutzbar zu machen.

Das besetzte Gebäude befindet sich im Besitz der kölner Stadtsparkasse und eignet sich hervorragend für ein Autonomes Zentrum. Es ist weder eine Nutzung für das Gebäude geplant noch steht ein Abrissdatum fest. Mit anderen Worten: Es stand jahrelang leer und sollte auf unbestimmte Zeit auch weiterhin leerstehen. Dabei ist die Bausubstanz und die Infrastruktur des Gebäudes so gut erhalten, dass es sofort genutzt werden kann und ein Abriss unsinnig wäre. Es ist zudem ausreichend groß, um dort ein selbstverwaltetes Zentrum zu betreiben. Konkret bedeutet das: Es ist Platz für Werkstätten, Ateliers, Konzerte, ein Kino, Arbeitsräume für politische Gruppen und Kollektive, Seminarräume, Ausstellungsfläche, einen Umsonstladen und noch viel mehr. Dies alles soll unkommerziell, selbstverwaltet und hierarchiefrei organisiert werden…

Weitere Infos auf: unsersquat.blogsport.eu

Videobotschaft der Besetzer_innen:

Veranstaltung leider Verschoben: Perspektiven antifaschistischer Arbeit in der Ukraine

Veranstaltung wegen Visa-Problemen und Aschewolke verlegt!
Neuer Termin am Dienstag, den 27. April 2010

Die Veranstaltung »Perspektiven antifaschistischer Arbeit in der Ukraine« muss leider verschoben werden. Nachdem Oleg von den Behörden erst Probleme mit seinem Visum bekommen hatte, konnte er wegen des aktuell verhängten Flugverbots leider nicht rechtzeitig einreisen.

Deshalb findet die Veranstaltung nicht wie geplant am Mittwoch, den 21. April, sondern erst am Dienstag, den 27. April 2010 statt.

Dienstag, 20. April 2010 21.00 Uhr // »Taking Pleasures – Basment Bar«

DJ SÄKERHETSKONTROLL
FRED MAGENTA
KARILAMPI
JAYVO
JESSE & FRANK JAMES

HOSTED BY FREE CLASS FFM

Mittwoch, 14. April 2010, 19.00 Uhr // Zeitzeugengespräch mit dem Holocaustüberlebenden und Autor Arno Lustiger


Arno Lustiger (2005)

Die Veranstaltung beginnt pünktlich!

Arno Lustiger geboren 1924 in Bedzin, in Polnisch-Oberschlesien war Mitglied verschiedener jüdischer Jugendorganisationen. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste er als Zwangsarbeiter in einer Rüstungsfabrik arbeiten. Ab 1943 wurde er in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Er überlebte zwei Todesmärsche und konnte fliehen. Nach seiner Flucht arbeitete er als freiwilliger Dolmetscher in der amerikanischen Armee.

Nach dem Krieg, 1945 bis 1948 lebte er in dem Displaced Persons Lager Frankfurt-Zeilsheim. Ab 1948 war er an der Wiederbegrüngung und dem Aufbau der Frankfurter Jüdischen Gemeinde beteiligt. Er widmete sich der Erforschung des jüdisch-antifaschistischen Widerstands.

Mittwoch, 21. April 2010 20.00 Uhr // Perspektiven antifaschistischer Arbeit in der Ukraine

Achtung: Die Veranstaltung ist auf Dienstag, den 27. April 2010 verboben!

mit Oleg, aktiver Antifaschist und Journalist auf Kiew

Rechtsradikale und rassistische Gewalt haben sich in der Ukraine von einem Randphänomen zu einem festen Bestandteil der Gesellschaft entwickelt. Die Behörden reagieren darauf mit einiger Verzögerung.

Zunehmend stoßen nationalistische und rechtsradikale Ideen auf gesellschaftliche Akzeptanz. Die ohnehin sehr begrenzten Handlungsmöglichkeiten ukrainischer Antifaschist_innen könnte dies in Zukunft weiter einschränken.

Oleg, Journalist und aktiver Antifaschist aus Kiew, wird zunächst einen Überblick über aktuelle rechtsradikale Tendenzen in der Ukraine geben. Schwerpunktmäßig widmet er sich im Anschluss daran Perspektiven antifaschistischer Interventionsmöglichkeiten.

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Leserbrief: Kampf ums Klapperfeld

Frankfurter Rundschau, 10.04.2010 (download pdf)


Im Gluckloch: Ausstellung im ehemaligen Knast. (Foto: Andreas Arnold)

Die Stadt will ehemaligen Polizeigewahrsam abreißen, FR vom 30. März

Ich selbst besuchte den ehemaligen Gewahrsam zum ersten Mal im August 2009, als die Initiative »Faites votre jeu« den ersten Teil der Dauerausstellung zur Gefängnishistorie eröffnete. Ich war nachhaltig davon beeindruckt, was die jungen Menschen von »Faites votre jeu« innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt haben. Seitdem war ich auch immer wieder auf verschiedensten Lesungen und Diskussionsveranstaltungen, im Klapperfeld. Es ist beeindruckend wie »Faites votre jeu« es schafft, diesen unwirtlichen Ort zu beleben und dabei trotzdem soviel Augenmaß und Verantwortung beim Umgang mit der Geschichte dieses Ortes beweist.

Auch wenn ich es von Edwin Schwarz als Planungsdezernent kaum anders erwartet hätte, wäre auch ihm ein wenig mehr Augenmaß angeraten. Dass er der Gruppe »Faites votre jeu«, die erst letztes Jahr in das Klapperfeld umziehen musste, fast schon gönnerhaft ein weiteres Ersatzobjekt anbietet ist eine bodenlose Unverschämtheit und lässt tief in sein geschichtspolitisches Bewusstsein blicken. Sollte es die Stadt aber ernst meinen, beim Innenstadtkonzept behutsam vorgehen zu wollen, wie es das Stadtplanungsamt in letzter Zeit immer wieder betonte, dann sollten die dafür Verantwortlichen schleunigst die Abrisspläne aus ihren Konzept streichen.

Mir wird schlecht bei der Vorstellung, dass jetzt das mehr als fragwürdige Projekt zum Wiederaufbau der im zweiten Weltkrieg zerstörten Frankfurter Altstadt für unzählige Millionen umgesetzt werden soll und gleichzeitig das Klapperfeld abgerissen werden soll. Ein vernünftiger und verantwortungsvoller Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit jedenfalls sieht anders aus. Leider scheint es aber mittlerweile an der Tagesordnung zu sein, diese mit nichts zu vergleichenden deutschen Verbrechen aus dem kollektiven Bewusstsein zu tilgen: Zum einen sollen die letzten Orte, an dem die Verbrechen Nazi-Deutschlands praktisch erfahrbar werden, abgerissen werden. Zum anderen will man das, was bei den Bombenangriffen der Alliierten zerstört worden war, um das Ende der zweiten Weltkriegs zu beschleunigen, wieder aufbauen.

Die Menschen der Initiative »Faites votre jeu« möchte ich bestärken, um das Klapperfeld zu kämpfen.

Karsten Bäcker, Frankfurt