4. November 2009, 19 Uhr // Zwischen staatlicher Repression und privaten Gewaltunternehmern: Gibt es sozial emanzipatorischen Widerstand im Nigerdelta?

Vortrag und Diskussion zum 14. Todestag von Ken Saro-Wiwa mit dem Afrika-Wissenschaftler und Journalisten Ruben Eberlein (Konkret, Jungle World, iz3w)


Fotos: Ed Kashi (www.edkashi.com), entnommen aus: »Curse of the Black Gold. 50 Years of Oil in the Niger Delta.« (Ed Kashi/Michael Watts 2008). Mit Dank für die Erlaubnis, diese Bilder hier verwenden zu dürfen.

Am 10. November 1995 wurden der Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist Ken Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter hingerichtet. Denn die Proteste ihres Movement for the Survival of the Ogoni People (Mosop) gegen die Zerstörung des Nigerdeltas durch Shell und andere Erdölkonzerne stellten eine akute Gefahr für die Militärregierung Nigerias dar. In vielen Ländern wird der Todestag Saro-Wiwas zum Anlass genommen um auf den ökologischen, politischen und sozialen Ausnahmezustand in Nigerias rohstoffreichster Region aufmerksam zu machen. In Deutschland sind hingegen sowohl Saro-Wiwa als auch die gegenwärtigen Kämpfe im Nigerdelta weitgehend vergessen.

Dabei hat sich die zerstörerische Dynamik, gegen die Saro-Wiwa und viele andere gekämpft haben, in den letzten Jahren dramatisch verschärft, und sie fordert immer neue Opfer. Ist der Widerstand gegen politische Marginalisierung, soziale Verelendung und die ökologische Zerstörung des Nigerdeltas vollständig in Milizen kanalisiert worden, deren Spitzen sich selbst am undokumentierten Export von Erdöl bereichern? Oder gibt es nach wie vor sozialemanzipatorische Bewegungen? Wenn ja: Was sind das für Organisationen und wie regieren die lokalen Machthaber auf sie? Wie ist die jüngste Krisenverschärfung zu bewerten, wie könnte eine neuerliche Eskalation verhindert werden? Welche Strategien der Konfliktlösung gibt es, und wer würde von ihnen profitieren? Welche Rollen spielen westliche Staaten und China? Diese und weitere Fragen sollen mit dem Afrika-Wissenschaftler und Journalisten Ruben Eberlein (Konkret, Jungle World, iz3w) diskutiert werden.

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