Archiv für November 2009

Donnerstag, 26. November 2009, 19:30 Uhr // »Umsonstfahren für‘s Klima?!«

In Bremen, Hamburg, Berlin und in anderen Städten fanden in diesem Jahr »Umsonstfahrtage« statt, die die Forderung nach dem Recht auf Mobilität für alle mit »Klimaschutz« in Verbindung gebracht haben.
Olaf Bernau vom Bremer Klimaplenum / NoLager diskutiert mit uns die Verknüpfung von linker Klimapolitik und sozialen Rechten anhand der lokalen Praxis des »Umsonstfahrtags« – vor dem Hintergrund der im Dezember in Kopenhagen stattfindenden UN-Klimakonferenz (+ N.N.).

Außerdem noch bis zum 4. Dezember: Plakatausstellung
Im Rahmen der Vorbereitung der Proteste zum UN-Klimagipfel in Kopenhagen (7. bis 18. Dezember 2009) werden acht Plakate des Berliner Anti Atom Plenums (AAP) gezeigt. Die Plakatreihe beschäftigt sich mit dem Klimawandel aus linker Perspektive und dem Zusammenhang mit Flucht, Krieg, Kapitalismus, Landwirtschaft und vielem mehr.

Die Veranstaltung ist Teil einer Veranstaltungsreihe anlässlich der UN-Klimakonferenz und Perspektiven linker Politik:

Für ein ganz anderes Klima!
vom Rhein-Main-Gebiet nach Kopenhagen

Veranstaltungen zur UN-Klimakonferenz und Perspektiven linker Politik

Im Dezember wird auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen über die Nachfolge von Kyoto verhandelt, also über die zukünftige Regulierung der Treibhausgas-Emissionen.
Dabei wird im Kern um die globale Wirtschaftsordnung und die Verteilung der verbleibenden Ressourcen verhandelt. Zu erwarten ist, dass sich Macht, Märkte und technologische ›Lösungen‹ gegen wirksamen Klimaschutz und echte »Klimagerechtigkeit« durchsetzen.

»Klimawandel« ist nicht nur ein Ökothema, sondern rüttelt an den Grundfesten der globalen Gesellschaftsordnung. Nicht allein, weil die verheerenden Folgen der globalen Erwärmung die Lebensgrundlage vieler, vor allem armer Menschen im globalen Süden bedroht bzw. vernichtet. Sondern auch, weil die grundsätzliche Abhängigkeit des Kapitalismus von billiger (fossiler) Energie sowie dessen permanenter Wachstumszwang im Widerspruch zu der Klimaschutzpolitik steht, die von diesem Gipfel versprochen wird.
Der Klimawandel sowie seine aktuelle Bearbeitung durch Kyotoprotokoll und Emissionshandel hat ganz klare antisoziale, rassistische und neokoloniale Dimensionen. Deshalb halten wir den Kopenhagen – Prozess für ein wichtiges Interventionsfeld linker Bewegungen.

In unseren Veranstaltungen soll es um die Ursachen des Klimawandels gehen und um die Frage, ob und wie sich die Kritik an der herrschenden Klimapolitik mit einer Kritik an der kapitalistischen Produktions- und Konsumtionsweise verbinden ließe. In diesem Zusammenhang wollen wir auch diskutieren, wie linke Klimapolitik lokal eingreifen kann. Worum müsste es einer Klimabewegung gehen?

Weitere Veranstaltungen anderen Orten

Metzgerstraße 8 (Hanau)

www.metzgerstrasse-hanau.org

Mittwoch, 25. November 2009
19.30 Uhr
 // Veranstaltung mit Olaf Bernau (NoLager-Bremen, Netzwerk GlobaleLandwirtschaft, Trans-Act):
Climate Change and Social Change
In der Mobilisierung zum Klimagipfel nach Kopenhagen eröffnen sich aus
einer ökologischen und antikapitalistischen Perspektive viele konkrete
und grundsätzliche Fragestellungen. Beispielsweise rufen autonome und
antikapitalistische Gruppen dazu auf, den Gipfel zu stören und lahm zu
legen, während andere Initiativen einwerfen, dass es angesichts der
vielbeschworenen Klimakatastrophe unverantwortlich sei ein Treffen zu
behindern, das immerhin den Anspruch hat etwas zu ändern.
Grundsätzlicher stellt sich offensichtlich die Frage, ob die
Notwendigkeit dringender ökologischer Interventionen unseren sozialen
und politischen Forderungen entgegensteht. Wie sieht denn angesichts des
Klimawandels »das schöne Leben« aus das wir global fordern?
Wir wollen vor diesen und weitergehenden Fragen weder zurückschrecken
noch glauben wir, dass es darauf schnelle und einfache Antworten geben
kann.
Daher haben wir genügend Feuerholz im Ofen bereitgelegt, um mit
euch bei Bionade und ökologischen Wein über den Fragekomplex zu
diskutieren. Für den Einstieg in die Diskussion haben wir Olaf Bernau,
den wir als Schreiber und Diskutanten sehr schätzen, gebeten uns einen
anregenden Input zu geben.

Als kleiner Input sei euch die erste Nr. unserer Zeitung Trans-Act
empfohlen, die ihr hier 
herunterladen könnt.

Café Exzess (Leipziger Straße 91)

www.exzess.de.nr

Montag, 30. November 2009
20.00 Uhr // Info & Mobilisierungsveranstaltung »Für ein ganz anderes Klima — Auf nach Kopenhagen!«
– Infos zur Aktionswoche zum UN-Klimagipfel Mitte Dezember 2009

Montag, 11. Januar 2009
19.00 Uhr // Gemeinsame Auswertung und Diskussion der Proteste in Kopenhagen und der Ergebnisse des UN-Klimagipfels.
Welche Ergebnisse wurde in Kopenhagen erzielt? Was resultiert für eine linke Klimpolitik daraus? Was ist auf der Straße in Kopenhagen gelaufen? Wir wollen eine gemeinsame Auswertung der Ereignisse in Kopenhagen und zugleich einen Blick in die Zukunft wagen. Welche Möglichkeiten gibt es, hier vor Ort die Kritik an der herrschenden Klimapolitik mit der Kritik an der kapitalistischen Produktions- und Konsumtionsweise zu verbinden?

Veranstalter_innen:
Klimaplenum RheinMain, AKU Wiesbaden, glocal group hanau

Infos im Internet:
klima.blogsport.de
www.climate-justice-action.org
www.linksnavigator.de
(regionale Infos)

Den gesamten Flyer als pdf herunterladen:
download

Besetzung in Erfurt

Nachdem am frühen Morgen des 16. April diesen Jahres das seit acht Jahren bestehende »Besetzte Haus« auf dem Topf & Söhne-Gelände in Erfurt durch ein martialisches Polizeiaufgebot geräumt worden war, gab es dort kein selstverwaltetes Zentrum mehr.

Um so erfreulicher ist es, dass heute, am 22. November, die Besetzung eines ehemaligen »Keglerheims« in Erfurt öffentlich gemacht wurde. Das besetzte Gebäude wird seit dem 3. August als Wohnprojekt genutzt, in dem einige ehemalige Besetzer_innen des im April geräumten Topf & Söhne- Geländes leben. In den letzten Monaten wurden Instandhaltungsarbeiten durchgeführt. Die Besetzer_innen planen das seit mehreren Jahren leerstehende Gebäude, als ein sozial-politisch-kulturelles Zentrum selbstverwaltet zu betreiben.

Wir erklären uns solidarisch mit den Besetzer_innen und unterstützen ausdrücklich die Forderung einer langfristigen Nutzung des besetzen »Keglerheims«.

Einen Liveticker und weitere Infos findet ihr auf haendehoch.blogsport.de, bei Indymedia und bei YouTube.

Freitag, 20. November 2009, 19:30 Uhr // Buchvorstellung mit Benjamin Ortmeyer: »Mythos und Pathos statt Logos und Ethos«

Zu den Publikationen führender Erziehungswissenschaftler in der NS-Zeit: Eduard Spranger, Herman Nohl, Erich Weniger und Peter Petersen

Aus dem Klappentext:

Die umfassende Studie bietet eine Fülle bislang nicht veröffentlichter Dokumente über das Wirken der modernen »Gründungsväter« der deutschsprachigen Erziehungswissenschaften: Eduard Spranger, Herrmann Nohl, Erich Weniger und Peter Petersen.

Systematisch appellierten sie in ihren Werken auch schon vor der NS-Zeit an das Irrationale, befürworteten einen völkisch geprägten Nationalismus, eine militaristische Haltung; sie zeigten eine beinahe ungebrochene Zustimmung zu einem eugenisch begründeten Rassismus und äußerten sich zum Teil antisemitisch.

Weitere Infos, eine Leseprobe und das Inhaltsverzeichnis finden sich beim BELTZ-Verlag.

Veranstaltung zum Nigerdelta fällt aus!

Die für heute, den 4. November, angesetzte Veranstaltung »Zwischen staatlicher Repression und privaten Gewaltunternehmern: Gibt es sozial emanzipatorischen Widerstand im Nigerdelta?« fällt leider aus!

Der Referent Ruben Eberlein musste uns leider kurzfristig absagen, ein Ersatztermin steht noch nicht fest.

Besetzer_innen jetzt im Knast

diskus – Frankfurter Student_innen Zeitschrift (Ausgabe 1/09) (download pdf)

Im August 2008 besetzte die Initiative Faites votre jeu! ein seit sieben Jahren leerstehendes, ehemaliges Jugendzentrum in Bockenheim. Nachdem bereits im Januar mit polizeilicher Räumung gedroht wurde, musste die Initiative das Gebäude im April 2009 schließlich verlassen. Die Arbeit der Initiative und deren breite Unterstützung führte aber dazu, dass die Stadt nach langen Verhandlungen das ehemalige Gefängnis ›Klapperfeld‹ als Ersatzobjekt anbot.

Damit hat die Initiative zwar neue Räume in der Innenstadt, allerdings bringt das neue Domizil auch jede Menge Schwierigkeiten mit sich. Um die über 100 Jahre alten Gefängniszellen für die geplanten Projekte nutzbar zu machen, sind aufwendige Renovierungsarbeiten notwendig. Die Arbeit der Initiative wird zusätzlich erschwert, weil die Stadt entgegen den Absprachen die von ihr zugesicherten Renovierungsmaßnahmen immer noch nicht abgeschlossen hat.

Allerdings stellt die Raumsituation nur einen Teil des Problems dar. Die Entscheidung in das ehemalige Gefängnis zu gehen, war aus verschiedenen Gründen keine leichte. Neben der Tatsache, dass mensch dem Gebäude seine düstere Vergangenheit anmerkt, stellt sich die Frage, wie mit einem Gebäude umgegangen werden soll, das seit 1886 Ort staatlicher Verfolgung und Repression war? Sollte mit der Besetzung doch ein Raum geschaffen werden, der einen Gegenpol auch zu den alltäglichen gesellschaftlichen Repressalien bildet.

Für die Initiative wurde ziemlich schnell klar, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Gefängnisses eine notwendige Bedingung für sie darstellt, um das Gebäude zu nutzen. Es hat sich daher auch schnell ein Arbeitskreis gegründet, der bereits erste Interviews mit Zeitzeugen geführt hat und derzeit an einer Ausstellung arbeitet. Aktuell befasst sich der Arbeitskreis insbesondere mit der nationalsozialistischen Vergangenheit. Das Klapperfeld war einer von mehreren Orten, die der Gestapo zur Inhaftierung und Folter von Häftlingen dienten. Zahlreiche Jüdinnen und Juden kamen ins Klapperfeld, bevor sie in Konzentrationsund Vernichtungslager deportiert wurden. Auch viele Widerständler_innen wurden hier inhaftiert, wie etwa der mittlerweile über 100jährige Zeitzeuge Hans Schwert, der als KPD-Mitglied hier ein Jahr inhaftiert war und von Gestapobeamten gefoltert wurde.

Die Initiative möchte sich in ihrer weiteren Arbeit auch darüber hinaus mit den anderen Teilen der über hundertjährigen Gefängnisgeschichte auseinandersetzen. Da bleibt viel zu tun, denn das Klapperfeld wurde gleich nach dem Krieg bis 2003 weiter genutzt. Gerade während der Studierendenproteste der sechziger Jahre wurden viele Demonstrant_innen dorthin gebracht, wie später auch bei den Protesten gegen die Startbahn West, den Demonstrationen nach dem Tod Günter Sares durch einen Wasserwerfer der Polizei oder zuletzt 2001 bei einer Antinazidemo am 1. Mai. In den letzten Jahren wurde das Gefängnis bis 2003 als Abschiebeknast genutzt – laut offizielleren Angaben eines Polizeihistorikers zwar nur bis November 2001, allerdings lassen zahlreiche Graffitis und Presseartikel darauf schließen, dass erst 2003 wirklich Schluss war.

Es bleibt zwar viel zu tun, aber die ersten Räume sind renoviert und eingerichtet und seit dem 1. Juli gibt es wieder Programm. Neben regelmäßigen Barabenden fanden bereits wieder diverse politische und kulturelle Veranstaltungen statt. Einen Schwerpunkt bildet dabei die geschichtspolitische Auseinandersetzung. Die ersten Ergebnisse dieser Auseinandersetzung können im ersten Teil der Dauerausstellung zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses »Klapperfeld« betrachtet werden.

Weitere Informationen und das aktuelle Programm gibt es unter: www.faitesvotrejeu.tk

4. November 2009, 19 Uhr // Zwischen staatlicher Repression und privaten Gewaltunternehmern: Gibt es sozial emanzipatorischen Widerstand im Nigerdelta?

Vortrag und Diskussion zum 14. Todestag von Ken Saro-Wiwa mit dem Afrika-Wissenschaftler und Journalisten Ruben Eberlein (Konkret, Jungle World, iz3w)


Fotos: Ed Kashi (www.edkashi.com), entnommen aus: »Curse of the Black Gold. 50 Years of Oil in the Niger Delta.« (Ed Kashi/Michael Watts 2008). Mit Dank für die Erlaubnis, diese Bilder hier verwenden zu dürfen.

Am 10. November 1995 wurden der Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist Ken Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter hingerichtet. Denn die Proteste ihres Movement for the Survival of the Ogoni People (Mosop) gegen die Zerstörung des Nigerdeltas durch Shell und andere Erdölkonzerne stellten eine akute Gefahr für die Militärregierung Nigerias dar. In vielen Ländern wird der Todestag Saro-Wiwas zum Anlass genommen um auf den ökologischen, politischen und sozialen Ausnahmezustand in Nigerias rohstoffreichster Region aufmerksam zu machen. In Deutschland sind hingegen sowohl Saro-Wiwa als auch die gegenwärtigen Kämpfe im Nigerdelta weitgehend vergessen.

Dabei hat sich die zerstörerische Dynamik, gegen die Saro-Wiwa und viele andere gekämpft haben, in den letzten Jahren dramatisch verschärft, und sie fordert immer neue Opfer. Ist der Widerstand gegen politische Marginalisierung, soziale Verelendung und die ökologische Zerstörung des Nigerdeltas vollständig in Milizen kanalisiert worden, deren Spitzen sich selbst am undokumentierten Export von Erdöl bereichern? Oder gibt es nach wie vor sozialemanzipatorische Bewegungen? Wenn ja: Was sind das für Organisationen und wie regieren die lokalen Machthaber auf sie? Wie ist die jüngste Krisenverschärfung zu bewerten, wie könnte eine neuerliche Eskalation verhindert werden? Welche Strategien der Konfliktlösung gibt es, und wer würde von ihnen profitieren? Welche Rollen spielen westliche Staaten und China? Diese und weitere Fragen sollen mit dem Afrika-Wissenschaftler und Journalisten Ruben Eberlein (Konkret, Jungle World, iz3w) diskutiert werden.

Flyer als pdf: download

Freitag, 6. November 2009, 20.30 Uhr // Wort&Klangbildstelle

Die Lesebühne Wort&Klangbildstelle versucht sein 2007 an verschiedenen Orten in Frankfurt (zuletzt im Club »Das Bett«) einen Freiraum für das gesprochene Wort zu schaffen, dass sich zwanglos mit anderen Medien verbünden darf, um spannende Hybrid-Poesie zu erzeugen. Die Wort&Klangbildstelle wird von dem Autor und (Poetry Slam) Veranstalter Dirk Hülstrunk und dem B-Poet (Ex Lesebühne »Salon Franco«) präsentiert.

mit B-Poet & Dirk Hülstrunk
Gäste: Kunst oder Unfall (Augusta & Kalle Laar, München) – Electronic Poetry Lounge

Kunst oder Unfall


Augusta


Kalle Laar

Die Auftritte des mittlerweile kultigen Duos Kunst oder Unfall bewegen sich zwischen Kitsch und Kool, zwischen Skulptur, weißem Rauschen, Noise und Melodie. In den live-performance Serien entsteht Hörkino, poetische Exkursionen, Mini-Opern. Ein Cocktail aus Elektronica, rarem obskuren Vinyl und Objekten des Temporären Klangmuseums und antiken Spielzeuginstrumenten aus dem sich die bewegliche Skulptur Kunst oder Unfall entwickelt. Kosmonautenstimmen, Tangofetzen, Walzertakte, Grillenzirpen, Funny Groves, Dubs, Beats, Stimme und Lyriks werden die grauen Mauern des Klapperfelds mit neuem Sinn & frischen Klängen erfüllen. Es ist eine seltene Gelegenheit Augusta und Kalle Laar in Frankfurt zu erleben, da sie sich sonst zwischen München, Wien und zahlreichen Kunstprojekten und Festivals im Ausland bewegen.

Weitere Infos auf www.kulturnetz-frankfurt.de und www.kunstoderunfall.de

Barabend fällt diese Woche aus!

Achtung: An diesem Dienstag (03.11.) findet kein Barabend statt!