Archiv für August 2009

Samstag, 5. September 2009 – 18 Uhr: »still not lovin‘ Germany«-Infoveranstaltung zur bundesweiten Demo am 10. Oktober in Leipzig

Im Jahre 2009 feiert sich die deutsche Nation: 60 Jahre Bundesrepublik und 20 Jahre »friedliche« Revolution werden begangen. In diesen Feierlichkeiten vergewissert sich die deutsche Nation ihrer selbst, präsentiert sich als Nation der Moderne und bietet der Bevölkerung einen entspannten Nationalismus, ein entspanntes Gemeinschaftsgefühl an. Um diese Angebote machen zu können, wird zurechtgebogen, was nicht passen will und der deutsche Nationalismus rehabilitiert.

In der Veranstaltung wollen wir die deutschen Mythen der Nation destruieren, erklären, warum es sich bei der deutschen Geschichte nach 1945 nicht um eine Entwicklung von Freiheit, Demokratie und Wohlstand handelt. Und wir wollen fragen, was Deutschland 2009 heißt, ob es sich hierbei um eine besondere Nation handelt oder um eine weitestgehend normalisierte Nation in der internationalen Standortkonkurrenz. Und wir wollen darlegen, warum auch 2009 weder Deutschland speziell noch Nation allgemein für positive Bezugnahmen oder ein entspanntest Zurücklehnen geeignet sind.

Die Veranstaltung ist eine inhaltliche Mobilisierungsveranstaltung für die bundesweite Demonstration am 10. Oktober 2009 in Leipzig.

Eine Veranstaltung des »Arbeitskreises 2009« (Leipzig)

Flyer als pdf: download

Infos zur Demo auf antide2009.blogsport.de

Radiobeitrag: SWR2, 22.08.2009, Journal am Abend

SWR2 (Journal am Abend), 22.08.2009


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Radiobeitrag zur Theateraufführung „Auf der Kippe – Selbst­mord­ex­pe­ri­ment in ge­schlos­se­ner Ge­sell­schaft“. Auszug aus dem Programm von SWR2:

„Auf der Kippe – Selbstmordexperiment in geschlossener Gesellschaft“ so der Titel eines Stückes der Künstlergruppe „Faites votre jeu!“ Frankfurt/M. Es handelt von den Selbstmördern Klaus Mann, Stefan Zweig und Heinrich von Kleist, die sich gemeinsam mit der Tragödienfigur Penthiselea im Polizeigewahrsam Klapperfeld“ treffen, zu dem „Selbstmord-Experiment in geschlossener Gesellschaft“./Ein Beitrag von Ursula Böhmer
Premiere: heute Abend um 20:30 Uhr, eine weitere Vorstellung ist am 23. August um 20:30 Uhr

Selbstmord hinter Stacheldraht

Studierende machen das einstige Gefängnis an der Klapperfeldstraße zur Theaterbühne

Frankfurter Rundschau, 25.08.2009 (download pdf)

Von Kristiane Schneider


Dramatik gehört zum Theater im Klapperfeld. (Bild: Schick)

Der Mensch ist doch auch im Kreise jeglicher Freunde immer nur alleine. Froh kann ich nur in meiner eigenen Gesellschaft sein – das kann man nicht unter Menschen.“ Es war eine eher düstere Sicht auf die Welt, die Studierende der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, der Goethe-Uni, der Bildenden Kunstuniversität Wien und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg am Wochenende verbreiteten.

„Auf der Kippe – Selbstmord- experiment in geschlossener Gesellschaft“ heißt ihr Theaterstück, dessen Text sie aus weltberühmten Werken zusammengestellt und selbst inszeniert haben. Ihre Bühne: der Hof des ehemaligen Gefängnisses an der Frankfurter Klapperfeldstraße.

Da passt es gut, dass rund um das neue Domizil der Initiative „Faites votre jeu!“, die sich politisch, kulturell und künstlerisch engagiert und im vergangenen Jahr vor allem durch die Besetzung des alten Jugendzentrum in der Bockenheimer Varrentrappstraße Aufsehen erregte, immer noch der alte Stacheldraht befestigt ist. Die Gitterstäbe und Nachrichten an den Zellenwänden im Inneren des Gebäudes zeugen von der 125-jährigen Geschichte des Gebäudes und der Sehnsucht nach Freiheit.

„In unserem Stück ist die Sprache das Gefängnis, da ist der Ort hier geradezu ideal“, erklärt Dramaturgin Hannah Abels wenige Minuten vor der Premiere am Samstag. Sie studiert an der Goethe-Uni Philosophie. „Der Grundgedanke war die Suche nach sich selbst, aber dass man nie auf sich selber gucken kann, wenn man in sich selbst drin steckt. Man muss sich erst selbst loswerden, um etwas über sich zu erfahren“, sagt Laura Linnenbaum, die an der Musikhochschule Regie studiert. In dem Stück sitzen die Einzelgänger Heinrich von Kleist, Stefan Zweig und Klaus Mann und die Grenzgängerin Penthesilea in Untersuchungshaft – und sie lassen die etwa 100 Premierengäste knapp eineinhalb Stunden gebannt das durchaus anspruchsvolle Geschehen im Gefängnishof verfolgen.

„Wir haben uns während der letzten drei Wochen, in denen das Stück entstanden ist, komplett nach außen abgeschottet und mit niemandem geredet“, erzählt Abels. Das sei nicht leicht gewesen, aber eine wertvolle Erfahrung. „Tagsüber haben wir geprobt und dann habe ich nachts enorm viel gelesen und die Texte weitergeschrieben.“ Lust auf mehr hätten sie aber schon. „2011 ist Kleist-Jahr – da könnte ich mir schon vorstellen, dass wir das noch einmal aufführen.“ Man habe sich natürlich vorher schon gekannt, aber während der dreiwöchigen Proben seien aus den Kolleginnen richtige Freundinnen geworden – weitere Projekte keineswegs ausgeschlossen.

Hannah Abels und Laura Linnebaum strahlen, als gegen 22 Uhr alles vorbei ist und die Tore sich zur Premierenfeier öffnen – von düsterer Stimmung ist jetzt keine Spur mehr.

Radiobeitrag: Radio-X, 19.08.2009, Knallfabet

Radio-X (UKW 91.8 Mhz), 19.08.2009 (16.00 Uhr bis 17.00 Uhr)
Sendung: Knallfabet

Hier der Audiomitschnitt der einstündigen Sendung als Stream und zum Download (Die Musik zwischen den Interviews wurde entfernt):

Teil 1:

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Teil 2:

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Teil 3:

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Teil 4:

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Dienstag, 18. August – 20 Uhr – »A tribute to tapes!«-Barabend

Früher – als wir noch nicht in ein paar Minuten hunderte mp3's auf unseren iPod laden konnten – haben wir zahlreiche Stunden damit verbracht, unsere Lieblingsmusik auf Kassetten zu kopieren. Liebevoll wurden die Titel ausgewählt und individuelle Mixtapes erstellt. Jetzt haben wir tief in den Sammlungen unserer alten Musikkassetten gewühlt. Die Besten gibt's am Dienstag auf die Ohren.

Mittwoch, 12.August, 21.30h: Open-Air-Knastfilm

Der nächste Film in der Reihe der besten Knastfilme im Klapperfeld am Mittwoch, dem 12. August um 21.30h!

Samstag, 22. und Sonntag, 23. August 2009, 20.30 Uhr: „Auf der Kippe“ – Selbstmordexperiment

Auf der Kippe
Selbstmordexperiment in geschlossener Gesellschaft
Wie werde ich mich los in 17 Tagen und 180min

„So! So! So! So! Und wieder! – Nun ist’s gut.“ (Penthesilea, H.v.Kleist)

Eine Zusammenarbeit von Faites votre jeu! mit Studierenden der HfMDK Frankfurt, Goethe-Universität Frankfurt, Bildenden Kunstuniversität Wien, und F.A.U. Erlangen-Nürnberg

Das Experiment:
Die Einzelgänger Heinrich von Kleist, Stefan Zweig und Klaus Mann und die Grenzgängerin Penthesilea in Untersuchungshaft.

Die These:
Nichts ist der Anfang aller Phantasie, um dahin zu gelangen, gilt es, mich selbst los zu werden. – „[…] sich wegzuwerfen, um sich zu behalten […]“.
(Th. W. Adorno)

Die Bedingungen:
Raum: Polizeigewahrsam Klapperfeld – sonst kein Ort nirgends
Zeit: Step 1: 17 Tage*
Step 2: 2 × 90 min

Premiere: 22. August 20:30 Uhr
Weitere Vorstellung: 23. August, 20:30 Uhr

Großes Interesse bei Ausstellungseröffnung

Am Sonntag, den 9. August wurde der erste Teil der Dauerausstellung über die Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses »Klapperfeld« eröffnet. Über hundert Leute kamen am Nachmittag ins Klapperfeld, um sich die Ausstellung über die nationalsozialistische Vergangenheit des ehemaligen Polizeigefängnisses anzusehen.

Es freut uns sehr, dass das Interesse so groß ist, zumal die Resonanz durchweg positiv war. Ganz besonders herzlich möchten wir uns bei allen bedanken, die uns mit Materialien, Kritik, Ratschlägen, Kontakten oder Spenden weitergeholfen haben.

Die Ausstellung ist derzeit immer parallel zu den jeweiligen im Programm angegebenen Öffnungszeiten des »Klapperfeldes« zugänglich. Darüber hinausgehende Öffnungszeiten und Termine für in Planung befindliche Führungen stehen derzeit noch nicht fest, werden aber auf jeden Fall im Internet auf dieser Seite angekündigt.

Eine gesonderte Homepage des Arbeitskreises Geschichte befindet sich im Aufbau, bald werden dort nähere Informationen zur Geschichte des Klapperfelds und der Ausstellung veröffentlicht. Der Flyer »Was ist das hier?« des Arbeitskreises Geschichte gibt einen vorläufigen kurzen Überblick der Knast-Historie. Pünktlich zur Ausstellung ist dieser in zweiter, überarbeiteter Auflage erschienen und kann hier als pdf heruntergeladen werden. Der Arbeitskreis Geschichte der Initiative »Faites votre jeu!« ist bis auf Weiteres über die Adresse der Initiative (faitesvotrejeu [ät] yahoo.com) erreichbar.

Presseberichte zur Eröffnung der Dauerausstellung:

Die Opfer bekommen eine Stimme
Frankfurter Neue Presse, 11.08.2009

Geschichten der Gefolterten
Frankfurter Rundschau, 10.08.2009

Das Schicksal der Sinti und Roma
Hessischer Rundfunk, 10.08.2009

Radiobeitrag: Wie kann das »Klapperfeld« zum Kulturzentrum werden?
Hessischer Rundfunk (HR2 & HRinfo), 10.08.2009

Ausstellung: Geschichte von ehemaliger Haftanstalt
Frankfurter Neue Presse, 09.08.2009 (Online-Ausgabe)

Gestapo im Klapperfeld
Frankfurter Rundschau, 06.08.2009

Blinder Fleck belichtet (Leitartikel)
Frankfurter Rundschau, 06.08.2009