Archiv für Februar 2009

Faites votre tricotage!

Und weiterhin:
Der lustige Handarbeitskreis mit Tante Manni, jeden Sonntag um 18h. Packt eure Nadeln ein und kommt vorbei, Gemütlichkeit ist garantiert!

T-Shirt Workshop

tshirt workshop

Auf Grund der großen Nachfrage findet am Sonntag zum dritten Mal der T-Shirt Workshop statt. Verschiedene Motive in vielen Farben sind vorhanden und können frei kombiniert werden, bzw. mit Cutter auch selbst geschnitten werden. Bitte bringt Textilien und 5 Euro Unkostenbeitrag mit.

Sonntag, 1. März ab 15 Uhr, Vorraussichtlich im 3. Stock

Anti-Repressions-Barabend

Ab heute gibt es jetzt wöchentlich der Anti-Repressions-Barabend zu Gunsten der Opfer von polizeilicher Gewalt und staatlicher Repression. Den Beginn des Wochenendes muss man ab jetzt also nicht mehr zu Hause oder in einer teuren Kneipe begießen… Also ab sofort:

Anti-Repressions-Barabend
Jeden Freitag :: 21:00 bis 1:00 Uhr

Mit größten Bedenken

Juz-Besetzer akzeptieren Knast-Alternative

Frankfurter Rundschau, 07.02.2009 (download pdf)

Von Georg Leppert

Sie haben sich Zeit gelassen. Bis zum letzten Tag der Frist, die ihnen die Stadt eingeräumt hatte. Am Freitag aber teilten die Hausbesetzer von „Faites votre jeu“ mit: „Unsere Initiative ist zum Umzug bereit.“ Vom 1. März an wird die Gruppe junger Künstler das ehemalige Gefängnis an der Klapperfeldstraße nutzen. Ins frühere Jugendzentrum Bockenheim an der Varrentrappstraße kann wie geplant die benachbarte Modeschule einziehen. Sie wird dort ihre Verwaltung unterbringen.

Nächtelang hatten die Besetzer in dieser Woche darüber diskutiert, ob sie das Angebot der Stadt annehmen und ins Klapperfeld ziehen. Richtig glücklich klangen sie auch am Freitag nicht. „Wir haben größte Bedenken, in einen Bau umzuziehen, in dem die Gestapo gefoltert und gemordet hat und der trotz der NS-Vergangenheit noch bis vor wenigen Jahren zur Inhaftierung von Flüchtlingen genutzt wurde“, sagte die Sprecherin von „Faites votre jeu“, Nora Wildner. Nötig sei eine umfassende Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses, erklärte Matthias Schneider, der sich ebenfalls in der Initiative engagiert.

Die Vereinbarung zwischen der Stadt und „Faites votre jeu“ sieht vor, dass die Hausbesetzer das Erdgeschoss, den Keller und den Innenhof des Klapperfeldes nutzen können. Der Vertrag läuft über zwei Jahre. Er verlängert sich, sofern die Stadt Eigentümerin des Gebäudes bleibt – was nicht sicher ist. Das Land Hessen hat ein Auge aufs Klapperfeld geworfen. Möglicherweise soll das Gebäude in ein Justizzentrum an der Konstablerwache integriert werden.

Als Mediator im Streit zwischen dem Bildungsdezernat und „Faites votre jeu“ hatte der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik fungiert. Er zeigte sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Das Angebot des Dezernats nannte er „generös“.

In den nächsten Tagen wird die Stadt auf ihre Kosten die Heizungsanlage im Klapperfeld sanieren. Noch vor dem Sommer soll dann der Umbau des Jugendzentrums Bockenheim beginnen, sagte Schuldezernentin Jutta Ebeling (Grüne). Die Gedenktafel für Günter Sare, der im September 1985 bei einer Demonstration von einem Wasserwerfer überrollt und getötet wurde, soll auf Wunsch der Hausbesetzer an der Fassade hängen bleiben.

Hausbesetzer ziehen doch ins Gefängnis

Frankfurter Neue Presse, 07.02.2009 (download pdf)

Innenstadt/Bockenheim. Der Konflikt um das seit August 2008 besetzte ehemalige Jugendzentrum Bockenheim ist beigelegt: Die Initiative «Faites votre jeu» hat das Angebot der Stadt akzeptiert und zieht in das ehemalige Polizeigewahrsam in der Klapperfeldstraße (wir berichteten). Schon in drei Wochen soll das besetzte Gebäude in der Varrentrappstraße 38 geräumt sein. Darauf verständigten sich Vertreter der Initiative am Donnerstagabend bei einem Gespräch mit Bildungsdezernentin Jutta Ebeling.

Damit kann noch Mitte des Jahres mit dem 1,5 Millionen Euro teurem Umbau des einstigen Jugendzentrums begonnen werden. Die Verwaltung der Frankfurter Schule für Mode und Bekleidung zieht darin ein. Der Umzug ist erforderlich, um im Schulgebäude in der Hamburger Allee zusätzliche Unterrichtsräume einrichten zu können.

«Da fällt uns ein riesengroßer Stein vom Herzen», erklärte Schulleiter Malte Lütjens. Er sei froh, dass eine zügige und vor allem friedliche Lösung erzielt worden sei. «Der Stadt gebührt hier ein großes Lob», sagte Lütjens, der den Hausbesetzern, obwohl sie die Zukunft der Schule blockiert hätten, viel Glück wünscht.

«Faites votre jeu» soll in den kommenden Tagen den Mietvertrag für das ehemalige Polizeigewahrsam unterzeichnen. Zwei Jahre lang können die Kulturschaffenden die Räume mietfrei für Konzerte, Ausstellungen oder aber Lesungen nutzen. Der Kontrakt verlängert sich allerdings automatisch, wenn die Stadt keinen Käufer für das Objekt findet, das seit 2001 leer steht.

«Faites votre jeu» akzeptierte das jüngste Angebot der Stadt wohl nur mangels Alternativen. Ursprünglich hatten die Hausbesetzer erklärt, unter den von der Stadt angebotenen Bedingungen nicht umziehen zu wollen. Doch Michael Damian, persönlicher Referent von Bildungsdezernentin Jutta Ebeling, hatte unmissverständlich erklärt, man sei nicht zu weiteren Verhandlungen bereit.

«Wir haben größte Bedenken in einen Bau umzuziehen, in dem die Gestapo gefoltert und gemordet hat und trotz der NS-Vergangenheit noch bis vor wenigen Jahren zur Inhaftierung von Flüchtlingen genutzt wurde», erklärt Nora Wildner, Sprecherin der Initiative. Und ihr Kollege Matthias Schneider ergänzt: «Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Gebäude ist notwendig. Ein Umzug bedeutet daher eine klare Veränderung unseres Konzeptes und unserer Arbeit.» Auf jeden Fall soll die Geschichte des Gebäudes aufgearbeitet und unter anderem dokumentieren werden, wie die Gestapo dort während der Nazi-Zeit gefoltert hat.

Grundsätzlich hatte die Initiative kritisiert, dass die Räume im Klapperfeld für ihre Zwecke zu klein seien und der Mietvertrag zu kurz sei. Die Stadt kam «Faites votre jeu» allerdings nur noch insoweit entgegen, als dass sie nun auch die Kellerräume in dem Komplex zur Verfügung stellt. Die Hausbesetzer hatten ursprünglich gefordert, auch die oberen Etagen nutzen zu können.

Bis zum Umzug ist nun allerdings Eile geboten, denn die Heizung muss repariert werden, damit die Kulturschaffenden nicht im Kalten sitzen müssen. bit

Besetzer gehen ins Gefängnis

Streit um Juz beendet

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2009 (download pdf)

Nach monatelangem Streit um das besetzte frühere Jugendzentrum (Juz) an der Varrentrappstraße in Bockenheim haben sich Stadt und Hausbesetzer geeinigt. Die Kulturinitiative „Faites votre jeu“ hat das Angebot von Bildungsdezernentin Jutta Ebeling (Die Grünen) angenommen, in das ehemalige Gefängnis „Klapperfeld“ zu ziehen. Dort könne die Gruppe fortan das gesamte Erdgeschoss und den Keller sowie die Höfe für Ateliers und Ausstellungen nutzen, teilte Ebelings Referent, Michael Damian, gestern mit. Der Mietvertrag werde wie geplant zunächst für zwei Jahre abgeschlossen wobei die Miete „nur symbolisch“ erhoben werde. Sollte das Gebäude dann nicht an das Land verkauft worden sein, verlängere sich der Vertrag automatisch. Das Deutsche Architekturmuseum, das einige Räume des Gefängnisses ebenfalls für Ausstellungen nutzt, will dem Vernehmen nach nicht in dem Gebäude bleiben.

Ebeling zeigte sich gestern zufrieden mit dem Kompromiss. Nun könne noch vor dem Sommer mit dem Umbau des Juz begonnen werden, damit die Schule für Mode und Bekleidung dort einziehen könne, sagte sie. Schulleiter Malte Lütjens äußerte: „Der Schule fällt ein Stein vom Herzen, dass die Angelegenheit ohne Eskalation über die Bühne gebracht werden konnte.“ Die Ausbildungseinrichtung hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass die Räume des Juz dringend benötigt würden, weil das Haupthaus an der Hamburger Allee nicht mehr genug Platz für die 1200 Schüler biete.

Die Initiative „Faites votre jeu“ hat nach Angaben ihres Sprechers Matthias Schneider „lange diskutiert“, bevor sie sich entschlossen habe, das Angebot zu den Bedingungen der Stadt anzunehmen. Noch immer habe man „größte Bedenken, in einen Bau umzuziehen, in dem die Gestapo gefoltert und gemordet hat“, teilte die Initiative mit. Zudem bemängelte die Gruppe, dass sich ihre bisherige Arbeit durch den Umzug zwangläufig ändern werde. Man wolle sich nun darauf konzentrieren, die Geschichte des ehemaligen Polizeigewahrsams aufzuarbeiten. Mit den Recherchen habe man schon begonnen, so Schneider. „Unsere eigentliche Arbeit schränkt das aber ein.“

Die Stadt will den Umzug möglichst schnell in die Wege leiten. Von nächster Woche an soll die Heizungsanlage in dem Haus an der Klapperfeldstraße instand gesetzt werden. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen seien, müsse die Gruppe aus dem Juz ausziehen – spätestens zum 1. März. Wie teuer dIe Sanierung des Gebäudes wird, blieb zunächst unklar. Befürchtungen, dass nun „Nachahmer“ ebenfalls ein Haus besetzen könnten, in der Hoffnung, ein attraktives Ersatzobjekt angeboten zu bekommen, habe man nicht, so Damian. „In diesem Fall war es angemessen, nicht gleich den Polizeiknüppel zu schwingen. Das soll aber nicht heißen, dass wir fortan für jeden Besetzer Tür und Tor öffnen.“ isk.

Zoff beendet! Hausbesetzer ziehen in den Knast!

BILD, 07.02.2009 (download pdf)

Jetzt müssen die Hausbesetzer ins Gefängnis! Allerdings freiwillig und ohne verschlossene Türen! Der Zoff um das mnbesetzte Jugendzentrum in Bockenheim ist beendet!

Monatelang hatten Aktivisten das Gebäude an der Varrentrappstraße besetzt, die Stadt wollte es möglichst vermeiden, dass Haus gewaltsam zu räumen (BILD berichtete).

Jetzt die Lösung! Die „Kulturinitiative“ zieht um! Und zwar in das ehemalige Stadtgefängnis an der Klapperfeldgasse. Das Angebot der Stadt wurde trotz „starker Bedenken“ angenommen. Seit 2001 steht der Knast am Justizgebäude leer, das Mietverhältnis läuft zunächst für 2 Jahre – mit Aussicht auf Verlängerung!

Bürgermeisterin Jutta Ebeling freut sich: „Mit der nun gefundenen Lösung, kann noch vor dem Sommer mit dem Umbau für die Frankfurter Schule für Mode und Bekleidung begonnen werden.“

Die Besetzer, die im März in den Knast einziehen, werden im Keller und Erdgeschoss wohnen – nächte Woche wird ihnen die Heizung angestellt.

Hausbesetzer gehen in den Knast

„Faites votre jeu“

Frankfurter Rundschau (www.fr-online.de), 06.02.2009

Von Goerg Leppert

Sie haben sich Zeit gelassen. Bis zum letzten Tag der Frist, die ihnen die Stadt eingeräumt hatte. Am Freitag aber teilten die Hausbesetzer von „Faites votre jeu“ mit: „Unsere Initiative ist zum Umzug bereit.“ Vom 1. März an wird die Gruppe junger Künstler das ehemalige Gefängnis an der Klapperfeldstraße nutzen. Ins frühere Jugendzentrum Bockenheim an der Varrentrappstraße kann wie geplant die benachbarte Modeschule einziehen. Sie wird dort ihre Verwaltung unterbringen.

Nächtelang hatten die Besetzer in dieser Woche darüber diskutiert, ob sie das Angebot der Stadt annehmen und ins Klapperfeld ziehen. Richtig glücklich klangen sie auch am Freitag nicht. „Wir haben größte Bedenken, in einen Bau umzuziehen, in dem die Gestapo gefoltert und gemordet hat und der trotz der NS-Vergangenheit noch bis vor wenigen Jahren zur Inhaftierung von Flüchtlingen genutzt wurde“, sagte die Sprecherin von „Faites votre jeu“, Nora Wildner. Nötig sei eine umfassende Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses, erklärte Matthias Schneider, der sich ebenfalls in der Initiative engagiert.

Die Vereinbarung zwischen der Stadt und „Faites votre jeu“ sieht vor, dass die Hausbesetzer das Erdgeschoss, den Keller und den Innenhof des Klapperfeldes nutzen können. Der Vertrag läuft über zwei Jahre. Er verlängert sich, sofern die Stadt Eigentümerin des Gebäudes bleibt – was nicht sicher ist. Das Land Hessen hat ein Auge aufs Klapperfeld geworfen. Möglicherweise soll das Gebäude in ein Justizzentrum an der Konstablerwache integriert werden.

Als Mediator im Streit zwischen dem Bildungsdezernat und „Faites votre jeu“ hatte der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik fungiert. Er zeigte sich mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Das Angebot des Dezernats nannte er „generös“.

In den nächsten Tagen wird die Stadt auf ihre Kosten die Heizungsanlage im Klapperfeld sanieren. Noch vor dem Sommer soll dann der Umbau des Jugendzentrums Bockenheim beginnen, sagte Schuldezernentin Jutta Ebeling (Grüne). Die Gedenktafel für Günter Sare, der im September 1985 bei einer Demonstration von einem Wasserwerfer überrollt und getötet wurde, soll auf Wunsch der Hausbesetzer an der Fassade hängen bleiben.