Fotostrecke: Altes Gefängnis Klapperfeldgasse

Frankfurter Rundschau (www.fr-online.de), 28.01.2009


1888 wurde an der Klapperfeldstraße ein Kurzzeitgefängnis errichtet. Dienen sollte es als Übergangsstation für Häftlinge, bevor sie dem Haftrichter vorgeführt wurden.


In dem länglichen Backstein-Gebäude neben den vornehmen Sandsteinpalästen der Gerichte im Klapperfeld wurden über 114 Jahre hinweg alle möglichen Häftlinge kurzzeitig weggeschlossen.


Hinter grüngrauen Türen und gelben Wänden saßen Manager der Fraport-Bauabteilung und Abschiebe-Häftlinge. Davor RAF-Angehörige der ersten Generation der Terrorgruppe, Fußball-Fans und Besoffene – unzählige „mutmaßliche Täter“, Schuldige wie Unschuldige.


24 Stunden sollte die Unterbringung im Kurzzeitgefängnis nicht überschreiten. Das war die Regel. Erst bei Abschiebefällen wurde dies nicht mehr eingehalten.


Heute sieht der Bau wie kurz vorm Abriss aus: altes Mauerwerk, Moder und Rost. Aber den Stacheldraht gibt es auch noch.


Sieht man von der wenig anheimelnden Vergangenheit des Baus ab, so besitzt die Stadt mit dem alten Polizeigewahrsam eine so sehenswerte wie spannende Immobilie, die förmlich nach einer öffentlichen oder quasi-öffentlichen Nutzung schreit.


Und als Filmkulisse dürfte das Klapperfeld sich auch hervorragend eignen.


Eines jedenfalls steht wohl fest: Weggeschlossen wird im Klapperfeld-Knast niemand mehr.

Bilder: FR/Mueller