Resolution der Bezirksdelegiertenversammlung Frankfurt der GEW zur Besetzung des „JuZ“ Bockenheim

Am 2.8.2008 wurde das „JUZ“ Bockenheim in der Varrentrappstraße von der Initiative „faites votre jeu“ besetzt, der u.a. Studierende der J.W.Goethe-Universität und der Fachhochschule Frankfurt angehören: „Das Haus soll zu einem Treffpunkt für Menschen werden, die hier gemeinsam an Kunst- und Kulturprojekten arbeiten und Raum für politische Diskussion und Lesungen bieten. Es sollen Ateliers, Proberäume, ein Fotolabor, Gruppen- und Gemeinschaftsräume entstehen, die kostenlos genutzt werden können.“ Der Schulleiter der benachbarten Schule für Mode und Bekleidung stellte Strafanzeige, obwohl der Schulbetrieb in keiner Weise beeinträchtigt und die Besetzung von der Stadt geduldet wird.
Die Instandbesetzer begannen mit Sanierungsarbeiten, nachdem die Stadt längst überfällige Reparaturen am Dach, an Leitungen und Böden versäumt und dem Verfall des Hauses jahrelang tatenlos zugesehen hatte. Das Gebäude soll ab Januar 2009 für die Schule für Mode und Bekleidung renoviert und wegen dringenden Raumbedarfs von ihr genutzt werden. Entsprechende Finanzmittel sind bereits genehmigt.

Wir erkennen den Raumbedarf der Schule ebenso an wie das Recht auf öffentliche Freiräume. Es besteht Platzmangel, für den der Magistrat verantwortlich ist:
In den vergangenen Jahren wurden kommunale Grundstücke im südlichen Bockenheim an private Investoren verkauft anstatt sie für Bildung und Kultur zu bewahren. Schulgemeinde und Hausbesetzer sollten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, sondern alternative Lösungsvorschläge einfordern, die den Bedürfnissen beider Seiten gerecht werden.
Wir fordern den Magistrat auf, eine Bürgerversammlung zur Stadtteilentwicklung zu organisieren und solche Alternativen vorzustellen. Die Bezirksdelegiertenversammlung solidarisiert sich mit den Besetzerinnen und Besetzern und fordert den Schulleiter der Schule für Mode und Bekleidung auf, die Strafanzeige zurückzuziehen.

Frankfurt, den 18.8.2008