Solidaritätserklärung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Landesausschuss der Studentinnen und Studenten (LASS) Hessen

Solidaritätserklärung mit den BesetzerInnen es ehemaligen JUZ in Frankfurt-Bockenheim

Die Studierenden der GEW Hessen erklären sich uneingeschränkt solidarisch mit den BesetzerInnen und UnterstützerInnen des ehemaligen Jugendzentrums Bockenheim sowie den Zielen der Initiative „Faites Votre Jeu“, in dem seit 2001 leer stehenden Gebäude in der Varrentrappstraße 38 ein autonomes, selbst verwaltetes,
nicht-kommerzielles Kunst- und Kulturzentrum aufzubauen!

Selbstverwaltete Freiräume für Kultur und Bildung jenseits der kapitalistischen Verwertungslogik existieren wie überall auch in Frankfurt kaum.

Während sich die „Kulturpolitik“ der Stadt weitgehend auf Millionenschwere Projekte und andere Formen des unternehmerischen Sponsorings beschränkt, werden gleichzeitig durch die neoliberal geprägte Umgestaltung der Bildungslandschaft auch dort die letzten verbliebenen Freiräume existenziell Bedroht. Räume für junge, unbekannte oder anders prekarisierter KünstlerInnen existieren heute ebenso wenig, wie Plätze für eine emanzipative und selbstbestimmte Bildung.

Wir, die Studierenden in der GEW-Hessen sprechen uns gegen die Kommerzialisierung von Kultur und Bildung und für eine emanzipative, kritische und selbstbestimmte Kultur- und Bildungspolitik aus. Daher unterstützen wir die Initiative „Faites Votre Jeu“ mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln.

Wir fordern:
1. Die sofortige und bedingungslose Rücknahme der Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch
2. Die Überlassung des ehemaligen JUZ Bockenheim für ein autonomes und selbst verwaltetes Kunst- und Kulturzentrum ODER ein adäquates Ersatzgebäude nach den Anforderungen der Initiative „Faites Votre Jeu“
3. Unbürokratische finanzielle Unterstützung der Initiative „Faites Votre Jeu“ seitens der Stadt zur Förderung des kulturellen Lebens

Wir fordern alle Kunst- und Kulturinteressierten auf die neuen Raummöglichkeiten zu nutzen und das neue Kunst- und Kulturzentrum solidarisch zu unterstützen.