Programm November 2018

Do. 01.11.2018

Konzert: Litige + Nervöus

21.00 Uhr: Im Fall von Litige (Lyon) und Nervöus (Berlin) treffen zwei sehr unterschiedliche Musikrichtungen aufeinander, aber seid euch gewiss: beide sind hothothot, dafür stehen wir mit unserem guten Namen. Litige (litigelyon.bandcamp.com) machen Grrrl-Punk mit französischen Lyrics. Nervöus (wearenervous.bandcamp.com) spielen krassgeilen Hardcore.

Fr. 02.11.2018

Konzert: Yacøpsæ, Captain ­Caveman, Eastwood + ­Depravation

19.00 Uhr: Weil‘s im Winter ja eh Frostig wird, gibts im November direkt ein Knüppelpackage mit der Hamburger Kulttruppe Yacøpsæ (­www.­yacoepsae.de). Die Band hat in gewissen Kreisen Kultstatus und wird uns mit ihrem Highspeed Gekloppe die Ohren freiblasen. Dazu kommen die Trierer Captain Caveman (­captaincaveman.bandcamp.com) mit ihrer herrlich dreckigen Caveviolence, die Grinder von Eastwood (eastwoodgrind.bandcamp.com, Mainz) und damit es noch etwas musikalische Abwechslung gibt, verwöhnen uns Depravation (depravation.bandcamp.com) aus Gießen mit ihrem Mix aus Hardcore, Death Metal und Black Metal. Dieses großartige Package sollte sich niemand entgehen lassen!

Sa. 03.11.2018

Translation work in progress

15.00 bis 18.00 Uhr: Seit Anfang 2015 kann die Dauerausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizeigewahrsam im ­Klapperfeld 1955–2002« in zweiten Stock des Klapperfelds jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr ­besucht werden. Der Prozess der Übersetzung und ­Recherche zu den Inschriften geht aber weiter. An jedem ersten Samstag im Monat arbeitet die Übersetzungsgruppe an den ­Übersetzungen und Besucher*innen sind herzlich ­eingeladen, sich daran zu beteiligen.
Weitere Infos und Kontakt zur Übersetzungsgruppe: zweiterstock.klapperfeld.de

Sa. 10.11.2018

Konzert: Finkbass + Tildaflipers

21.00 Uhr: Dass Basst*innenwitze dummes Klichee sind, beweist die Solo-Bassistin Finkbass (finkbass.com). Ausgerüstet mit Loopstation, Drum­-pad und grandioser Stimme performed sie Songs mit groovigen Bass-Lines, starken Melodien und krassen Beats irgendwo zwischen Funk, Pop und Elektro und zeigt damit, was mensch alles mit fünf Saiten anstellen kann. Es ist ein wahres Fest und macht Lust zum Tanzen.
Tildaflipers [­spanisch vermutlich von tildar: mit Akkzent versehen, mit Tilda versehen, durchstreichen; fliper: Flipperautomat] (tildaflipers.bandcamp.com) sind ein Kollektiv aus Buenos Aires und machen Musik irgendwo zwischen Minimal Wave, Neofolk, Giallo-Soundtracks, krautiger Elektronik und Dub. Der Name ist Programm.

Sa. 17.11.2018

Konzert: Youth Avoiders, Stalled Minds + Pisshit

20.00 Uhr: Die großartigen Youth Avoiders (youthavoiders.bandcamp.com) kommen zu uns! Punk aus Paris – Spitzenklasse. Mit dabei ihr neues Album Relentless. Lasst euch von den Socken hauen! Fast, clean, catchy und wütend – Hardcore Punk wie er sein sollte.
Stalled Minds (stalledminds.bandcamp.com) kombinieren stabilen Punk mit Garage-Tönen und leicht surfigen Elementen. Die Band besteht u.a. aus zwei Youth Avoidern, leicht durchgewürfelt, die einen fetten Sound abliefern.
Als besonderes Schmankerl haben wir euch noch die Newcomer*innen Pissshit (pissshit.bandcamp.com) aus Ludwigsburg eingeladen. Sicherlich auch für eventuell anwesende Punk-Kenner*innen mit Ox- und Trust-Abo eine willkommene und freshe Abwechslung im Programm. Das ist PunkPunkPunk, der seinem Namen alle Ehre macht.

Sa. 24.11.2018

Soli Barabend des Roten Stern Frankfurt

20.00 Uhr: Soli Barabend der Fußball AG des Roten Stern Frankfurt Weitere Infos zum Roten Stern: roterstern-ffm.de
 
 

Was macht eigentlich die…?
… Siebdruckwerkstatt!

Wer seid ihr und was macht ihr?

Unten im Keller versteckt sich die Siebdruckwerkstatt. Wenn wir nicht gerade im Dunkeln tappen, weil wir Siebe mit lichtempfindlicher Fotoemulsion eingeschmiert haben, hängen wir stundenlang über der Badewanne und waschen diese Emulsion oder Farbe wieder aus. Am liebsten bedrucken wir Klamotten mit feministischen und politischen Motiven und probieren Farbkombis aus. Besonders stolz sind wir auf gold, donutpink und silber. Wenn Gruppen oder Bands ihre Logos und Sprüche auf Kleidung, Beuteln und ähnlichen haben wollen, so drucken wir das gerne mit ihnen gemeinsam. Hin und wieder sind wir auch mit einem Stand auf Parties anzutreffen.

Was verbindet ihr mit dem Klapperfeld?

Unsere Motive! Von der Taubengang über die Klapperfeldratten bis zum Simpsonsbullen haben wir viele Motive auf unseren Sieben, die wir gerne für Klapperfeld-Merch nutzen. Die letzten Jahre haben wir auf dem Sommerfest und dem Kids in the Backyard einen Stand gemacht. Unsere Werkstatt! Wir sind sehr froh, diesen Raum hier nutzen zu können und Platz für alle Sachen zu haben. Es ist nicht leicht, in Frankfurt einen Raum wie diesen zu haben mit ausreichend Platz für Belichtungstisch, Trockenschrank und Badewanne. Apropos Badewanne: An der können wir am nächsten Morgen sehen, wie die Party oder das Konzert war. Direkt unter dem Klo gelegen, kommt da so einiges durch das Loch.

Wie können interessierte euch erreichen?

Ihr könnt uns eine Mail an siebdruck[ät]klapperfeld[punkt]de schicken oder ihr kommt zu unseren offenen Treffen am ersten Freitag im Monat um 17.30Uhr. Wir zeigen euch in Workshops wie Siebdruck funktioniert oder bedrucken eure Lieblingsklamotten. Neue Motivideen sind gerne willkommen. Und über Verstärkung freuen wir uns auch!
 
 

Regelmäßige Termine im Klapperfeld

Wöchentliches Plenum

Di., 19.30 bis 22.00 Uhr: Auf dem Plenum diskutieren wir, was gerade im Klapperfeld geht, welche Veranstaltungen wir organisieren wollen, wie die Räume gemeinsam genutzt werden sollen und alles weitere, was das Klapperfeld als selbstverwaltetes Zentrum ­betrifft. Alle die Lust haben, das Klapperfeld aktiv mitzugestalten, sind dazu herzlich eingeladen. Anfragen am 1. und 3. Plenum des Monats!

Dauerausstellungen zur Geschichte des Klapperfelds

Sa., 15.00 bis 18.00 Uhr: Die Ausstellung zur Geschichte des Klapperfelds während des Nationalsozialismus und die Ausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizei­gewahrsam im Klapperfeld 1955–2002« können auch während aller öffentlichen ­Veranstaltungen im Klapperfeld besucht werden. Gruppen, die die Ausstellung außerhalb der regulären ­Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin für eine Führung vereinbaren. Ruft einfach an (0177 3982718) oder schreibt uns (info[ät]klapperfeld[punkt]de).

Öffentliche Probe »Rhythms of Resistance«

Mo., 18.30 Uhr: RoR Frankfurt ist Teil eines internationalen Netzwerks und nutzt Samba als kreative, laute und politische Aktionsform.
 
 
Programm als PDF: download

10.10.2018 Techno Revolte in Tiflis? Diskussionsveranstaltung

Mittwoch, 10.10.2018, 20h Klapperfeld, Klapperfeldstr. 5, Frankfurt

veranstaltet von Faites Votre Jeu! & Jungle World

Die Party wird politisch: Nach einer großangelegten Polizeirazzia im queeren Club „Bassiani“ im Mai dieses Jahres kam es in Tiflis zu heftigen Protesten. Was steckt hinter der „Techno Revolte“? Welche sozialen und politischen Konflikte brachen auf und wie geht es weiter?

Mit:
Zaal Andronikashvili (Literaturwissenschaftler)
Carl Melchers (Jungle World)
Irene Eidinger (Jungle World)

Moderation: Julia Hoffmann (Jungle World)

11.10. Lesung »Die Suchenden« von und mit Rodrigue Péguy Takou Ndie

*Version française ci-dessous*

Donnerstag, 11.10.2018, 19.30h im Klapperfeld, Klapperfeldstr. 5, Frankfurt

Lesung von „Die Suchenden“ mit dem Autor Rodrigue Péguy Takou Ndie und Chris Herrwig

veranstaltet vom Ak 2. Stock im Rahmen der Gegenbuchmasse

Sprache: deutsch und französisch

Im Roman werden die traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus am Beispiel der Hauptperson eindrücklich dargestellt.

*Ausführliche Ankündigung:*

Vor ihm Ungewissheit, hinter ihm Leiden, in ihm Verzweiflung. Ein Zurück gibt es für den Suchenden nicht, denn »wer als Verlierer zurückkehrt, legt sich eine Kreuzotter um den Hals«. Aber er will auch nicht als ›Leidender‹ enden wie sein Onkel Djo Ngo’o: zerrieben zwischen den eigenen Idealen und einem Umfeld, das Idealisten nicht duldet.

Inspiriert durch eigene Erfahrungen stellt Rodrigue Péguy Takou Ndie in seinem dritten Roman existentielle Fragen: Wie lassen sich Menschlichkeit und Hoffnung bewahren, wenn ›Überleben‹ bedeutet, nicht zurückblicken und mitfühlen zu dürfen – mit denen, die von Schleppern in der Wüste ausgesetzt verdursteten oder erschlagen wurden von marokkanischen Polizisten? Wenn hinter jedem Hindernis ein weiterer Traum zerplatzt, hinter den messerscharfen Zäunen von Melilla immer nur weitere Zäune warten? Wenn der einzige Freund und Ratgeber seit bald zwei Jahrzehnten in einem Lager irgendwo in Deutschland dahinvegetiert und auf seine Abschiebung wartet?

»Die Suchenden« ist ein schonungsloser Roman. Schonungslos gegenüber zerstörten Herkunftsgesellschaften, brutalen Verhältnissen in Nordafrika und Europa, Profiteuren und Ignoranten – schonungslos aber auch gegen den Suchenden selbst.

Die scharfe Analyse der traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus geht einher mit einer bildreichen Sprache, mit eindringlich dichten Beschreibungen und einem wunderbaren Sinn fürs Absurde.

*Zum Autor:*

Rodrigue Péguy Takou Ndie wurde im Dezember 1981 in Bafoussam / Kamerun geboren und verbrachte hier seine Kindheit und Jugend. An der Universität Yaoundé studierte er Wirtschaftswissenschaften, arbeitete dann aber als Autor und Schriftsteller. Aus politischen Gründen musste Péguy Takou Ndie im Jahr 2013 aus Kamerun fliehen. Mittlerweile lebt er in Deutschland, wo er sich u.a. bei dem Netzwerk Afrique-Europe-Interact engagiert.
In Frankreich sind bereits zwei Romane (»Les Retrouvailles« und »Le Fardeau de nos pères«) von Péguy Takou Ndie erschienen, außerdem ein Gedichtband (»Les complaintes de l‘exilé«) und eine Sammlung von Liebesgedichten (»Les 90 Graines de l‘Amour«). Der Roman »Die Suchenden« erscheint in Deutschland im Unrast-Verlag.

Afrique-Europe-Interact ist ein kleines, transnational organisiertes Netzwerk von Basisaktivist*innen vor allem in Mali, Togo, Burkina Faso, Guinea, Marokko, Deutschland, Österreich und den Niederlanden – unter ihnen zahlreiche selbstorganisierte Geflüchtete, Migrant*innen und Abgeschobene. Diese unterstützt das Netzwerk in ihren Kämpfen um Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte. Darüber hinaus beteiligt es sich an sozialen Auseinandersetzungen um gerechte und selbstbestimmte Entwicklung – zum Beispiel gegen Landgrabbing in Mali und Burkina Faso. Hier geht’s zur Webseite des Netzwerks.

*Zum Veranstaltungsort:*

Seit Ende 2009 bespielt die Initiative Faites votre jeu! das ehemalige Gefängnis in der Klapperfeldstr. 5 als selbstverwaltetes Zentrum.

Das bis 2002 als Polizeigefängnis genutzte Gebäude hat eine über 100jährige Geschichte der Repression hinter sich. Im Nationalsozialismus nutzte die Gestapo diesen Ort für Deportationen, Haft und Folter. Neben der Gewahrsamnahme wurden in den Jahrzehnten vor seiner Schließung vor allem auch Menschen in Abschiebungshaft im Klapperfeld inhaftiert.

Der Ak 2. Stock beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Inschriften, die Menschen in Abschiebehaft in den Zellen des ehemaligen Polizeigefängnisses hinterlassen haben, dokumentiert und übersetzt diese mithilfe von zahlreichen anderen Menschen. In einer Dauerausstellung, die jeden Samstag von 15 bis 18 Uhr geöffnet ist, sind die Räumlichkeiten und die Inschriften der Öffentlichkeit zugänglich. Darüber hinaus organisiert die Gruppe immer wieder Veranstaltung zu den Themen Migration, Abschiebung und Haft.

*Version française*

11 octobre 2018

présentation du roman « Die Suchenden» (« Les chercheurs d’avenir ») avec l’auteur Rodrigue Péguy Takou Ndie et Chris Herrwig

19h30 au Klapperfeld, Klapperfeldstr. 5, Frankfurt

organisé par Ak 2. Stock

langues : allemand et français

Le roman décrit les effets traumatisant du néocolonialisme, du régime européen des frontières, du système d’asyl allemand et du racisme quotidien à l’exemple du personnage principal.

*l’auteur:*

Rodrigue Péguy Takou Ndie, né en decembre 1981 à Bafoussam / Cameroun, a étudié les sciences économiques, mais a commencé de travailler comme auteur et écrivain. Pour des raisons politiques, il fallait que Péguy Takou Ndie fuit du Cameroun en 2013. Aujourd‘hui, il vit en Allemagne, où il s‘engage entre outre pour le réseau Afrique-Europe-Interact.

En France les romans «Les Retrouvailles» et «Le Fardeau de nos pères» ont déjà été publiés de l‘auteur, de plus les receuils de poèmes «Les complaintes de l‘exilé» et «Les 90 Graines de l‘Amour».

*le lieu:*

depuis 2009 l’initiative Faites votre jeu! utilise l’ancien prison dans la Klapperfeldstr. 5 comme centre autonome. Le bâtiment a une histoire de plus de cent ans de répression policière. La police des Nazi, Gestapo, s’en a servi pour déporter, emprisonner et torturer. Non seulement pour la détention policière, la police et la région de la Hesse, ont utilisé le bâtiment pour la détention afin d’expulser dans les décennies avant sa fermeture.

Le groupe Ak 2. Stock se penche sur les inscriptions laissées dans les cellules par des hommes emprisonné.e.s au Klapperfeld en détention afin d’être expulsé. En plus de la documentation et traduction de ces inscriptions, les cellules dans leur condition originale sont à visiter tous les samedis de 15 à 18 heures. Par ailleurs, le groupe organise de temps en temps des soirées et expositions autour des thèmes de migration, expulsion et détention avec des invité.e.s.

Programm September 2018

Sa. 01.09.2018

Eröffnung der Dokumentationsausstellung zum 30. Jahrestag der Massen­hinrichtungen von politischen Gefangenen im Jahr 1988 im Iran

15.00 bis 18.00 Uhr: Während sich ein Großteil der Iraner*innen von der Revolution 1979 Aussicht auf politische Selbstbestimmung erhoffte, zeigte sich bald eine andere Realität. Eine frühzeitige Enttäuschung in Teilen der Bevölkerung über die neue Regierung führte zu wachsenden Protesten, die von den Machthabern mit immer härteren Mitteln bekämpft wurden.

In Folge dieser Repression kam es im Sommer 1981 zu einer Zäsur. Verfolgung, Folter und Hinrichtungen von Andersdenkenden wurden zur Tagesordnung. Amnesty International berichtete von 2.500 Hinrichtungsfällen im Iran alleine im Zeitraum Juni bis September 1981.

In diesem Zusammenhang ist das Jahr 1988 bekannt geworden als das Jahr der Barbarei und der Massenmorde, deren genaue Dimensionen bis heute noch nicht erfasst sind. Im Geheimen wurden Abertausende politischer Gefangener ohne Prozess hingerichtet. Ihre leblosen Körper wurden in anonymen Massengräbern verscharrt.

Diese Ausstellung widmet sich den Opfern dieser politischen Morde und den Familien und Müttern (»Mütter von Khavaran«), die bis heute für Aufklärung und Gerechtigkeit kämpfen.
Khavaran ist der Name eines verbotenen Friedhofs am Rande von Teheran, in dem sich ein Teil dieser Massengräber befindet.

Weitere Termine: 08.09., 15.09., 22.09., 29.09. (Samstags, jeweils 15.00 bis 18.00 Uhr)

Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Sa. 29.09.2018

Abschluss der Ausstellung

Ab 19.00 Uhr: Mit Lesung aus Gefängnisliteratur und Filmvorführung: »Omid ist mein Name – und der steht für Hoffnung« von Jaška Kocke

Di. 04.09.2018

Monatlicher Barabend in der Sushi-Bar

19.30 bis 1.00 Uhr: Wie immer mit gediegener Musik und leckeren Getränken. Diesmal veranstaltet von der IL Frankfurt (frankfurt.radikallinks.org).

Do. 06.09.2018

Barabend: »Katzen brauchen furchtbar viel Musik«

21.00 Uhr: Unter dem Motto »Katzen brauchen furchtbar viel Musik« wird zu einem netten Barabend mit Special Longdrinks eingeladen.

Fr. 07.09.2018

Konzert: Rêche + TBA

Einlass : 20.00 Uhr / Ende 24.00 Uhr: Von ­Rêche gibt es Screamo aus Erlangen. Kostproben gibts hier: ­reche.bandcamp.com. Veranstaltende: Folivora Shows

So.09.09.2018

cobblestone beach

Ab 16.00 Uhr: Open Jam mit Elektronik und Instrumenten offen für alle die rum kommen wollen. Bring your own stuff (Equipment, FX, Instrumente etc.). Veranstaltende: institut de destabilisation

Fr. 14.09.2018

Konzert: Ghost Bag & Tine Fetz + Pink Lint

20.00 bis 23.00 Uhr: Wundervolles Konzert mit Ghost Bag & Tine Fetz (Maastricht/Berlin, adagio830-records.bandcamp.com/album/s-t-4)und Pink Lint (Berlin). Veranstaltende: ICHI ICHI

Sa. 15.09.2018

Was macht uns ­wirklich sicher? Ein Toolkit zu ­intersektionaler ­transformativer ­Gerechtigkeit jenseits von Gefängnis und ­Polizei

19:30 Uhr: Lesung und Diskussion mit ­Melanie Brazzell. Veranstaltende: AK Knastkritik. Kinderbetreuung bitte bei knastkritik-ffm[ät]­riseup[punkt]net anmelden.

So.16.09.2018

Workshop zu transformative Justice

11.00 bis 18.00 Uhr: Der Workshop wird veranstaltet vom AK Knastkritik in Kooperation mit Copwatch. Bitte unter knastkritik-ffm[ät]­riseup[punkt]net anmelden.

Fr. 21.09.2018

Soli-Barabend: Institut für urbane ­Perspektive Offenbach

20.00 bis 1.00 Uhr: Der letzte Barabend im Exil! Das Institut für urbane Perspektive lädt zum Umtrunk ein (mit Gema-freier Musik!). Kommt zahlreich und unterstützt Projekte in Offenbach! Mehr Infos: urbane-perspektive.org

Do. 27.09.2018

Konzert: Gli Stronzi + Mesecina

Einlass : 19.00 Uhr / Ende 24.00 Uhr: Powerviolence direkt aus Italien. Probehören könnt hier mesecinapowerviolence.bandcamp.com und hier ­glistronzi.bandcamp.com. Veranstaltende: Folivora Shows

Fr. 28.09.2018

Konzert: Deutsche Laichen, Lhotse + Kaczka

Ab 21.00 Uhr: Olekranonkrew kommt frisch aus der Sommerpause mit einem Knaller­konzert. Mit dabei: Die grandiosen Deutsche Laichen (Feministischer PunkPunkPunk aus Göttingen, deutschelaichen.bandcamp.com), die zuckersüßen Lhotse (Indie­EmoPopPunk aus Köln, lhotse.­bandcamp.com) und die supertollen Kaczka (ScreamoPostPunk aus Köln, ­kaczka.bandcamp.com). Veranstaltende: ­Olekranonkrew
 
 

Was macht eigentlich…?
… das Plenum!

Wer seid ihr und was macht ihr?

Einzelpersonen und Delegierte von Gruppen bilden das Plenum im Klapperfeld. Wir entscheiden zusammen und im Konsens über Anfragen und wichtige Angelegenheiten rund um das Klapperfeld. Neben der Organisation finden auch inhaltliche Treffen statt. Dort werden grundlegende Fragen zu »Faites votre jeu!« vom Bullen-Graffito bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit diskutiert. Das Plenum verbleibt dabei aber nicht im eigenen Sumpf. Wir wollen das politische Geschehen mitgestalten und äußern uns zu wichtigen Fragen in Frankfurt und sonstwo. Das Klapperfeld ist ein politischer Ort und somit auch das Plenum.

Was verbindet ihr mit dem Klapperfeld?

Manche auf dem Plenum sind seit Beginn dabei, manche erst seit Kurzem. Dadurch müssen Fragen, die den Umgang mit diesem wichtigen Ort betreffen, ausgehandelt werden. Und das ist auch gut so. Das Klapperfeld soll ein Ort sein, den alle Nutzer*innen selbst gestalten können. Dabei achten wir darauf, einen möglichst niederschwelligen Zugang zu haben und Ausschlussmechanismen kritisch zu reflektieren. Das Plenum ist eine sehr wichtige Institution im Klapperfeld, zu der wir alle Nutzer*innen und Interessierte zur ­Mitarbeit herzlich einladen. Das Plenum ist nicht so nervig, wie sein Ruf verheißen mag!!

Wie können interessierte euch erreichen?

Wir treffen uns jeden Dienstag um 19:30 Uhr und versuchen spätestens um 22:00 Uhr aufzuhören. Jeden ersten Dienstag ist das Großplenum, auf welchem die monatlichen Aufgaben verteilt werden. Anfragen werden am 1. und 3. Dienstag im Monat besprochen. Infos gibt es auf der Homepage (­faitesvotrejeu.blogsport.de) und per Mail unter: ­faitesvotrejeu@yahoo.com. Am besten ist es, wenn ihr einfach vorbei kommt!
 
 

Regelmäßige Termine im Klapperfeld

Wöchentliches Plenum

Di., 19.30 bis 22.00 Uhr: Auf dem Plenum diskutieren wir, was gerade im Klapperfeld geht, welche Veranstaltungen wir organisieren wollen, wie die Räume gemeinsam genutzt werden sollen und alles weitere, was das Klapperfeld als selbstverwaltetes Zentrum ­betrifft. Alle die Lust haben, das Klapperfeld aktiv mitzugestalten, sind dazu herzlich eingeladen. Anfragen am 1. und 3. Plenum des Monats!

Dauerausstellungen zur Geschichte des Klapperfelds

Sa., 15.00 bis 18.00 Uhr: Die Ausstellung zur Geschichte des Klapperfelds während des Nationalsozialismus und die Ausstellung »Raus von hier. Inschriften von Gefangenen in Abschiebehaft und Polizei­gewahrsam im Klapperfeld 1955–2002« können auch während aller öffentlichen ­Veranstaltungen im Klapperfeld besucht werden. Gruppen, die die Ausstellung außerhalb der regulären ­Öffnungszeiten besuchen möchten, können gerne einen Termin für eine Führung vereinbaren. Ruft einfach an (0177 3982718) oder schreibt uns (info[ät]klapperfeld[punkt]de).

Öffentliche Probe »Rhythms of Resistance«

Mo., 18.30 Uhr: RoR Frankfurt ist Teil eines internationalen Netzwerks und nutzt Samba als kreative, laute und politische Aktionsform.
 
 
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Offener Brief an Sylvia Weber: Einladung ins ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld

Offener Brief an Sylvia Weber, Stadträtin und Dezernentin für Integration und Bildung, zur Kenntnisnahme an die Stadtverordneten und Pressevertreter*innen

Sehr geehrte Frau Weber,

einem Artikel der Frankfurter Rundschau konnten wir entnehmen, dass der Präsident des Landesamtes für ­Verfassungsschutz Robert Schäfer vorhabe, sich mit Ihnen und dem Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill zu treffen, um über unsere Initiative und die Nutzung des Klapperfelds zu sprechen.

Selbstverständlich wollen wir Ihnen nicht in Ihre Terminplanung hineinreden – trotzdem fragen wir uns, welchen substanziellen Beitrag diese beiden Herren leisten sollen, wenn es um unsere Arbeit im Klapperfeld geht. Allein der Blick in den jüngsten hessischen Verfassungsschutzbericht genügt, um zu erkennen, dass es den beiden bei einem solchen Termin mitnichten um eine objektive Betrachtung unserer Initiative gehen kann. So maßt sich der hessische Verfassungsschutz unter anderem an zu behaupten, das Klapperfeld stehe »im kritischen Spannungsverhältnis kultureller Angebote als Deckmantel für dahinterliegende linksextremistische Aktivitäten«. Belege für diese absurde Verschwörungstheorie – wie auch für alle anderen Unterstellungen im Verfassungsschutzbericht – bleibt diese Behörde selbstverständlich schuldig. Würden mit derlei Diffamierungen keine politischen Ziele verfolgt und hätten diese keine Folgen – wir könnten fast darüber lachen. Wir begreifen sowohl die Behauptungen im Bericht als auch den öffentlichkeitswirksam verkündeten Termin des hessischen Verfassungsschutzpräsidenten als Teil einer ­Delegitimationskampagne gegen uns und unser Projekt im Klapperfeld, die schon seit einigen Monaten andauert und von verschiedenen rechten Kräften gegen uns geführt wird.

Wie Sie wissen, nutzen wir das Klapperfeld mittlerweile bald zehn Jahre. In dieser Zeit haben wir zwei Dauer­ausstellungen zur ­Geschichte des Gebäudes erarbeitet – eine zur nationalsozialistischen Vergangenheit und eine zur Abschiebehaft. Allein die ­beiden Dauerausstellungen konnten im letzten Jahr über 1.000 Einzelbesucher*innen zählen – nicht eingerechnet sind die vielen Führungen mit Schulklassen, Seminaren von Studierenden und anderen Gruppen. Weiterhin wurden in mehr als einem Dutzend Gastausstellungen unterschiedlichste Themen bearbeitet, darunter: die Vernichtung von Sinti und Roma in Auschwitz, Frauen in Konzentrationslagern, der Spanische Bürgerkrieg, die ­Residenzpflicht, das europäische Grenzregime, Widerstand im National­sozialismus und die Taten sowie der Kontext des Nationalsozialistischen Untergrunds. Neben den Ausstellungen eröffnet unser Zentrum ­unterschiedlichsten Menschen vielfältige Möglichkeiten, welche sie an anderen Orten in Frankfurt durch zu hohe Mieten und den damit verbundenen Raummangel nicht hätten. So erfreuen sich unter anderem Proberäume, der Sportraum, die Fahrrad- und Holzwerkstätten, der Siebdruckraum und verschiedene Ateliers unzähliger Nutzer*innen. Auch Lesungen, Diskussions­veranstaltungen, Theateraufführungen, Konzerte und Partys füllen unsere Veranstaltungsräume ­regelmäßig bis auf den letzten Platz. Nicht zuletzt lernen und leben alle, die sich auf unterschiedlichste Weise im Klapperfeld einbringen und daran beteiligen, Aushandlungsprozesse in Gruppen zu führen, Arbeiten in selbstorganisierten Strukturen und Kommunikation auf Augenhöhe – auch Räume in denen das möglich ist, sind in einer Stadt wie Frankfurt Mangelware.

Und ja, im Klapper­feld kommen auch Menschen und Gruppen zusammen, die für eine emanzipatorische Gesellschaft streiten und ­gegen kapitalistische Zumutungen auf die Straße gehen: Wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir uns gegen Nazis und einen ­gesellschaftlichen Rechtsruck wehren, Hetze und Gewalt angehen, die sich gegen Geflüchtete richtet und rasant ­voranschreitende ­Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen, Armut, ­Verdrängung und Gentrifizierung nicht tatenlos hinnehmen. ­Unsere historische, ­kulturelle und künstlerische Arbeit ist dabei kein »Deckmantel« – vielmehr ist sie, ebenso wie die genannten Kämpfe, elementarer Bestandteil unserer politischen Arbeit und untrennbar mit unserem linken Selbstverständnis verknüpft.

Damit sie nicht auf Hörensagen und gefährliches Halbwissen von Schäfer und Bereswill zurückgreifen müssen, möchten wir Sie gerne einladen, sich vor Ort ein Bild von uns und unserer Arbeit zu machen. Gerne berichten wir Ihnen aus erster Hand, wieviel Energie und Engagement wir in den letzten Jahren in unser Projekt gesteckt haben.

Wir freuen uns auf Ihre Terminvorschläge und Ihren Besuch!

Herzliche Grüße
Maja Koster und Matthias Schneider
für die Initiative »Faites votre jeu!«
 
 
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Pressespiegel zum Sommerfest – 10 Jahre »Faites votre jeu!«

Hier eine Zusammenstellung der Berichterstallung über unser Jubiläums-Sommerfest im Klapperfeld:

»Unsere Arbeit spricht für uns«

06.08.2018, von Kathrin Rosendorff | Seit zehn Jahren besteht die Initiative „Faites votre jeu!“ – 1000 Menschen feiern im autonomen Kulturzentrum Klapperfeld im Frankfurter Gerichtsviertel. Angst vor politischen Gegnern haben sie nicht… Weiterlesen auf fr.de

Konzerte und Gyros im ehemaligen Gefängnis

06.08.2018, von Anna-Sophia Lang | Die Initiative „Faites votre jeu!“ feiert im linken Kulturzentrum Klapperfeld zehnjähriges Bestehen. Der Streit um den Mietvertrag geht derweil ungehindert weiter… Weiterlesen auf faz.net

Party hinter Gittern

03.08.2018, von Hanning Voigts | Das autonome Kulturzentrum Klapperfeld im Frankfurter Gerichtsviertel bekommt derzeit viel Gegenwind aus der Politik. Jetzt feiern die Betreiber ihr traditionelles Sommerfest… Weiterlesen auf fr.de

Pressemitteilung, 01.08.2018: Initiative »Faites votre jeu!« feiert zehnten Geburtstag – Sommerfest am 4. August ab 15 Uhr im ehemaligen Polizeigefängnis Klapperfeld

Am kommenden Samstag, den 4. August lädt »Faites votre jeu!« anlässlich ihres zehnten Geburtstags Freund*innen, Unterstützer*innen und alle ­Interessierten zum Sommerfest ins ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld ein. Die Initiative nutzt das Gebäude seit über neun Jahren als Autonomes Zentrum und hat dort zwei Dauerausstellungen zur Geschichte des ­Gefängnisses eingerichtet. »Wir feiern das Klapperfeld als selbstverwalteten Raum für emanzipatorische Politik, ­Kultur und ­Geschichtsarbeit.«, sagt Maja Koster, aktiv bei »Faites votre jeu!«.

Das Sommerfest nimmt die Initiative mit einem vielfältigen Programm – Ausstellungen, Führungen, Workshops, Musik, ­leckeres Essen und Getränke, Tanz und Party – auch in diesem Jahr zum Anlass, sowohl das schwierige Erbe des Hauses als auch die ­Gegenwart linker Politik in Frankfurt sichtbar zu machen. Seit dem Einzug von »Faites votre jeu!« vor neun Jahren ist das ­Klapperfeld zu einem wichtigen Zentrum in Frankfurt geworden: Die Räume werden für kritische, politische, künstlerische und kulturelle Arbeit genutzt. Besucher*innen können regelmäßig die Dauerausstellungen zur Geschichte des Ortes besuchen – eine mit dem Schwerpunkt auf der nationalsozialistischen Vergangenheit und eine weitere zur Abschiebehaft. Selbstverwaltet und unkommerziell organisieren im Klapperfeld außerdem Menschen in unterschiedlichsten Zusammenhängen regelmäßig ein breites Spektrum an Veranstaltungen: von Zeitzeug*innengesprächen, Vorträgen und Diskussions­veranstaltungen über ­Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden, Konzerten und Partys.

Matthias Schneider, ebenfalls aktiv bei »Faites votre jeu!«, freut sich über den großen Zuspruch und das breite Interesse, den das Projekt erfährt: »Seit wir das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld als selbstverwaltetes Zentrum nutzen, ist viel passiert: Allein die beiden Dauerausstellungen konnten im letzten Jahr über 1.000 Einzelbesucher*innen zählen – nicht eingerechnet sind die vielen Führungen mit Schulklassen, Seminaren von Studierenden und anderen Gruppen. Neben den Ausstellungen erfreuen sich Proberäume, der Sportraum, die Fahrrad- und Holzwerkstätten, der Siebdruckraum und verschiedene Ateliers unzähliger Nutzer*innen und auch Lesungen, Diskussionsveranstaltungen, Konzerte und Partys füllen die Veranstaltungsräume regelmäßig bis auf den letzten Platz. Wenn das kein Grund zur Freude ist.«

Angriffe auf linke Strukturen und das Klapperfeld

Trotz der vielfältigen, seit zehn Jahren andauernden, professionellen Arbeit von »Faites votre jeu!« häuften sich in den letzten Monaten die Angriffe auf das Autonome Zentrum in der Frankfurter Innenstadt. Maja Koster ordnet diese ein: »Die Angriffe auf uns und andere linke Strukturen begreifen wir als Teil des um sich greifenden Rechtsrucks in Deutschland und Europa. In Frankfurt und Hessen scheinen sich FDP und CDU ein Wettrennen darum zu liefern, die AfD rechts zu überholen und im Wahlkampftheater rund um die anstehende Hessenwahl haben sie sich eben auch linke Strukturen ausgesucht, um sich ins ›rechte Licht‹ zu rücken.«

Davon, was im Klapperfeld passiert, haben die rechten Hetzer*innen von FDP bis AfD offensichtlich keinen Schimmer und auch Christoph Schmitt, Law-and-Order-Fachkraft der Frankfurter CDU, der seit Wochen gegen »Faites votre jeu!« mobilmacht, musste im Interview mit der Frankfurter Rundschau zugeben, dass es keinerlei Erkenntnisse über Straftaten gäbe, die im Klapperfeld begangen oder geplant worden seien. In ihren Diffamierungen stützen sie sich die Angreifer*innen einzig auf die Behauptungen des hessischen Verfassungsschutzes. Matthias Schneider kommentiert: »Einzige Quelle für all die haltlosen Unterstellungen gegen uns und unsere Initiative ist eine Behörde, von der spätestens seit der Selbstenttarnung des Nationalsozialistischen Untergrunds 2011 bekannt ist, dass sie knietief in rechtsterroristischen Neonazistrukturen steckt. So lange die Rolle und Verstrickung des Verfassungsschutzes im ­NSU-Komplex nicht im Ansatz aufgeklärt ist, sollte dies die letzte Institution sein, auf deren Grundlage argumentiert wird.«

Maja Koster ergänzt: »Die Unterstellung, unsere ›kulturellen Angebote‹ seien bloß ›Deckmantel für dahinterliegende links­extremistische Aktivitäten‹, wie der Verfassungschutz in seinem jüngst erschienenen Bericht behauptet, ist eine durch nichts belegte Anmaßung. Wenn die ›Arbeit‹ dieser Behörde keine reale Folgen hätte und sie nicht die Munition für Angriffe auf uns und andere liefern würde, könnten wir fast darüber lachen.«

Sie stellt klar: »Die plumpe Stimmungsmache gegen linke Zentren werden wir nicht weiter ­kommentarlos ­hinnehmen. Rechte Populist*innen aus FDP, CDU, AfD ­und VS treiben die gesellschaftliche ­Spaltung weiter voran und lenken von wirklich ­wichtigen Themen ab: Hetze und Gewalt gegen Geflüchtete, rasant voranschreitende ­Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen, Armut, ­Verdrängung und Gentrifizierung… Um nur einige Themen zu nennen, die für diese Leute keine Rolle zu spielen scheinen, mit denen sich aber an Orten wie dem Klapperfeld auseinandergesetzt wird.«

Haus mit Geschichte

Im zehnten Jahr des Bestehens ruft sich »Faites votre jeu!« auch die Anfänge in Erinnerung: Im August 2008 besetzte »Faites votre jeu!« ein ehemaliges Jugendzentrum und betrieb dort über ein Drei­vier­tel­jahr ein selbstverwaltetes Zentrum. Allerdings hatte die Stadt Frankfurt andere Pläne für das Gebäude und drohte mit Räumung. Dank breiter Unterstützung, der sich die Initiative bis heute erfreut, sah sich die Stadt dazu gezwungen, das Klapperfeld als Ersatzobjekt anzubieten.

In dem ehemaligen Polizeigefängnis wurden von 1886 bis 2002 Menschen inhaftiert. Auch die Gestapo nutzte diesen Ort ­zwischen 1933 und 1945. Das Klapperfeld bedeutete für viele Menschen lange Zeit Unterdrückung, Folter und Mord. Maja ­Koster hat die intensiven Diskussionen noch vor Augen, ob man das Angebot annehmen solle: »Die Entscheidung ins Klapperfeld ­umzuziehen, fiel uns alles andere als leicht. Uns stellte sich die Frage, ob das ehemalige Polizeigefängnis als Raum der Repression und Gewalt der richtige Ort sein könnte, um unsere Ideen von einem ­selbstverwalteten Raum für emanzipatorische Politik und Kultur zu verwirklichen.«

Letztlich entschied sich »Faites votre jeu!«, die Herausforderung anzunehmen. Dem voraus gingen Gespräche mit ehemaligen Inhaftierten wie Hans Schwert (1907 – 2013) und Wolfgang Breckheimer (1926 – 2011), die in Auszügen auch in der Dauerausstellung zu sehen sind. Matthias Schneider erinnert sich: »Sie haben uns neben ihren bewegenden Erzählungen auch ganz viel Mut mit auf den Weg gegeben, unseren Plan zu verwirklichen: die Selbstverwaltung mit der Geschichtsarbeit über das Haus zu verknüpfen.«

Geöffnet wurde das Klapperfeld im August 2009 mit der Eröffnung der Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses im National­sozialismus. Im Herbst 2015 konnte auch die zweite Dauerausstellung zur Abschiebehaft eröffnet werden. In jahrelanger Arbeit, die immer noch andauert, wurde mühselig und mit viel Unterstützung begonnen, die Inschriften der im Original erhaltenen Zellen zu übersetzen und für Besucher*innen lesbar und hörbar zu machen. Die Dauerausstellungen können jeden Samstag zwischen 15 und 18 Uhr kostenfrei besucht werden. Gruppen und Schulklassen können darüber hinaus individuelle Termine vereinbaren.

Abschließend stellte Maja Koster die historischen Forschung in den Kontext der jüngsten Angriffe: »Uns angesichts der vielen Arbeit und des unermüdlichen Engagements dafür, die Geschichte des Gebäudes und der ­Menschen, die hier inhaftiert waren, zu ­erforschen und sichtbar zu machen, vorzuwerfen, es handele sich um einen ›Deckmantel‹ für ­andere Aktivitäten, dient offensichtlich einzig der Diffamierung unserer Initiative und des gesamten Projektes. Gegen solche ­Anfeindungen verwehren wir uns aufs Stärkste!«

Wichtige Hinweise für Pressevertreter*innen

Weitere Informationen & Pressekontakt
Website der Initiative »Faites votre jeu!«: faitesvotrejeu.blogsport.de
Website zur Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses Klapperfeld: www.klapperfeld.de
Pressekontakt: 0157 83644064 | faitesvotrejeu[ät]yahoo[punkt]com

Bitte beachten:
Wenn Sie vor Ort über unser Sommerfest berichten wollen, freuen wir uns, wenn sie uns darüber im Vorfeld telefonisch oder via E-Mail informieren. Wenn Sie kommen, geben Sie bitte am Eingang Bescheid. Gespräche mit Verantwortlichen von »Faites votre jeu!« können Sie zwischen 15 und 20 Uhr führen. Alle O-Töne und Fotos sind genehmigungspflichtig.
 
 
Anlagen:

 
 
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Pressemitteilung, 18.07.2018: Initiative »Faites votre jeu!« bezieht Stellung zu jüngsten Angriffen auf ihr autonomes Zentrum

In den letzten Wochen und Monaten war »Faites votre jeu!« immer wieder Gegenstand medialer und politischer Auseinander­setzung in Frankfurt. Die Initiative nutzt seit über neun Jahren das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld als ­autonomes Zentrum und hat dort zwei Dauerausstellungen zu dessen Geschichte eingerichtet. Die jüngste Debatte entzündete sich wegen eines Wandbildes, das die Comic-Figur eines Polizisten zeigt, der sich eine mit Donuts beladene Pistole in den Mund steckt. ­Daneben war bis vor kurzem der Spruch »Niemand muss Bulle sein« zu lesen.

Matthias Schneider, seit vielen Jahren bei »Faites votre jeu!« aktiv, zeigte sich amüsiert: »Eigentlich hatten wir nicht vor, uns zu dem groben Unfug verschiedener Frankfurter ›Law-and-Order-Fachkräfte‹ zu äußern, mit dem versucht wird das Sommerloch zu stopfen und Wahlkampf zu betreiben. In der Debatte wurde jedoch deutlich, dass es mitnichten nur um das Wandbild geht: Anscheinend ­befinden sich Reaktionäre von FNP, FDP und CDU auch in Frankfurt in einem Wettrennen darum, die AfD rechts zu überholen und so haben sie sich unter anderem das Klapperfeld und unsere Initiative ausgesucht, um sich ins ›rechte Licht‹ zu rücken.«

Während Christoph Schmitt (CDU) den Plan aus der Mottenkiste holte, das Klapperfeld zur Erweiterung des Justizviertels zu nutzen, stellte die in die neoliberale Bedeutungslosigkeit verbannte FDP fest, dass das »Grundstück aufgrund der zentralen Lage immobilien­wirtschaftlich ein sehr großes Potential hat«. Maja Koster, die sich ebenfalls bei »Faites votre jeu!« engagiert, erteilte beiden Plänen eine klare Absage: »In der Forderung, das ehemalige Polizeigefängnis Klapperfeld mit seiner über 115-jährigen ­Gewalt- und Repressions­geschichte wieder zu einem Ort deutscher Justiz zu machen, zeigt sich eine unsägliche Geschichtsvergessenheit. Es ist besonders ein Hohn für all jene, die dort zwischen 1933 und 1945 von Gestapo und Polizei inhaftiert, gefoltert, deportiert und ermordet worden sind. Das ­Klapperfeld einfach nur in Wert setzen zu wollen, steht für eine Form der Politik, in der alles hinter Kapitalinteressen zurückstehen muss und ist kein Stück weniger geschichtsvergessen.«

Auch behauptete Schmitt wiederholt, das Klapperfeld stelle einen »Affront für den Rechtsstaat« dar. Matthias Schneider entgegnete: »Die Behauptung, es sei im Besonderen Richter*innen und Polizist*innen nicht zuzumuten am Klapperfeld vorbeizugehen, ist absurd. Eine kritische Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte, für die das Klapperfeld und unsere Nutzung stehen, ist für diese Berufsgruppen ­bestimmt kein Schaden; Zeigt doch grade die Geschichte des ehemaligen Polizeigefängnisses, zu was der ›Rechtsstaat‹ fähig war und ist. Darüber informieren können sich Besucher*innen in den von uns erarbeiteten Dauerausstellungen – eine mit Schwerpunkt auf der nationalsozialistischen Vergangenheit und eine zur Abschiebehaft. Die weit über 1.000 Gäste, die allein im Jahr 2017 die Ausstellungen zu den regulären Öffnungszeiten besuchten, scheinen Schmitts Sorge nicht zu teilen. Und auch die vielen Schulklassen und andere Gruppen, die immer wieder Termine zu außerordentlichen Führungen vereinbaren, machen deutlich, wie notwendig unsere Arbeit und der Erhalt des Klapperfelds sind.«

Darüber hinaus forderte Schmitt, die Stadtverwaltung solle Einfluss auf Art und Inhalt von Veranstaltungen im Klapperfeld ­nehmen. Maja Koster dazu: »Mit dieser abwegigen Forderung offenbart Schmitt mehr über sein eigenes als über unser politisches Verständnis. Wir jedenfalls werden Veranstaltungen weiter so gestalten, wie wir es wichtig und richtig finden: Alles was im Klapperfeld stattfindet, besprechen wir auf unserem wöchentlichen, öffentlichen Plenum. Teilnehmen können alle, die das Klapperfeld mitgestalten wollen. Grundlage für das, was läuft und nicht läuft ist unser Selbstverständnis – kurz gesagt wollen wir bei allen Veranstaltungen möglichst einen Schutzraum ohne ausschließende oder diskriminierende Verhaltensweisen für alle Teilnehmenden bieten.«

Am 4. August 2018 feiert die Initiative »Faites votre jeu!« ihr zehnjähriges Bestehen. Im Zuge des anstehenden Jubiläums zeigte sich Maja Koster selbstbewusst: »Es sollte allen klar sein, dass es in jeder Hinsicht ein schwieriges Unterfangen wäre uns aus dem Klapperfeld zu schmeißen. Auch das werden wir bei unserem Sommerfest feiern. Im kommenden Jahrzehnt werden wir gerne weiter ein Stachel im Frankfurter Justizviertel sein. In Zeiten eines deutlichen Rechtsrucks in Deutschland und Europa werden wir erst recht ein Ort kritischer linksradikaler Auseinandersetzung bleiben.«

Anlagen:

Über das Klapperfeld und die Arbeit der Initiative »Faites votre jeu!«

Im August 2008 besetzte »Faites votre jeu!« ein ehemaliges Jugendzentrum und betrieb dort über ein Drei­vier­tel­jahr ein ­selbstverwaltetes Zentrum. Allerdings hatte die Stadt Frankfurt andere Pläne für das Gebäude und drohte mit Räumung. Dank breiter Unterstützung, der sich die Initiative bis heute erfreut, sah sich die Stadt dazu gezwungen, das Klapperfeld als Ersatzobjekt anzubieten.

Die Entscheidung, in das ehemalige Polizeigefängnis als Raum der Repression und Gewalt umzuziehen, fiel der Initiative alles andere als leicht. Letztlich entschied sich »Faites votre jeu!«, die Herausforderung anzunehmen. Dem voraus gingen Gespräche mit ehemaligen Inhaftierten wie Hans Schwert (1907 – 2013) und Wolfgang Breckheimer (1926 – 2011), die in Auszügen auch in der Dauerausstellung zu sehen sind.

Geöffnet wurde das Klapperfeld im August 2009 mit der Eröffnung der Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses im ­Nationalsozialismus. Im Herbst 2015 konnte auch die zweite Dauerausstellung zum Abschiebehaft eröffnet werden. In ­jahrelanger Arbeit, die immer noch andauert, wurde mühselig und mit viel Unterstützung begonnen, die Inschriften der im Original erhaltenen Zellen zu übersetzen und für Besucher*innen lesbar und hörbar zu machen. Die Dauerausstellungen können jeden Samstag zwischen 15 und 18 Uhr kostenfrei besucht werden. Gruppen und Schulklassen können darüber hinaus ­individuelle Termine vereinbaren.

Selbstverwaltet und unkommerziell organisieren im Klapperfeld außerdem Menschen in unterschiedlichsten Zusammenhängen regelmäßig ein breites Spektrum an Veranstaltungen: von Zeitzeug*innengesprächen, Vorträgen und Diskussions­veranstaltungen über Ausstellungen, Lesungen und Theateraufführungen bis hin zu Barabenden, Konzerten und Partys. ­Unzählige Nutzer*innen erfreuen sich an den im Klapperfeld eingerichteten Proberäumen, Sporträumen, Ateliers, Fahrrad-, Holz- und Siebdruckwerkstätten. Nicht zuletzt dienen die Räume verschiedensten Gruppen für ihre politische und kulturelle Arbeit.

Informationen & Kontakt

Website der Initiative »Faites votre jeu!«: faitesvotrejeu.blogsport.de
Website zur Geschichte des Polizeigefängnisses Klapperfeld: www.klapperfeld.de
Kontakt: 0177 3982718 | faitesvotrejeu[ät]yahoo[punkt]com
 
 
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